Buch-Rezension: "Club der blauen Welt" von Albert Espinosa

© Goldmann
Titel: Club der blauen Welt
Autor: Albert Espinosa
Verlag: Goldmann
Seiten: 192
Ausgabe: Taschenbuch/eBook
Auflage: 1
Preis: 9,99 €
ISBN-10: 3442221862
ISBN-13: 978-3442221868
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Klappentext laut Amazon:
Als der Held des Romans das Sprechzimmer des Arztes betritt und ihn dessen mitleidiger Blick trifft, weiß er sofort: Er wird sterben. Drei Tage bleiben ihm noch. Nie zuvor hatte er das Leben so sehr geliebt wie in jenem Moment, als er es zu verlieren beginnt. Beinahe traumwandlerisch begibt er sich auf seine letzte Reise und gelangt auf eine mystische Insel. Es ist die Abschiedsstation einer Gruppe todgeweihter Jugendlicher, die hierhergekommen ist, um die Welt hinter sich zu lassen, insbesondere die der Erwachsenen mit ihren festen Regeln, den falschen Zwängen, Schuldgefühlen und nie enden wollenden Verpflichtungen. Denn im Angesicht des Todes wissen sie, dass jeder Augenblick, jede Sekunde zählt. Gewohnt fesselnd, in kraftvollen fabelhaften Bildern und mit anrührenden wahrhaftigen Fragen an das Leben lädt Albert Espinosa seine Leser ein, ihm in die blaue Welt zu folgen.

Meine Meinung:
Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt - dafür möchte ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanken.

Diese Serie ging wohl in den letzten Jahren an keinem vorbei: "Club der roten Bänder" war der Überraschungserfolg des Senders VOX und verzeichnete überdurchschnittlich gute Einschaltquoten. Ich selber bin erst in diesem Jahr dem Club beigetreten und verfolgte die Serie mit sehr viel Spannung und der ein oder anderen Träne. Als ich dann sah, dass der Autor, auf dessen Idee die Serie und das dazugehörige Buch beruht, ein neues Werk veröffentlicht war ich sofort hellhörig und wollte unbedingt wissen, ob er diese einzigartige Stimmung der Serie wieder in einem Buch einfangen konnte.

"Club der blauen Welt" dreht sich rund um eine Gruppe von Jugendlichen, die alle auf einer Insel ihre letzten Tage verbringen. Ohne Medikamente, Doktoren und Krankenhauszimmern. Völlig losgelöst können sie ihre letzten Tage an einem Ort verbringen, der ihnen all das möglich macht, was sie in der normalen Welt nicht tun könnten. Doch nicht nur das: Sie alle lernen, was wirklich wichtig ist im Leben. Sein Chaos zu lieben.

Das Buch fängt eigentlich mit genau der Stimmung an, mit der "Club der roten Bänder" es tut: Mit der harten Diagnose für einen Jungen, die sein ganzes Leben verändert. Er hat noch drei Tage zu leben. Drei. Und um diese genießen zu können macht er sich auf den Weg auf die Insel mit dem Namen Grandhotel. Was er sich luxuriös vorstellt, ist aber so ganz anders, als er es sich denkt. Denn aus unbesorgten drei Tagen wird eine Reise, die tiefreichender und lehrreicher nicht sein könnte. Während des ganzen Buches erfährt man übrigens keinen einzigen Namen, denn diese sind unwichtig. Vielmehr geht es darum, sich selbst zu finden, der der man wirklich ist und nicht der, für den die Gesellschaft einen hält.

Man liest die Seiten, macht sich ernsthaft über deren Inhalt Gedanken und ist dabei so emotional mitgenommen, dass man natürlich hier und da eine Träne verdrückt. Klar, schließlich geht es um das Thema Tod und wen lässt das schon kalt? Doch Albert Espinosa schafft es, all das hoffnungsvoll zu formulieren und dem Leser klar zu machen, dass einem nicht der Tod so viel Angst machen sollte, sondern vielmehr ein ungenütztes Leben. Jetzt könnte man natürlich sagen: Das kann ich ja in jedem Poesie-Album lesen, das ist jetzt nichts Neues. Richtig, könnte man, aber wenn man wirklich selber in so eine Situation schlüpfen möchte, sozusagen in einem geschützten Raum, dann liest man "Club der blauen Welt". Denn so nah wie hier, kommt man selten.

Das Buch ist ja nur knapp 200 Seiten schwer und kann deshalb an einem Tag durchgelesen werden. Ich tat es so und erlebte einen Nachmittag voller Tränen, Lachen und ganz viel Herz.

Mein Fazit:
Auch wenn das Buch mich nur einen Tag begleitete, fand ich den Nachmittag wunderschön und habe so viel mehr mitgenommen als von manch anderen Büchern, die mich über Tage und Wochen begleiteten. Albert Espinosa schenkt einem Hoffnung, ohne ein rosarotes Szenario zu zeichnen, sondern knallhart und trotzdem ganz zärtlich Gefühle und Gedankengänge zu beschreiben.

Ja, das Ende kam vielleicht sehr abrupt und unerwartet, aber für mich ist das eher eine Ode an das Leben. Denn auch das endet meist abrupt und ohne Vorwarnung. Ein Buch nach diesem Motto dann so zu beenden ist daher nur schlüssig, oder? Natürlich ist es jetzt kein literarisches Meisterwerk, aber das braucht es auch nicht sein. Es geht um den Gedanken, vielmehr um Gefühle dahinter. Und dafür gibt es von mir 4/5 Punkte und eine Empfehlung für all jene, die einen schönen Nachmittag mit Tiefgang haben wollen.

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