Buch-Rezension: "Das Glück der fast perfekten Tage" von Fioly Bocca

© Wunderlich
Titel: Das Glück der fast perfekten Tage
Autor: Fioly Bocca
Verlag: Wunderlich
Seiten: 192
Ausgabe: Gebunden
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 16. Dezember 2016
Preis: 16,95 €
ISBN-10: 3805251017
ISBN-13: 978-3805251013
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Klappentext laut Amazon:
Seit ihre Mutter an einem Tumor erkrankt ist, schreibt Anita ihr jeden Abend eine E-Mail. Darin erzählt sie von ihrem erfüllenden Job, von ihrer geplanten Hochzeit und den Kindern, die sie und ihr Verlobter bald haben werden.
Nichts davon ist wahr. In der Literaturagentur wird Anita ausgenutzt, ihre Beziehung macht sie schon lange nicht mehr glücklich. Aber sie will ihre todkranke Mutter nicht belasten.
Alles ändert sich, als Anita während einer Zugfahrt einem geheimnsivollen Mann begegnet. Ein Blick genügt, und Arun erkennt Anitas Traurigkeit und ihre Sorgen. Er macht ihr Mut, sich endlich mit Haut und Haaren auf das Leben einzulassen. Doch welches Geheimnis umgibt diesen Fremden, der so magisch in Anitas Leben gestolpert ist? Und wird es Anita mit seiner Hilfe gelingen, das Leben zu führen, das ihre Mutter sich immer für sie gewünscht hat?



Meine Meinung:
Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - dafür ein recht herzliches Dankeschön!

"Das Glück der fast perfekten Tage" - das ist doch mal ein Titel, der einen wirklich richtig neugierig macht, oder? So erging es mir zumindest als ich den Titel und das dazugehörige Cover sah. Als das Buch dann bei mir zuhause ankam war ich wirklich total entzückt von der Gestaltung. Der Schutzumschlag ist wirklich total schön verziert und das Buch weißt eine sehr hohe Qualität auf. Ich konnte es kaum abwarten, die Geschichte rund um Anita und ihre Mutter auf den Grund zu gehen.

Anita schreibt ihrer Mutter so gut wie jeden Tag einen Brief. In diesen erzählt sie ihr von ihrem großartigen Leben: Der Job im Verlag, welcher nicht erfolgreicher laufen könnte, ihre großartige Beziehung zu ihrem Freund und die fast bevorstehende Hochzeit mit Aussicht auf Nachwuchs. Alles ist so, wie sich es ihre Mutter schon immer für ihre Tochter gewünscht hat. Doch das alles stimmt gar nicht, im Gegenteil: Anita fühlt sich in ihrem Job eingeengt und sie und ihr Freund leben eigentlich nur nebeneinander her. Doch dann kommt Arun in ihr Leben und Anita merkt: Wenn sie nicht unglücklich und allein enden möchte, muss sie ihr Leben von Grund auf ändern. Ob sie den Mut hat, das zu tun?

Der Klappentext klang total interessant und nach einem Buch, welches reichlich Gefühle beim Lesen auslöst. Das tut es auch, aber auf eine andere Weise, wie ich es erwartet hatte. Eigentlich hätte ich nämlich so große Gefühle erwartet, dass ich vor lauter Tränen gar nicht mehr weiter lesen kann. Doch was folgte waren knapp 200 Seiten sehr subtile Beschreibung von Anita's Leben, die vornehmlich sehr farblos und trüb daher kamen. Dies klingt zunächst negativ, doch je mehr die Geschichte Fahrt aufnahm, desto beeindruckter war ich und desto emotionaler reagierte ich auch auf die Geschichte - und zwar nicht an den Stellen, bei denen man es erwarten würde.

Die größte Wandlung vollzieht hierbei wirklich Anita. Dieses kleine, zerbrechliche und auch verzweifelte Person, die am Anfang des Buches ihr Leben beschreibt, als sei es schon längst vorbei, hat gar nichts mehr mit der Figur zu tun, die man am Ende des Buches zurücklässt - und damit verrate ich wirklich nicht zu viel, denn es kommt wirklich anders als man denkt. Diese Entwicklung wird wirklich sehr schön mit Hilfe des Schreibstils der Autorin deutlich gemacht: Anfangs scheint alles sehr wortkarg und schlicht, wenig auffällig und überhaupt nicht ansprechend, je weiter man aber in die Geschichte hineingeht, desto deutlicher werden Beschreibungen, desto klarer werden Handlungen skizziert und desto emotionaler werden auch die Geschehnisse wahrgenommen. Diese sehr graduelle Veränderung muss man erstmal wahrnehmen, um sie wirklich wertschätzen zu können.

Mein Fazit:
Es ist schwierig mir ein Fazit zu bilden. Denn einerseits war das Buch überhaupt nicht so, wie erwartet, weshalb ich einen wirklich schweren Einstieg hatte und wirklich lange Zeit gebraucht habe, um den Aufbau des Buches zu verstehen. Als ich das jedoch tat und nachdem ich es dann beendet hatte, war ich wirklich beeindruckt, was dazu führte, dass ich Tage später immer noch an Anita und ihren weiteren Werdegang denken musste. Sagen wir es also so: Erwartet nichts von dem Buch und lasst euch einfach auf die etwas andere Darstellung des Lebens einer Frau ein, deren Entwicklung wirklich beeindruckend ist und euch überraschen wird. "Das Glück der fast perfekten Tage" ist für all jene etwas, die auf anspruchsvolle Literatur stehen, die ganz subtil beeindruckt und eine ganz eigene Weise hat, seine Geschichte zu erzählen. Wer also auf ein Experiment aus ist oder auf diese Art Bücher steht, dem sei der Roman wärmstens ans Herz gelegt. Von mir gibt es deshalb, wenn auch über Umwegen, 4 von 5 Punkte.

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