SPOT ON: Troye Sivan - "Blue Neighbourhood"

Und schon wieder hat mich Vodafone kalt erwischt!
Der Mobilriese bedient sich ja gerne an unbekannten Songs und deren ebenso unbekannten Künstlern und benutzt sie für seinen coolen Werbespot. So ist es schon mit "Running With the Wolves" von AURORA passiert, in die ich mich ja auch durch den Gewinn ihres Debütalbums kurzzeitig verliebt hatte. Jetzt passiert ähnliches mit dem nächsten Künstler: Troye Sivan stammt aus Australien und präsentiert sich dort schon seit Jahren über soziale Netzwerke und YouTube. Gleichzeitig arbeitete er an seinem ersten Studioalbum, veröffentlichte vorher zahlreiche EPs und einige Singles. Sein Song "Youth" wurde dann eben von Vodafone ausgewählt und seitdem startet zumindest der Song ziemlich gut durch. In Australien, seinem Heimatland, landete natürlich auch "Blue Neighbourhood" in den Top10 und auch in Neuseeland und Amerika kam der Teenie gut an. In Deutschland weiß man von der LP nicht viel, weshalb es perfekt ist, einen SPOT ON-Beitrag für ihr zu schreiben - denn "Blue Neighbourhood" ist ein wahres Meisterwerk!

In seinem Debütalbum erzählt Troye von Liebesgeschichten aus der Sicht eines homosexuellen Teenagers. "Wild", "Fools", "The Quiet" oder "Heaven" beschäftigen sich allesamt mit diesem Thema und zeigen, die teils wundervollen, aber auch schwierigen Gedanken und Gefühle eines pubertierenden Jugendlichen. Der Song "Lost Boy" bringt das noch einmal schön auf den Punkt und zeigt den Kern der LP. Gleichzeitig passen diese Art Geschichten zum Titel "Blue Neighbourhood". Dieser Begriff kommt bereits in "Wild" vor und wird auch noch einmal in "Suburbia" aufgegriffen. Es beschreibt, wie Troye in einem Ort aufwächst, mit dem er gleichzeitig schöne Erinnerungen verbindet, die ihn aber auch in seiner Person einschränken und er deshalb kaum abwarten kann, daraus auszubrechen. Trotzdem weiß er, dass er ihn auch vermissen wird und immer wieder zurückkommen möchte. Das Konzept der zweiseitigen Nachbarschaft ist wirklich sehr gut erzählt worden und wird von Troye total überzeugend vorgetragen.

Musikalisch bewegen sich die Stücke im Elektro-Bereich, allerdings finde ich, dass das so billig klingt :D es ist aber kein Großraum-0815-Dance-Pop mit Elektro-Einflüssen. Die Songs sind alle sehr gut produziert und finden immer das richtige Maß zwischen Elektro-Sounds und live-eingespielten Instrumentalisierungen. Bestes Beispiel: die Single "Youth". Während man in der Vodafone-Werbung den Gryffin-Single-Mix hört, ist dieser auf dem Album viel reduzierter vorgetragen und wirkt deshalb nicht ganz so mainstreamig. So ist es mit jedem Song: Man hört leichte Elektro-Beats (manchmal mehr, manchmal weniger), wird aber von diesen nicht überrollt oder ist gleich gelangweilt, weil man ihn kennt. Ganz im Gegenteil: Man kann sich bei jedem vorstellen, wie er für die Charts geremixt werden könnte und findet die Songs trotzdem schon als Album-Version ganz groß, kann ihre naive Form quasi umso mehr genießen.


Meine Lieblingstracks sind "Wild", "Fools", "Heaven", "Youth", "Suburbia" und "Too Good", die allesamt zu internationlen Hits werden könnten. Anfangs habe ich wirklich gedacht, dass die anderen Tracks nur gutes Füllmaterial für die LP sind (besonders, weil ich mir die Deluxe Edition zugelegt habe, die noch mehr Tracks hat als die 10-Songs-Standard-Variante). Doch beim zweiten anhören merkte ich richtig, wie die anderen Songs perfekt in die Geschichte passten und wie gerne ich sie dann doch hörte. Als gesamtes Werk und als Geschichte, die man sich immer wieder erzählen lassen möchte. Selten, hat das ein Pop-Album bei mir geschafft. Wenn überhaupt. Klar, für manche wird es zu viel elektronisches Allerlei sein. Für mich ist es ein Meisterwerk.


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