Buch-Rezension: "Das Licht der letzten Tage" von Emily St. John Mandel

© Piper Verlag
Titel: Das Licht der letzten Tage
Autorin: Emily St. John Mandel
Verlag: Piper
Seiten: 416
Ausgabe: Taschenbuch
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 1. Februar 2017
Preis: 10,00 €
ISBN-10: 3492310230
ISBN-13: 978-3492310239
Hier könnt ihr es kaufen: Verlag Amazon




Klappentext laut Amazon:
Ein Wimpernschlag, und die Welt ging unter. Eine Pandemie hat fast die gesamte Menschheit dahingerafft, doch selbst zwanzig Jahre danach, geben die Überlebenden nicht auf. Obwohl Tod und Verfall ihre ständigen Begleiter sind, haben sie nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie erinnern sich an all das, was einst so selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass es für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg durch eine leere Welt werden sie von unerschütterlicher Hoffnung geleitet, denn sie wissen: Selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit.


Meine Meinung:
Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt - an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür (:

Das Licht der letzten Tage. Wenn das mal kein schöner Titel ist. Hinzu kommt noch ein großartiges, romantisches und dennoch vielsagendes Cover und schon hat man mich. Nach Lesen des Klappentextes musste ich das Buch dann einfach zu mir holen und so kam es bei mir an und wurde quasi sofort begonnen. Ich freute mich auf ein spannendes, packendes und hartes Weltuntergangsszenario, was mich total umhaut und mir den Atem raubt. Bekommen habe ich allerdings etwas völlig anderes - zumindest am Anfang.

Die Lektüre beginnt nämlich nicht auf den Straßen eines harten Alltags ohne Strom, fließend Wasser und Essen, sondern ganz zivilisiert in einem Theater. Von dort bekommt der Leser mit, wie sich ein Virus auf der gesamten Welt verbreitet und schließlich auch im Theater ankommt. Plötzlich geht alles ganz schnell: Unser Protagonist Jeevan bekommt von einem guten befreundeten Arzt gesagt, dass es das Virus gibt und er alles daran setzen soll, die Stadt zu verlassen. Doch Jeevan entscheidet sich anders: Er deckt sich mit Lebensmitteln und Wasser ein und geht zu seinem Bruder. Dort verbarrikadieren sie sich und verfolgen über die örtlichen Nachrichten, wie sich das Virus mehr und mehr verbreitet und den Großteil der Menschheit vernichtet.

Ich muss sagen, dass ich anfangs etwas orientierungslos durch die Geschichte gegangen bin, denn der Start im Theater, in dem ein Schauspieler an seinem Herzversagen stirbt, ist so völlig anders als erwartet und setzt den Fokus auch auf etwas völlig anderes als auf den Weltuntergang. Und auch auf den nächsten circa 100 Seiten erfahren wir weniger über den eigentlichen Ablauf der Ausbreitung des Virus, sondern mehr über die individuellen Geschichten von Jeevan oder dem Mädchen Kirsten, welche als Kinderschauspielerin im Theater und später als Symphoniemitglied in Erscheinung tritt. Das führt dazu, dass man sehr viel über die Figuren erfährt, allerdings weniger über die übrigen Umstände.

Erst ab der Hälfte des Romans geht es dann tatsächlich um die Ausbreitung und die Folgen für die Menschheit, diesmal in Form der Erinnerungen einer Figur, die ich hier nicht näher benennen möchte. Erst ab diesem Zeitpunkt konnte ich dann wirklich ins Buch hinein finden und verstand den Aufbau, den die Autorin verfolgt. Bis dahin, war ich eigentlich immer etwas verwirrt. Ein weiteres tragendes Element ist die oben angesprochene Symphonie. Diese ist quasi ein Wanderzirkus, der nach Ausbruch des Virus durch Amerika reist und verschiedene Theaterstücke und Musikprogramme aufführt. Dabei erfährt man als Leser, wie die einzelnen Städte ihr Zusammenleben neu organisieren und welche teilweise sektenartigen Zusammenkünfte geschlossen werden. Interessant zu lesen, aber auch sehr anstrengend, da sehr viel über die Struktur der Symphonie berichtet wird als über die Missstände des Landes.

Trotz dieser Verworrenheit muss ich sagen, dass ein großer Pluspunkt dieses Romans die Figuren sind: Wirklich jede Protagonistin und jeder Protagonist sind sympathisch, bringen einem zum Lachen oder Weinen und präsentieren ihre Gefühlswelt sehr gut und nachvollziehbar. Man fühlt mit und hofft das Beste und möchte unbedingt, dass sich die Personen selbst finden. Denn auch das scheint eine Thematik des Romans zu sein: Wer ist man, wenn alles, was man bisher kannte, verschwunden ist? Wenn man seine Lieben verloren hat und alle festen Anker seines Lebens hinter sich lassen musste? Diese Fragen wirft der Roman auf und beantwortet sie auch teilweise.

Mein Fazit:
Ich beendete den Roman mit einem gemischten Gefühl, denn einerseits konnte mich das Setting und die Figuren begeistern, andererseits empfand ich den Aufbau des Romans als störend. Denn richtig reingekommen bin ich erst ab Seite 200, bis dahin kämpfte ich mich wirklich durch und konnte die Geschichte nicht wirklich genießen - obwohl mir die Figuren sympathisch waren. Schade, denn die Szenerie und Idee hätte bestimmt mehr hergegeben. Dennoch bin ich besonders mit der letzten Hälfte sehr zufrieden, denn hier kam die Action, die mir bis dato gefällt hatte. Außerdem erfuhr man mehr über die die Umstände und auch zwischen den einzelnen Figuren wurden endlich Parallelen gezogen oder gemeinsame Handlungsstränge entwickelt.

Insgesamt ergibt das für mich 3 von 5 Punkten. Die Grundidee und Figuren sind großartig, am Aufbau und der letztendlich Umsetzung scheitert es in vielen Aspekten.

_____________________________________
Auf listen by Lenny. präsentiere ich euch alles, was mich bewegt, mich interessiert und beschäftigt. Ich teile mit euch all meine Vorlieben - sei es Musik, Bücher oder andere Bereiche des Lifestyles. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein "Gefällt mir" auf Facebook da lasstmir auf Instagram ein Abo da lasstmich auf Google+ hinzufügt und meinem Blog folgt (:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen