Unser Lied für Stockholm: Der Kandidatencheck - Ella Endlich - "Adrenalin"


& schon geht es weiter mit dem nächsten Check!
Als die Liste der Teilnehmer veröffentlicht wurde, freuten sich viele eingeschworene ESC-Fans: endlich wieder Schlager beim Vorentscheid! Ella Endlich, eine wohl bekannte Sängerin der Schlagerszene, war nämlich als Teilnehmer sichere Sache! Und obwohl man bis dahin "Adrenalin" noch gar nicht hören konnte, freute man sich darüber, dass der NDR eine Sache verstanden hat: deutschsprachige Musik und Schlager ist im Moment so modern, dass man diesen einfach beim Vorentscheid auch eine Chance geben musste.

Ella & die Musikkarriere
Jaja, die Jaqueline (kein Witz!) hat schon viel erlebt: als Junia verzeichnete sie mit englischsprachigen Titeln erste Erfolge und konnte sich mit ein paar Nummern in den Top100 der Singles Charts positionieren. Währenddessen absolvierte sie eine Musicalausbildung und trat in vielen auf, wie z. B. in Grease, Ariel, die Meerjungfrau oder Das Phantom der Oper.
Im Jahr 2009 veröffentlichte sie zum Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, den Titeltrack "Küss mich, halt mich, lieb mich", welcher bis auf Platz 12 der Singles Charts kletterte - Ellas größter Erfolg bis dato. Die dazugehörigen Alben liefen da nicht so erfolgreich: ihr erstes Album "Da" platzierte sich auf der 5, die zweite LP erreichte lediglich Platz 94 und hielt sich dort für eine Woche. "Die süße Wahrheit", ihr drittes Werk erging es nicht besser: Platz 92 und ebenfalls nach einer Woche raus. Erfolg ist anders, aber immerhin: Ella tourt mit Carmen Nebel und reizt den Erfolg von "Küss mich, halt mich, lieb mich" total aus. Nachdem sie im letzten Jahr Plattenlabel und Management gewechselt hat, möchte sie nun richtig durchstarten und präsentiert am 25. Februar den Song "Adrenalin" aus dem am 26. Februar 2016 zu veröffentlichenden Album "Träume auf Asphalt".

"Adrenalin" auch bei der Inszenierung:
"Adrenalin" ist eine Pop-Dance-Schlager-Nummer, bei der alle sofort sagen werden: das ist wie Helene Fischer und "Atemlos". Tja, ich weiß, was damit gemeint ist, allerdings muss ich sagen: stilistisch ja, allerdings ist der Track meilenweit von "Atemlos" entfernt. Die Strophen sind total gut, aber der Refrain klingt sehr schwach und die Strukturen und Wechsel der Noten lassen (leider) vermuten, dass sich das Ganze live nicht so gut anhören dürfte - hier geht Ella nämlich teilweise in die Kopfstimme und es gibt ominöse Wechsel von Tonhöhen. Hört sich komisch an, ist es auch. Zwar bleibt der Track irgendwie hängen, aber man weiß nicht so ganz, ob man das für gut oder schlecht halten soll :D In dem untenstehenden Video performt sie den Song acapella und man merkt: die hohen Töne funktionieren hier, aber wie sieht es aus, wenn sie den Song auch (tänzerisch) performen muss? Das wird sich am Vorentscheidsabend zeigen!


Bei der Inszenierung musste ich echt nachdenken. Ich stelle mir Ella in modernem Kostüm vor (was auch immer das heißt), vier Backingsängerinnen hinter ihr. Sie fängt hinten an und läuft selbstbewusst mit den Mädels nach vorne. Es wird versucht Partystimmung zu machen und die Menge einzuheizen. Dabei flackern Lichter auf, vielleicht leichte Pyrotechnik hier und da. Was anderes kann ich mir nicht vorstellen. Ich könnte mir vorstellen, dass es der Track damit in das gute Mittelfeld schafft.


Ob die Zuschauer das "Adrenalin" auch spüren können?
Ich muss ehrlich sagen: ich wollte diesen Song mögen. Ich bin jetzt nicht DER Schlager-Fan, aber bei sowas wie "Atemlos" ist man natürlich schon abgegangen. Und das hatte ich mir auch von "Adrenalin" gewünscht. Ich will nicht sagen, dass die Hoffnung total verloren ist. Mit einer guten Live-Stimme, einer ansteckenden Performance und einem guten Bühnenbild kann ich mir durchaus vorstellen, dass Ella Endlich weiter vorne landet - aber für den Sieg wird es wohl doch nicht reichen, dafür ist der Song einfach zu schwach und die Konkurrenz wahrscheinlich besser.
Sollte der Track nach Stockholm kommen, glaube ich nicht an ein Wunder. Vielleicht gibt es doch noch die ein oder anderen Schlagerfans, die sich an frühere deutsche Zeiten zurückversetzt fühlen, die dann ein, zwei Pünktchen vergeben mehr nicht - Deutschland würde wieder im hinteren Achtel landen und sich somit keinen Gefallen tun. Leider.
Der Song ist wirklich okay, ja, man kann ihn sich sogar mehrmals anhören, aber er reißt einfach nicht so mit, wie er es tun sollte. Fazit: ganz okay, aber eben kein perfekter Beitrag für den ESC - schade!



P. S.: Einige Tage nachdem ich diesen Kandidatencheck geschrieben habe, musste ich zugeben, dass mir der Track trotzdem irgendwie im Kopf geblieben ist. Gar keine Chancen würde ich ihm also nicht zugestehen, ganz im Gegenteil: irgendwie würde ich ihm das Superfinale gönnen.


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