Album-Rezension: Jamie-Lee - "Berlin"

Bevor es im Mai so richtig los geht mit dem #Eurovision Song Contest Special 2016, höre ich mir, sozusagen zur Einstimmung, das Debüt-Album der deutschen Repräsentantin Jamie-Lee Kriewitz an, die für die Promotion in Stockholm ihren Nachnamen abgelegt hat und jetzt als Jamie-Lee Deutschland vertritt. Drei Wochen zuvor erscheint allerdings ihr Debüt-Album "Berlin", welches sie in Windeseile aufgenommen und produziert hat. Dabei arbeitete sie mit nur einer Songwriterin zusammen, um den Sound zu erreichen, den sie haben wollte. Außerdem wieder mit am Mischpult: "Ghost"-Produzent DJ Thomilla. Dabei entschied sie sich Geschichten zu präsentieren, die sich rund um The Voice of Germany drehen, weshalb sie auch ihr Debütalbum nach der Stadt benannte, in der die Castingshow stattfand.


Mit einem kurzen Blick auf die Playlist, erkennt man einige Songs wieder: neben "unserem Lied für Stockholm", "Ghost", befinden sich auf der Platte die Songs "Berlin" und "The Hanging Tree", die Jamie bereits bei TVOG performte. Sonst gibt es sieben neue Tracks, die es gilt auf genaueste zu untersuchen. Und wie man hört darf man sich auf eine Art Tagebuch einstellen: die Sängerin beschreibt die LP als gefühlvoll, fröhlich und dennoch melancholisch - ein Mix, auf den man sehr gespannt sein darf!

Los geht's mit der LIVE-Rezension. Ich habe mir das Album gerade eben gedownloadet und höre mir gerade "Ghost" an - ich kennen den Track natürlich (haha, wie lustig), aber ich will alle Songs anhören, damit das Album seine ganze Magie entfalten kann ;)

01. "Ghost"
Tjaja: "Unser Lied für Stockholm" begleitet mich jetzt schon seit Dezember letzten Jahres und ich bin immer noch mega verliebt. "Ghost" ist mystisch, stimmgewaltig vorgetragen und geht mir persönlich einfach unter die Haut. Ob das Ganze allerdings in Stockholm funktionieren wird, ist die große Frage. Mein anfänglicher Optimismus schwankt, je näher wir dem Finale kommen, immer mehr. Doch das soll in einem anderen Beitrag gecheckt werden - dort werde ich mich genauer mit den Chancen beim ESC auseinandersetzen - schaut also mal wieder rein und diskutiert über die Chancen in Stockholm mit (:



02. "Lion's Heart"
Ich muss gestehen, dass ich mir gestern vorm Schlafen gehen bereits den zweiten Track, "Lion's Heart", angehört habe. Das Stück ist etwas für alle, die Jamies Stimme lieben, sowohl die tiefen Parts als auch die ganz hohen Töne. All das bietet sie in dem zweiten Song und liefert einen stimmgewaltigen Nachfolger von "Ghost". Besonders der Refrain mit seinem "Hallelujah" geht total rein und schafft was sehr Einzigartiges. Musikalisch ist Jamies Stimme im Vordergrund, trotzdem hört man moderne Produktionselemente heraus. Mir gefällt's total gut.

03. "Mine"
Uiiii, wird's jetzt elektronisch? Ja, das wird es. Besonders die Strophen haben so einen metallischen Sound. Dabei sind diese eher tief und der Refrain explodiert dann. Es wird wirklich deutlich, was für eine grandiose Stimme die Sängerin hat, besonders in den letzten beiden Songs. Jamie schafft was Einzigartiges und kombiniert hiermoderne Sounds mit ganz großer Stimme. Inhaltlich geht es darum, dass Jamie-Lee ihre Zeit verschwendet hat, an einen Typen, der gar nicht ihr gehört.
"Mine" könnte ich mir wirklich mega gut mit einem tollen Video vorstellen. Ob das als Single nach dem ESC in Frage kommt? Wir werden sehen (:

Weiter geht's mit "Berlin", den ich bereits vor Albumveröffentlichung erhalten habe, da ich das Album vorbestellt habe. Meine Gedanken dazu lest ihr hier:

04. "Berlin"
Diesen Song performte Jamie, wie schon erwähnt, bei TVOG. Die Performance wird als Highlight der Staffel beschrieben und da muss ich zustimmen: "Berlin" ist so ein Gänsehaut-Song und zeigt, dass Jamies Stimme nicht viel braucht: ein wenig Gitarre, ein wenig Hall und schon wird man in eine anderen Welt mitgerissen. "Berlin" ist für mich schon ein kleiner Höhepunkt, ohne dass ich die anderen Songs kenne! Wenn der Rest jetzt genauso gut ist, dann wird das Album rauf und runter gespielt werden :D

05. "Home"
Weiter geht's mit dem wieder elektrischen, dennoch etwas erdigeren (gibt's das Wort? :D) "Home". Mit den Trommeln im Hintergrund, hätte das auch beim Vorentscheid antreten können. Der Chor im Hintergrund gefällt mir hier total gut und auch die Produktion des Songs ist einfach total stimmig - DJ Thomilla macht da einen guten Job und hat sich mit Jamie eine sehr zu ihm passende Sängerin geholt. Insgesamt ein guter Track, der viel zu schnell vorbeiging.



06. "Wild One"
WOW!! Erstmals muss man richtig auf den Text hören und ist begeistert. Jamie-Lee singt wie selbstbewusst sie ist und sich nicht für einen anderen hergibt, der sie nicht so nimmt wie sie ist. Sie sei einfach ein wildes Ding, welches für niemanden den Freak spielt. Das passt wie die Faust auf's Auge und klingt MEGA. Neben "Ghost" und "Berlin" definitiv mein Liebling! Krass, JAMIE RAPPT!!!! MEGA! Ich bin wirklich sprachlos. Das hört sich richtig geil an. Der Song macht fast "Ghost" Konkurrenz. Ich bin das erste Mal richtig baff. Krass! Ich hab ja bis jetzt mit diesem Sound gerechnet, aber das konnte man nicht erwarten. MEGA GEMACHT, JAMIE!

07. "The Hangig Tree"
Dieser Song durfte natürlich nicht fehlen: Jamie performte ihn schon bei der Deutschland-Premiere von "Die Tribute von Panem: Mockingjay Part 2" und begeisterte dort Fans und Journalisten. Und auch bei TVOG war das Cover eingeschlagen wie eine Bombe. Hier bekommen wir eine ausproduzierte Version, die viel mehr Beat hat als das Original. Insgesamt passt der Track natürlich zu dem Album, auch wenn er etwas akustischer und weniger elektronisch daherkommt. Ich könnte jetzt meckern, dass man auf dem Album zwei Cover findet und man da ja was eigenes hätte machen können. Tu ich aber nicht. Weil es mir gefällt und ich drauf stehe ;-)

08. "Visions"
Zu dem modernen Elektro-Pop-Sounds gesellen sich jetzt rockigere Töne und härtere Sounds. Dabei konzentriert man sich natürlich trotzdem noch auf Jamies Stimme, lässt allerdings einen neuen Einfluss einfließen. Dabei ist die Geschichte sehr visuell und total mystisch gehalten, hier könnte man sich sehr gut ein Musikvideo vorstellen. Ob sie hier ihre Gefühle rund um den ESC verarbeitet? "High skylines/I see visions of what could be/in the colours of the skyline/I fear for the first time" - hört sich doch alles so an, oder? Keine Sorge, Jamie. Du wirst von den deutschen Fans vor Ort unterstützt werden und auch der Rest Deutschlands wird sich spätestens am 14. Mai in dich verlieben, ganz sicher.

09. "Remember the Rain"
Nun zur ersten Ballade, auch wenn diese wieder sehr elektrisch angehaucht ist. Der Song ist total ruhig, geht im Refrain aber mehr raus und wird dort zum Ohrwurm. Für mich hat Jamie-Lee dieses mystische, was man gar nicht so wirklich beschreiben kann. Besonders in diesem Song wird das deutlich. "Remember the Rain" ist sehr emotional und kommt, wegen seiner modernen Produktion und den Einsatz der Geigen, sehr gefühlvoll rüber. Dazu noch Jamies Stimme und man hat mich, so leicht geht's. Ein weiterer Favorit der LP!

10. "Last Dance"
Das Album schließt, wie es begonnen und sich weitergezogen hat: elektronisch, modern und stimmgewaltig. "Last Dance" wurde bestimmt wegen seinem Titel auf die zehn gesetzt und geht wieder sehr leicht ins Ohr. Jamies Stimme kommt wieder gut durch und man ist irgendwie fasziniert.

FAZIT:
Und nach zehn Tracks ist es schon wieder vorbei. Jamie-Lees Debüt-Album wurde halt doch innerhalb weniger Wochen aufgenommen und produziert, weshalb man wohl lieber auf Qualität als auf Quantität gesetzt hat. Produktionstechnisch lässt sich hier wirklich an gar nichts meckern. Jamie-Lee hat kein 0815-Pop-Album geschafft, sondern geht sowohl vom Sound als auch von der Art ihres Gesangs und der Erzählungen, ihren eigenen Weg. Die Einzigartigkeit und Magie von "Ghost" wird quasi fortgesetzt und entfaltet erst richtig seine ganze Kraft. "Berlin" ist sicherlich kein Single-Album, aus welchem man fünf erfolgreiche Singles auskoppeln kann, sondern besticht eher durch das Zusammenspiel der zehn Songs. Da wird's dann hier mal etwas elektronischer, da mal etwas danciger, hier akustisch und dort wird gerappt - all das bietet uns die 18-jährige Sängerin innerhalb von total schnell vorbeiziehenden zehn Songs, was wirklich meinen tiefsten Respekt verdient. Ja, ich hätte mir gerne mehr Songs gewünscht, klar, wenn diese zehn schon so gut sind, dann hätten zwei weitere Tracks nicht geschadet. Trotzdem kann man sagen: reinhören lohnt sich auf jeden Fall. Ich gönne Jamie-Lee ein Top10-Album, schließlich wäre das der perfekte Start in ihre Eurovision-Reise. Ob sie das schaffen wird? In einer Woche wissen wir es.

Das #ESC-Special 2016 startet am 01. Mai - stay tuned!

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