LIVE-Leseeindruck: "Das Leuchten meiner Welt" von Sophia Khan

Leute, ich bin ganz aufgeregt, denn ich freue mich wirklich sehr auf dieses Buch! Darauf aufmerksam bin ich eigentlich nur geworden, weil mir das Cover beim Scrollen auf Amazon direkt aufgefallen ist und mich irgendwie fasziniert hat.  Alles sah nach Reise aus und als ich mir den Klappentext durchgelesen habe, war mir sofort klar, dass ich damit richtig lag. Ich packte das Buch auf meinen Wunschzettel und wie das dort so ist, dachte ich gar nicht mehr daran. Doch dann fiel es mir im Bloggerportal auf und erneut war ich total fasziniert vom Cover, weshalb ich die eBook-Variante des Buches angefragt habe und prompt landete das Werk auf meinem iPad - an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Diana Verlag dafür!

© Diana Verlag
Kurz zu den weiteren Fakten rund um den Roman: Geschrieben wurde er von Sophia Khan, die in den USA und Pakistan aufwuchs und in ersterem auch studierte. Mit "Das Leuchten meiner Welt" präsentiert die Autorin ihr Erstlingswerk, welches in Deutschland am 13. Juni 2016 erschien. Der Roman wurde von Kritikern gelobt und konnte auch viele Blogger und Literaturjournalisten begeistern.
Ich muss ganz ehrlich sagen: Wie schon gesagt war ich anfangs nur fasziniert von dem Cover, denn: Ist es nicht einfach schön? Diese blauen Ornamente, die goldene Schrift und der Poststempel. Das sieht so sehr nach Freiheit und Inspiration aus, dass ich einfach wissen wollte, um was es geht. Als ich dann sah, dass es um eine Spurensuche der Protagonistin geht, die ihre Mutter wieder finden möchte war ich gleich noch mal viel interessierter. Denn die arabische Welt ist eine so bunte, interessante und schillernde Welt, dass die Entdeckungsreise einfach gut werden muss, oder? Und weil ich eben so gespannt bin, möchte ich euch auch hier wieder mitnehmen. Vielleicht entdecken wir zusammen neue Länder und ihr seid am Ende genauso interessiert wie ich. Denn das wäre das Ziel.

Für alle, die wissen wollen, um was es geht, hier der Klappentext laut Amazon:

Irenies Kindheit endet an dem Tag, an dem sie nach Hause kommt und ihre Mutter Yasmeen nicht mehr da ist. Der Vater erklärt nichts, weicht allen Fragen aus. Fünf Jahre vergehen, bis Irenie eine Kiste mit Briefen findet und dem Geheimnis ihrer Mutter näher kommt. Auf der Spur einer verbotenen Liebe reist sie von Amerika bis nach Pakistan, voller Hoffnung, in diesem Sommer Yasmeens Verschwinden endlich zu verstehen.

Anrührend und klug erzählt Sophia Khan in ihrem beeindruckenden Debüt von einer geheimen Liebe und deren Folgen für eine ganze Familie.



Dieser Beitrag ist SPOILERFREI!
Ich werde die Handlung der ersten Seiten nur grob wiedergeben, ich braucht also keine Angst haben, dass ich euch zu viel verrate (:

Ich beginne heute (01. November 2016) mit dem Lesen und lasse euch sofort wissen, was ich nach dem Lesen der ersten Kapitel denke (:

P. S.: Übrigens habe ich mir an einem Abend die Print-Ausgabe gegönnt, da sie im Megaspezialangebot auf Medimops war. So lese ich es gleich viel lieber :D

Etappe 1: Kapitel 1 bis 3
Im ersten Kapitel erfahren wir von Irenie (was für ein komischer Name, oder?) wie sie eine Kiste gefunden hat, den sie bereits von ihrer Mutter kannte. Dabei sitzt sie im Badezimmer und kann durch ein Loch im Boden ihren Vater beobachten, der einsam in seinem Arbeitszimmer sitzt und ein Buch liest. Dabei wird auch ziemlich deutlich, dass die Vater-Tochter-Beziehung durch das Verschwinden der Mutter sehr gelitten hat und die beiden so gut wie gar nicht miteinander kommunizieren. Man verliert sich in Irinie's Gedanken und fällt total in die Story. Dabei ist der Schreibstil sehr flüssig und die Autorin schafft es, dass man völlig abschaltet und nur so an den Sätzen klebt.

Während des zweiten Kapitels öffnet Irinie die Kiste mit Hilfe einer Kette, die ihre Mutter ihr geschenkt hat. Dadurch findet sie tausende Briefe, adressiert an ihre Mutter und einem Ahmed. Sie stellt fest, dass das wohl der Geliebte ihrer Mutter sein muss, traut sich aber nicht, die Briefe zu öffnen. Vielmehr will sie die Konversationen chronologisch durchgehen und sortiert deshalb die Briefe erneut. Irenie macht es sich zum Ziel, die Geschichte ihrer Mutter zu verfolgen und alles ganz systematisch anzugehen. Als Leser ist man total interessiert, weshalb man eigentlich gar nicht verstehen kann, warum Irenie die Briefe (oder zumindest den ältesten Brief) nicht sofort öffnet. Doch hey, es muss ja spannend bleiben :D

Momentan lese ich das dritte Kapitel, hier berichtet Irenie's Vater James, wie er Yasmeen kennengelernt hat. Die beiden lernten sich an der Uni kennen, an der James unterrichtet, wobei Yasmeen eine Studentin im höheren Semester war. Der ganze Campus scheint an ihr interessiert zu sein und es gibt Gerüchte, dass Yasmeen an den Wochenenden eine kleine Partymaus ist, die ihren Spaß sucht. James ist von ihrem Leuchten sofort fasziniert und versucht ihr ständig näher zu kommen, schafft es aber nicht. Am Rande sei gesagt, dass mir James jetzt nicht ganz so sympathisch ist wie beispielsweise Irenie. Dafür ist er mir zu in sich gekehrt, zu nichtssagend und viel zu emotionslos, was wahrscheinlich an Yasemeen's Verschwinden liegen mag. Trotzdem: Er ignoriert quasi seine Tochter, spricht nicht über ihre Mutter und beachtet sie auch sonst nicht. Hauptsache die Kleine kocht für ihn und kümmert sich um den Haushalt. Doch dahinter steckt bestimmt mehr und ich hoffe, dass James etwas weicher wird, je weiter fortgeschritten die Story ist.

Ich muss sagen, dass ich in den ersten Kapiteln noch sehr verwirrt war von der Informationsflut. Einerseits erfahren wir all die Namen (Yasmeen, Irenie und James), was mich an sich schon überfordert, weil ich da immer Zeit brauche, andererseits erfahren wir aber viele Bruchstücke der Story: Die Mutter die verschwindet, wahrscheinlich wegen eines anderen Mannes in London. Der Vater, der seitdem nicht mehr er selbst ist und die nun 15-jährige Tochter, die ihrer Mutter nachstrebt und dabei ihrem Vater die Schuld an dem Verschwinden gibt. Doch so geht es mir bei den meisten Büchern: Am Anfang ist einfach alles viel zu viel. Mittlerweile habe ich mich gewöhnt und bin in der Geschichte drinnen.

Großes Lob gibt es bis jetzt für den Schreibstil: Flüssig, klar und dennoch sehr ausführlich zeichnet die Autorin tolle Szenarien mit ganz viel Liebe im Detail. Einzig einzelne Sätze sind mir hier und da etwas sehr lang. Besonders aufgefallen ist mir das, als James von einem ehemaligen (oder noch aktuellen, dass weiß man nicht so genau) berichtet, der ihm von einer Beziehung zwischen einen Professor und einem Studenten berichtet. Hier musste ich den Satz (der bestimmt über 10 Zeilen ging) wirklich mehrmals lesen, um alles zu verstehen. Aber gut, ein bisschen Gehirnjogging tut auch mal ganz gut. Bis jetzt ist der Roman also wirklich ein Wohlfühlbuch par excellence und ich freue mich über die weiteren Wendungen der Geschichte.

Übrigens: Keine Angst, die Dinge, die ich gerade erzähle, passieren alle in den ersten rund fünfzig Seiten, ab jetzt halte ich mich da viel kürzer. Doch ich wollte einfach zumindest die Eckdaten klären und euch die Stimmung etwas näher bringen.

Etappe 2: Kapitel 4 bis 13
Die Geschichte hat jetzt eine Richtung angenommen, mit der ich irgendwie nicht gerechnet hatte. Was gar nichts negatives heißen soll, nur hatte ich mit einem solchen Verlauf einfach nicht gerechnet. Schön, wenn ein Buch einen überraschen kann und das sogar eher positiv als negativ. Es gibt weiterhin viele Rückblicke, viele einzelne Fragmente der Vergangenheit, die man als Leser erhält und die das Bild der Familie etwas schärfen, aber nicht gänzlich lösen. Viele Aspekte sind noch unklar, vieles verworren und ganz viel auch noch gar nicht in Sichtweite - zumindest habe ich das Gefühl, dass da noch viel mehr kommt und wir gerade mal 5 % von dem wissen, was noch kommt.

Außerdem interessant: Am liebsten würde ich Irenie und James schütteln. Ganz doll. Und auf zwei Stühle setzen und ihnen mal sagen, wie froh sie eigentlich sein können, sich gegenseitig zu haben und was machen sie aber stattdessen? Sich ignorieren, anschweigen und aneinander vorbei leben. Obwohl sie es ja eigentlich besser wissen müssten. Für mich ist das sehr schwer nachzuvollziehen, habe ich doch ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern und könnte mir nie vorstellen, sie so zu vernachlässigen. Klar, es wird wirklich gut dargestellt, wie sehr das Verschwinden der Mutter die beiden geprägt hat und was psychologisch da alles ablief - hierfür großes Kompliment an die Autorin. Aber als Leser hoffe ich wirklich, dass sich die beiden noch in eine andere Richtung entwickeln werden.

Was ich außerdem noch gar nicht erwähnt habe, aber als überaus großartig empfinde, ist die Organisation der einzelnen Kapitel: Es wird mal von James' Perspektive, mal von Irenie's berichtet, davor gibt es aber immer wieder Auszüge aus Liebesbriefen (ich vermute aus den Briefen zwischen Ahmed und Yasmeen - aber wer weiß :D). Und diese sind wirklich WUNDERSCHÖN. So romantisch, so verträumt und so herzlich, dass man fast umkommt. Ihr wollt einen Vorgeschmack. Dann lest hier:

"Meine Liebe zu Dir ist ein Leuchtkäfer in sternenloser Nacht. Sie ist der erste Blick einer Mutter auf ihr Neugeborenes; sie ist das Nordlicht, das durch die Öffnungen eines uralten Totenschädels fällt, ein Regebenbogen im Winter. ..." (Kapitel 3, S. 32)

Und jetzt alle so: "AHHHHHHHH". Und genau deshalb freue ich mich jedes Mal aufs Neue auf das nächste Bruchstück aus den Briefen, denn die Formulierungen und Bilder sind einfach wunderschön und herzerwärmend. Genau deshalb ist es so ein Herzens- und Wohlfühlbuch.
Doch auch sonst merke ich, wie ich total versinke wenn ich das Buch lese. Wenn ich in unterwegs bin, dann vergeht die Zeit so schnell, dass ich es teilweise gar nicht fassen kann, dass ich schon angekommen bin. Und zuhause vergeht Stunde für Stunde, ohne das ich irgendetwas anderes mache als die Geschichte zu lesen. Einfach so. Selbst wenn um mich rum alles in Chaos versinken würde - ich würde es nicht kapieren. Und genau DAS liebe ich so an "Das Leuchten meiner Welt".  Für mich der perfekte Start in den November also.

Etappe 3: Kapitel 14 bis 24 + Teil 2 des Buches: Kapitel 1 bis 8
Was ist nicht alles passiert seit dem letzten Mal. Geschichtlich erzähle ich euch ja nichts mehr, nur so viel: Es bleibt spannend und es kommen immer neue Dinge ans Licht. Wie schon mal geschrieben, entwickelt sich die Geschichte so, wie ich niemals damit gerechnet hätte. Aber genau das scheint mir so viel Spaß zu machen.

Ich genieße das Lesen des Buches, ABER: Ich habe ein Problem mit den Figuren an manchen Stellen. Da würde ich sie am liebsten schütteln und ihnen sagen, dass sie sich mal zusammenreißen sollen und sich darauf besinnen sollen, was vor ihren Augen steht. Denn sowohl Irenie als auch James leben total in der Vergangenheit und machen so vieles falsch, dass man als Leser nur da sitzt und sich fragt, wann ihnen das alles nur klar wird. Besonders bei James habe ich solche Momente ganz oft, allein wie er von seinen Geheimnissen erzählt, spricht schon Bände. Doch genau das ist das schöne an der Geschichte: Durch die Figuren wird einem selber bewusst, wie man sein Leben auf keinen Fall sehen sollte und was man unbedingt machen sollte. Nämlich jeden Tage genießen und das beste aus dem zu machen, was vor einem ist und nicht dem nachzutrauern, was man eh nicht mehr ändern kann.

Der Schreibstil bleibt dabei schön spannend und die Formulierungen (besonders in den Teilen aus den Briefen am Kapitelanfang) sind so wunderschön malerisch, dass man am liebsten alle rausschreiben und sich an die Wand hängen möchte. Das hatte ich auch noch nicht bei einem Buch (: Ich bin jetzt schon gespannt, wie der Roman sein Ende nimmt und hoffe natürlich auf einen Ausgang, bei dem ich nicht das Bedürfnis habe, alle einmal kräftig durchzuschütteln :D

Ach ja, apropos schöne Metaphern und Formulierungen, wie schön ist bitte dieses Bild:
Schiffe sind zum Segeln übers Meer da. 
Wer wissen will, wie das gemeint ist, der muss wohl oder übel den Roman lesen, denn ich verrate es euch nicht ;-)

Etappe 4: Ab Kapitel 9 bis zum Ende
Ja, gestern habe ich in einer Lesenacht das Buch beendet. Und was soll ich sagen? Ich bin zufrieden. Vielleicht nicht zu 100 %, aber ich kann mich damit arrangieren. Mehr dazu, folgt dann in der Rezension.

Ich habe diese Reise wirklich genossen. Aufgrund der Figuren. Aufgrund des Schreibstils. Und besonders aufgrund der Persönlichkeitsfindung, in der es in "Das Leuchten meiner Welt" definitiv auch geht. Nicht nur die Figuren wachsen, auch der Leser scheint etwas daraus zu lernen und steht am Ende mit vielen unterschiedlichen Gefühlen da. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Sowas ist immer schön. Aber eben auch zum Nachdenken geeignet.

Eine Rezension wird in den nächsten Tagen online gehen.
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