Track by Track-Album-Rezension: "The Heavy Entertainment Show" von Robbie Williams

ENDLICH IST ES DA! Seit Wochen fiebere ich diesem Tag nach und jetzt endlich habe ich es geschafft: Das nunmehr 11. Studioalbum "The Heavy Entertainment Show" von Robbie Williams ist heute bei mir eingetrudelt. Doch wie es so ist, war natürlich heute ein total stressiger Tag und ich komme erst am Abend um 17:30 Uhr dazu, in das Werk reinzuhören. Bereits bekannt sind mir die Single "Party Like a Russian", die ich mega entertaining finde (getreu dem Albumtitel eben) und der Namensgeber "Heavy Entertainment Show", welchen ich ebenfalls über alles liebe. Robbie begeisterte mich ja bereits mit seinem letzten Werk "Under the Radar Vol. 1", welches ja nicht offiziell ein Album darstellte, sondern vielmehr Songs komprimierte, die der Sänger über die Jahre gesammelt, aber nie auf ein Album gepackt hat. Diese Zusammenstellung landeten dann auf einer Platte, die man nur über seinen offiziellen Store erhalten konnte. Wer genaueres zu diesen Songs wissen möchte, der klickt einfach HIER. Doch jetzt soll es um sein nächstes, offizielles Album gehen und dafür nehme ich euch Track für Track mit - ist das nicht wunderbar? (Und ja, ich bin sehr begeistert und neige in diesem Zustand zu Übertreibungen :D)


01. "The Heavy Entertainment Show"
Los geht's mit einem bekannten Song, den ich bereits vielfach gelobt habe: "The Heavy Entertainment Show" fängt ganz simpel mit Klavier an und explodiert dann im Refrain so richtig. Robbie entertaint und lädt zu seiner großen Unterhaltungsshow ein. Dabei ist er so ironisch wie eh und je "Good evening, lovers of quality entertainment ... Got a house in LA, I'm still paying for it". Herrlich, wie er über sich selbst lachen kann und so für gute Stimmung sorgt. Genau diese Stimmung liebe ich, weshalb es der PERFEKTE Einstiegssong ist. Übrigens ist der Sound genauso wie auf "Under the Radar Vol. 1" - und diese Platte brachte mich erst wieder zurück zum Sänger.

02. "Party Like a Russian"
Ironisch geht es auch weiter: "Party Like a Russian" mag nicht die erfolgreichste Single seiner Karriere sein, doch Spaß macht sie trotzdem, denn Robbie nimmt sich selber (und die gesamte Welt) auf die Schippe. Für manche mag das total nach Intoleranz und Respektlosigkeit klingen, doch das ist einfach Robbie. Er findet bestimmt die russische Kultur mega interessant und das ist eben seine Art, dies zum Ausdruck zu bringen :D Wer hier nicht lacht, hat einfach keinen Humor! Oder behauptet er würde es total schlecht finden und feiert es dann insgeheim. Ja, ja, ich sehe euch da hinten ;-)



03. "Mixed Signals"
Uhhh, es wird ein wenig 80s gepaart mit ein paar rockigeren Sounds, was sich definitiv von den Einstiegstracks abhebt. Hier hört man den Robbie heraus, den man bereits aus den 2000ern kennt. Irgendwie erinnert mich der Aufbau total an "Don't Stop Believing" von Journey - und genau das finde ich total super! Der Song gehört wirklich zu meinen Oldie-Lieblingen und "Mixed Signals" transferiert diesen Sound einfach nach 2016. Sehr, sehr gut und eine weitere Richtung, die Robbie hier zeigt. Inhaltlich geht es darum, dass Robbie wohl nicht weiß, was er von all den Signalen denn jetzt nun glauben sollen, die in seine Richtung gehen. Mensch, Robbie, dabei hast du doch schon alles richtig gemacht ;-)

04. "Love My Life"
Es wird etwas langsamer. Und auch harmonischer. Robbie besingt, durch welche Dinge er alles gehen musste, um nun am Punkt zu sein, an dem er sein Leben liebt und er selbst sein kann. Und genau das will er auch für sein Gegenüber erreichen. Hier singt ein Sänger, der schon viel mitgemacht hat und jetzt dort angekommen ist, wo er sich wohl fühlt. Wenn man Robbie's Geschichte kennt und Fan ist, dann hört man das wirklich sehr gerne. Gänsehautmoment *.*



05. "Motherfucker"
Von diesem Song weiß ich, dass Robbie ihn für seinen Sohn geschrieben hat.  Anfangs besingt Robbie, wie anstrengend der Kleine manchmal ist und irgendwann wird es zum Zeitpunkt kommen, wo er richtig aufdreht und raus geht. Er solle sich dann nicht wundern, wenn er total eskaliert, schließlich ist die ganze Familie... na, sagen wir doch einfach verrückt :D Mega schön, auch musikalisch, denn in den Strophen ist alles ganz ruhig und man hört eine gut eingespielte Band im Hintergrund als auch einen Background-Chor, der seinen Job wirklich gut macht. Der Refrain geht dann etwas mehr ab und geht dabei richtig ins Ohr. Etwas Rock hier, ein bisschen Emotion dort und eine Prise Zynismus. Robbie at its best, würde ich sagen!

06. "Bruce Lee"
Rockig geht es weiter. Der Song passt wieder sehr gut zu "Mixed Signals", hat aber, durch den Chor im Refrain, etwas freiheitliches und erinnert mich wieder an den frühen Rock der 80er Jahre. "Baby, when you do that thing, it's a beautiful life" - Möchte man wissen, auf was Robbie hier anspielt? Ich glaube eher nicht. Aber Spaß macht er trotzdem. Robbie entertaint bis jetzt wirklich auf den verschiedensten Levels. Mal feiert man die Ironie, mal die rockigen, qualitativ hochwertigen Klänge und ein anderes Mal ist man emotional so berührt, wie seit "Angels" nicht mehr. Toll!

07. "Sensitive"
Wir bleiben bei den eindeutig zweideutigen Lyrics. Denn wenn Robbie sein Gegenüber anfasst, dann wird sie ganz empfindlich. So, so, Herr Williams, dann scheinen sie ja was richtig zu machen. Auch hier wieder: Ich möchte nicht sagen, dass das ein Song ist, der in den Single-Charts funktioniert (da gibt es wohl andere, die dafür besser geeignet sind), aber trotzdem macht er Spaß, eben weil er anders ist und sich von der aktuellen Musik-Szene abhebt. Und genau das gefällt mir daran.

08. "David's Song"
Es wird wieder langsamer und emotional. Oh mein Gott. Und wie emotional. Dieser Song muss es als dritte Single geben. Denn er passt perfekt zur Weihnachtszeit. Das kommt wahrscheinlich, aufgrund des kleinen Orchesters im Hintergrund mit den Streichern und all den anderen Instrumentaleinsätzen hier. Und das Gitarren-Solo - wie perfekt kann ein Song sein? Übrigens habe ich gerade geschaut, David war Robbie's Manager und ist leider in diesem Jahr verstorben. Wenn man diese Geschichte im Kopf hat, dann wird es noch viel emotionaler. Wunderschön. Und einer meiner Lieblinge. Toll gemacht, Robbie!

09. "Pretty Woman"
Uhhh, ein bisschen Swing meets Modern Pop! Sogar ein paar Country-Elemente lassen sich erkennen. Durch den stampfenden Beat im Hintergrund kann man hier sehr gut mitwippen und tanzt sich auf dem Stuhl aus :D Nach der emotionalen Nummer in "David's Song" ist das ein sehr großer Kontrast, der aber nicht stört, sondern eher klar macht, dass Robbie zwar solche Schicksalsschläge erlebt hat, aber sich deshalb nicht beirren lässt. Vielmehr behält er diese Gefühle im Herzen und genießt dafür das Leben viel mehr. Toller Song, den ich mir sehr gut als Single vorstellen könnte.

10. "Hotel Crazy" (feat. Rufus Wainwright)
Okay. Jetzt klingt es wirklich mehr nach Swing gepaart mit ein paar futuristischen Sounds. Irgendwie interessant, aber auch sehr außergewöhnlich. An den hier muss ich mich wohl gewöhnen. Ich finde es aber schön, dass Robbie auch Teile einer Big Band bzw. eines Orchesters in seinen Song nutzt, das macht diese "Heavy Entertainment Show" auf dem Album irgendwie eindeutig. Denn wenn man sich eine große Unterhaltungsshow vorstellt, erwartet man eine Big Band, oder? "Hotel Crazy" ist dabei vielleicht nicht mein Liebling, aber er passt zum Gesamtkonzept.

11. "Sensational"
Wer "nur" die Standard-Version hat, für den endet das Album mit diesem Track. Dieser ist dem ersten Tack sehr ähnlich und setzt wieder auf die Entertainment-Qualitäten des Sängers. Trompeten, Beats und ein paar "Uhhhhhs" vom Chor. Mehr braucht ein Robbie Williams nicht. Die schnelleren Passagen stecken dabei so richtig an und machen die Songs wirklich hörenswert. Der Song wird seinem Titel also definitiv gerecht :D Dabei fühlt man sich wirklich als ob man eine Show sich angeschaut hätte. Denn am Ende gibt es tobenden Applaus und eine schreiende Fan-Menge - die Show für die Ohren ist hier vorbei. Doch wer bleibt, der erhält noch eine Zugabe, denn die Deluxe Edition enthält noch fünf weitere Tracks!


12. "When You Know"
Oh wow, ist das eine Harfe im Hintergrund? Wie genial klingt das denn gepaart mit den modernen Beats, die den Song dominieren? WOW, ich glaube der Song wäre ohne die Harfe eigentlich gar nicht mal so gut :D Aber eben weil man sie einsetzt, wird das hier was ganz besonderes. Auch hier strahlt Robbie etwas sehr Zufriedenes und Angekommenes aus. Denn es geht darum, dass er in einem Moment realisiert, dass er jemanden gefunden hat, den er nie wieder loslassen wird. Wie romantisch. Und deshalb auch überzeugend.

13. "Time on Earth"
Dieser Song erinnert mich wieder etwas an Freiheit und ein klein wenig an "Radio Killed the Video Star", Robbie's achtem Studioalbum, welches mich nicht ganz so begeistern konnte. Trotzdem heißt das nichts, "Time on Earth" ist ein Song, den man sich gerne als Album-Track anhört, zumindest wenn man den Sänger und seine Stimmfarbe mag. Auch wenn ich sagen muss, dass ich bis jetzt die beiden Deluxe-Tracks schwächer finde, als die auf dem Album. Doch das sagt ja noch gar nichts, schließlich folgen noch drei Tracks. Doch es könnte ein Hinweis sein, dass für "normale Pop-Hörer" die Standard-Edition ausreicht und für Fans die Deluxe-Variante genau richtig ist.

14. "I Don't Want to Hurt You" (feat. John Grant)
Uhhh, der Country-Einfluss kommt wieder durch, diesmal aber gepaart mit den futuristischen Sounds, die sich auf den Deluxe-Tracks anscheinend durchsetzen. Auch mal was anderes: In den Strophen ist der Song eher schnell, im Refrain nimmt man die Energie raus und konzentriert sich auf Robbie's Stimme. Sehr einzigartige Herangehensweise, die ich als interessant bezeichnen würde. Die Hall-Effekte, die man schon bei einigen Tracks auf dem Album herangezogen hat, machen sich hierbei wirklich gut. Mich fasziniert dieser Track total und ist bis jetzt mein Highlight auf dieser Version. P. S.: Haut man mich wenn ich sagen, dass mich die Produktion etwas an ABBA erinnert? :D

15. "Best Intentions"
Es scheint, als erkenne ich langsam eine Struktur auf dieser speziellen Edition. Robbie nimmt die Sounds aus dem Standard-Werk und kombiniert sie mit modernen Sounds und einer ausgefuchsten Produktion. Das ist interessant und besonders für Fans hörenswert. Dabei gefällt mir "Best Intentions" auch wieder total gut. Hier besingt Robbie, dass er alles mit guten Absichten macht und so, wie man es von einem Vater, einem Ehemann und einem arbeitenden Mann erwartet. Er versucht alles richtig zu machen, aber es gelingt halt nicht immer. Immerhin sind seine Intentionen aber aufrichtig. Schönes Thema, schön umgesetzt und ein weiterer Höhepunkt für mich.

16. "Marry Me"
Okay, falls Robbie jemanden noch nicht emotional erreicht hat, dann schafft er es mit diesem Song. Ein Heiratsantrag im Pop-Gewand... ich schmelze dahin. Lieblingstrack. Jop. Richtig gehört. Zumindest gehört er dazu. Simpel, schlicht und mega gut gesungen. Robbie setzt auf seine Stimme und lässt dabei trotzdem die Produktion im Hintergrund spielen. An dieser Stelle auch ein Kompliment für das Songwriting - dieses ist nämlich wirklich gut gelungen und passt perfekt zusammen mit den Sounds, den Effekten und dem Rhythmus. Mega Abschluss für ein mega Album und einem mega Sänger.


Fazit:
Was soll ich sagen? Robbie hat mich genau da abgeholt, wo ich abgeholt werden wollte. Rock, Pop, Entertainment, Gefühle und eine Schippe Spaß - all das hat der Sänger mir geboten und knüpft damit nahtlos an "Under the Radar Vol. 1" an. Ich muss gestehen, dass mich "Take the Crown" oder "Radio Killed the Video Star" nicht wirklich begeistern konnten und ich ein paar Jahre lang, nicht wirklich an Robbie interessiert war. Aber seit seinem Swing-Album und besonders der oben genannten Platte ist Robbie bei mir wieder ganz hoch im Kurs. An diesem Album schätze ich, dass er zum einen total unterhält ("Heavy Entertainment Show", "Party Like a Russian", "Bruce Lee" oder "Pretty Woman"), auf der anderen Seite aber auch emotional überzeugen kann ("Motherfucker", "David's Song", "Marry Me"). Natürlich: Die Songs sind keine Top10-Hits, die sich monatelang in den Charts halten und ständig im Radio laufen. Aber deswegen höre ich Robbie Williams nicht. Ich höre mir bei ihm gerne die ganze LP an und werde einfach gerne mitgenommen in seine Entertainment-Welt. Eine Auszeit von der Welt sozusagen. Denn das erreicht Robbie bei mir immer wieder.

Was die verschiedenen Versionen angeht, kann ich sagen: Wer ein eingeschworener Fan ist, gönnt sich gerne mal die Deluxe Edition - denn fünf Songs und eine DVD mit Interviews zum Album darf man sich nicht einfach entgehen lassen (v. a. nicht, wenn das Package so hochwertig ist). Für Liebhaber guter Pop-Musik reicht allerdings die Standard Edition, denn diese ist wirklich von vorne bis hinten hörenswert und wird bei vielen Zuhörern für Euphorie sorgen - ganz sicher! Von mir gibt es deshalb die volle Punktzahl. Und jetzt entschuldigt mich, ich höre mir die LP gleich nochmal an :D


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