#LIVE-Leseeindruck: "Brausepulverherz" von Leonie Lastella

Herzlich Willkommen zu einem neuen Leseeindruck (:
Schon lange gab es keinen solchen Beitrag mehr und ich habe wieder total Lust auf diese Art von Post. Perfekt also, dass ein Debütroman einer Autorin aus dem FISCHER-Verlag erscheint, welches mir durch effektive Werbung des Verlags aufgefallen ist :D Vor einigen Monaten erreichte nämlich eine Leseprobe nicht nur mich, sondern auch andere Blogger. In dieser Leseprobe gab es nicht nur einen Ausschnitt aus dem Buch "Brausepulverherz" zu lesen, es wurde auch die Autorin Leonie Lastelle vorgestellt, die einige Fragen zu ihrem Roman beantwortete. Ich war vom Cover entzückt, von dem kleinen Auszug begeistert und fragte den Roman an - und so landete er letzte Woche bei mir Zuhause (Danke, lieber FISCHER-Verlag) und wartet seitdem bei mir, um verschlungen zu werden.



© FISCHER-Verlag

Wie bereits geschrieben ist es der Debütroman von Leonie Laestella, die in dem Roman ihre eigene Liebesgeschichte zu verarbeiten scheint: Sie selbst lernte nämlich im Italien-Urlaub ihren heutigen Mann kennen und aus einem harmlosen Sommerflirt wurde die ganz große Liebe - ich schmelze gleich dahin, so wunderschön romantisch ist das. Sie wirkt jung, frisch, lebensfroh und total quirlig, weshalb ich wirklich gespannt bin, ob man diese Charakterzüge auch im Roman durchblitzen sieht und wie realitätsnah sie die Geschichte rund um Jiara erzählt. Apropos Jiara, ihr wollt ja wissen, um was es geht - hier also der Klappentext laut Amazon:

Wenn das Herz kribbelt und bitzelt, wie Brausepulver auf der Zunge …

Brausepulverherz von Leonie Lastella ist der perfekte Roman für alle, die zwischen Sommer und Ferien, zwischen Zuhause und Woanders, zwischen aufgedreht und gechillt, zwischen verknallt und entliebt die ganz große Liebe suchen.

Jiara lebt eigentlich in Hamburg, jobbt aber den Sommer über in einer Trattoria an der italienischen Riviera. Ihr ansonsten so strukturiertes Leben steht Kopf, als sie Milo trifft. Na ja, von einem „Treffen“ kann hier nicht die Rede sein, eher von einer Explosion, einem Tsunami, einem Feuerwerk. 
Nein, Letzeres wäre dann doch zu kitschig.
Sofort ist da dieses Knistern und Kribbeln. Nur manchmal fühlt es sich eher an wie viele kleine Stromschläge 
– so grundverschieden sind die beiden. Und eigentlich darf das alles nicht sein: Jiara hat einen Freund, ein Leben und eine Zukunft in Hamburg – oder?

Ein wunderbarer Roman über die große Liebe, die Welt aus den Angeln hebt!


Cover + Leseprobe: © FISCHER-Verlag
Dieser Beitrag ist SPOILERFREI!
Ich werde die Handlung der ersten Seiten nur kurz wiedergeben, ihr braucht also keine Angst haben, dass ich euch zu viel verrate (:

Etappe 1: S. 7 bis 104
So, gestern Abend (am 27. April 2017) habe ich dann mit dem Roman angefangen und war erstmal von dem italienischen Ambiente mehr als begeistert - man fühlt sich wirklich wie im Urlaub auf Italien, zumindest so, wie ich mir das vorstelle, denn selbst war ich leider noch nie in dem Land. Man merkt den Ausführungen an, dass die Autorin eine tiefe Verbindung zu dem Land hat und es mit all seinen bunten Facetten kennt! Doch nicht nur in den Beschreibungen des Landes merkt man die Vertrautheit, auch die italienische Lebenseinstellung, das Dolce Vita, kommt total durch und wirkt sich auf mich sehr entspannend aus - ein bisschen wie im Sommerurlaub.

Inhaltlich lernen wir Jiara kennen, die bei ihrem Freund aus Kindheitstagen Dario jobbt und zwar in dessen Trattoria. Jiara liebt die Stimmung und Hektik dort und genießt ihr Traumleben in der italienischen Mittelmeerstadt. Unverhofft besucht Milo seinen besten Freund Dario und Jiara und er stoßen das erste Mal aufeinander - dabei knistertet es gewaltig. Doch eigentlich geht das ja gar nicht, denn Jiara liebt doch ihren langjährigen Freund Jonas und hat mit ihm ein geregeltes Leben in Hamburg. Sie entschließt sich Milo gekonnt zu ignorieren, scheitert aber jedes Mal wieder daran, denn die beiden fühlen sich sofort zueinander hingezogen.

Eigentlich wollte ich ja schon nach 50 Seiten einen Eindruck schildern, leider passierte bis dahin sehr wenig, weshalb ich dann doch noch 50 Seiten mehr las. Ich hatte einige Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden, denn ich finde jetzt nicht unbedingt, dass das Knistern zwischen Jiara und Milo so deutlich rüber kommt. Vielleicht liegt es daran, dass ich gerade einen New Adult-Roman beendet habe und dahingehend mehr erwarte, aber die anfängliche Verliebtheit ging bei mir jetzt irgendwie etwas vorbei. Das kann aber auch daran liegen, dass sich die beiden Figuren gar nicht eingestehen wollen, dass sie sich gut finden: Jiara hat ja ihren Freund und Milo will eigentlich nur Musik machen und sucht sich Frauen mit geringer Halbwertszeit. Hier erwarte ich jetzt noch mehr Druck, mehr Geschehnisse und mehr Gefühl.

Schön finde ich allerdings die Thematisierung der Gespaltenheit der Protagonistin. Jiara hat in Hamburg all das, was man gemeinhin als "gutes Leben" bezeichnen würde: Sie studiert Psychologie, hat einen gutaussehenden, süßen, erfolgreichen Freund und eine Familie, die sie in allen Lebenslagen unterstützt. Allerdings scheint sie in diesem Umfeld nicht wirklich glücklich zu sein - nur wenn sie in Italien in der Trattoria jobbt, merkt sie, dass ihr Herz fröhlich und ausgelassen im Takt schlägt und ihr Bauch kribbelt. Jiara fragt sich ständig, welche Richtung sie denn nun einschlagen soll: Den, den ihr ihre Familie und Freunde raten oder den, den das Herz ihr vorgibt? Diese Überlegungen sind sehr schön eingearbeitet und für mich die spannenden Stellen des Romans, wo mit der Liebesgeschichte etwas gebrochen wird und es mehr um die Selbstfindung von Jiara geht, als um die romantische Liebe. Ich bin gespannt, wie damit weitergearbeitet wird und ob die Autorin es schafft diese Selbstfindung harmonisch mit der Liebesgeschichte zu harmonieren. Die Chance dies zu tun hat sie auf den nächsten knapp 400 Seiten.

Etappe 2: S. 105 bis 208
So, weiter geht's mit der Geschichte, bis jetzt halte ich meine Tagesziele durch und lese tatsächlich mal mehr, mal weniger als 100 Seiten. Nach den ersten Seiten war ich ja noch etwas skeptisch, ob mich die Geschichte gänzlich abholen kann, aber bereits nach weiteren 30 Seiten war ich total drinnen und von der Entwicklung der Geschichte sehr angetan. Natürlich verrate ich nichts mehr zur Geschichte, dafür bin ich schon viel zu fortgeschritten, allerdings kann ich so viel verraten: Ab Seite 100 wird ein Problem dargestellt, was bereits vorher oberflächlich thematisiert, aber nicht richtig verfolgt wurde. Dies geschieht nun und hier lese ich dann schon motivierter und gespannter, denn ich will wissen, wie unsere Protagonistin Jiara damit klar kommt und dieses bewältigt. Wie sie das tut gefällt mir dann wieder sehr gut, weshalb ich gerne dran bleibe.

Noch etwas holprig empfinde ich dagegen die Liebesgeschichte zwischen Jiara und Milo. Es gibt Stellen, da will die Autorin Witz reinbringen und die Zickereien zwischen den beiden so darstellen, dass sie schnippisch und ironisch wirken, aber so richtig zündet das bei mir leider nicht. Ich grinse ab und an vor mich hin, aber lache jetzt nicht wirklich über die Situationen. Und dann gibt es da Stellen, die sollen wohl romantisch und/oder sexy sein, sie lösen aber bei mir kein Glühen oder Mitfiebern aus. Da sind zwei Menschen, die flirten, streiten, verlieben sich und lernen sich gerade erst kennen - aber so richtig Funken tut es noch nicht. Schade, denn das soll ja das Markante an dem Roman sein. Dennoch möchte ich die beiden Figuren noch nicht gänzlich aufgeben, ich habe das Gefühl, sie brauchen lediglich etwas Zeit, um zueinander und dann auch harmonisch miteinander zu sein. Zumindest hoffe ich das.

Doch kommen wir weg von der Geschichte und den Charakteren und hin zu dem Schreibstil: Dieser ist sehr locker-flockig gehalten und liest sich deshalb auch sehr gut. Ab und an ist mir die Beschreibung ein wenig zu detailliert, aber an einigen Stellen macht gerade das die Magie aus, die die Autorin durchaus vermittelt. Allein die Beschreibung des italienischen Flairs in Finale zeigt dies sehr schön, weshalb ich gar nicht zu kritisch heran gehen möchte.
Bis jetzt lese ich also ziemlich gerne, auch wenn ich jetzt (noch) nicht total geflasht bin. Die Geschichte ist süß, die Charaktere sympathisch und der Schreibstil flüssig. Manchmal braucht es nicht mehr, um zu gefallen.

Cover: © Fischer Verlag
Etappe 3: S. 209 bis 304
So schnell kann's gehen und aus einer ganz netten Geschichte wird eine mit ganz viel Herzrasen! Auf den zurückliegenden hundert Seiten ist so viel passiert, dass es sich anfühlt wie ein ganzes Buch dazwischen und nicht wie "nur" 1/5 davon. Aus einem Italoroman wird in diesem Teil eine Art Roadtrip-Buch, dass Spaß macht und bei dem die Autorin ihr Beschreibungstalent, was Städte und Landschaften angeht, vollkommen ausleben kann. Ich fühle mich hier total wohl und hätte diesen Teil der Geschichte für sehr viel länger lesen können. Das war der Moment im Buch, in dem sich mein Eindruck so gänzlich geändert hat und ich mich abgeholt fühlte. Plötzlich und ohne Vorwarnung, einfach nur aufgrund der Tatsache, dass die Geschichte Dynamik bekam und spannende Teile aus der Vergangenheit der beiden Protagonisten ans Tageslicht kamen. Diese machten manche Haltungen, Einstellungen und Gefühle nachvollziehbarer und brauchte mir - besonders Milo - näher.

Und eine weitere sehr positive Entwicklung: ENDLICH spüre ich das Feuer zwischen Jiara und Milo! Die Autorin hat es geschafft, das Ruder rumzureißen und die Beziehung der beiden so aufzubauen, dass man einerseits emotional mitfiebert und andererseits besorgt in die Zukunft blickt, weil man sich nicht sicher ist, wie es weitergehen könnte. Teilweise hatte ich übrigens erneut eine New Adult-Assoziation, denn wie über Zärtlichkeiten gesprochen wird, hat total etwas von diesem Genre. Da ich Fan dieser Art von Büchern bin, gefällt mir der Einschlag ganz gut und trägt zu dem positiven Eindruck, den ich in dieser Etappe hatte, bei.

Was ich total vergessen habe zu beschreiben, ist der Aufbau des Romans: Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Jiara erzählt und in der Ich-Form präsentiert. Jedoch gibt es auch Kapitel, in denen man die Geschichte aus der Perspektive von Milo erzählt bekommt, was zu einer gewissen Abwechslung führt und auch einige Handlungen noch einmal verständlicher macht. Besonders ist das der Fall, wenn man Teile aus seiner Vergangenheit erfährt, die dann seine jetzige Einstellung oder gewisse Taten erklären. Hier merkt man, was für Folgen diese ungeklärten Dinge aus der Vergangenheit haben und welche Einfluss sie auf die Gegenwart ausüben. Dieses Thema ist daher literarisch perfekt umgesetzt! Seine Kapitel sind meist etwas kürzer, weshalb sie wie kleine Einschübe wirken, was mir total gut gefällt, eben weil sie die Geschichte auflockern. Der Aufbau ist also top und literarisch rund.

Etappe 4: S. 305 bis 409
So, in den letzten zwei Tagen hatte ich überhaupt nicht gelesen (bis auf "Wir stolpern nicht über Berge" zwischendurch), denn irgendwie komme ich daheim selten zum Lesen, besonders an Sonntagen oder Feiertagen - da gibt es nämlich Quality-Time mit meinem Freund :D Wie dem auch sei, am Dienstag stieg ich dann wieder in die Geschichte ein und war ziemlich angetan, denn es entwickelte sich alles in eine komplett neue Richtung, mit der ich gar nicht gerechnet hätte. Und hier gilt mein Respekt der Autorin gegenüber, denn sie bedient überhaupt keine Klischees und macht aus der Geschichte ihr ganz persönliches Ding. Das ist unterhaltend und führt zu vielen kleinen bis großen Überraschungen in der Storyline.

Ab der Hälfte der 4. Etappe wurde es mir dann aber wieder zu unpassend, fast schon falsch. Jiara macht eine Entwicklung durch, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann und auch nicht für gut heiße. Gut, ein Leser muss sowas aushalten, schließlich sorgen diese Momente für Spannung. Aber in diesem Fall ist es irgendwie anders: Ich verstehe die Gedankengänge nicht und habe das Gefühl, die Figur macht es sich einfach nur extrem leicht. Und eine solche Einstellung muss ich dann nicht aushalten, die darf ich kritisieren. Dies führt dazu, dass ich ab und an abschweife und mich immer wieder ermahnen muss, konzentriert zu lesen und die Ausschweifungen der Autorin wirklich genau durchzugehen. Denn: An dieser Stelle zieht sich der Roman etwas für mich. Nicht nur die Handlung ist damit gemeint, sondern besonders die Beschreibungen von Gefühlen und Gedanken. Zu viel, zu wirr und viel zu zufällig. Das hat für mich leider keinen Konsens oder roten Faden. Insgesamt verliert sich die Autorin in ihrer Geschichte etwas, man kann zu diesem Zeitpunkt nur hoffen, dass sie sich im letzten Fünftel wieder fängt.

Ich erlebe hier wirklich ein auf und ab der Gefühle und überlege mir die ganze Zeit, was für eine Bewertung ich am Ende wohl abgeben werde. Mir gefällt die Grundidee wirklich sehr, die Protagonistin sowie Milo und Dario haben mir es wirklich angetan und das Setting in Italien bereitet Urlaubsfeeling pur! Allerdings bin ich mit der Entwicklung der Protagonistin nicht einverstanden und auch der Schreibstil ist mir an manchen Stellen zu ausschweifend und von der eigentlichen Sache ablenkend. Ich denke, dass man mein gemischtes Gefühl auch sehr gut durch diesen Leseeindruck erlebt. Mal bin ich ganz zufrieden, dann total euphorisch, um im nächsten Moment wieder eher enttäuscht zu sein - wo soll das nur enden? Doch ich lasse mich nicht entmutigen und freue mich dennoch auf die letzten knapp 100 Seiten - vielleicht überzeugt mich die Autorin ja doch noch mal und schafft so zumindest einen zufriedenstellenden Ausgang.

Etappe 5: S. 410 bis 496
So, es ist 22 Uhr an einem Mittwoch Abend und ich bin durch! Was war das nur für ein Kampf auf den letzten knapp 100 Seiten? Leider hat mich die Geschichte am Ende etwas verloren, denn irgendwann wollte ich einfach nur, dass diese endet. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich die letzten 100 Seiten gestrichen. Denn diese veränderten jetzt nicht noch einmal den ganzen Plot oder haben diesen unglaublich nach vorne gebracht. Im Gegenteil: Im Prinzip wusste man schon wie das Ganze enden wird und las deshalb mit wenig Konzentration weiter. Schade, denn ganz so schlimm war mein Eindruck eigentlich nicht. Aber die letzten 100 Seiten waren für mich kein guter Abschluss. Jiara entwickelt sich hier wieder total zurück und trifft dauernd Entscheidungen, die man als Leser sofort als falsch einordnet. Das Gefühl, was ich bereits in der dritten Etappe beschrieben habe, setzt sich hier fort und ich möchte es eigentlich nicht aushalten. Mich ließ nie ganz das Gefühl los, dass man hier nur deshalb die Geschichte weiterschrieb, weil man eine gewisse Seitenanzahl erreichen wollte.

Dennoch muss ich mich wieder auf den Gesamteindruck konzentrieren und hier ist es dann schon wieder besser: Sympathische Figuren, ein großartiges Setting und eine wirklich sehr große Entwicklung der Protagonisten (wenn auch manchmal in merkwürdige Richtungen). Ganz so schlimm wie mein Eindruck nach den letzten Seiten ist es also nicht. Doch das werde ich dann in meiner finalen Rezension dazu erläutern. Ich bedanke mich fürs Mitlesen und wünsche euch, falls ihr euch entschließt "Brausepulverherz" eine Chance zu geben, ganz viel Spaß damit!

Bis bald,

Benni (:
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