Buch-Rezension: "Die Schwester des Tänzers" von Eva Stachniak

© Insel Verlag
Titel: Die Schwester des Tänzers
Autor: Eva Stachniak
Verlag: Insel
Seiten: 570
Ausgabe: Broschiert
Auflage: 1
ISBN-10: 3458361782
ISBN-13: 978-3458361787
Erscheinungstermin: 29. Oktober 2016
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Klappentext laut Amazon:
In der Familie Nijinsky dreht sich alles nur um eines: ums Ballett. Als Bronislawa und Waslaw um 1900 in St. Petersburg aufwachsen, bewundern sie allabendlich ihre Eltern in der Garderobe, nervös vor den Auftritten, erhitzt und gelöst danach. Auch für die beiden Kinder ist der Weg vorgezeichnet: Sie werden an der kaiserlichen Ballettakademie aufgenommen – und schon bald zeigt sich, dass besonders Waslaw alle anderen überflügelt. Den Geschwistern steht eine ganze Welt offen – Paris, London, später gar New York –, eine Welt harten Trainings und geschundener Füße, aber auch des Glamours und des Ruhms …

Hunderttausende Leser schwelgten in Eva Stachniaks Romanen über Katharina die Große – nun bereitet sie abermals einer großen russischen Heldin die Bühne: Bronislawa Nijinska, Schwester des legendären Waslaw Nijinsky und selbst gefeierter Star des Ballets Russes. Ein Roman über zwei ungleiche Geschwister, über den unbedingten Willen zum Erfolg – und über die Liebe zum Tanz, die alles andere überstrahlt.


Meine Meinung:
Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt - ein recht herzliches Dankeschön dafür!

Schon mein ganzes Leben fasziniert mich der Tanz. Besonders das Ballett hat es mir irgendwie angetan, auch wenn ich mir persönlich niemals vorstellen könnte, selbst die Beine zu schwingen. Aber sobald in einem Film oder einem Buch Ballett eine Rolle spielt, bin ich sofort interessiert. Mir gefällt die Stimmung von solchen Geschichten und die einzelnen Inszenierungselemente des Balletts. Und als ich dann den Titel "Die Schwester des Tänzers" gelesen, das Cover gesehen und anschließend den Klappentext überflogen habe, war es um mich geschehen: Ich musste die Geschichte einfach lesen. Und wurde dabei nicht enttäuscht - ganz im Gegenteil.

Beim Lesen lernen wir das Leben von Bronia und Waslaw Nijinsky kennen, zwei Kinder der später weltberühmten Tänzerfamilie Nijinsky. Diese reisen zunächst mit ihren Eltern quer durch (Ost-)Europa bevor sie an die Kaiserliche Ballettschule gehen und Waslaw zum Gott des Tanzes erhoben wird. Das alles erleben wir durch Bronia's Augen, die Seite an Seite mit ihrem Bruder durch alle möglichen Höhen und Tiefen geht und sogar gemeinsam mit ihm an einem neuen, revolutionären Ballett arbeitet - welches ihnen große Bekanntheit auf de ganzen Welt verschafft. Doch der Ruhm hat auch seine Schattenseiten und bekanntlich liegen Genie und Wahnsinn nah beieinander - sehr nah sogar.

Ich muss sagen, dass ich anfangs gedacht habe, es würde eigentlich nur um Waslaw gehen, denn am Anfang erzählt seine Schwester Bronia zwar aus ihrer Sicht, doch von ihr selbst erfährt man nicht wirklich was, obwohl man als Leser genau das wissen möchte. Denn ja, wir wissen wie toll Waslaw ist, aber was ist eigentlich mit dir? So oder so ähnlich kann ich meine Gedanken während der ersten Seiten zusammenfassen. Doch das ändert sich recht schnell und man erkennt, wie Bronia an der Präsenz ihres Bruders wächst, dabei fast zerbricht und letztendlich doch über sich hinaus wächst. Tatsächlich wuchs mir Bronia total ans Herz und ich war auf ihre Entwicklung, ihre Courage und ihre Stärke so Stolz, dass es mir am Ende wirklich schwer fiel, loszulassen.

Doch nicht nur die Entwicklung der Figuren überzeugte mich komplett: Die Darstellung der geschichtlichen Aspekte, angefangen beim Ende des 20. Jahrhunderts bis hin zum Ausbruch des 2. Weltkriegs ist so detailreich und emotional dargestellt, dass man total in die Welt der Autorin versinkt und gar nicht mehr aufhören kann zu lesen. Dabei wird alles so dargestellt, dass es überhaupt nicht langatmig oder langweilig wirkt, sondern vielmehr besonders und wichtig daherkommt. Tatsächlich genoss ich die teilweise genauen Beschreibungen der Gerüche, des Settings oder der Bewegungen während der Tanztrainigs. Ein wahrer Genuss waren hier auch die Beschreibungen der einzelnen Ballette und Choreographien, die Waslaw und Bronia entwickelten. Diese wurden so lebhaft beschrieben, dass ich sie mir tatsächlich bildlich vorstellen konnte und manche Formulierungen wieder und wieder las, um die Bewegungen nochmal erleben zu dürfen. Ganz, ganz großartig und sehr, sehr besonders, was die Autorin hier leistet.



Mein Fazit:
Für mich gibt es nur ein Wort für diesen Roman: Meisterhaft! Die Geschichte, die Figuren, das Setting und der Schreibstil - alles kommt perfekt zusammen und erschafft eine Welt, in die man völlig abtauchen kann und gar nicht mehr raus möchte. Ich hatte bei historischen Romanen immer etwas Angst, dass mir die ganzen geschichtlichen Aspekte zu langweilig und plump hingeworfen werden, doch das war hier wirklich gar nicht der Fall. Die geschichtlichen Ereignisse kommen zwar vor, werden aber sehr gut eingestreut und machen das Bild sogar noch perfekter.

Wer also ein tolles Buch rund um die Geschichte des Balletts und den beiden größten Tänzern, die es in der Ballettwelt gegeben hat, lesen möchte, sollte unbedingt zugreifen - denn eine so gut ausgearbeitete und gleichzeitig so wunderschöne Geschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Dafür gibt es die volle Punktzahl und eine dringende Leseempfehlung.

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