Album-Rezension: Ariana Grande - "Dangerous Woman"

Ariana Grande ist die Rihanna der 10er-Jahre!
Wie die Schönheit aus Barbados knallt sie eine Single nach der anderen raus und stößt dabei auf großen Zuspruch, sowohl von Fans als auch von Kritikern. "Break Away", "One Last Time", "Love Me Harder" und besonders "Problem" aus dem letzten Album "My Everything" werden wohl zu Evergreens aufsteigen, die man sich in zehn Jahren noch gerne anhört (eben wie die Rihanna-Hits "Pon De Replay", "Umbrella" oder "We Found Love"). Konsequent ging es dann weiter: Ariana ging auf ihre erste eigene Welttournee und arbeitete gleichzeitig am 3. Studioalbum. Zunnächst veröffentlichte sie dann die Single "Focus", doch nachdem Fans und Kritiker die Ähnlichkeit zum Vorgänger "Problem" bemängelten (was mich gar nicht störte), zog sich Ari noch einmal zurück und arbeitete doch noch einmal an einem neuen Sound.

Gesagt, getan: Ariana veröffentlichte die erste, offizielle Single "Dangerous Woman" und kündigte gleichzeitig die gleichnamige LP an. Und Fans waren beeindruckt: die Single klang ganz anders als alles bisher bekannte von Frau Grande: sexy, erwachsen und selbstbewusst präsentierte sich die Sängerin und legte dabei den Fokus mal auf ihr größtes Talent: ihre Stimme. Auch ich war beeindruckt und kriege den Track bis heute nicht mehr aus meinen Ohren. Ich war gespannt, ob sie diese Faszination auf Albumlänge halten kann und hörte voller Vorfreude rein. Und natürlich enttäuschte mich Ari nicht. Auf dem Album rangieren große RnB-Hits neben Dance-Radio-Sound und sehr besonderen Trap/HipHop/Rap-Songs. Richtig gehört. Rap! HipHop! Pop! RnB! Trap! - Alles vereint auf einem Album. Eine solche Vielfalt zu bieten und gleichzeitig einen roten Faden im Album zu haben, ist wirklich schwer. Ariana schafft diesen Spagat und bietet neuen, aktuellen und sehr frischen Sound, der im Jahr 2016 angekommen ist.

Kommen wir erstmal zu den tollen RnB-Songs des Albums, schließlich hat uns die Sängerin mit einem solchen Sound mit der gleichnamigen Single neugierig gemacht. Neben "Dangerous Woman" bietet die LP die Songs "Let Me Love You", zusammen mit Lil Wayne, für welches auch ein sexy Musikvideo gedreht wurde und der sehr grungy wirkt. Gleichzeitig erzählt Ariana wirklich eine Geschichte mit dem Track, der durch die Musik untermalt wird. Für manche mag der Rap von Lil Wayne unpassend sein, mir gefällt seine Art, weshalb der Song wirklich ein wahres Juwel auf dem Album ist. Auch der Song "Leave Me Lonely", gemeinsam mit Macy Gray überzeugt komplett und ist einer der vielen Hits auf der Platte. Hier musste ich wieder sofort an "DW" denken und war extrem hyped. So richtig hyped war ich dann auch vom Nachfolger: "Everyday" mag vielleicht nicht ganz der Hit sein, wie "Leave Me Lonely", dafür bringt er aber Gastrapper Future mit rein und ich war hin und weg. Arianas Parts sind gar nicht so stark, aber Future bringt den Song einfach auf das nächste Level. Gänsehaut pur!

Doch wie schon gesagt: nicht nur sexy RnB erwartet uns auf der CD. Natürlich sorgt Ariana auch dafür, dass wir Material für eine lange Club-Nacht bekommen. Die zweite Single "Into You" ist Dance-Pop, der an Sommer, Strand und Meer erinnert und total gut in den Sommer 2016 passt. Auch das dazugehörige Video ist sehr sehenswert. Nachdem wir die sehr dunkle Ariana bei der ersten Single kennengelernt haben, geht sie nun in eine natürlichere, jugendliche Richtung und zeigt, dass sie immer noch locker leichten Dance-Pop liefern kann. Das zeigt auch "Be Alright", der zwar nicht ganz so umhaut wie "Into You", trotzdem reingeht und sich nett anhören lässt. Live performt sie den Track außerdem wirklich großartig, da sieht man mal drüber hinweg, dass es eigentlich 0815-Standard-Ware ist.



Die nächste Kategorie habe ich jetzt einfach mal "Future Hits" genannt. Also Songs, denen ich eine Top10-Platzierung in den Single-Charts weltweit zutrauen würde. Dazu gehören die Songs "Side to Side" mit Nicki Minaj und der Abschlusstrack der Standard-Edition "Bad Decisions". Ersterer hat mich so vom Hocker gehauen, dass ich ihn mir gleich mehrmals anhören musste, um sicherzugehen, dass ich jetzt gerade wirklich das richtige höre. Ariana Grande experimentiert mit jamaikanischen Beats und singt erstmal gewohnt engelsgleich. Doch dann die Überraschung: die Sängerin rappt fast schon einen Teil des Stücks, bevor die Königin des Raps Nicki Minaj hinzu kommt und dem Song noch das gewisse Etwas verleiht. EINFACH GEIL! Selbes gilt für "Bad Decisions" - Ari rappt und beweist noch einmal, dass sie Hits produzieren kann und davon nicht allzu wenig. An diesen Songs gefällt mir einfach, dass sie gar nicht so Mainstream sind und trotzdem umhauen. Genau deshalb. Genau, weil sie nicht Mainstream ist. Und genau das, wollte man von Ariana hören. Toll gemacht!

Wirklich besonders sind auch die Songs "Moonlight", "Sometimes" und "I Don't Care". Nicht weil sie Hits á la "Side to Side" oder "Into You" sind, sondern weil sie einen anderen, total einzigartigen Sound bieten, den man einfach genießt. "Moonlight" eröffnet die LP und bietet die große Stimme Arianas und einen sehr Oldschool-Diva-Vibe, der ein bisschen an Mariah Carey erinnert. Trotzdem ist sie das zu 100 % selber, weshalb es auch so authentisch wirkt. Ebenfalls beeindruckend, aber nicht wegen seines Oldschool-Sounds sonderns vielmehr wegen seiner akustischen Einfachheit, ist "Sometimes". Der Song ist wirklich der Track, der wohl am einfachsten gestrickt ist, trotzdem begeistert er mich, eben weil man sich auf die große Stimme konzentriert und mal was anderes bietet als Hits, Hits, Hits. Etwas sehr persönliches und intimes. Gänsehaut vorprogrammiert. Wer dazu eine Prise Soul haben möchte, der hört sich einfach den nächsten Track "I Don't Care", denn genau das bietet der Song: Soul. Qualität pur von einem Star, bei dem man Angst hatte, das dies nachlassen könnte. Doch das tut es nicht. Ganz im Gegenteil.



Übrigens gibt es auch eine Deluxe Edition mit drei zusätzlichen Tracks. Diese vereinen die Sounds des Albums noch einmal (besonders zu hören in "Touch It"). Fans der RnB- und HipHop-Sounds kommen wir wirklich auf ihre Kosten und können noch einmal tolle Numern genießen. Besonders der Abschlusstrack "Thinking Bout You" überzeugt, da es eins simpler Song ist, der trotzdem alle Stilrichtungen verarbeitet. Runde Sache! Deshalb finde ich die Deluxe Edition wirklich sinnvoll, auch wenn ich es wirklich nicht mag, dass wirklich JEDER Star zwei Varianten seines Albums rausbringt. Aber gut, das Thema hatten wir schon einmal :D

Ich muss gestehen: ich habe weder die Standard- noch die Deluxe-Variante bei mir zuhause stehen. Und jetzt alle so: "WAAAAAS?!". Natürlich habe ich mir das Album zugelegt, allerdings nicht in Deutschland. Ich habe "Dangerous Woman" in Japan bestellt, um die japanische Version der LP zu erhalten. Darauf ist nicht nur die europäische Deluxe-Edition vertreten sondern auch drei zusätzliche Tracks, von denen einer bekannt sein dürfte: "Focus" sollte nämlich anfänglich die Lead-Single des 3. Studioalbums werden, doch Ariana entscheid sich gegen den Song - wahrscheinlich, weil der Track große Ähnlichkeit mit ihrem Hit "Problem" hat. Wie dem auch sei, auf der japanischen Version ist er vorhanden, zusammen mit den Songs "Step On Up" und "Jason's Song (Gave It Away)", die allesamt Gute Laune-Tracks zum Tanzen sind und der Platte die nötige Portion Spaß geben.

Wie man bemerkt, bin ich wirklich begeistert, dabei hatte es Ariana bei mir nicht leicht: ich war ein großer Fan ihrer ersten beiden Platten und war etwas skeptisch, ob sie mich beim dritten Mal auch noch so begeistern kann. Die Antwort? Ja, sie konnte mich wieder begeistern. Allerdings auf eine andere Art und Weise als mit den ersten beiden Alben. "Yours Truly" war einfach so süß, so frisch und so popig, dass ich mich einfach die zuckerbunte Welt verliebte. "My Everything" bot dann einen Hit nach dem anderen und erinnerte mich von der Wirkung auf mich wirklich an Rihanna und dem Album "Good Girl Gone Bad". Auch dort war ich begeistert und hörte mir die LP rauf und runter an. Heute noch finde ich "My Everything" großartig und höre immer wieder rein.
Dann kam "Dangerous Woman" und ich war wirklich geflasht. Nicht wegen der zuckersüßen Welt oder den Hits, sondern wegen dem Mut, Dinge auszuprobieren, mit neuen Sounds zu experimentieren und sich in neue Gefilde zu begeben. Denn genau DAS macht einen erfolgreichen Pop-Künstler aus. Neuentdeckung und Neuerfindung. Ariana bietet das und zeigt auf dem Album, wie sehr sie gewachsen ist und wie sie mit jedem Album genau diesen Prozess festhält. Und wir dürfen dies genießen. So einfach kann die Welt sein (:


________________________________
Ihr wollt keine News rund um die Musikwelt 2016 verpassen? Dann folgt meinem Blog, klickt "Gefällt mir" auf Facebookfügt mich auf Google+ hinzu und addet mich auf Spotify!

Hier geht's zu meinen aktuellen Beiträgen:


Jamie-Lee - "Berlin"                      Zoe - "Debut Deluxe"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen