Buch-Rezension: "Das Rosie-Projekt" von Graeme Simsion

© FISCHER Krüger
Titel: Das Rosie-Projekt
Autor: Graeme Simsion
Verlag: FISCHER Krüger
Seiten: 368
Ausgabe: Taschenbuch
Auflage: 10
Preis: 9,99 €
ISBN-10: 3596197007
ISBN-13: 978-3596197002
Erscheinungstermin: 22. Januar 2015
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Klappentext laut Amazon:
Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrau-Projekt: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht,trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist.
Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt: Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik.

Meine Meinung:
Ich hatte das Buch geschenkt bekommen und hatte deshalb keine hohen Erwartungen als ich es im Urlaub in die Hände nahm. Ich hörte zwar nur Positives, hätte es aber zuhause wahrscheinlich auf meinem SuB liegen lassen, wo ich es irgendwann dann vielleicht doch gelesen hätte. Zum Glück hatte ich mich dazu entschieden, es als Notfalllektüre in den Urlaub zu nehmen - denn was ich erleben würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Don ist der klassische Anti-Held. Wobei das vielleicht gar nicht stimmt. Im Buch wird er mit all seinen Eigenarten wie der Übergenauigkeit, der Überwissenschaftlichkeit und der Überrationalität beschrieben und all das macht ihn zu einem liebenswerten Protagonisten, der die Geschichten durch seine Augen wahrnimmt und dem Leser gleichzeitig bewusst ist: Nur Don sieht das Geschehen gerade so. Jeder andere Mensch würde bestimmte Gefühle aus der Mimik herauslesen oder selber eine Entscheidung aufgrund seiner Emotionen treffen. Aber nicht Don: Bei dem muss alles rational entschieden werden. Diese andere Art des Denkens (die sich von meiner ungefähr zu 100 % unterscheidet) machte aber das Lesen seiner Gedanken gerade spannend, auch wenn man sich dazwischen immer wieder dachte: "Oh Don, mach dir doch das Leben nicht so schwer". Das es sich dann natürlich interessant gestaltet, wenn Don auf Frauensuche ist und schließlich auf Rosie stößt, kann man sich vorstellen.

Dabei wird beiläufig nebenbei das Thema Autismus beleuchtet, doch keineswegs auf eine wissenschaftliche oder gar sachliche Weise. Vielmehr weiß Don selber nicht, dass er eventuell davon betroffen sein könnte, sondern denkt schlicht, dass er sich lediglich von den anderen Menschen unterscheidet, weil er selber eben rational denkt und alle anderen nicht. Dies macht ihn umso sympathischer und dennoch blickt man in die Gedankenwelt eines Autisten - zumindest wirkt es so, weiß man ja nie, was in anderen Menschen so ganz vorgeht. Doch man hat das Gefühl, dass es der Autor schafft, zumindest eine Fassette dieses Denkens zu vermitteln.

Mein Fazit:
Eigentlich wollte ich das Buch also nicht lesen. Und jetzt, wo ich es getan habe, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, ohne diese Geschichte zu leben. Ich habe die Figuren, die Geschichte und die Erfahrungen, die ich damit gemacht habe, so tief in meinem Herzen verankert, dass ich sie auf gar keinen Fall missen möchte. Ich habe während des Buches gelacht, geweint, mitgefiebert, war verzweifelt und habe mich gefreut.

Für all jene, die eine herzergreifende Geschichte lesen wollen, die so völlig anders ist als alles andere, der ist hier genau richtig. Doch ich möchte euch vorwarnen: Der Schreibstil ist sehr einzigartig. Denn wie schon gesagt, man erlebt alles aus Dons Perspektive. Und dieser formuliert Dinge eben hochgestochen, wissenschaftlich und sehr rational. Wer damit nicht umzugehen weiß, der wird genervt sein und keinen Gefallen am Buch finden. Doch es lohnt sich wirklich, glaubt mir. Deshalb gibt es von mir auch 5 Punkte und damit eine dringende Leseempfehlung!

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