Album-Rezension: SIA - "This Is Acting"

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Vorgänger "1000 Forms of Fear"
Nachdem die Welt aufschrie als Rihanna ihr neues Album veröffentlichte (ohne jeglichen Pop-Hit) suchten viele Musikliebhaber nach Alternativen - und fanden diese bei der Australierin SIA. Diese ist als Songwriterin von weltweiten Hits wie "Diamonds" oder dem David Guetta-Track "Titanium" bekannt und schaffte es in den letzten Jahren zur internationalen Popularität. Mit ihrem Album "1000 Forms of Fear" und der Single "Chandelier" platzierte sie sich in den Top10 weltweit und war so erfolgreich, wie fast keine andere Australierin in den Jahren 2013/2014. Das alles obwohl SIA sich dazu entschied, ihr Gesicht nicht zu zeigen und immer mit viel zu großen Perücken oder Hüten aufzutreten, begleitet von Tänzern, die ihren Performances Dynamik verleihen.


Und nun, fast zwei Jahre nachdem ihr Album "1000 Forms of Fear" durch die Decke ging, veröffentliht SIA ihr nächstes Werk - welches sich komplett vom Vorgänger unterscheidet. Warum? Das Album besteht nur aus Songs, die die Sängerin ursprünglich für Stars wie Beyoncé, Rihanna, Demi Lovato oder Adele schrieb und die diese schlussendlich ablehnten. SIA zweifelte jedoch nicht an deren Qualität und beschloss, ein Konzept-Album zu veröffentlichen und in die Rollen der Songs zu schlüpfen - weshalb der Name "This Is Acting" auch Sinn macht.

Als Vorab-Bote lieferte sie uns "Alive", ein Track, der ursprünglich für "25" von Adele geplant war, der es aber nicht auf die finale Tracklist schaffte. SIA nahm den Song zurück, arbeitete weiter an ihm und veröffentlichte den Song als erste Single. Dieser ist so emotional wie kaum ein anderer SIA-Track und zeigt die Sängerin von einer sehr emotionalen Seite. Für mich gehörte er zu den besten Singles des letzten Jahres und stellte für mich den perfekten Vorboten dar.
Doch damit nicht genug: SIA veröffentlichte bis zum Erscheinungsdatum der LP immer wieder Promosingles und trat mit verschiedenen Tracks in Fernsehsendungen auf. "Brids Set Free", ein weiterer Adele-Track, wurde als erstes veröffentlicht und ist für mich ein außergewöhnlicher, starker und sehr eingängiger Song, der deshalb der perfekte Album-Opener ist!

Kommen wir nun zu den regelrechten Hits der Platte: "Cheap Thrills" ist ein Track, der ursprünglich für Rihanna geschrieben wurde, und DER Ohwurm des Albums. Er geht schnell rein und bleibt dort auch sehr lange drinnen. Ich könnte mir echt gut vorstellen, dass dies der nächste Club-Hit weltweit wird. Kein Wunder also, dass SIA ihm eine Single-Version mit  Sean Paul gegönnt hat und kurz nach Album-Veröffentlichung ein Lyric Video dazu veröffentlichte - Welt, macht euch gefasst, wir tanzen bald wieder mit Sia ;-) Ebenfalls ein Hit, wenn nicht sogar DER HIT der LP ist "Move Your Body". Dieser ist ebenfalls ein Party-Track, der allerdings viel mehr abgeht und im Refrian regelrecht explodiert. Wenn das keine Single wird, dann weiß ich ja auch nicht.



Ebenfalls Promotionanl Singles: "One Million Bullets" und "Reaper". Letzterer machte die große Runde, weil ihn Kanye West produzierte, usprünglich für Rihannas Studioalbum "ANTI".. Jetzt landetete er auf Sias Album und spiegelt einen schönen Album-Track wieder, bei dem man nicht unbedingt an Yeezus denken muss, außer man hört sich den Song im Detail an. Selbes gilt für "One Million Bullets", nur das dieser sehr viel emotionaler daherkommt und deshalb ebenfalls total überzeugt. Für mich eine eher typische Sia-Nummer, die wir schon aus den "1000 Forms of Fear"-Zeiten kennen. Apropos letztes Album: auch der Track "Unstoppable" hätte da gut drauf gepasst. Sehr dunkel, kantikge Beats und die Geschichte bereitet einem einfach Gänsehaut - Sia-Shit zu 100 %.

Doch das Album besteht ja nicht nur aus bereits bekanntem Stoff. Gut die Hälfte der LP kennt man nicht, wenn man sich die Platte das erste Mal anhört. "House of Fire", "Broken Glass" und "Footprints" sind z. B. tolle Midtempo-Nummern, die das Album durchaus berreichern. "Footprints" ist dabei eine wunderschöne Midtempo-Ballade, die besonders im Refrain sehr stark ist. Wer es eher experimentell und nicht zu emotional mag, dem bietet SIA "Sweet Design". Hier zeigt sie, dass sie nicht nur Songs anderer Künstler interpretieren kann, sondern eigenständige Substanz hat (nicht, dass sie das irgendjemanden beweisen müsste). Dafür, dass der Track so stark ist, ist er leider mit einer Spielzeit von 2:25 Minuten etwas kurz.



Zum Abschluss der LP bietet uns SIA wieder einen eher dunklen, schwereren und für ihre Verhältnisse wenig produzierten Song an, der vielleicht nicht ganz so eingängig ist, aber eben trotzdem, aufgrund seiner Eigenart, hervorsticht. "Space Between" fasziniert und dürfte v. a. alteingesessenen Fans gut gefallen. Er ist vielleicht nicht ganz so auf kommerziellen Erfolg ausgerichtet wie die anderen Nummern, trotzdem gefällt er (wahrscheinlich gerade deshalb) sehr gut und bleibt, nachdem man alle zwölf Tracks gehört hat, hängen. Ein faszinierendes Ende für ein faszinierendes Album.

Wie man sieht ist mein Eindruck von der Platte sehr positiv. SIA liefert mit "This Is Acting" die erste richtige Pop-Platte 2016, die man sich von Rihanna gewünscht hätte und von einer Katy Perry erwartet. Dabei bedient sie sich an Songs, die zwar sehr einfach gestrickt sind, allerdings genau deswegen überzeugen (wie so oft bei großen Pop-Hits). Trotzdem schafft sie es, die Brücke zu schlagen und sich selbst als Künstlerin nicht zu verlieren. Die Künstlerin, die auf "1000 Forms of Fear" so überzeugend gezeigt hat, dass man seinen ganz eigenen Weg gehen und damit weltweilt erfolgreich sein kann. "This Is Acting" mag nicht ganz so stark wie sein Vorgänger sein, er ist aber gleichzeitig auch gar nicht vergleichbar mit ihm, da, wie der Name schon sagt, SIA schauspielert. Sie schlüpft in diese Songs, macht sie dennoch zu ihren und überzeugt deshalb mit vielen Pop-typischen Sounds und Effekten. Viele Fans des Mainstream-Pops (mich eingeschlossen) wird die Platte überzeugen und sie spätestens jetzt zu eingeschworenen SIA-Fans machen. Mich nicht. Ich war es nämlich schon, seit sie mit "1000 Forms of Fear" in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit getreten ist. Und werde es voraussichtlich auch für immer bleiben.


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