Buch-Rezension: "Glimmernächte" von Beatrix Gurian

© Arena Verlag
Titel: Glimmernächte
Autorin: Beatrix Gurian
Verlag: Arena
Seiten: 382
Ausgabe: Gebunden
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 4. Juli 2016
ISBN-10: 3401602160
ISBN-13: 978-3401602165
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Klappentext laut Amazon:
Ein Glimmen in der Nacht,ein Geheimnis hinter Masken,eine Liebe, die alles überwindet.
Durch die Heirat ihrer Mutter mit dem Grafen Frederik von Raben zieht Pippa in ein prächtiges Schloss nach Dänemark. Doch ihre neue Familie birgt ein Geheimnis, das immer mehr Besitz von Pippa ergreift. Seltsame Dinge geschehen und bald weiß sie nicht mehr, was real ist und was nicht. Bei einem Ball begegnet Pippa ihrem verwirrend attraktiven Stiefbruder Niels. Beide kommen sich schnell näher, doch auch Niels scheint nicht ganz ehrlich zu sein. Als Pippa klar wird, welche Mächte in Schloss Ravensholm lauern, muss sie alles aufs Spiel setzen, um die zu retten, die sie liebt ...


Meine Meinung:
Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - dafür ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle (:


Dieses Buch war auf meiner Facebook-Chronik so oft präsent, dass ich einfach wissen musste, wie es ist. Denn sowohl in diversen Buchgruppen als auch bei Bloggerkollegen tauchte das Cover so oft auf, dass man quasi gar nicht drum rum kam, sich das näher anzusehen. Und so wanderte das Buch nach Anfrage zu mir und wurde in der vergangenen Woche dann prompt gelesen - passend zur Veröffentlichung des zweiten Teils dieser Reihe (die aber unabhängig voneinander unterschiedliche Geschichten erzählen), "Sommernachtsfunkeln". Warum ich die Geschichte für magisch halte und ob ich den angesprochenen zweiten Teil auch lesen werde, erfahrt ihr jetzt.

Pippa lebt den Traum, den viele Mädchen haben: Sie darf in ein großes Schloss ziehen, schöne Kleider tragen und sich so ziemlich alles anschaffen, was sie möchte, denn der neue Ehemann ihrer Mutter ist Graf und lebt auf Schloss Ravensholm. Doch für Pippa ist das Ganze gar kein richtiger Traum, denn eigentlich würde sie nichts lieber tun, als in ihrer Heimatstadt Berlin zu bleiben. Für sie ist das Schloss in Dänemark der totale Albtraum, hinzu kommt noch, dass sie ihren Stiefvater richtig gruselig findet. Und diese ersten Gefühle entpuppen sich schon nach kurzer Zeit als Vorbote grausamer Machenschaften auf Schloss Ravensholm. Bei all den Erlebnissen hat sie nur noch einen Hoffnungsschimmer: Ihren Stiefbruder Niels, der sie so anzieht, wie kein anderer Junge vorher. Doch dieser ist doch verrückt.... oder?

Die Geschichte bietet allerlei Erzählstränge, die eine ganze Zeit lang parallel laufen und schlussendlich doch zusammengeführt werden. So macht es von Anfang an richtig Spaß, das Buch zu lesen und sich in die Abenteuer von Pippa zu stürzen. Es passieren so viele unterschiedliche Dinge, die alle Fragen aufwerfen, dass man das Buch schlecht aus der Hand legen kann und unbedingt hinter die Geheimnisse des Grafen und seiner Familie kommen möchte. Die Autorin schafft es aber, die Auflösung wirklich erst ganz zum Schluss zu bringen, sodass man eigentlich ständig mitfiebert und die Seiten nur so verfliegen. Dabei wirkt auch die Schreibweise der Autorin unterstützend, denn ein so flüssig geschriebenes Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Ein ganz großer Pluspunkt in meinen Augen!

Außerdem haben mir von Anfang an die Figuren gefallen. Besonders unsere Protagonistin Pippa wirkt sympathisch und handelt so, dass man ihre Entscheidungen nachvollziehen kann. Doch nicht nur sie ist es, die die Geschichte bereichern: Auch ihr Bruder Matteo, sein Hund Lulu und die große Liebe Niels schaffen es, mit ihrer Persönlichkeit zu punkten und dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und zwar immer dann, wenn es die Geschichte zulässt. Auch die scheinbaren Bösewichte sind gut skizziert und tarnen sich anfangs sehr gut, sodass man wirklich keine Ahnung hat, wem man trauen kann und wem nicht. Das Lesen wird so zu einer Art Detektivarbeit, bei der man auf der Suche nach der Wahrheit ist.

Cover: © Arena Verlag

Neben all diesen positiven Aspekten gibt es aber auch einige Kritikpunkte, die ich nicht zurückhalten möchte: So entwickelte sich meiner Meinung nach die Beziehung zwischen Niels und Pippa teilweise viel zu schnell, was dazu führte, dass ich anfangs eher skeptisch war, ob man sich wirklich so schnell ineinander verlieben kann und trotz der wenigen Punkte, die sie voneinander wissen, überschwänglich alles riskieren, um den Anderen zu retten. Hier hätten einige gemeinsame Erlebnisse geholfen, dass man ihnen die Liebesgeschichte gänzlich abkauft. Ja, am Ende wurde das besser, eben weil es gemeinsame Erlebnisse gab, trotzdem ging es mir zu schnell. Apropos Ende, auch das war mir dann doch etwas zu einfach gelöst. Hier hätte ich mir doch ein Finale gewünscht, welches auch tatsächlich intensiv beschrieben und nicht schnell umgangen wird. Während der ganzen Geschichte gibt es immer wieder Hinweise, Probleme, Vertrauensfragen und Streitigkeiten (besonders mit Pippa's Mutter) und schlussendlich geht dann alles ganz schnell und wird einfach so hingenommen? Unpassend und nur wenig befriedigend, da hätte man sich etwas Besseres überlegen können. Dennoch war das Ende dann so gestaltet, dass man irgendwie doch zufrieden war, nur der Ablauf bis dahin hätte anders sein müssen.

Mein Fazit:
Wie ist also mein Eindruck nach Beenden des Buches? Ich muss sagen, dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe, auch wenn mir die Liebesgeschichte zu überstürzt war und das Ende zu schnell kam. Dafür hatte ich eine sehr sympathische und eigene Protagonistin, die ihr Selbstbewusstsein voll auslebte und damit ihren eigenen Weg ging. Zusätzlich gab es Figuren, die die Geschichte aufgelockert und spannend gemacht haben und einen Schreibstil, den man sehr gut "weg lesen" konnte. Das führte dazu, dass ich in Windeseile fertig war und mir wünschte, "Sommernachtsfunkeln" bereits bei mir zu haben. Also: Ja, ich bin auf den zweiten Teil neugierig, auch wenn es kein Wiedersehen mit Pippa geben wird. Das braucht es ja aber auch gar nicht, denn für mich ist die Geschichte abgeschlossen. Insgesamt gibt es aber für "Glimmernächte" 4 von 5 Punkten (je einen halben Punkt Abzug wegen den oben angesprochenen Punkten) und somit habe ich eine Autorin für mich entdeckt, von der ich bestimmt noch andere Bücher lesen werde. Ihr auch?

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