LIVE-Leseeindruck: "Hochland" von Steinar Bragi

Der LIVE-Beitrag ist beendet - Danke für's Lesen (:
© DVA Verlag
Herzlich Willkommen zu diesem LIVE-Leseeindruck!
Der Letzte Beitrag dieser Art stammt aus dem September zum Buch "Hell-Go-Land" und kam bei euch sehr gut an (: Deshalb wollte ich sofort wieder einen Leseeindruck starten, fand aber nicht das richtige Buch dafür. Denn nach "Hell-Go-Land" las ich "Solange am Himmel Sterne stehen" und "Begin Again" (Beitrag nächste Woche), beides großartige Geschichten, aber die Umstände erlaubten nicht, dass ich dazu einen Beitrag wie diesen hier schreibe!
Umso mehr freute ich mich, als mich "Hochland" vom DVA-Verlag erreichte, denn ich war, seit ich das Cover zum ersten Mal sah, total interessiert an der Geschichte und dem Geheimnis des Buches. Und vom Gefühl her, lohnt es sich bei diesem Thriller euch mitzunehmen und euch einen Einblick in meinen Leseprozess zu geben.

Wer diese Art des Beitrags nicht kennt: Ich werde das Buch ganz normal lesen und immer, wenn ich denke es passt, schreibe ich meine Gedanken auf. Das kann nach 10, 20, 50 oder 100 Seiten sein - je nachdem was ich wann zu sagen habe. Ich bin noch nicht weit voran geschritten (dazu gleich mehr), weshalb ihr auch gerne mitlesen und in den Kommentaren eure Gedanken mitteilen könnt - so würde eine kleine Leserunde enstehen, falls es Menschen gibt, die das wollen (:

An dieser Stelle möchte ich mich beim DVA-Verlag bedanken, denn sie haben mir das Rezensionsexemplar zugeschickt - ein herzliches Dankeschön dafür!

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Dieser Beitrag ist SPOILERFREI!
Ich werde die Handlung der ersten Seiten nur grob wiedergeben, ihr braucht also keine Angst haben, dass ich euch zu viel verrate ;-)

So, los geht's mit dem Beitrag und meinen ersten Gedanken:

Etappe 1: S. 1-34
Ich habe gestern Nachmittag mit dem Buch "angefangen" bzw. kurz reingelesen, leider kam ich aber nicht zu mehr, da wir noch eingeladen waren. Heute Morgen hatte ich dann länger Zeit und las bis Seite 34 weiter, was heißt, ich habe so eben das 4. Kapitel beendet. Anfänglich war ich total schockiert, weil die Namen total ungewöhnlich sind: Vigdís, Egill und Hrafn waren mir dann doch zu isländisch :D Immerhin gibt es eine Anna, die ich mir leicht merken konnte. Aber eigentlich konnte man sich das ja denken, schließlich steht ja schon auf dem Klappentext, dass die Story in Island spielt. Das hatte ich vorher aber irgendwie gar nicht bedacht und musste mich wirklich konzentrieren, die vier Protagonisten in meinen Kopf zu bekommen. Nach den ersten 20 Seiten war ich mir dann aber sicher und habe mich mittlerweile daran gewöhnt. Was mir außerdem aufgefallen ist: Noch scheint alles sehr verstrickt und verwirrt zu sein. Man plumpst so in die Geschichte rein, hat gar keinen Bezug zu irgendeiner Person, keine Ahnung was passiert oder auf was man sich einlässt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es keinen Prolog gibt. Kein Ding normalerweise, allerdings war ich es von meinen letzten Büchern total gewohnt und sah es deshalb als so befremdlich an.

Der Autor schreibt dabei sehr sachlich, es werden keine großen Gefühle beschrieben, es gibt nicht viele Gespräche. Alles wird von einem Erzähler beschrieben, der sich aber gar nicht einmischt und auch die Gefühle der Personen kommen (noch) nicht wirklich zum Ausdruck. Es schafft eine gewisse Distanz und ich weiß noch nicht so genau, wie ich das finden soll. Trotzdem bin ich sehr gespannt, denn irgendwas stimmt ganz und gar nicht: Die Gruppe rammt, wie schon beim Klappentext beschrieben, das Haus eines älteren Pärchens, die ihnen für die Nacht Unterschlupf gewähren. Am nächsten Morgen sehen sich die Vier um und alles wirkt verlassen, der Mann ist total merkwürdig, kann nicht reden und beobachtet ein Mädchen beim Toilettengang. Alles passt nicht zusammen und man fragt sich ständig, welches Geheimnis die beiden haben. Denn trauen kann man ihnen nicht, so wie die sich benehmen. Ich bin gespannt wie es weiter geht und berichte bald wieder!

Etappe 2: S. 35 bis 107
So, gestern habe ich dann gut 1/3 des Buches zu Ende gelesen und habe jetzt einen ganz guten Einblick in den Schreibstil, die Geschichte und die Charaktere. Erstmal großes Kompliment für den Schreibstil, denn ich muss wirklich sagen, dass sich das Buch gut an einem Stück durchlesen lassen kann. Ich habe keine Probleme dem Autoren zu folgen und die Seiten verfliegen total. Hier und da finde ich manche Beschreibungen, besonders von Orten, etwas diffus, doch grundsätzlich lässt sich das Buch leicht lesen. Die Geschichte bleibt dabei allerdings etwas emotionslos. Man hat das Gefühl, man liest eine Polizeiakte, die eben den Vorgang beschreibt, aber nicht, wie sich die einzelnen Figuren dabei fühlen. Das macht es schwer, in die Story zu finden und einen Bezug zwischen Leser und Figuren zu schaffen.

Überhaupt sind die Figuren ziemlich unnahbar, wenn nicht sogar etwas unsympathisch. Besonders Egill fällt mir hier ein, für dessen Handlungen man gar kein Verständnis hat. Trinken, rauchen, pöbeln und auf Macho machen ist nämlich alles, was der junge Mann machen kann. Auch seine Freundin Anna wirkt eher zickig, obwohl sie das wahrscheinlich gar nicht ist, doch man hat irgendwie das Gefühl, dass sie an manchen Stellen so charakterisiert wird. Es ist schwierig, Bezug zur Gruppe zu finden und sich gänzlich wohl zu fühlen.
Die Geschichte bleibt dabei dennoch spannend, kommt allerdings nicht richtig voran: Es finden viele Rückblicke in die Vergangenheiten der Personen statt, die vielleicht gegenwärtige Haltungen und Aussagen der Figuren erklären, aber keinen Ausweg aus dem Schlamassel aufzeigen.

Bis jetzt also ein sehr gemischtes Gefühl, trotzdem bin ich noch total dabei und sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Etappe 3: S. 108 bis 201
Eins muss man dem Buch lassen: Die Zeit vergeht wie im Flug und sofort hat man an einem Abend knapp 100 Seiten gelesen. Wie ich bereits vorher geschrieben habe, wird die Vergangenheit der Figuren beleuchtet, diesmal waren es die von Anna und Egill. Diese sind geladen und zeigen ein komplexes, psychologisches Gebilde auf, gleichzeitig fehlt einem als Leser allerdings die Haupthandlung. Schließlich sollte es ja eigentlich darum gehen, wie die Gruppe aus dem Hochland rauskommst, nachdem sie einen Unfall hatten und auch sonst kein Ausweg in Sicht ist. Der Autor gibt sich große Mühe, die Figuren zu beschreiben, ihre Handlungen und Einstellungen zu erklären, vergisst aber die gegenwärtige Situation ausreichend zu schildern und in dieser Spannung aufzubauen. Erst gegen Ende des 23. Kapitels kommt es zu neuen Schlüssen und Vermutungen. Das ist schade, wobei ich jetzt wirklich gespannt bin, wie sich das ganze am Ende zusammenfügt. Richtig eklig wurde es bis jetzt übrigens nicht, bis auf ein paar Beschreibungen, die mit dem Toilletengang von Vigdís zu tun haben - da musste ich schon öfter mal das Gesicht verziehen, sind solche Ausführungen für mich fast schlimmer als blutige Szenerien.

Positiv aufgefallen ist mir die Figur der Anna auf den letzten 100 Seiten. Diese habe ich ja als kleine Zicke in Etappe 2 charakterisiert, doch jetzt nimmt sie die Fäden in die Hand, geht auf Spurensuche und zeigt, was für eine Person in ihr steckt. Das hat mich von ihr überzeugt, stellt sie doch den ersten Charakter dar, der mir dadurch sympathisch wirkt. Denn eine richtige Verbindung zu den anderen Protagonisten habe ich noch nicht aufstellen können.

Wie ihr seht, habe ich ein sehr gemischtes Gefühl, was den Thriller angeht: Wenn man sich den Klappentext durchliest, erwartet man eine spannende Jagd durch das Hochland, nur um dann zu realisieren, dass es gar nicht um eine Hetzjagd oder so geht, sondern mehr um die Psyche der einzelnen Figuren. Ich denke hier liegt der Zwiespalt: Man erwartet was anderes als man schlussendlich bekommt. Ich habe mich jetzt komplett darauf eingelassen und bin deshalb noch gar nicht so enttäuscht, bin aber schon der Meinung, dass mir der Autor ein großes Finale schuldet, was diese Sorgen dann wettmacht.

Etappe 4: S. 202 bis 304
So, gestern habe ich das Buch beendet und habe mir wirklich seitdem die ganze Zeit überlegt, was ich schreiben soll. Denn ich habe gar keine Worte für die letzten 100 Seiten. Vielleicht eins: Verwirrend. Und zwar total. Seit der letzten Etappe hatte sich die Geschichte noch einmal gut entwickelt, ich hatte das Gefühl, dass es zu einem würdigen Finale kommt und wurde letztendlich leider total enttäuscht. Ich bin mir noch nicht mal ganz sicher, ob ich das Ende wirklich verstanden habe oder ob ich total auf der Leitung stehe. Ich habe mir die letzten Seiten mehrmals durchgelesen, kam aber auf keine neue Erkenntnis. Sehr, sehr merkwürdig.
Dieses Gefühl hat sich auch auf meine Bewertung ausgewirkt - wie genau, erfahrt ihr in der eigentlichen Rezension, die ihr HIER nachlesen könnt.

Danke für's durchlesen und mitmachen, ich fand es spannend mich besonders auf Facebook über den Thriller auszutauschen und auf anderen Blogs über das Buch zu lesen!

Danke auch noch einmal an den DVA-Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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