SPOT ON: James Arthur - "Back from the Edge"

Er war der Durchstarter des Jahres 2013. Sein Song "Impossible" ist die meistverkaufteste Gewinnersingle der UK-Version von The X Factor. Dieser wurde nämlich über 1,3 Millionen Mal verkauft. Auch das dazugehörige Album konnte sich in internationalen Charts positionieren. Danach wurde es ruhig um ihn, da er wegen homophoben Kommentaren negativ aufgefallen war und iTunes daraufhin sogar anbot, die Downloads zurückgeben zu können. Na, wer weiß von wem ich spreche? Genau, James Arthur gehörte zu DEN Shooting-Stars nach seinem X-Factor-Sieg und wurde von vielen als der Gewinner bezeichnet, der am meisten Potenzial seit Leona Lewis aufweist. So ähnlich ging es dann ja auch, bis zu den Kontroversen rund um ihn als Person. Doch James machte eine wohlverdiente Pause, reflektierte sich und seine Einstellungen und ging dann an die Arbeit für sein 2. Studioalbum mit dem später entstandenen Namen "Back from the Edge".


Aus diesem haben wir bereits im September die Single "Say You Won't Let Go" erhalten und was soll ich sagen? Der Song wird bei mir wirklich rauf und runter gespielt und ist heißer Anwärter für den LISTENaward für die "Beste Single des Jahres". Akustisch, einfach und gefühlsvoll präsentiert uns James hier, dass er gar nicht mehr braucht als seine Gitarre und diese einzigartige, raue und leidende Stimme. Doch wird sich der Sound auch auf Albumlänge gut machen, fragte ich mich sofort nachdem ich so begeistert war von der Single. Denn wie oft gab es schon den Fall, dass man sich in eine Single unsterblich verliebte und dann war das Album einfach eher mittelmäßig (Gerade erst jetzt bei Lady Gaga mit "Perfect Illusion" aus "Joanne" gesehen).

Um die Frage zu klären, hörte ich mir am Erscheinungstag sofort die LP an und war positiv überrascht: James schafft auf "Back from the Edge" seine ganz eigene Welt aus modernen Sounds, akustischen Klängen, Rap-Anteilen und emotionalen Geschichten. Dabei klingt er zum einen total cool und lässig, zum anderen schafft er es seine Geschichten kraftvoll zu erzählen oder sie so emotional vorzutragen, dass Gänsehaut vorprogrammiert ist. Das gesamte Werk dreht sich dabei thematisch um die liebe Liebe, aber auch, um die schwere Zeit rund und nach dem ersten Album. Dabei kann man sich einerseits total gut mit dem Sänger identifizieren, schließlich berühren einen Liebesgeschichten eigentlich immer (zumindest tun sie's bei mir :D). Andererseits kann man wirklich gut raushören, was James in den letzten Jahren alles gelernt hat und wie er diese Ergebnisse verarbeitet hat. Interessant und inspirierend zugleich.


Zu den coolen Nummern, zu denen man richtig mitwippen und mitsingen möchte gehören definitiv Songs wie "Sermon" oder "Sober", die Spaß machen, locker daherkommen und trotzdem eine gefühlvolle Seite inne halten. Ersterer konnte ich dabei schon als Promo-Single überzeugen und es ist schön, dass er auf der LP auch total Sinn macht, was den Sound und die Geschichte angeht.
Wer dagegen Lust auf eine ordentliche Runde Weinen mit einer handvoll Taschentücher hat, der orientiert sich natürlich vorrangig an die Single "Say You Won't Let Go" und den Album-Tracks "Can I Be Him", "Finally" und besonders "Let Me Love the Lonely". Denn letzterer ist so mega gut, dass ich ihn mir ganz deutlich als 2. Single wünsche.
Wer jetzt sagt: Emotional? Cool? Geht denn nicht beides? - Doch, klar! Und wahrscheinlich werden wir als nächste Singles mindestens einen von diesen Songs erhalten, denn sie sind so gut, dass jeder einzelne von ihnen bestimmt wie blöd gekauft wird. Kraftvoll, gleichzeitig emotional und trotzdem mit Spaß werden dem Zuhörer "Back from the Edge", "Train Wreck", "Prisoner" und "I Am" präsentiert, die total reingehen und auch inhaltlich überzeugen. Dabei ist "Train Wreck" mein absoluter Favorit.

"Back from the Edge" ist somit ein kohärentes, in sich stimmiges und überzeugendes Album, welches den Sänger auf ein völlig neues Level bringt, denn ganz ehrlich: Im direkten Vergleich zu seinem Debüt ist das zweite Werk um Universen besser. Und das ist eigentlich nie der Fall. Doch man merkt und hört einfach, dass James bei sich angekommen ist und die Probleme, Konflikte und Dämonen seines Lebens verarbeitet und mit Bravour durchlaufen hat. Das hört man im Sound, das hört man in den Texten und das hört man, wenn man sich Interviews oder Auftritte ansieht. Für alle, die also auf ein Werk hoffen, welches perfekt zur kuschelig-warmen Stimmung im herbst passt: "Back from the Edge" wäre da ein heißer Kandidat.


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