Buch-Rezension: "Inventory" von Andy Briggs

© Arena Verlag
Titel: Inventory (1)
Untertitel: Tresor der gefährlichen Erfindungen
Autor: Andy Briggs
Verlag: Arena
Seiten: 264
Ausgabe: Taschenbuch
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 19. Juni 2017
Preis: 9,99 €
ISBN-10: 3401603639
ISBN-13: 978-3401603636
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Klappentext laut Amazon:
Devs Leben war bisher eigentlich ziemlich langweilig. Zwar lagern in dem gigantischen Tresor unter der Farm, auf der er mit seinem Onkel lebt, die so ziemlich coolsten Erfindungen der Welt. Aber Dev darf niemandem vom Inventory erzählen. Da tauchen eines Tages zwei Schulkameraden auf und wenig später steht die Farm unter Beschuss. Dev, Mason und Lot fliehen ins Inventory. Mit HoverBoards, Atomisierern und anderer High-Tech ausgerüstet, bleibt den dreien nur wenig Zeit, die Verbrecher zu enttarnen und die mächtige Kriegswaffe namens Eisenfaust zu finden. Schon bald kämpfen sie um ihr Überleben. Denn sie sind die Einzigen, die verhindern können, dass die gefährlichen Erfindungen in die falschen Hände geraten.

Meine Meinung:
Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - ein herzliches Dankeschön dafür (:

Ich hatte mir überlegt, dass ich gerne auch Bücher kennenlernen würde, die man mal verwandten/bekannten Kindern bzw. Jugendlichen zwischen 9 und 15 Jahre empfehlen kann. Und als ich dann den Klappentext von "Inventory" las, wusste ich: Das ist ein Buch, welches genau zu diesem Bedürfnis passt. Die Gestaltung suggeriert ja schon ein Jungsbuch und auch der Inhalt scheint von Anfang an sehr technisch, raffiniert und so aufgebaut zu sein, dass es allerlei Aspekte zu geben gibt, die erkundschaftet werden wollen. Warum das Buch aber nicht nur für Jungs geeignet ist und warum ich von der Geschichte recht angetan war, erfahrt ihr jetzt.

Gleich zu Beginn lernen wir Dev kennen, der, gemeinsam mit seinem Onkel, auf einer kleinen Farm irgendwo im nirgendwo wohnt und so überhaupt keinen Anschluss in der Schule findet. Dies liegt wohl vornehmlich daran, dass er unbedingt den Tresor, genannt Inventory, unter seiner Farm geheim halten muss, weshalb sein Onkel jeglichen Besuch verbietet. Dev ist ein Außenseiter, den die Schule langweilt, weil sie ihm nichts neues beizubringen scheint und der keine Freunde hat. Bis auf einen Vorfall, bei dem zwei Klassenkameraden bei ihm auftauchen und gleichzeitig eine feindliche Gruppe versucht, in das Inventory einzudringen. Es beginnt ein Kampf gegen die Eindringlinge und eine Reise durch den Tresor der gefährlichen Erfindungen - ob Dev, sein Onkel Charles und seine neu gewonnenen Freunde Mason und Lot das überleben?

Anfangs war ich etwas genervt, da Dev als dieser typische Außenseiter-Nerd dargestellt wird, der so oft in Jugendbüchern herangezogen wird, um sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Manchmal fehlen mir hier einfach die Helden, die selbstbewussten und eigenen Charaktere, die vielleicht nicht die beliebtesten sind, damit aber auch gut umgehen können. Gut also, dass sich Dev bereits innerhalb der ersten 50 Seiten verändert hat und zeigen konnte, dass in ihm mehr steckt als der Nerd, der keinen Anschluss findet und ein furchtbar einsames Leben lebt. Dazu tragen auch Mason und Lot bei - Mason, der anfangs Dev stark zusetzt und quasi jede Gelegenheit nutzt, um ihn bloßzustellen, entwickelt sich dabei am meisten: Aus dem unsympathischen Troll wird mit der Zeit ein amüsanter, authentischer und wirklich besonderer Freund. Der Autor beweißt, dass gemeinsame Erfahrungen prägen und zeigt, wie Differenzen überwinden werden können und sollten. Das hat mir wirklich gut gefallen und ist ein Aspekt, den ich als besonders gelungen empfinde. Auch die Beziehung zwischen Dev und Lot spielt eine Rolle, merkt man doch eine gewisse Sympathie zwischen den beiden. Diese wird aber nicht zu sehr überbetont, sondern kommt nur ganz subtil rüber, was ich als passend empfinde.

Dabei ist die Geschichte ebenfalls großartig aufgebaut: Es passiert alles Schlag auf Schlag, die Gruppe gerät von einem Abenteuer ins andere und gelangt so immer tiefer ins Inventory. Ich fand es total spannend, den Tresor näher kennenzulernen, die Facetten und seinen Aufbau zu erfahren und mir zu überlegen, wie ich da ran gehen würde. Dabei webt der Autor geschickt technisches Wissen in die Geschichte mit ein und erklärt physikalische/naturwissenschaftliche Vorgänge wirklich kindgerecht und gleichzeitig auf einem passenden Niveau - eine solche Gradwanderung muss man erstmal hinbekommen und zeugt davon, dass man sich hier wirklich genaue Gedanken gemacht hat. An dieser Stelle seien besonders die Unterwasserszenen erwähnt, die mir am besten gefallen haben. Die ganze Technik, die hier mitspielt und wie sie der Autor dann beschrieben hat, damit man sich es wirklich ganz genau vorstellen kann, ist einfach grandios und blieb mir dauerhaft in Erinnerung. Ebenso wie die angesprochene Thematik am Ende des Buches - allein dieser Aspekt belohnt einen für das Durchhalten und Lesen dieser Geschichte!

Überhaupt ist der Schreibstil einfach etwas ganz besonderes. Der Autor erklärt wirklich viel, aber das kommt gar nicht so sehr ins Bewusstsein, denn mal liest wirklich interessiert mit , merkt also gar nicht, dass man gerade die volle Breitseite Technik bekommt - und wenn ich das als Erwachsener schon sage, dann muss ein Kind noch viel faszinierter sein. Gleichzeitig wird nichts überemotionalisiert, dennoch schafft man eine Verbindung zu den Charakteren und fühlt mit ihnen und ihrer Situation mit. Dabei dienen die männlichen Figuren wohl als Identifikationsfigur für Jungs in deren Alter, dank Lot dürften aber auch einige Mädchen die Geschichte mögen, vorausgesetzt sie sind entdeckungsfreudig und wollen den Tresor kennenlernen.

Buchcover: © Arena Verlag

Mein Fazit:
Ich habe genau das bekommen, was ich wollte: Ein Buch, welches ich Kindern bzw. Jugendliche im Alter von 9 bis circa 15/16 Jahren empfehlen kann. Eine großartige Idee, die wirklich gut verschriftlicht wurde und die einige Facetten inne  hält, die die Geschichte toll rüberbringen. Dazu kommen vielseitige Charaktere, die sich entwickeln, Streitigkeiten beiseite legen und zusammenwachsen. Wirklich schön, weshalb ich mich wirklich auf den zweiten Teil freue, der bereits auf der letzten Seite des ersten Bandes angekündigt wird. Kann jetzt schon Frühjahr 2018 sein? Danke! Von mir gibt es deshalb 4 Sterne und eine Leseempfehlung für technikbegeisterte Leseratten.

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