SPOT ON: Martina Stoessel - "TINI"

Manchmal klickt man zufällig auf ein Musikvideo auf YouTube und ist ab der ersten Sekunde begeistert. So ging es mir als ich das Video zu dem Song "Great Escape" ansah und es mich total packte - ich sang mit, tanzte durch die Wohnung und fragte mich im Anschluss, wen ich mir da überhaupt anhörte. Nach kurzer Recherche dann die Überraschung: Die Sängerin spielt Violetta in der Disney-Erfolgsserie "Violetta" und löst damit seit mehreren Jahren einen Hype unter den Grundschülerinnen aus. Taschen, Federmäppchen, Spangen, Notizblöcke... einfach überall ist Violetta AKA Martina Stoessel zu sehen - ihr seht: so gar nicht wir, die hier Zielgruppe sind.


Umso schöner ist es, wenn man sich als Schauspielerin bzw. Sängerin etabliert und etwas schafft, was auch Nicht-Fans überzeugt, was gleichzeitig aber auch die Fans mitnimmt, die eben schon seit Kindheitstagen dabei sind - im wahrsten Sinne des Wortes! Das scheint Martina gelungen zu sein: Ihr Debüt-Album "TINI" ist nicht nur Solo-Debüt in der richtigen Popwelt, gleichzeitig dient die Platte nämlich auch als Soundtrack zum Film gleichnamigen Film, der bald erscheint. In diesem geht es eben um die fiktive Figur Violetta, die den Traum ihres Lebens lebt: Erfolgreiche Sängerin, die auf der ganzen Welt bekannt ist und überall nur Erfolge feiert. Gleichzeitig leidet aber ihr Privatleben, weshalb sie beschließt, zu einer Songwriterin zu fahren, um nach neuer Interpretation zu suchen. Die Songwriterin nennt sie immer TINI und gemeinsam arbeiten sie an der "erwachsenen Violetta". Das Werk erscheint erst im September 2016 in Deutschland, das Album gibt es aber schon seit langer Zeit auf dem Markt.



Für alle, die sich jetzt fragen: "Wie? Soundtrack und Solo-Album in einem? Also eine CD und Songs vom Film als auch Songs als Solo-Künstlerin drauf? Hä?" - nein, ganz so kompliziert ist es nicht. Das Album bietet zwei Hälften, die auf der physischen Version in zwei CDs unterteilt sind. Auf der ersten CD befindt sich das Solo-Album mit komplett neuen Songs, die Martina als Künstlerin interpretiert. Auf der zweiten CD gibt es dann die Songs aus dem Film. Einfach, oder? Ich war auch erstmal verwirrt, v. a. wenn man mit den Violetta-Serien so gar nichts am Hut hatte. Aber man findet durch das Chaos durch, denn dafür sind die Songs einfach zu gut - und auf diese gehe ich jetzt auch ein!

Wie schon gesagt, "Great Escape" brachte mich zum Tanzen, Mitsingen und Abfeiern. Genau die selbe Reaktion, die ich bei Songs wie "All You Gotta Do", "Got Me Started" oder "Finders Keepers" hatte. Dabei erinnert mich ersterer an Produktionen von Diplo oder Justin Bieber, besonders aufgrund des im Refrain stattfindenden Instrumentals. "Got Me Started" mag ich aufgrund seiner sehr spanischen und fast schon balkanischen Sounds, während "Founders Keepers" so eine schöne Mischung aus bekannten Pop-Sounds mit einzigartigen Klängen ist.
Weiterer Höhepunkt ist für mich "Still Standing". Die Midtempo-Nummer bleibt sofort hängen und hat einfach so eine wunderschön, kitschige Geschichte :D Total Lennylike und so :D

Neben all diesen möglichen, eher tanzbaren Singles und großartigen Songs, gibt es da noch das allbekannte Füllmateriall, allerdings trotzdem eines, das man sich anhören kann. "My Stupid Heart" hat einen eingängigen Refrain, der allerdings nach einiger Zeit etwas anstrengend ist. Selbes gilt für "Don't Cry for Me" - eingängig und nett anzuhören, aber nervig nach einiger Zeit. "Handwritten" ist dagegen anders... er überzeugt einfach nicht ganz so wie die anderen Tracks und will nicht hängen bleiben. Trotzdem kann ich nichts wirklich Negatives über ihn sagen, denn ich höre ihn mir trotzdem sehr gerne mit an.
Wer jetzt glaubt, nach neun Tracks wäre Schluss, hat weit gefehlt. Als Goodie gibt es einige Songs in der spanischen Variante: "Sólo dime tu" ist das Äquivalent von "Great Escape", "Sigo adelante" hört im Englischen auf den Namen "Still Standing" (und ist in dieser Version mindestens genauso toll), "My Stupid Heart" ist "Si tu te vas" und "Lo que tu alma escribe" ist leider genauso mittelmäßig wie seine englische Version "Handwritten". Ich muss gestehen, dass ich mir die spanischen Varianten gar nicht so oft anhören, sie allerdings als genauso gut erachte, wie die englischen Tracks. Wer also auf Espana steht, der kann sich hier voll und ganz ausleben.

Mit dem Soundtrack zum Film habe ich mich ehrlich gesagt nicht wirklich groß beschäftigt. Allerdings kenne ich die Film-Single "Siempre brillarás/Born to Shine" und die ist wirklich ganz, ganz toll *.* Ich möchte gerne noch etwas auf den Film warten, bevor ich hier richtig reinhöre und ich bin außerdem viel zu sehr damit beschäftigt, die Solo-Künstlerin Martina Stoessel kennenzulernen. Diese finde ich nämlich um einiges interessanter als ihre Rolle, gleichzeitig bin ich wirklich gespannt, wie sie diese Karriere in den nächsten Jahren noch ausarbeiten wird.


Für mich gehört "TINI" zu meinen Sommeralben 2016, die ich mir sicher in meinem Urlaub anhören werde, einfach weil sie gute Stimmung macht und aufgrund der spanischen Tracks auch noch perfekt zum Urlaubsfeeling passen. Martina präsentiert tanzbare, elektronische und sehr eingängige Songs, die mit ehemaligen Disney-Stars durchaus mithalten können (Miley Cyrus, Selena Gomez, Demi Lovato,...). Das Debüt ist wirklich ganz, ganz großartig, weiß man doch, dass es nach Disney für viele Stars auch anders gelaufen ist. Doch davon ist bei "TINI" nichts zu hören. Selbstbewusst, zielstrebig und sehr rafiniert tritt sie in die Popwelt und erfüllt dabei einige Clichées, bringt aber auch einige eigenständige Elemente mit rein. Und das weckt Interesse.

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