LIVE-Leseeindruck: "Die Launenhaftigkeit der Liebe" von Hannah Rothschild

Der LIVE-Beitrag ist beendet (:

Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen LIVE-Leseeindruck <3
Nachdem ich euch bereits bei "Hell-Go-Land" und "Hochland" mitgenommen und euch über meine Gedanken während des Lesens informiert habe, dachte ich mir, es wird Zeit für einen neuen Beitrag dieser Art. Diesmal aber nicht zu einem Thriller, schließlich gibt es nicht nur dort Gedanken sondern zu einem eher erwachsenen, reifen und für mich sehr interessanten Buch! Die Rede ist von "Die Launnenhaftigkeit der Liebe" von Hannah Rothschild. Das Buch hat bereits in den englischsprachigen Literaturwelt für Aufsehen gesorgt und dort Kritiker wie Leser begeistert. Nun wurde es in zehn Sprachen veröffentlicht und erreichte am 12. September auch die deutsche Literaturwelt.

Ich muss gestehen, dass ich am Veröffentlichungstermin noch gar nichts vom Buch wusste, dies geschah erst, als ich zufällig das Cover entdeckte und mich sofort in dieses elegante, simple und dennoch aussagekräftige Design verliebte. Ich bin halt doch irgendwie ein Cover-Opfer. Als dann das Buch bei mir zuhause ankam, war ich dann doch etwas erschlagen: Bei knapp 518 Seiten ist das Buch ja ein ganz schöner Brummer. Deshalb wollte ich auch eigentlich erst ein anderes Buch anfangen und erst gegen Ende des Monats damit anfangen. Doch eines Nachmittags lag ich so auf meiner Couch und wollte anfangen und die ganze Zeit strahlte mich das Buch an. Einfach so. Ganz hinterlistig von meinem Bücherregal. Ich griff also danach, las rein und.... hörte nicht mehr auf. Denn ich hatte einfach total Bock auf die Geschichte und dem Geheimnis hinter dem wunderschönen Cover.

Und weil das Buch trotzdem ein Brummer ist, dachte ich mir, ich nehme euch mit, denn dann ist man doch etwas motivierter darüber zu sprechen und es letztendlich zu lesen. Falls ihr es bereits gelesen habt, dann lasst mich doch wissen, was ihr davon haltet und falls nicht, dann lasst mich wissen, ob euch das Cover auch so überwältigt wie mich (:

An dieser Stelle möchte ich mich beim DVA-Verlag bedanken, denn sie haben mir das Buch als Rezensionsexemplar zugeschickt - ein herzliches Dankeschön dafür!

Cover © DVA Verlag
Dieser Beitrag ist SPOILERFREI!
Ich werde die Handlungen der ersten Seiten nur grob wiedergeben, ihr braucht also keine Angst haben, dass ich euch zu viel verrate ;-)

Los geht's mit der ersten Etappe und diesem LIVE-Beitrag (:

Etappe 1: Epilog und Kapitel 1 + 2
Im Epilog werden die letzten Vorbereitungen getroffen, das Bild "Die Launenhaftigkeit der Liebe" zu versteigern. Diesem wird so viel Wert zugesprochen, dass nur die reichsten und einflussreichsten Personen nach London kommen, um das Bild zu ersteigern. Wir lernen den coolen Rapper kennen, der die Kunstszenen der Welt aufmischt, das reiche Paar aus den arabischen Teilen der Welt, welches das Bild für ihr neu gegründetes Museum erstehen möchten und eine ältere Dame, die das Bild ihrem verstorbenen Mann widmen und ihre Kunstsammlung damit vollenden möchte. Natürlich kommen auch Leute aus Russland und dem Ostblock nach London, um auf das Bild zu setzen.
Weiterhin erfahren wir, dass die Kunstkritikerin Delores Ryan das Bild fälschlicher Weise als Kopie abgetan hat und somit ihre Karriere zerstörte. Außerdem lernen wir den Auktionator der Kunsthandlung, Earl Beachendon, kennen, der letzte Anweisungen an seine Angestellten gibt und darüber nachdenkt, dass dies die wohl teuerste Versteigerung eines Kunstwerks überhaupt werden wird. Dies kommt ihm gerade gelegen, schließlich steht er finanziell ganz und gar nicht gut da.

Dann gibt es einen Wechsel und die ersten beiden Kapitel beschäftigen sich mit Annie, die in einem Second Hand-Laden nach einem Geschenk für ihren Freund sucht und zufällig auf das Bild stößt. Wir als Leser wissen jetzt, dass das Bild wohl mehr als 250 Millionen Pfund wert ist, doch Annie findet es lediglich hübsch und kauft es, nach vielen Diskussionen mit dem Händler, für 75 Pfund - ein Schnäppchen. Nebenbei beschreibt auch das Bild an sich seine Gedanken, was sehr unterhaltsam ist, denn wir erfahren, was es alles bisher erlebt hat.

Bis jetzt fühle ich mich in der Geschichte total wohl, auch wenn ich eigentlich so gar nicht Kunstaffin bin. Aber gut, dass muss man ja nicht sein. Außerdem total interessant: Ich versuche mir die ganze Zeit vorzustellen, wie das Bild wohl aussehen mag, denn es wurde noch gar nicht wirklich beschrieben. Es heißt nur, jeder Betrachter wäre sofort überwältigt und es würde bei jedem ein anderes Gefühl entstehen. So sehen viele das Bild als lebensbejahend and, andere sehen darin das genaue Gegenteil. Wie so eine Mischung auf der Leinwand entstehen kann, ich habe keine Ahnung :D
Es ist schon so viel passiert, dass ich gar nicht glauben kann, dass ich erst knapp 50 Seiten gelesen habe. Mal sehen, ob sich dieses Gefühl weiterhin hält, oder ob die Informationsladung weniger wird und man mehr einer Hauptfigur folgt (Annie), um die sich die Geschichte spinnt, bis letztendlich die Geschichte des Epilogs wieder aufgegriffen wird. Ich bin gespannt und habe bisher einen ganz tollen, sehr wohligen Eindruck.

Etappe 2: Kapitel 3 bis 9
In den letzten Tagen habe ich fleißig gelesen und bin trotzdem irgendwie nicht richtig weit gekommen :D 147 Seiten sind es nämlich erst. Die Schrift ist wirklich total klein und die Abstände zwischen den einzelnen Sätzen auch nicht wirklich groß, weshalb man für eine Seite wirklich viel länger braucht als bei anderen Büchern. Dieser Umstand macht es mir echt schwer, denn eigentlich bin ich es von meinen letzten Büchern gewohnt, die Seiten einfach nur so runterzulesen und gut ist. Das ist bei "Die Launenhaftigkeit der Liebe" total anders. Das Buch fordert den Leser zum Mitdenken auf und verlangt die ganze Aufmerksamkeit. Ich habe jetzt tatsächlich immer meine Musik weggelassen, die ich eigentlich parallel hören kann, aber bei diesem Roman geht das ganz und gar nicht. Das liegt wahrscheinlich an der Menge an Informationen, die man sowohl kunsthistorisch als auch geschichtsbezogen erhält.

Natürlich verrate ich jetzt nicht die genauen Handlungen, aber es ist ja wohl klar, dass sich Annie auf Recherche zu dem Bild begibt. Dabei geht sie persönlich durch Höhen und Tiefen, weshalb der Fokus auch mal vom Gemälde weg kam. Man begleitete Annie viel mehr durch ihren Job, schwierige Beziehungen und komischen Bekanntschaften. Meine Hoffnung, man würde sich nur auf einen Erzählstrang konzentrieren, ist übrigens nicht aufgegangen. Wir erfahren wohl auch von einzelnen Personen, die irgenwie was mit der Geschichte und dem Bild zu tun haben. Bereits im Epilog lernten wir einen Wladimir und Dimitri kennen, die sich abgrundtief hassen. Die Beziehung der beiden spielt hier auch noch mal eine Rolle, besonders die Geschichte von Wlad wird erzählt. Was die Autorin wohl damit noch bezweckt? Wir werden es wohl bald erfahren :D

Insgesamt war ich jetzt, wie schon beschrieben, einige Zeit lang etwas unsicher, weil man eben wirklich schwer voran kommt mit dem Buch. Man liest und liest und liest und hat trotzdem das Gefühl, man kommt nicht weiter. Alles wird so genau beschrieben, so detailliert wiedergegeben, dass man manchmal am liebsten Sätze überspringen wollen würde. Aber andererseits erhält man so eben einen genauen Eindruck und besonders wenn die Bilder beschrieben werden, ist das ja nötig, um sein Bild im Kopf zu vervollständigen. Somit ist der Schreibstil echt eine Hassliebe :D Übrigens weiß man jetzt, wie das Gemälde aussieht :D Aber auch, um das herauszufinden, musste man hart kämpfen! Trotzdem fühle ich mich noch total wohl und bin wirklich jedes Mal aufs Neue gespannt, was als nächstes passiert. Ich wollte zwischenzeitlich mal ein anderes Buch parallel lesen, damit ich weiter komme mit meinem Lesemonat, habe mich aber jetzt dazu entschieden, das nicht zu tun. "Die Launenhaftigkeit der Liebe" verdient einfach meinen vollen Fokus.

Etappe 3: Kapitel 10 bis 19
Okay, jetzt habe ich das Gefühl mich an den Schreibstil und die Abfolgen zu gewöhnen. Kennt ihr das, wenn man ab einem gewissen Zeitpunkt komplett in der Story ist? Wenn man weiß, wie viel man ungefähr für ein Kapitel braucht und man sich den Schreibstil einverleibt hat? An diesem Punkt bin ich nach den letzten beiden Etappen gelangt. Anfangs hatte ich echt Probleme, weil ich ja wie oben bereits erwähnt, gewohnt bin, schnell zu lesen und täglich an die hundert Seiten schaffe. Das ist hier anders. Hier schaffe ich pro Tag circa 50 Seiten, bei der kleinen Schrift und den geringen Abständen kein Wunder. Aber jetzt wo ich das weiß, fühle ich mich wohl und hetze mich auch gar nicht mehr.

Das hat aber bestimmt auch mit der Geschichte zu tun: Diese wird immer komplexer, zeigt neue Facetten auf und ich habe das Gefühl, es wird sich immer mehr zuspitzen, wie es ja immer in Büchern ist. Dadurch, dass es so viele Personen gibt, die man am Anfang kennengelernt hat und über die immer wieder berichtet wird, hat man das Gefühl eine Serie mit verschiedenen Erzählsträngen zu verfolgen. Übrigens stört es mich gar nicht, dass so viel kunstgeschichtliche Themen angesprochen werden. Ich habe zwar keine Ahnung, aber finde diesen Einblick interessant. Wer sich dafür aber so gar nicht begeistern kann, für den wird das Buch wohl auch nichts sein. Für alle anderen wird es zum ständigen Begleiter werden.

Ich fühle mich also wieder wohl, nachdem ich ein bisschen mit mir und dem Buch gehadert habe. Bis jetzt würde ich auch eine Leseempfehlung aussprechen, allerdings nur für jene, die sich komplett auf die Geschichte einlassen können und nicht vorhaben, sie einfach runterzulesen. Man braucht Zeit für das Buch, die Geschichte und deren Charaktere. Sonst wird das nichts. Es ist ja eigentlich auch mal schön, in so einen Welt komplett einzutauchen und nicht, wie derzeit üblich, Geschichten hastig runterzulesen und damit fertig zu werden, um ein neues Buch anfangen zu können. Es ist halt eben wie die Kunst: Die braucht halt öfter mal Aufmerksamkeit und Zeit, um sie zu durchsteigen.
Außerdem muss man natürlich grundsätzlich an der Thematik interessiert sein. Andererseits gibt es so viele Intrigen, Missstände und Verschwörungen, dass es auch jenen gefallen könnte, die regelmäßig Soaps gucken - denn damit kann die Geschichte definitiv mithalten :D

Etappe 4: Kapitel 20 bis 30
Es wird richtig spannend. Nachdem ich ja wirklich Zeit gebraucht habe, in das Buch einzusteigen, bin ich jetzt voll drinnen und lese die Seiten nur so weg. Die Geschichte macht Sinn, die Verwirrungen lösen sich langsam auf und man kommt zum Kern der Geschichte. Gerade macht es mir richtig Spaß und ich habe wirklich gar nichts auszusetzen. Das Buch begleitet mich ja bereits seit fast einer Woche und ich habe wirklich das Gefühl, dass ich mich auf eine Reise begeben habe, auf der man alle Emotionen durchlebt, die es so gibt. Eben wie bei einer guten Soap. Intrigen, Machtspiele, Liebe, Verzweiflung, Selbstfindung und und und. Die Autorin schafft es, den Leser über kunsthistorische Vorgänge zu informieren und gleichzeitig die emotionale Welt der Hauptprotagonisten in einem spannenden Zusammenspiel dem Leser näher zu bringen. Dabei entwickeln sich diese über sich hinaus und trotz ihrer Makel und Fehler, sympathisiert man mit (fast) allen Figuren total.

Am meisten allerdings mit dem Bild: Dieses gibt ja immer wieder im Buch Kommentare ab und spricht den Leser persönlich an. Während die Geschichte von einem allwissenden Autor erzählt wird, gibt es ab und zu Sprünge zu den Gedanken des Buches und diese sind total subjektiv, sehr humorvoll und interessant verfasst. Nach all der Informationsflut zu den Charakteren und der Geschichte, macht es wirklich Spaß, in die Gedanken des Bildes abzutauchen und teilweise wirklich urkomische Geschichten von diesem zu hören :D

Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte sich jetzt schließt und freue mich auf die letzten 100 Seiten.

Etappe 5: Kapitel 31 bis 38
Sooo, gestern Abend habe ich dann die Geschichte zu Ende gelesen und puhhhhhh.... mit so einem Ausgang hatte ich so gar nicht gerechnet und trotzdem irgendwie doch. Für mich ein schönes abschließendes Urteil und ein Roman, der auch zum Nachdenken einlädt. Mir hat es gut gefallen, auch wenn ich anfangs ein paar Problemchen mit dem Buch hatte. Außerdem hatte ich irgendwie auf den 200 letzten Seiten den Eindruck, als ob die Story nur so verfliegen würde. Schwupps, hatte ich wieder 50 Seiten gelesen. Komisch, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn man sich an einen Schreibstil gewöhnt hat. Die Geschichte schwingt außerdem noch irgendwie ein bisschen nach und ich will mich noch nicht ganz von ihr lösen, dafür sind mir die Figuren, besonders jedoch da Gemälde und Annie, viel zu sehr ans Herz gewachsen. Ich brauch noch einen kurzen Moment für mich :D

Eine abschließende Rezension zum Buch folgt in Kürze...
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