Buch-Rezension: "AnimA" von Kim Kestner #urlaubsbuch2017

© Arena Verlag
Titel: AnimA - Schwarze Seele, weisses Herz
Autorin: Kim Kestner
Verlag: Arena
Seiten: 480
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 10. Februar 2016
Preis: 18,99 €
ISBN-10: 3401602527
ISBN-13: 978-3401602523
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Klappentext laut Amazon:
Für Abby ist es die schönste Zeit des Jahres! Jeden Sommer verbringt sie mit ihrer Familie die Ferien im Nationalpark Acadia. Doch diesmal wird die Idylle überschattet: Der zur Unterhaltung engagierte Magier Juspinn fasziniert die Feriengäste nicht nur mit seiner Show - er scheint sie zu manipulieren. Mit Schrecken muss Abby feststellen, wie sich ihre Familie und Freunde mehr und mehr zum Schlechten verändern. Besonders ihre Schwester Virginia ist auf einmal wie von Sinnen. Abby selbst spürt nicht nur die Anziehungskraft des Fremden, sondern auch die Gefahr, die von ihm ausgeht. Juspinn scheint auf der Suche zu sein, nach etwas, das nur sie ihm geben kann.
Die Geschichte einer undenkbaren Liebe im Kampf gegen die größten Mächte der Welt.

Meine Meinung:
Ach, diese Autorin hat mein Herz gestohlen. Persönlich, beruflich, literarisch, künstlerisch und auf jedem anderen Weg auch. Ich durfte Kim auf der Leipziger Buchmesse 2017 kennenlernen und wir haben uns sofort prima verstanden. Ganz klar also, dass ich unbedingt ihre Bücher lesen wollte und mir aus diesem Grund auch zwei ihrer Werke in meinen Urlaub mitgenommen habe: Dieses hier und ihr neustes Werk "Sakura" (zu welchem es ebenfalls eine Rezension geben wird). Jedoch fing ich mit "AnimA" an, denn das Cover lachte mich bereits seit Monaten an und ich wollte unbedingt wissen, ob mir der Inhalt ebenso gefallen würde wie das Äußere. Möglicherweise ein schwarzes Cover mit einem weißen Herz? Das galt es herauszufinden.

Den Klappentext habe ich euch ja wie immer schon vorne dran gestellt, deshalb muss ich eigentlich gar nicht mehr so viel sagen: Abby ist im Urlaub in einem Nationalpark und freut sich eigentlich auf einen ruhigen Sommer mit ihren Freundinnen, ihrer sehr entspannten Familie und ihrer nervigen Schwester. Doch plötzlich steht da Juspinn und mit seiner Ankunft wird alles anders: Aus ihrem ruhigen Vater, der sie immer dazu auffordert alles und jeden zu hinterfragen, wird plötzlich ein Radikalist der Bibel, aus ihrer treuen Mutter eine betrügende alte Frau und ihre Schwester scheint sie noch mehr als je zu hassen. Schnell findet Abby heraus, dass hinter Juspinns Verhalten dunkle Mächte stecken, die auch sie verändern könnten - allerdings kann sie einfach nicht die Finger von ihm lassen, beeindruckt er sie doch nicht nur oberflächlich, sondern geht ihr geradewegs durch die Haut.

Eigentlich bietet das Buch alles, was man von einem Jugendbuch erwartet: Liebe, Fantasie, dunkle Mächte und dramatische Familienverhältnisse. Dabei steckt hinter diesen offensichtlich jugendbuchartigen Themen, noch ganz viel mehr: Geschickt thematisiert Kim nämlich gesellschaftlich relevante Themen wie in etwa den Glauben, die christliche Weltanschauung, das Prinzip von Moral, unterschiedliche Wertevorstellungen und den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Alles wirklich komplexe Themen, die allerdings im Jugendbuchgewand wirklich gut erklärt und durchgenommen werden, sodass der Leser ganz automatisch Fragen stellt, die er beantwortet haben möchte, wodurch eine wahre Reflexion der eigenen Werte, Vorstellungen und Einstellungen passiert - was für Leser jeglichen Alters eine großartige Möglichkeit darstellt, mit sich selbst, aber auch mit anderen darüber zu sprechen.

Diese Abhandlung wird durch ein perfektes Setting ergänzt: Anfangs befindet man sich auf einer Ferienanlage, die mich persönlich total an Dirty Dancing erinnert hat: Ferienhäuser, Seen, Wälder und ganz viel Animation für Groß und Klein - klingt schon sehr stark nach DEM Tanzfilm schlechthin, oder? Und genau diese Assoziation führte dazu, dass ich mich sofort wohl fühlte und das Gefühl hatte, selbst schon tausend Mal in diesem Nationalpark gewesen zu sein. Gut, es kommt noch ein indianischer Stamm hinzu, allerdings führte das noch einmal mehr dazu, dass ich interessiert aufhorchte, schließlich finde ich solche Figuren mit einem völlig anderen kulturellen Hintergrund immer total interessant. Dass diese dann einen nicht unwichtigen Teil zur Geschichte beitrugen, war dann quasi das Tüpfelchen auf dem i. Doch bei diesem Setting blieb es nicht: Im zweiten Teil der Geschichte geht es nämlich auf Reisen und ohne zu viel vom Inhalt zu verraten, kann ich sagen, dass genau dieser Aspekt sehr, sehr gut zur Handlung passte. Anfangs geht es nämlich stark um Abby, ihren Hintergrund und Alltag, bis dann irgendwann Juspinn kommt und ihr Leben auf dem Kopf stellt - was dazu führt, dass sich Abby verändern muss. Und genau das kann sie gar nicht im Nationalpark, denn dafür ist sie dort schon viel zu fest gefahren. Da passte ein Szenenwechsel sehr gut, denn erst dieser brachte frischen Wind in die Handlung. Sehr gut geplotet, Frau Kestner (:

Schlussendlich gab es allerdings neben der Geschichte und dem Setting noch einen anderen großen Pluspunkt: Kims Schreibstil. Dieser hält nämlich die perfekte Balance zwischen dem Beschreiben der Handlung, den Erläuterungen der oben angesprochenen Themen und dem Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistin. So erhält man ein absolut rundes Bild gepaart mit passenden Wendungen und einer Sprache, die leicht verständlich und dennoch anspruchsvoll ist. Somit konnte ich mich vollkommen in die Geschichte fallen lassen, da ich nach 20 Seiten wusste: Kim setzt mir alles vor, präsentiert es perfekt und lässt es mich mundgerecht verarbeiten. Das nenne ich mal Vertrauen zum Leser aufbauen!

Buch-Cover: © Arena Verlag,
bis auf "Todesmarsch" und "Den Mund voll ungesagter Dinge": © Heyne (fliegt)
Mein Fazit:
Ich hatte wirklich großartige Lesestunden mit "AnimA". Für mich bietet das Buch Spannung, nicht nur was die eigentliche Handlung angeht, sondern besonders auch aufgrund der angesprochenen Themen und der Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird. Kim nimmt die Leser mit auf eine Reise, in der sich nicht nur die Figuren verändern, sondern besonders auch der Leser zum Nachdenken animiert wird und teilweise mit den Figuren wachsen kann. Eine solche Verschmelzung der Hauptpersonen im Leseprozess ist einfach wunderbar und geht einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf. Letztendlich hätte das Buch für mich sogar noch 100 Seiten länger sein dürfen, denn am Ende ging es mir sogar etwas zu schnell. Das ändert aber nichts an meinem positiven Eindruck und den fünf Sternen, die ich ohne schlechtes Gewissen vergeben kann. Wer also nach einem Jugendbuch sucht, dass wichtige Themen der Gesellschaft anspricht und gleichzeitig genretypisch unterhalten werden möchte, der muss einfach zugreifen!

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