Buch-Rezension: "Caraval" von Stephanie Garber

© ivi Verlag
Titel: Caraval
Autorin: Stephanie Garber
Verlag: ivi
Seiten: 400
Ausgabe: Broschiert
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 20. März 2017
Preis: 14,99 €
ISBN-10: 3492704166
ISBN-13: 978-3492704168
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Klappentext laut Amazon:
Scarlett Dragna fürchtet sich vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. Sie träumt davon, ihrem Dasein zu entfliehen und Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. Doch ihr Wunsch erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zu Caraval ermöglichen. Aber ist Caraval wirklich das, was Scarlett sich erhofft hat? Sobald das Spiel beginnt, kommen Scarlett Zweifel. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt ...

Meine Meinung:
Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - ein herzliches Dankeschön dafür (:


Ich hatte "Caraval" gefühlt auf jeder Blog-Facebookseite gesehen und nur begeisterte Kommentare gelesen. Ich war total angefixt und wollte wissen, was es mit diesem Spiel auf sich hat. Ich erwartete eine bunte Zirkuswelt mit Magie, Spannung, Abenteuer und einem Hauch Wunderland - und all das habe ich bekommen, gepaart mit Figuren, die im Gedächtnis bleiben und einen nicht mehr loslassen. Zusätzlich gab es einen interessanten Schreibstil und einen sehr spannenden Aufbau - doch dazu später mehr.

Scarlett könnte es eigentlich nicht schwerer haben: Ihr Vater ist der grausamste Mann, den sie und ihre Schwester kennen. Er bestraft die beiden Schwestern für die Missetaten der jeweils Anderen. Scarlett akzeptiert ihr Schicksal und tut alles dafür, um sich und ihre Schwester Tella zu beschützen. Doch alles ändert sich als sie eine Einladung für das Spiel in Caraval bekommt - denn aufgrund ihrer wagemutigen Schwester gelangt sie auf die Insel, auf der alles Fantasie und nichts real ist.... oder etwa doch? Schon bald erwischt sich Scarlett dabei, wie sie zwischen Realität und Fiktion nicht mehr unterscheiden kann und verliert sich im Spiel. Kann sie die Geheimnisse von Caravel auf die Schliche kommen und sich und ihre Schwester retten?

Anfangs dachte ich ja, ich wüsste total Bescheid: Scarlett ist die ältere Schwester, die immer zuerst an alle Anderen denkt, bevor sie mal an sich denkt. Tella, die jüngere Schwester, die sich in alle Hand Schwierigkeiten begibt und Julian, der rebellierende Pirat, in den sich zwangsweise eine der beiden Schwestern verlieben muss. Und so erwartete ich die typische Geschichte, die man ebenso schnell durchsteigt und die dann nur noch überzeugt, weil die Figuren spannend oder die Geschichte schön erzählt wird. Doch es kam anders: Spätestens im Spiel merkte ich: Nichts ist vorhersehbar, nichts ist so wie es im ersten Moment scheint und nichts endet so, wie es anfängt. Der Leser erlebt das Spiel nicht nur von außen, sondern erfährt durch die Augen von Scarlett das Spiel selbst hautnah und hat dadurch das Gefühl, sich mittendrin zu befinden. Man nimmt die Story so nicht einfach nur war, sondern erlebt mit - ein großer Pluspunkt, was dazu geführt hat, dass ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte.

Zudem präsentiert die Geschichte Figuren, die sehr eigen sind und dadurch sympathisch wirken. Scarlett mag am Anfang etwas langweilig wirken, doch sie legt im Laufe der Geschichte die größte Entwicklung hin und schöpft aus ihrem Potenzial das meiste heraus. Das beeindruckte mich als Leser sehr und führte dazu, dass ich gerne mit ihr das Spiel erlebt habe. Dieses wäre nicht so intensiv gewesen, wenn man eine Figur begleitet hätte, die alles sofort durchstiegen hätte. Eigentlich war mir ja Scarletts Schwester Tella sympathischer: Rebellisch, individuell und total authentisch präsentierte sich die jüngere der beiden viel besser, sodass man sich gewünscht hätte, von ihr mehr mitzubekommen. Dennoch merkt man auch hier eine Entwicklung, zu der ich nicht mehr verraten möchte, denn dann würde ich zu viel preisgeben.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, dennoch gefällt mir besonders die bildhafte Sprache der Autorin, die sehr gut zu der Stimmung des Buches passt. Man fühlt sich in eine andere Welt versetzt, die man eigentlich nur aus einem bunten Zirkus kennt, was es dem Leser schwer macht zu bedenken, dass das Spiel eben nicht nur Fiktion ist. Eine sehr spannende Mischung, die einen auch irgendwie auf ein kleine psychologische Reise schickt, denn irgendwann weiß man dadurch nicht mehr, was real ist und was nicht und wem man vertrauen kann und wem eben nicht. Ich persönlich liebe es ja, wenn mich Autoren offensichtlich in der Hand haben - Frau Garber hatte das definitiv.

Cover: © ivi Verlag

Mein Fazit:
Die zauberhafte Welt von Alice im Wunderland trifft auf radikale Spiele, die wir bereits von vielen Dystopien kennen. "Caraval" begeistert mit dieser Kombination, einer großartig erzählten Geschichte und Charakteren, die innerhalb der Geschichte über sich hinaus wachsen. Das Buch ist eine verrückte Reise, die spannender und faszinierender nicht sein könnte und die genau das bietet, was es verspricht: Die Teilnahme an einem Spiel, von dem man die Regeln nicht kennt und welches auch nach Absolvieren noch tausend Fragezeichen offen lässt - vielleicht sogar so viele, dass ich mir durchaus einen 2. Band vorstellen könnte und vielleicht sogar die Ausweitung auf eine Trilogie? Ich fände das ganz, ganz großes Kino - Apropos Kino, ebenso gerne dürfte die Geschichte verfilmt werden. Dankeschön! Dafür gibt es von mir die volle Punktzahl und eine dringende Empfehlung für all jene, die auf dystopische Geschichten mit einem Hauch Wunderland stehen. Lasset die Spiele beginnen!

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