Album-Rezension: "El Dorado" von Shakira

Ich wollte Sommer. Und was ist mehr Sommer als Shakira? Richtig, sehr wenig. Passend also, dass die Sängerin ihr nunmehr 11. Studioalbum in diesem Jahr veröffentlichte. Und es ist nicht nur ihr 11. Studioalbum, sondern auch ihr siebtes in Spanisch! Ich persönlich kenne Shakira natürlich dank ihrer unzähligen Hits wie "Whenever, Wherever", "Underneath Your Cloths", "La Tortura", "Hips Don't Lie", "Beautiful Liar", "She Wolf", "Gypsy", "Waka Waka", "Loco", uvm. Dennoch muss ich gestehen, dass ich nie an einem Album von ihr interessiert war. Ich hörte mir die Singles gerne an, drehte im Radio ihre Songs lauter, aber nie war ich auch nur ansatzweise dazu hingerissen, mir ihr Album zu besorgen. Nicht mal, als sie mir mit ihrem letzten englischsprachigen Album, welches nach ihr selbst benannt war, glatt drei Hits hintereinander lieferte, die mir gefielen: "Can't Remember to Forget You", "Empire" und "Dare (La La La)". Es musste irgendwie der richtige Song, die richtige Stimmung und das richtige Gewand her - nur dann würde ich wohl einem Album eine Chance geben.

© Sony Latin


Tja, und dieser richtige Moment folgte: Im Urlaub lief quasi ständig und ununterbrochen der Song "Me Enamoré", ein Song den Shakira für ihren Mann schrieb und der als zweite Single aus ihrem Album "El Dorado" veröffentlicht wurde. Das ist jetzt nichts Besonderes, schließlich habe ich ja bereits gesagt, dass mich Shakira oft mit ihren Singles begeistern konnte, allerdings war da irgendwas in diesem Song, der mich neugierig gemacht hat. Darauf, wie sich dieser Sound auf Albumlänge macht und darauf, was Shakira denn nun zu bieten hat - und zwar nicht nur in einem Song, sondern auf einem Album. Soo besorgte ich mir nach dem Urlaub im Prinzip sofort das dazugehörige Album. Und was soll ich sagen? Nicht umsonst begleitete mich Shakira mit dem Song in diesem Urlaub - auch ihr Album wird wohl mein steter Begleiter im Sommer 2017 werden. Denn es besticht mit eingängigen Sommersounds, die da weiter machen, wo "Me Enamoré" und die erste Single "Chantaje" aufgehört haben und bietet gleichzeitig aber auch eine ganze Palette an Sounds, Sprachen und Rhythmen. Doch geordnet.


Es bestechen auf dem Album besonders die schnellen, spanischen Dance-Sounds, die wir von den Singles gewohnt sind: "La Bicicleta" ist beispielsweise ein spaßiger Sommertrack, der durch männliche Unterstützung irgendwie nochmal intimer wird und recht schnell ins Ohr geht. Selbes gilt für "Perro Fiel" und "Comme Moi", die sehr sexy daherkommen und die dafür sorgen, dass man gar nicht anders kann als mitzutanzen und -singen... zumindest wenn man Spanisch sprechen kann (was ich natürlich nicht kann :D). Wer es dagegen wirklich heiß und nicht ganz so dancig, sondern eher moody mag, der wird wohl "Amarillo" und "Trap" mögen, die eher Midtempo-Nummern sind und sehr international wirken. Für mich könnten das auch gerne Singles werden, denn sie zeigen mal eine andere Seite spanischer Musik.


Und dann gibt es da noch die Tracks, die irgendwie fast schon etwas für sich stehen, weil sie eben diese Gute Laune-Stimmung durchbrechen und nicht sexy, fröhlich oder anzüglich sein wollen. Im Gegenteil: Sie wollen eher etwas Eigenes schaffen. Manchmal ist das etwas sehr traditionelles, so empfinde ich "Deja Vu", ein Duett mit Prince Royce, als sehr klassische spanische Popnummer, die mich anfangs etwas irritierte unter all den modernen Popsounds, die aber zumindest zeigt, dass ein solcher Sound trotzdem noch funktioniert und irgendwie dazugehört, auch wenn er nicht mein Favorit ist. Ganz anders dagegen "Nada" und "Toneladas", die einzigen beiden Balladen der Platte. Hier ist man gerührt, fühlt sich direkt angesprochen und fühlt mit der Sängerin mit, auch wenn man im ersten Moment natürlich den Text nicht versteht. Dennoch schafft es Shakira authentisch über ihre Gefühle zu sprechen, sodass man sie versteht, ohne sie zu verstehen. Und wer was verstehen will, der hört sich einfach "When a Woman", "Coconut Tree" und "What We Said" an - die ersten beiden Songs sind die einzigen in Englisch verfassten Stücke, letzterer ist die englische Version von "Comme Moi". Sie sind meist im Midtempo-Bereich einzuordnen und sind für die entspannten Momente am Meer - hach, ich will wieder zurück!


Insgesamt kann ich also sagen, dass ich für mich ein Album entdeckt habe, welches perfekt in den Sommer passt und welches mir unheimlich viel Spaß macht. Ich kann tanzen, mitsingen, feiern, nachdenken und weinen - alles auf einer CD. Shakira liefert ein wirklich großartiges Stück Popmusik auf der immer wieder begeisternden Sprache Spanisch und zeigt so, dass sie nicht nur englischen Mainstream beherrscht, sondern auch in der lateinamerikanischen Kultur überzeugen kann. Oft ist es ja so, dass Sängerinnen oder Sänger eine Sache wirklich gut beherrschen, Shakira dagegen kann beides einfach wirklich richtig gut. Dabei klingt sie sowohl was die englischsprachige Popmusik als auch was die spanische Popmusik angeht immer aktuell, immer on point und immer total eigen. Das gefällt mir und veranlasst mich dazu, ihren älteren Alben doch noch mal eine Chance zu geben. Denn wenn sie so gut sind wie "El Dorado", dann erwartet mich ein wahres Fest an Musik! Deshalb vergebe ich sagenhafte 5 Sterne und darf wohl jetzt schon sagen, dass dieses Werk gute Chancen hat mein "Album des Sommers 2017" bei meinen LISTENawards 2017 zu werden (:

© Livenation

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