Buch-Rezension: "Engelskinder" von Elly Griffiths

©  Wunderlich
Titel: Engelskinder
Autorin: Elly Griffiths
Verlag: Wunderlich
Seiten: 384
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 21. Juli 2017
Preis: 19,95 €
ISBN-10: 3805250967
ISBN-13: 978-3805250962
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Klappentext laut Amazon:
Ihr sechster Fall führt die forensische Archäologin Dr. Ruth Galloway auf die Spur der grausamsten Kindesmörderin des 19. Jahrhunderts. Beste britische Krimikost für alle Leser von Minette Walters, Val McDermid und Ann Cleeves.

Die Arme auf dem Rücken gefesselt, ein rostiger Eisenhaken statt der linken Hand, so liegt die Tote in ihrem Grab. Als Dr. Ruth Galloway unter dem Gemäuer einer Burg ein Skelett aus viktorianischer Zeit freilegt, glaubt sie, die Gebeine der berüchtigsten Mörderin von Norfolk gefunden zu haben. Zahlreiche Schauermärchen ranken sich um "Mother Hook", die Kinder bei sich aufgenommen und dann getötet haben soll. Doch während der Untersuchung kommen der forensischen Archäologin Zweifel an ihrer Schuld. Zur gleichen Zeit verschwindet ein Kind aus der Nachbarschaft. Offenbar will jemand mit allen Mitteln ein jahrhundertealtes Geheimnis hüten …

Meine Meinung:
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt - ein herzliches Dankeschön dafür (:

Ich hatte total Lust auf einen Thriller bzw. Krimi, habe die Vorschauen überflogen und bin so auf dieses Buch gestoßen: Der Klappentext hat mich total angesprochen und ich dachte mir, es würde mir total Spaß machen, eine neue Ermittlerin kennenzulernen. Leider habe ich da irgendwie total überlesen, dass das schon der sechste Fall von Ruth Galloway ist - upps! Dennoch wollte ich die Geschichte lesen, schließlich kann man einen guten Fall immer interessiert lesen. Und so stürzte ich mich in die Geschichte.

Besonders fasziniert hat mich der Aufbau des Falls: Ruth findet als Archäologin die Überreste einer Dame, die wohl ihre Position als Tagesmutter ausgenutzt hat, um Kinder umzubringen. Gleichzeitig gibt es in der Gegenwart einen Fall, der den Ermittler Nelson nicht schlafen lässt: Ein Kind ist in seinem Heim gestorben, die Mutter will von nichts wissen und es kommt noch dicker - bereits die ersten beiden Kinder der Frau sind auf mysteriöse Weise gestorben. Beide Teile der Geschichten bieten so viele Parallelen, dass es fast schon gruselig war, über die Fälle zu lesen und diese festzustellen. Genau das machte aber auch die Spannung aus, denn in dem Moment als sich die Autorin auf einen Erzählstrang konzentrierte, wollte man eigentlich gleichzeitig wissen, wie es beim anderen wohl weitergehen wird. Die Autorin schafft es geschickt neue Informationen und Hinweise zu geben, ohne damit zu viel zu verraten - auf die Lösung wäre ich dadurch schlussendlich wohl nie gekommen. Erst als der Protagonistin ein Einfall kam, dachte ich ebenfalls in die gleiche Richtung und musste feststellen, dass das total Sinn macht. Genau so muss ein Krimi aufgebaut sein, um ihn voller Spannung zu lesen.

Dabei blieben mir im Nachhinein besonders die Figuren im Sinn: Natürlich zunächst Ruth, da sie mir als Protagonistin wahnsinnig gut gefallen hat. Sie ist keine Frau, die sich den Mund verbieten lässt, gleichzeitig fordert sie aber auch nicht immer ihr Recht ein. Sie wirkt authentisch und dadurch sympathisch und denkt erst nach, bevor sie handelt. Das hat mir wirklich gut gefallen und dazu geführt, dass ich am liebsten noch viel mehr über sie herausgefunden hätte (was ich tun werde, denn es gibt ja noch fünf Teile vorher :D). Doch auch die anderen Charaktere haben ihren Teil zur Geschichte beigesteuert: Nelson als harter Ermittler, der gar nicht so hart ist oder Cathbad, der zwar nur aus der Ferne agiert, dessen Humor und Eigensinnigkeit aber die Geschichte dennoch aufgelockert hat. Außerdem hat es mir Frank angetan, dieser kommt extra in den kleinen Ort nach England, um gemeinsam mit Ruth die Geschichte von Mother Hook zu analysieren und diese für ein Fernsehprogramm aufzubereiten. Er ist sympathisch, intelligent, sexy und so ziemlich das, was man sich für Ruth wünscht.

Natürlich wurde mein Leseerlebnis etwas von der Tatsache getrübt, dass ich die persönliche Vorgeschichte der Figuren nicht kannte. Denn das Leben der Figuren findet natürlich neben den Fällen auch statt und ich habe deutlich gemerkt, dass ich all die persönlichen Geschichten teilweise nicht verstanden oder nicht so mitfühlen konnte, wie normalerweise, da ich einfach gar nicht so involviert war wie es andere Leser sein können, die die fünf vorherigen Bände bereits gelesen haben. Das hat jetzt gar nichts mit dem Fall zu tun, den versteht man auch ohne vorherigen Kenntnisse, sondern wirklich mit der Geschichte rund um das Ermittlerteam und Ruths Umfeld. Diese scheint entscheidend zu sein, da auch die Fälle anscheinend eine sehr persönliche Verbindung zu diesem haben. Ein Grund mehr, warum ich die ersten fünf Teile unbedingt lesen möchte.

Buchcover: © Wunderlich

Meine Meinung:
Insgesamt hatte ich wirklich schöne und kurzweilige Lesestunden mit der Geschichte. Die knapp 400 Seiten vergehen wie im Flug, die Autorin verarbeitet eine Geschichte mit Gänsehautfaktor und stellt den Leser teilweise vor richtige Aufgaben, schafft es dabei sogar, ihn über die Thematik reflektieren zu lassen und dabei geschichtliche Eindrücke zu vermitteln - großes Lob für die Fähigkeit, so viele Facetten in einem Buch zu präsentieren und das, ohne dass ein Teil unzureichend dargestellt wird. Empfehlen würde ich die Geschichte als Einzelband jedoch nicht, denn dafür sind die persönlichen Geschichten zu entscheidend - wer also Lust auf tolle Charaktere, spannende Fälle und eine wirklich durchdachte Geschichte hat, der sollte den Fällen von Ruth Galloway eine Chance geben. Von mir gibt es aber erstmal 4 Sterne und jetzt gucke ich doch gleich mal, wo ich die anderen Bände herbekomme (:

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