ESC-Special 2016: Kandidatencheck - 1. Halbfinale

Herzlich Willkommen zum Kandidatencheck des 1. Halbfinales!
Hier werde ich euch meine Gedanken zu den Kandidaten des 1. Halbfinales kund tun und versuchen einzuschätzen, wie sie in der Show am 10. Mai 2016 wohl abschneiden werden, aber v. a. wie ich sie selber so finde... schließlich ist es ja mein ganz persönlicher Kandidatencheck :D Das 1. Halbfinale wird ja als das stärkere von den beiden Shows eingestuft, da viele gute Songs in diesem vertreten sind. In diesem Jahr ist es, aufgrund der Vielzahl an Teilnehmern, wirlich schwer ins Finale zu kommen: nach dem ersten Halbfinale müssen uns ganze acht Beiträge verlassen, nach dem zweiten sogar ganze neun - eine große Anzahl und eine große Konkurrenz für unsere eigene Kandidatin Jamie-Lee. Deshalb sollten wir schnell einen Blick auf diese werfen, also lasst uns beginnen (:

Jeder Beitrag kann, ganz im Eurovision-Stil, 1-7, 8, 10 und 12 Punkte erreichen. Ein abschließendes Ranking hält dann meine Top10 fest.

1. Finnland: Sandhja - "Sing It Away"
Tjaja, Finnland hatte es im letzten Jahr nicht leicht: das Land schickte die Punkband Pertti Kurikan Nimipaivat und belegte mit dem Beitrag den letzten Platz im 1. Halbfinale. Traurig musste sich das Land also schon vor dem Finale geschlagen geben, hatte aber dafür viel Zeit seinen Vorentscheid vorzubereiten. Dies taten sie und hervorging die Sängerin Sandhja mit ihrem funkigen RnB/Pop-Song "Sing it Away". Beim ersten Hören war ich allerdings wieder total enttäuscht. "Sing It Away" plätschert vor sich hin, obwohl das Ziel des Songs ja durchaus ist, den Zuschauer zum Bewegen zu animieren und ihn mitsingen zu lassen. All das löst der Song bei mir jetzt nicht aus, sondern eher so ein gleichgültiges Zucken mit den Schultern. Er ist nett, aber eben nicht mehr. Daher fängt für mich das Halbfinale erstmal etwas schwach an, aber gut, es kann damit nur noch besser werden :D von mir gibt's magere 2 Punkte, immerhin ist der Refrain des Songs ganz gut - mehr aber auch nicht!

2. Griechenland: Argo - "Utopian Land"
Oh weia! Genau das ging mir durch den Kopf, als ich den Beitrag aus Griechenland zum ersten Mal hörte: griechische Klänge, treffen auf Möchtegern-Rock-Sounds und Pop-Stimmen. Ein großer Eintopf an Allerlei, der zu nichts führt und so gar nicht ins Ohr gehen möchte. Gut, einerseits ist man mal froh, dass Griechenland nicht auf die altbewährte Dame setzt, die mit großer, dramatischer Stimme eine 0815-Ballade performt (seihe z. B. letztes Jahr). Aber wenn der diesjährige Beitrag die Alternative ist, dann möchte ich bitte 0815 und altbewährte Blondine (zumindest sind sie das alle in meinem Kopf :D) zurück. Egal, wie die Band "Utopian Land" inszeniert - das wird nix für Griechendland, auch wenn das Land beim Contest ja durchaus beliebt ist. Fall es doch überraschenderweise ins Finale kommen sollte, dann flippe ich wirklich aus, schließlich würde das bedeuten, dass ein anderer Song als schlechter eingestuft wurde und das kann einfach gar nicht sein... 1 Punkt für die Griechen und die Bitte: im nächsten Jahr dann wieder besser, Freunde ;)

3. Moldawien: Lidia Isac - "Falling Stars"
Moldawien hat es auch nie leicht: ins Finale kommt das Land ziemlich leicht, allerdings nie wirklich hoch. Diesmal hat man sich gedacht "na gut, wenn Mans letztes Jahr mit einem Radiosong gewonnen hat, dann schaffen wir das auch" und schicken die stimmgewaltige Lidia Isac und den Dance-Pop-Track "Falling Stars". Und ich muss sagen: in der Studioversion gefällt mir der Track eigentlich ganz gut, ja, er ist total Mainstream und sticht überhaupt nicht hervor, aber man kann ihn sich durchaus anhören. Doch dann schaut man sich die Live-Performance an und die Ohren fangen das Schmerzen an: die langgezogenen Stellen werden total geschrien und liegen mindestens einen Halbton drüber oder drunter - nur erschwischen kann Lidia Isac die richtigen Noten nicht. Für Stockholm rechne ich ihr daher keine großen Chancen auf das Finale aus, es sei denn, sie verbessert ihre stimmlichen Qualitäten... und selbst dann, fällt dieser Mainstream-Song einfach nicht auf. Daher gibt es von mir magere 3 Punkte, auch wenn es der beste Song unter den ersten dreien ist.

4. Ungarn: Freddie - "Pioneer"
JAAAAAA!!!! Endlich ein Song, der wirklich gut ist! Nachdem die ersten drei Songs nun wirlich eher mittelmäßig bis schlecht waren, folgt nun ein wirklich guter Track. Ungarn hat schon seit Jahren ein sehr gutes Vorentscheidungskonzept mit mehreren Runden und einem breiten Spektrum an Genres! Das führte in Vergangenheit oft dazu, dass sich tolle Gewinner finden konnten, die beim ESC meist sehr gut abschnitten (man erinnere sich an 2013 oder 2014). In diesem Jahr gewann das Jeansmodel Freddie den Vorentscheid mit seinem Pop-Song "Pioneer" und konnte sich gegen etablierte ESC-Sternchen durchsetzen (Kati Wolff oder András Kállay-Saunders, beides Repräsentanten Ungars in den Jahren 2011 und 2014). Dabei ist Freddie nicht nur nett anzusehen, sondern hat auch eine sehr markante, durchdringende Stimme: "Pioneer" wirkt besonders im Refrain sehr rau und trotzdem fühlt man sich sofort wohl in dieser 3-minütigen Geschichte. Ich mag den Track sehr, hoffe allerdings, dass man sich da visuell noch ein bisschen was einfallen lässt, der Auftritt vom vorentscheid wirkt zwar schon gut, allerdings fehlt da noch was. Für mich ein Kandidat, der es mindestens ins Mittelfeld schaffen dürfte - im Finale versteht sich. Das heißt: Halbfinale wird auf jeden Fall bestanden und im Finale ist alles drin, oder was meint ihr? Ich vergebe gute 8 Punkte und bin auf den Auftritt gespannt.

5. Kroatien: Nina Kralijic - "Lighthouse"
Kroatien kehrt nach einigen Jahren zum Contest zurück und überraschte Fans mit dem sehr modernen Track "Lighthouse" von der kroatischen Sängerin Nina Kralijic, die The Voice of Croatia für sich entscheiden konnte. Dabei erinnert Ninas Stimme an die von Ellie Goulding, der Track an sich erinnert mich dagegen an den Stil von Fahrenhaidt, aus dem deutschen Vorentscheid 2015. "Lighthouse" gefällt mir deshalb total gut, schließlich liebe ich beie Assoziationen, darum ist eine Mischung einfach nur perfekt. Der Track bleibt sofort hängen, wird mega gesungen und bietet einfach eine ganz eigene Atmosphäre. Nach dem ersten Hören war ich fasziniert und wusste: dieser Song wird zu meinen Lieblingen gehören. Einzige Bedenken: ich habe die Befürchtung, dass man alles ganz simpel inszenieren wird, lediglich Nina auf der Bühne, im Hintergrund Naturaufnahmen - fertig. Und das ist eben nicht nur ganz, sondern ZU simpel. Hier muss mit tollen Kameraeinstellungen, Wind und ausdrucksstarken Bildern gearbeitet werden, sonst wirkt alles irgendwie zu einfach. Trotzdem glaube ich an eine Top10-Platzierung für Kroatien und vergebe meine ersten 12 Punkte in diesem Jahr.



6. Niederlande: Douwe Bob - "Slow Down"
Mensch, die Niederlande haben aber auch ein Up and Down vom feinsten. 2013 und 2014 total easy peasy in die Top10 kommen, um dann 2015 nicht mal ins Finale zu kommen. Die Enttäuschung muss groß gewesen sein. Vielleicht hat man sich auch deshalb für eine Rückbesinnung auf Country entschieden, schließlich waren die The Common Linnets gar nicht mal so unerfolgreich damit. Diesmal soll es der Sänger Douwe Bob mit seinem Song "Slow Down" richten. Und wie schon gesagt: hello Country! Gitarre, markante Stimme und schleppende Beats - der Track könnte auch genauso gut in Amerika veröffentlicht werden und würde die dortige Country-Szene begeistern. Ich fand den Song beim ersten Hören okay und muss auch immer noch sagen: "Slow Down" ist schon nett, aber mehr auch einfach nicht. Dagegen überzeugt mich aber der Sänger komplett. Freundlich, lieb und ein wahrer Augenschmaus, wenn ich das so sagen darf. Deshalb sympathisiere ich auch mit den Niederlanden und wünsche ihnen einen Platz im Finale, auch wenn ich den Song als zu schwach dafür empfinde. Von mir gibt's daher nur gemischte 5 Punkte, dafür umso mehr Sympathievotes :D

7. Armenien: Iveta Mukutschjan - "LoveWave"
Achja Armenien. Das Land hat mich 2014 mit Aram Mp3 und seinem Song "Not Alone" total begeistert, davor hatte es mich nie so wirklich überzeugen können. Im Jahr danach konnte mich die Idee der Band Genaology (sechs Mitglieder aus sechs unterschiedlichen Kontinenten, die allesamt Wurzeln in Armenien haben) zwar begesitern, allerdings gefiel mir der Song überhaupt nicht. In diesem Jahr setzen die Armenen wieder auf geballte Frauenpower und schicken Iveta Mukutschjan zum Wettbewerb. Diesen könnte allen TVOG-Fans bekannt sein, sie nahm nämlich in der 1. Staffel der Show teil. Für alle anderen ist sie nur eine weitere wunderschöne Sängerin aus Armenien.
Erwartet hatte ich eine groß aufgezogene Ballade, schließlich hat Iveta eine sehr ausdrucksstarke Stimme. Bekommen haben wir allerdings ein wahres Experiment: der Song kommt sehr modern daher, bezieht aber auch armenische Klänge mit ein und wird in der ersten Minute nur gesprochen - danach packt Iveta ihre große Stimme aus und präsentiert RnB-Sounds aus dem Jahr 2016. Ich muss ehrlich gestehen, im ersten Moment fand ich den Song total grausam und fragte mich, wie das Land damit wirklich glaubt gewinnen zu können. Allerdings musste ich ihn mir immer wieder anhören, weil ich einfach so verstört oder vielleicht auch so fasziniert war. Mittlerweile gehört der Song zu meinen Favoriten, obwohl mein erster Eindruck sehr verstörend war. "LoveWave" ist der Beitrag, den ich überhaupt nicht einschätzen kann. Er könnte entweder total überzeugen, weil er so hervorsticht (ähnlich wie Lettland letztes Jahr) oder total ignoriert werden, weil er so aus dem Rahmen fällt. Die Entscheidung wird wohl von der Präsentation abhängen, auf die ich gespannt bin, denn auch hier hätte ich keine Idee. Ich vergebe aber erst einmal 10 Punkte, für die volle Punktzahl reicht es, aufgrund des geringen Instant Appeals, einfach nicht.



8. San Marino: Serhat - "I Didn't Know"
Der kleine Inselstaat bei Italien hat es im Wettbewerb echt nicht leicht: lediglich ein Beitrag schaffte es ins Finale und die Televotes des Landes können nicht angerechnet werden, da es zu wenige sind. San Marino wird wohl nie, auch nur im entferntesten, die Top10 erreichen, geschweigedenn gewinnen. Trotzdem machen sie jedes Jahr mit, wahrscheinlich einfach nur aus Spaß. In diesem Jahr setzt die Insel auf den türkischen Sänger Serhat und seinem Song "I Didn't Know". Fragt mich bitte nicht warum, ich wüsste nicht was die Türkei und San Marino gemein haben, aber hey, jeder so wie er will. Musikalisch bietet uns der Beitrag eine Disko-Nummer der 90er mit schwülstiger Stimme und ganz viel Schmalz. Für mich der mit Abstand schlechteste Track des Jahrgangs, obwohl zu einem späteren Zeitpunkt auch echt Unterirdisches kommt. Egal, es geht um San Marino und die werden es in diesem Jahr schon wieder nicht ins Finale schaffen - was für eine Überraschung. Da ich 0 Punkte nicht vergebe, einfach aus Respekt den Künstlern gegenüber, vergebe ich 1 Punkt und höre mir San Marino NIE WIEDER an.

9. Russland: Sergej Lasarew - "You Are the Only One"
Kommen wir nun zum Favoriten der Wettbüros. Russland ist schon seit Jahren Dauergast in den Top10, ja sogar in den Top5 und scheint jedes Jahr eins richtig zu machen: das Land nimmt den Contest ernst, schickt jedes Mal qualitativ hochwertiges Material und weiß ganz genau, wie man sich richtig inszeniert. Gleichzeitig kommt ihm zu Gute, dass viele Nachbarn für die "Mom Russia" voten. Und auch dieses Jahr wird ein sehr hochwertiger Beitrag geschickt: Sergej Lasarew ist schon seit Jahren ein großer Star in Russland und versucht es mit "You Are the Only One" nun auch international zu schaffen. Der Track ist eine moderne Dance-Pop-Nummer, die sehr gut ins Radio passen würde und bei dem man sich gut vorstellen kann, dass sie in den Charts Europas richtig gut ankommen wird. Und auch visuell wird uns im offiziellen Video einiges geboten: tolle Backdrops, große Choreographien mit Feuer und Nebel und ein Sergej, der es sichtlich genießt, sich so darzustellen. All das erinnert an Schweden letztes Jahr, beiden Beiträgen merkt man an, dass da jemand einen Sieg berechnen möchte. Bei Schweden hat es geklappt, warum also nicht auch ein Jahr später bei Russland. Insgesamt finde ich den Song gut und sehr eingängig, sogar besser als diese ganzen Pseudo-Friedens-Nummern der letzten Jahre, aber so richtig sympathisch kommt mir das nicht rüber. Sergej ist nett anzusehen, aber irgendwie wirkt er auch ein wenig arrogant und aufgesetzt. Ich bin mir allerdings sicher, dass er um den Sieg mitsingen wird. Bei mir persönlich reicht es auch für gute 8 Punkte, aber so wirklich begeistert bin ich jetzt nicht.

10. Tschechien: Gabriela Guncikova - "I Stand"
Und alle Fans so: "MIT DIESEM TITEL KOMMT IHR SICHER INS FINALE!". Tschechien hat kein leichtes Los, jedes Mal schicken sie tolle Nummern zum ESC und werden dann so fies behandelt, erreichten NIE das Finale des Wettbewerbs. Dieses Jahr soll es Gabriela richten mit der Ballade "I Stand". Viele Fans sind sehr begeistert und auch bei den Wettbüros kommt der Track wirklich gut an. Der Song ist sehr simpel und dennoch modern und wird auch genauso im Video vorgestellt: modern und dennoch simpel. Ich muss sagen, dass mich der Beitrag unserer Nachbarn wirklich nicht stört, allerdings auch nicht vom Hocker reißt. Eben nett, aber ob der Song am Halbfinalabend unter den 18 Beiträgen wirklich hängen bleibt? Und ob man ihn überhaupt beachtet, nachdem Top-Favorit Russland performt hat? Man würde es ihnen wünschen, einmal sollte doch jedes Land im Finale vertreten sein. Deshalb drücke ich auch die Daumen, musikalisch kann ich aber nicht mehr als 3 Punkte geben - dafür flasht mich der Song einfach nicht wirklich.

11. Zypern: Minus One - "Alter Ego"
Zypern ist in diesem Jahr meine erste wirkliche Überraschung gewesen. Die kleine Insel schickt nämlich eine Rock-Pop-Band mit sehr gutem Song á la Linkin Park und setzt damit auf ungewöhnliche Sounds, schließlich waren die Siegersongs in den letzten Jahren alles andere als Rock-Pop. Aber genau das ist ja von Vorteil, schließlich haben nie zwei ähnliche Stile nacheinander gewonnen (Oder was hast Loreen mit Emmelie de Forest gemein - richtig, nix... außer das beide Barfuß aufgetreten sind :D). Minus One könnten also ein Alleinstellungsmerkmal haben, gleichzeitig ist der Song auch für alle Nicht-Rocker-Freunde gut zu verdauen, da der Song eine wirklich gute Balance zwischen Rock und Pop hält. Mir gefällt der Song wirklich gut, auch wenn ich ihn mir nicht wirklich oft angehört habe. Deshalb gibt es von mir 7 Punkte und ich bin wirklich gespannt, wie sie in Stockholm auf der große Bühne wirken.

12. Österreich: ZOE - "Loin d'ici"
Hach ja, was soll ich sagen? Zum österreichischen Vorentscheid gab es einen Live-Ticker und ich war ja von Anfang an Fan von Zoe und ihrem Song. Und auch drei Monate später liebe ich den Track immer noch! Zoe ist so natürlich, so bodenständig und total authentisch, dass man ihr einfach ein gutes Abschneiden wünschen MUSS! Dabei hat sie auch ganz fleißig an ihrem Auftritt gearbeitet, hat das bunte Zuckerwatten-Staging aufgegeben und verwandelte ihren Backdrop in eine sehr bunte und dennoch stimmige Märchenlandschaft. Diese Verwandlung lässt sich gut im offiziellen Video sehen. Ich glaube ja, dass Zoe auf jeden Fall ins Finale kommen wird und dort glaube ich auch an einen wirklich guten Platz - die linke Tabellenhälfte dürfte drin sein! "Loin d'ici" ist damit einer meiner Favoriten und bekommt, genauso wie Nina aus Kroatien, "twelve points".



13. Estland: Jüri Pootsmann - "Play"
Von einem Favoriten zum nächsten: Jüri gewann den Vorentscheid in Estland und vertritt nun sein Land mit dem Lied "Play". Dieser Song ist sehr mysteriös und traditionell gehalten, erinnert etwas an James Bond-Soundtracks und betont Jüris sehr dunkle und warme Stimme. Ich fand den Auftritt im ersten Moment etwas komisch, verliebte mich aber dann ziemlich schnell in das Stück und war hin und weg von Estland un seinem Beitrag. Ob das ganze dann aber beim Contest klappt, da bin ich mir noch nicht ganz so sicher. Für viele könnte der Auftritt auch zu komisch, zu dunkel und zu mysteriös wirken. Oder sie erkennen das Hit-Potenzial von "Play" und voten kräftig dafür. Für mich kein sicherer Kandidat, allerdings auch nicht einer der schwächsten. Eher so ein Mittelding. Ob man damit ins Finale kommt, wird sich zeigen. Von mir gibt's 12 Punkte, weil ich es einfach wirklich liebe. Wirklich. Ganz doll.



14. Aserbaidschan: Samra - "Miracle"
Oh, Aserbaidschan. Jedes Jahr schickst du einen von den Fans gefeierten Titel zum ESC und jedes Jahr kommst du ins Finale und erhältst auch noch eine ziemlich gute Platzierung. Leider gefällt MIR persönlich von diesen Songs meist gar keiner. Bis auf letztes Jahr. Da fand ich "Hour of the Wolf" total super, bis ich ihn dann live hörte... da war ich dann wieder total enttäuscht. Immerhin ist es dieses Jahr anders. Denn ich mag den Track schon im vorhinein nicht. Damit kann ich auch nicht von der Live-Performance enttäuscht werden. "Miracle" ist ein 0815-Midtempo-Pop-Song, den man so von Aserbaidschan schon einmal besser gehört hat und der auch nicht besser wird, wenn man die wirklich schöne Stimme von Samra dazuaddiert. Für mich viel zu belanglos und langatmig. Natürlich werden sie in Stockholm wieder tief in die Inszenierungskiste greifen, leider wird es das für mich nicht besser machen. Deshalb gibt es von mir 3 Punkte, aufgrund der guten Stimme und des guten Aussehens. Okay und weil der Song halt nett ist. Und wir wissen ja, was die Schwester von nett ist. Eben.

15. Montenegro: Highway - "The Real Thing"
Wer auf derben Rock steht, dem wird Montenegro gefallen: die Band Highway möchte in Lordis Fußstapfen treten und mit harten Gitarren und Rock-Sounds überzeugen. Dabei weist aber "The Real Thing" leider so gar keine Struktur auf, was es echt schwer für mich macht, den ganzen Song in einem Zug zu hören. Ich muss mich richtig anstrengen und bemühen, um mich da rein zu finden. Um Klartext zu sprechen: sollte das ins Finale kommen, weiß ich schon mal, wann ich auf Toilette kann oder mir neue Getränke hole. Denn das kann ich mir gar nicht anhören. Deshalb gibt es von mir auch nur 1 Punkt und den dringenden Rat an Montenegro: liefert doch nächstes Jahr bitte was besseres!

16. Island: Greta Sálome - "Hear Them Calling"
Island setzt in diesem Jahr auf Wiederholungstäterin gepaart mit lauter recycelten Ideen des Wettbewerbs. Greta Sálome trat nämlich 2012 schon einmal für Island an, konnte es aber leider nicht ins Finale schaffen. In diesem Jahr soll alles anders werden mit dem Track "Hear Them Calling". Der Song an sich ist ein Pop-Song, welcher nicht mehr dem Standard entsprechen könnte. Dabei erinnert der Sound etas an Of Monsters and Men, welche ja ebenfalls aus Island stammen. Doch wieder zurück zum Beitrag: das Spezielle an dem Act ist die Inszenierung. Greta ist ganz in schwarz gekleidet und interagiert mit dem Hintergrund, auf dem Vögel, Menschen und ganz viel Rauch abgebildet ist, die Greta durchstechen, umgeben oder auf sie zu rennen. Zwischenzeitlich gibt's Close-Ups ihres Schattens und man sieht Windmaschinen flackern. Das alles erinnert natürlich etwas an Mans im letzten Jahr, schließlich interagierte er ja auch mit dem Hintergrund, allerdings ist das bei Greta doch etwas dunkler gehalten, was bei vielen Fans eine Assoziation zu Loreen hervorrief. Ich kann das nachvollziehen, glaube aber nicht, dass das wirlich schlimm ist. Dafür fasziniert einen der Act viel zu sehr. Auch wenn ich glaube, dass er im Finale nicht übers Mittelfeld hinaus kommen würde. Aber ins Finale sollte er es auf jeden Fall schaffen. Ich vergebe 8 Punkte, trotz der kleinen Macken und der "recycelten" Ware :D

17. Bosnien & Herzegowina: Dalal & Dean feat. Ana Rucner & Jala - "Ljubav je"
Bosnien & Herzegowina sind nach dreijähriger Pause wieder zurück und schicken vier Freunde zum ESC: das Quartett soll mit einer Nummer in Landessprache punkten, die so einiges bietet. "Ljubav je" klingt sehr nach Balkan, sehr nach Tradition und sehr typisch für den ESC - Beiträge, wegen denen ich eigentlich den Contest angefangen habe anzuschauen, schließlich will ich wissen, welche Musik wirklich in einem Land gehört wird und nicht den tausendsten Schweden-Pop präsentiert bekommen - doch das ist ein anderes Thema. Der bosnische Act wird außerdem durch eine Violinenspielerin und einem Rapper bereichert. Und hier fängt schon mein Problem an: eigentlich mag ich den Song wirklich, aber der Rap zerstört es ein wenig für mich. Und die Geigen-Parts sind irgendwie total überflüssig, auch wenn sie modern produziert wurden. Insgesamt überwiegt allerdings die Freude an dem Stück. Deshalb gibt es auch 6 Punkte. Aber um ehrlich zu sein, glaube ich nicht an eine Finalqualifikation. Aber wer weiß? Der ESC ist immer für eine Überraschung gut ;-)

18. Malta: Ira Lasco - "Walk on Water"
Malta war ein einziges Durcheinander in diesem Jahr: erst veranstaltete der Sender einen nationalen Vorentscheid den Ira Lasco mit ihrem Song "Chameleon" gewann und dann veranstalteten sie noch einen internen Vorentscheid, bei dem Ira verschiedene Songs präsentierte und eine Jury den besten Song auswählen sollte. Ergebnis war, dass in Stockholm nun nicht "Chameleon" sonder "Walk on Water" performt wird. Ein Wirrwar, was bei den maltesischen Fans nicht so gut ankam, es gab sogar Proteste und Anrufer, die ihr Geld zurückhaben wollten. Wie dem auch sei, nun soll es "WoW" sein und Malta schoss prompt in die Top10 der Wettbüros. Und ich muss sagen: für so gut halte ich den Song jetzt nicht. Klar, er geht rein und besonders der Refrain bleibt irgendwie hängen, aber die Strophen sind irgendwie so verzerrt, so überproduziert und total metallisch... man stört sich einfach an diesen "in your face"-Song. Malta will, aber es wirkt einfach zu gewollt. Außerdem zweifle ich, ob das live genauso professionell klingen wird wie im Video... ich bezweifle es irgendwie. Bis jetzt gibt es 5 Punkte und die kleine Hoffnung, dass es in meiner Liste noch weiter nach oben geht für Malta.

Damit würden sich bei mir folgende Länder für das Finale qualifizieren:

1. Österreich: Zoe - "Loin d'ici"
2. Kroatien: Nina Kralijic - "Lighthouse"
3. Estland: Jüri Pootsmann - "Play"

4. Armenien: Iveta Mukutschjan - "LoveWave"
5. Russland: Sergej Lasarew - "You Are the Only One"
6. Ungarn: Freddie - "Pioneer"
7. Island: Greta Salóme - "Hear them Calling"
8. Zypern: Minus One - "Alter Ego"
9. Bosnien & Herzegowina: Dalal & Dean feat. Ana Rucner & Jala - "Ljubav je"
10. Niederlande: Douwe Bob - "Slow Down"


Austria, Croatia, Estonia, Armenia, Russia, Hungary, Cyprus,
Bosnia & Herzegovina, The Netherlands

Ihr seht, ich habe eine sehr starke Top5, bei denen ich wirklich alle Lieder mag. Besonders die ersten drei liefen bei mir rauf und runter ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung. Danach kommt von Platz 6 bis 8 das Mittelfeld, die letzten beiden Plätze sind Songs, die mir am Herzen liegen, die es aber wahrscheinlich schwer haben werden, ins Finale zu kommen. Ich hätte auf Platz 10, rein von den Punkten her, auch Malta platzieren können, allerdings habe ich lieber eine Country-Nummer aus der Niederlande im Finale als den 10. Schweden-Schlager-Pop - sorry Malta! Allerdings glaube ich, dass Malta z. B. den Platz von Bosnien & Herzegowina einnehmen könnte, genauso wie ich an eine Qualifikation von Aserbaidschan rechne... schießlich haben sie es immer ins Finale geschafft, 2011 sogar mit einer Gähn-Nummer gewonnen. Sonst bin ich mir aber ziemlich sicher, dass meine Top5 zumindest ins Finale kommt, anderes würde mich überraschen :D

Und nun zu den ersten drei Ländern, die bereits für das Finale gesetzt und im 1. Halbfinale stimmberechtigt sind, zu drei der BigFive:

Frankreich: Amir - "J'ai cherché"
Frankreich überrascht in diesem Jahr mit einer modernen Pop-Radio-Nummer, die nur allzu gut in den Sommer 2016 passt. Und genau das ist es, was Frankreich in diesem Jahr erreichen könnte: das richtige Lied zum richtigen Zeitpunkt. Schließlich ist im Mai der Frühling im vollen Gange und man schaut schon mit einem Auge zum Sommer hin. Ich traue "J'ai cherché" also durchaus einen Sommer-Hit zu und würde mich freuen, wenn die Nummer gut abschneidet. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen um die Aufmachung. Amir trat im Vorfeld mit vier Backgroundsängerinnen auf, die allesamt Tütüs anhatten und mit einem Schellenkranz mittanzten. Das alles wirkte eher steif und nicht ganz so mitreißend, wie man sich das im Kopf vorstellt. Ich hoffe, man ändert da was in Stockholm und lässt sich was gutes einfallen. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass der Fan-Favorit kläglich scheitert. Von mir gibt's an dieser Stelle allerdings 12 Punkte - einen so tollen Frühlingssong muss man einfach lieben.



Spanien: Barei - "Say Yay!"
Auch diesen Vorentscheid habe ich mir (ziemlich spontan) angeschaut und war von der Qualität eher ein wenig enttäuscht. Spanien backte ziemlich kleine Brötchen und kürte im Anscchluss Barei als Siegerin des Finales. Eine Überraschung, schließlich wählte das Land somit seinen ersten Beitrag, der komplett auf Englisch performt wird. Dabei geht "Say Yay!" total ins Ohr und begeistert ab der ersten Minute. Ursprünglich war ich von der Performance ziemlich enttäuscht, da gab es einige stimmliche Wackler beim Vorentscheid. Diesen Eindruck konnte sie allerdings revidieren, denn bei vielen Promo-Auftritten, z. b. in Amsterdam, Moskau, Tel Aviv oder auch beim ukrainischen Vorentscheid präsentierte sich Barei stimmsicher und mit cooler Performance. Auch das Video lebt von viel Lebensenergie und macht gleich gute Laune. Einziger Punkt, der mich etwas stört: ich aber immer das Gefühl, dass alles zu aufgesetzt wirkt. Irgendwie feiert man es in den ersten 1, 5 Minuten und dann wird's doch langweilig, weil zu sehr "Friede Freude Eierkuchen" verkauft wird. Und ich muss auch sagen, dass mich der Song mittlerweile etwas nervt, was natürlich nichts aussagt, schließlich hört man ihn im Finale nur ein Mal :D Trotzdem: insgesamt ein guter Act, den uns das Sonnenland da schickt, weshalb es von mir 8 Punkte gibt.



Schweden: Frans - "If I Were Sorry"
Nun zu einem vieldiskutierten Act: Frans gewann in diesem Jahr das schwedische Moldifestivalen, welches ich in diesem Jahr zum ersten Mal richtig intensiv verfolgte. Ich war von der Qualität und den Performances echt angetan und hatte auch zwei, drei Favoriten - darunter befand sich aber niemals Frans. Dafür war mir der Track viel zu ähnlich mit dem Song "Catch & Release" von Matt Simons. Und genauso schien es auch den ESC-Fans zu gehen, viele werfen dem Track immer noch vor, er sei geklaut worden. Egal, Schweden lieferte ja auch letztes Jahr ein Stück, welches an ein David Guette-Stück angelehnt war, warum also nicht noch ein zweites Mal ;-) Ich persönlich finde den Song jetzt nicht schlecht, er ist ein totaler Ohrwurm, gleichzeitig mag ich aber die Live-Performance von Frans nicht. Es wirkt immer ein bisschen so, als ob er nicht ganz im Takt sein würde, sondern immer knapp daneben. Gleichzeitig ist der Song natürlich mega modern und wird am Abend des Finales sicherlich seine Fans finden, die in dann in die Top10 voten. Bei mir persönlich schafft er es wohl nicht unter diese, allerdings traue ich ihm einen Mittelfeldplatz zu. Von mir gibt's 6 Punkte und die Hoffnung, dass Schweden im nächsten Jahr nicht wieder ein Lied schickt, welches an ein anderes, bereits verbreitetes Lied erinnert.



Das war's dann schon mit dem ersten Kandidatencheck für das 1. Semifinale nächsten Dienstag! Was sind eure Favoriten? Stimmt ihr mit meiner Rangfolge überein oder haltet ihr mir für komplett bescheuert? :D Lasst mir eure Meinung da. Am Donnerstag geht es weiter mit dem 2. Songcheck zum 2. Semifinale, außerdem wird es am Sonntag meine Prognose zum 1. Halbfinale geben, hier lasse ich persönliche Vorlieben raus und urteile als ESC-Experte - stay tuned!


P. S.: Der Beitrag wurde noch vor den ersten Proben am Montag, 02.05.2016 veröffentlicht, weshalb keine Einflüsse oder Reaktionen auf diese unternommen wurden. Diese werde ich erst nach der 1. Semifinale-Show miteinbeziehen.
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