Album-Rezension: Elle King - "Love Stuff"

Es war ein Experiment: Im Januar stellte ich euch vor die Wahl, welches von insgesamt vier Alben ihr gerne rezensiert haben möchtet. Eigentlich sollte die von der Community gewählte Entscheidung dann im Februar online gehen, doch dieser war so voll mit dem Special zum deutschen ESC-Vorentscheid 2016, dass ich einfach gar nicht dazu gekommen bin. Doch das hat sich in dieser Woche geändert: da saß ich nun auf meinem Sofa und hörte mir "Love Stuff" von Elle King an. Die Sängerin ist in Amerika der Country/Rock-Newcomer des letzten Jahres und überzeugte bei uns mit der Single "Ex's & Oh's", welchen sie beim The Voice of Germany-Finale performte.


Und genau deshalb interessierte mich auch der dazugehörige Longplayer: "Ex's & Oh's" ist wirklich ein richtiger Kracher und ich fragte mich, ob da das Album mithalten kann. Diese Frage muss ich geteilt beantworten - dazu komme ich jedoch später. Konzentrieren wir uns lieber auf die Songs auf "Love Stuff", die "Ex's & Oh's" das Wasser reichen können. Dazu gehören die rockigen Nummern "Where the Devil Don't Go", "America's Sweetheart" und "I Told You I Was Mean". Letzterer hat sehr soulige Elemente, was mir wirklich sehr gut gefällt. Das sind alles Songs, die man sich gut als Singles vorstellen kann ("America's Sweetheart" wurde in den USA bereits als dritte Single veröffentlicht).

Doch dann die große Wende: eigentlich rechnete ich mit einem coolen, lässigen und mit Uptempo-Songs beladenen Album, nur um festzustellen, dass "Love Stuff" vornehmlich mit Balladen bestickt ist. Elle King beweist, dass sie auch langsame Nummern durchaus kann, so überzeugen "Kocaine Karolina", "Make You Smile" und der Abschlusstrack "See You Again" durch viel Gefühl, den Einsatz von Folk-Elementen und Kings unverwechselbarer Stimme. Gleichzeitig gefallen mir die langsamen Nummern "Song of Sorrow" und "Ain't Gonna Drown" überhaupt nicht. Hier fehlt einfach was und der Funke will einfach nicht überspringen. Selbes gilt für die eher rockigen Tracks "Under the Influence" und "Jackson". Besonders ersterer ist mir viel zu viel Krach und hat für mich nichts mit guter Rock/Pop-Musik zu tun. "Jackson" ist da nicht ganz so schlimm, überzeugt aber auch nicht wirklich. Ebenso wie der Midtempo-Track "Last Damn Night". Da fehlt einfach was.

Ihr seht also: bei mir bleibt ein gemischter Eindruck. Einerseits gibt es wirklich viele gute Nummern auf der LP, andererseits überzeugen mich auch viele so gar nicht oder sind einfach viel zu belanglos, um bei mir das Gefühl auszulösen, ich müsste mir die LP noch einmal anhören. Ich war drauf und dran mit die CD zu kaufen, als ich eines Nachmittags spontan im CD-Laden stand, habe es dann aber aus verschiedenen Gründen nicht getan. Und ich muss sagen, dass ich diese Entscheidung nicht bereue. Abschließend ist Elle King für mich also wirklich eine Single-Frau: ich werde veröffentlichte Songs anhören, die Alben bleiben für mich voraussichtlich uninteressant. Sorry, darling!


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