Buch-Rezension: "Sakura" von Kim Kestner #urlaubsbuch2017

© Arena Verlag
Titel: Sakura - Die Vollkommenen
Autorin: Kim Kestner
Verlag: Arena
Seiten: 408
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 6. Juni 2017
Preis: 16,99 €
ISBN-10: 3401603183
ISBN-13: 978-3401603186
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Klappentext laut Amazon:
Es ist die einzige Chance, die sie je haben wird: Als der Kaiser zur „Blüte“ aufruft, weiß Juri, was sie zu tun hat. Aber das Auswahlverfahren, bei dem am Ende nur die Vollkommenen einen Platz an der Oberfläche erhalten, ist hart und unbarmherzig - und Juri nicht makellos genug, um daran teilzunehmen. Trotzdem kann sie nichts davon abhalten. Die dunkle Höhle, in der sie ihr ganzes Leben verbringen musste, will sie um jeden Preis verlassen. Verkleidet als Junge, schmuggelt sie sich unter die Probanden. Doch ausgerechnet der Sohn des Kaisers wird auf sie aufmerksam. Hat er Juris Tarnung durchschaut? Oder spielt auch der Prinz ein doppeltes Spiel?

Meine Meinung:
Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt - Dankeschön, liebe Kim, für das Zusenden und unsere Freundschaft <3

Dieses Buch habe ich als erstes auf der Leipziger Buchmesse beim Verlagstermin vorgestellt bekommen und ich war sofort begeistert, denn die Geschichte erinnerte mich sofort an meinen Lieblings-Disney-Klassiker: "Mulan". Ein Mädchen, welches sich als Mann verkleidet, um die Zukunft seines Landes (oder alternativ des Schicksals) zu verändern und das Böse abzuwenden. Als ich dann bei der Lesung war und Kim Auszüge vorlas als auch über die Entstehung beim Bloggertreffen erzählte, war ich Feuer und Flamme und MUSSTE es einfach lesen. Dass ich es dann innerhalb von zwei Tagen las, obwohl es über 400 Seiten hat, spricht wohl für sich, oder?

Und gleich zu Anfang habe ich mal wieder festgestellt: Ich liebe einfach Kim's Schreibstil. Wie bereits bei "AnimA" fand sie eine gut Balance zwischen dem Erzählen der Handlung und dem Beschreiben der Empfindungen der Protagonistin. So entwickelt sich die Geschichte einerseits rasant weiter, andererseits entsteht sofort eine Verbindung zu Juri, die als Protagonistin durch ihre Vergangenheit emotional berührt und die gleichzeitig als starke, unabhängige Frau wirkt, die um ihre Schwächen weiß und diese trotzdem offen vor sich her trägt, weil diese sie zu der Person machen, die sie ist. Das könnte gar nicht so wirken, wenn Kim die Figur nicht so spektakulär präsentieren würde.

Darüber hinaus fand ich hier besonders den Aufbau als gelungen: Juri erlebt die Handlungen der Gegenwart sehr präsent, erzählt von ihren Eindrücken und Gefühlen und immer dann, wenn sie eine Person oder ein Gegenstand an ihre Kindheit erinnert, erzählt die Autorin über die Situation aus Juri's Kindheit, sodass die Handlungen miteinander verbunden sind und deren Effekte aufeinander offensichtlich aufgezeigt werden. Ein kluges literarisches Mittel, um eine kongruente Geschichte zu erzählen, die insgesamt sehr rund wirkt und verschiedene Facetten zeigt, die sich aufeinander beziehen und aufbauen. Doch nicht nur die Kindheit von Juri spielt eine Rolle: Ständiges Thema ist auch den Mut zu haben, über seinen eigenen Tellerrand zu gucken. Denn Juri denkt zunächst, ihr Schicksal wäre das schlimmste von allen, doch schnell lernt sie, dass auch andere im System leiden und sich ebenso sehr ein neues Leben wünschen wie Juri. Diese Thematik wird durch Figuren deutlich, deren Schicksal ebenso emotional beschrieben wird, wie das von Juri und die einem als Leser mindestens genauso berühren.

Besonders hervorheben möchte ich hier eine weitere Hauptfigur: Dom. Zunächst war dieser mir wirklich suspekt, allerdings entwickelt auch er sich in unvorhersehbare Richtungen und Kim zeigt anhand dieser Figur, wie man bestimmte Thematiken zwar nur ganz nebenbei, aber mit großem Effekt beschreiben und verarbeiten kann. Und das scheint Kim überhaupt gelungen zu sein: Jede Figur hat seine Berechtigung, seinen eigenen Kampf, den er oder sie austragen muss und jedes ihrer Schicksale führt dazu, dass die Geschichte weitergetrieben wird und sich entwickelt. Genau DAS fand ich spannend zu verfolgen und hat mich, als ich es irgendwann erkannt habe, völlig begeistert, denn ich mochte irgendwann wirklich jede Person - auch wenn sie nicht ganz so großartige Dinge vollbracht hat, war sie doch für die Ereignisse, die darauf gefolgt sind, wichtig.

Buch-Cover: © Arena Verlag,
bis auf "Todesmarsch" und "Den Mund voll ungesagter Dinge": © Heyne (fliegt)


Mein Fazit:
Natürlich lag es nahe, dass ich die beiden Werke "AnimA" und "Sakura" von Kim Kestner im Vergleich sehe, da ich sie so kurz hintereinander gelesen habe. Schlussendlich waren aber beide Geschichten so einzigartig und verschieden, dass ich gar nicht sagen kann, welches Buch mir denn nun besser gefallen hat. Für "Sakura" sprechen die wirklich grandiosen Figuren, die sehr interessant gestaltete Handlung und eine Welt, die mit anderen berühmten dystopischen Welten zu tausend Prozent mithalten kann. Deshalb fällt es mir auch ganz leicht, diesem Jugendbuch fünf Sterne zu vergeben, denn alles unten drunter wäre für mich nicht ausreichend genug. Schade, dass kein Folgeband geplant ist, ich hätte gerne noch gewusst, wie die Zukunft von Juri und ihren Freunden aussieht. Allerdings kann ich mich auch so mit dem Schluss anfreunden, ist er doch ein wirklich tolles Zeichen für Frauen jeglichen Alters - warum, das müsst ihr schon selbst herausfinden ;-)

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Kommentare:

  1. Hi Lenny,

    ich kann deine Argumente bezüglich Sakura, als auch AnimA absolut unterschreiben. Die Geschichten sind einfach nur großartig und man sollte sie gelesen haben. Darüber hinaus ist Kim eine sehr liebe und sympathische Person mit der man sich sehr gut unterhalten kann. Und bezüglich des Schreibstils erkennt man sie in ihren Storys ebenfalls wieder.

    Gruß Uwe

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    1. Hi Uwe,

      Das freut mich, dass du da genauso drüber denkst (: Ja, der Schreibstil ist wirklich einzigartig!

      Grüße!

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