Album-Rezension: Elaiza - "Restless"

Elaiza begeisterten mich erstmals beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2014 und konnten mich seitdem einen wahren Fan nennen - sowohl die Single "Is It Right" als auch das dazugehörige Album "Gallery" beeindruckten mich ab dem ersten Hören, ersterer Song wurde sogar zu meiner Top-Single 2014. Deshalb ging ich auch zur anschließenden Tour nach ihrem 18. Platz beim Conchita-ESC und was soll ich sagen? Die Mädels hauten mich so richtig um, präsentierten die Album-Tracks in einer unfassbar guten (wenn nicht sogar besseren) Live-Version und zeigten außerdem, an welchen Songs sie gerade arbeiteten. Denn schon vor zwei Jahren, war das große Ziel, ihr 2. Album zu veröffentlichen. Dafür nahmen sie sich ordentlich Zeit und jetzt, zwei Jahre später, erhalten wir das Produkt: "Restless" soll in neue Richtungen gehen und zeigen, dass man Kontrabass und Akkordeon auch in modernem Gewand präsentieren kann.

Wie schon gesagt, ich war großer Fan von "Gallery", da die LP total frisch klang und mich damals einfach abgeholt hat. Es hatte genau die richtige Mischung zwischen Radio-Sound und Folklore-Elementen, welche mich oft in meiner Kindheit umgaben. Wahrscheinlich deshalb feierte ich die Band auch so und war wirklich gespannt auf das, was noch so kommen wird. Und die Wartezeit hat sich gelohnt: Elaiza verzichten zwar auf ihrer zweiten Platte auf Folklore-Sound, beziehen diese aber unterschwellig immer wieder mit ein. Denn hauptsächlich klingt die Platte modern, sehr erfrischend und total nach Sommer. Im wahrsten Sinne des Wortes: Titel wie "Summer Somewhere", "Going on 13", "Stronger Next to You" oder "Workaholic" machen Lust auf Sommer, Strand und Meer und zaubern einen, durch ihre teils ironischen Texte, ein Lächeln aufs Gesicht. Allesamt sind sie tolle Uptempo-Nummern, die sich nicht hinter der 1. Single "Hurricane" verstecken müssen. Diese Single höre ich mir schon seit einigen Wochen an und bekomme irgendwie nicht genug von ihm. Gut, dass deshalb auch ein Remix am Ende des Albums vorhanden ist - zumindest für die, die sich die CD zugelegt haben.


Doch Elaiza wäre nicht Elaiza, wenn sie nicht auch für eine ordentliche Portion Emotionen sorgen würden: die Balladen "Real" und "Gone But Not Gone" bereiten mir Gänsehaut und haben mich wirklich total geflasht. Besonders "Real" hat mir die Tränen in die Augen getrieben - hier hatte ich einen kurzen Moment einen totalen Flashback, denn "Without" auf der ersten Platte hat bei mir die selbe Reaktion hervorgerufen. Ich freue mich wirklich sehr auf die Live-Umsetzung der beiden Balladen, denn Elaiza gehen nämlich wieder auf Tour - doch dazu später mehr.
Gute Album-Tracks gibt es aber noch mehr: "Shooting Star", der Namensgeber "Restless", "Leave Me Alone", "Our Parade" und "No Queen" sind vielleicht nicht für die Singles-Charts gemacht, zeigen aber allesamt neue Facetten und passen perfekt in den Album-Sound. Auch wenn der Refrain in "Restless" manchmal etwas nervt... langgezogene Noten können manchmal eben doch zu lang sein :D

Doch das stört nicht, im Gegenteil: ich freue mich total, wieder auf eine Reise von Elaiza mitgenommen zu werden und genieße die Songs, einer nach dem anderen. Und zum Schluss, bevor der Remix von "Hurricane" kommt, bekomme ich wieder total Lust die Mädels live zu erleben. Denn als 13. Track gibt es einen Live-Mitschnitt der Gitarren-geleitenden Nummer "Be Beautiful". Dieser lässt alte Erinnerungen hochkommen, da er bereits auf der ersten Tour als "Neuer" präsentiert wurde. Ebenso wie "Workaholic". Und beide Tracks haben mich bereits 2014 überzeugt.



Wer jetzt nicht Lust auf das Album bekommen hat, dann weiß ich auch nicht. Elaiza ist eine Band, die von allen total unterschätzt wird, die aber live wahrscheinlich die breite Masse umhauen würde. Echt, authentisch, mitreißend und total emotional präsentieren die Mädels, dass moderne Musik durchaus tiefgründig und trotzdem mit ganz viel Spaß daherkommen kann.
Wer das schon entdeckt hat, weil er die Mädels über den ESC hinaus weiter verfolgt hat, wird sich jetzt sicher fragen, welches Album ich von ihnen für besser halte. Gute Frage, die ich mir auch gestellt habe. Insgesamt war wohl der Instant Appeal, also der Eindruck nach dem ersten Hören, wohl doch etwas größer beim Debüt 2014. Allerdings heißt das nicht, dass ich "Restless" für so viel schelchter halte. Es ist einfach anders. Moderner. Zeitgemäßer. Und reifer. Elaiza zeigen, dass sie sich in den letzten Jahren verändert haben und dennoch wissen, woher sie kommen. Sie legen den Folklore-Sound nicht komplett haben, gehen aber definitiv einige Schritte in die modernere Richtung. Und dieser Prozess ist sehr interessant mitzuverfolgen. Insbesondere der Aspekt, wie sie diese Richtung live rüberbringen. Ich glaube nämlich, dass mich das Konzert nocheinmal mehr für das Album begeistern wird - und dann ähnliche Gefühle wie beim Debüt zustande kommen werden.


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