Unser Lied für Stockholm: Der Kandidatencheck - AVANTASIA - "Mystery of a Blood Red Rose"

Herzlich Willkommen zum dritten Kandidatencheck!
Diesmal geht es um eine Metal-Band, von der ich persönlich noch gar nichts gehört habe, die aber anscheinend doch sehr bekannt und erfolgreich in Deutschland und Europa sind. Die Rede ist vom Projekt des deutschen Sängers Tobias Sammet, AVANTASIA. Dieses gibt es seit 1999 und produziert Metal-Opern mit verschiedenen Themen und Einflüssen. Dabei holt sich der sänger Tobias immer wieder Gastmusiker ins Boot und versucht dabei seinen ganz eigenen Musikstil zu kreieren. Ob dieser Stil auch was für die ESC-Bühne ist, gilt es bei "Unser Lied für Stockholm" herauszufinden.

Die Geschichte des Power-Metal-Sängers:
Wie schon gesagt, das Projekt wurde 1999 von Tobias Sammet gegründet und ist seitdem in verschiedener Besetzung auf Tour durch Europa unterwegs. Dabei sind die Alben so aufgebaut, dass sie eine Geschichte begleiten, die man im Album-Booklet nachlesen kann. Dabei passen also die Songs zu einzelnen Abschnitten oder Punkten in der Geschichte und unterstreichen die dazugehörigen Emotionen. Es gibt nunmehr schon sechs Studioalben, der erfolgreichste Longplayer in Deutschland ist die letzte Platte "The Mystery of Time" mit einer Höchstposition von Platz 2 - das schaffte auch das vierte Studioalbum 2010. 2016 soll das Nachfolgewerk "Ghostlights" folgen, aus der auch "Mystery of a Blood Red Rose" ausgekoppelt wurde - und mit dem sie nun auch beim Eurovision Song Contest überzeugen möchten. Der Song erinnert mich ein bisschen an "Don't Stop Believing" von Journey oder an einige Midtempo-Nummern von Jon Bon Jovi... oder eben auch an Rock-Songs der 80er im Allgemeinen :D


Gedanken zur Inszenierung:
Auch hier ist klar: die Performance muss den Song unterstreichen, etwas Halbherziges auf der Bühne zu präsentieren würde nicht funktionieren, da er eben nicht DER Ohrwurm ist wie "Satellite" damals. Ich stelle mir die Bühne in einem roten Gewand vor, viel Wind und die Band sichtbar auf der Bühne. Krasse Klamotten (wie auf dem Promo-Foto), viel Feuer, einige Nebelschwarten und wie es sich für Rocker gehört: sonst nichts. Eine energiegeladene Performance dazu und schon hat man die perfekte Rock-Inszenierung (zumindest in meinem Kosmos).
Blöd wäre, wenn man auf eine aufwendige Produktion verzichten würde und man den Live-Charakter betonen möchte... langweilig und öde. Wir wollen Show und wenn man uns die nicht gibt, dann ist es zum Scheitern verurteilt!




Chancen auf die "rote Rose":
Schaut man sich in Foren um, ist die Freude über die Teilnahme der Band ziemlich groß: viele Fans sind begeistert und wünschen sich einen Sieg. Auch ESC-Fans in Foren, die die Band vorher nicht kannten, sind positiv und betonen immer wieder, dass das mit einer guten Bühnenperformance gut werden könnte. Der Meinung bin ich auch. Der Track ist nicht einer, den ich mir immer wieder anhören würde oder den ich mir im Radio vorstellen könnte. Ich glaube auch nicht, dass er bei einem Gewinn zum Überhit des Jahres wird. Allerdings glaube ich, dass er live einfach überzeugen und das Projekt richtig überraschen kann. Die meisten Zuschauer beschäftigen sich vorher nicht mit den Künstlern und werden nach den letzten Jahren wahrscheinlich mit so einer Art Act nicht rechnen - das muss man nutzen und die Zuschauer (positiv) überraschen. Wenn man dies tut, schließe ich einen Sieg beim Vorentscheid nicht aus.
Ob das beim ESC-Finale klappen könnte? Auch hier denke ich durchaus: Ja! Mit der richtigen Inszenierung, einer guten Live-Performance und einer überzeugenden Stimme könnte das bei einigen Fans gut ankommen. Außerdem wäre es mal was komplett anderes als die vorherigen Jahre in diesem Jahrzehnt. Wie gesagt: dies entspricht gar nicht MEINEM Musikstil, allerdings fände ich es spannend zu sehen, wie Europa darauf reagieren würde. Für mich vielleicht kein Favorit, allerdings ein Act, den man im Auge behalten sollte.


EDIT: Als hätte ich es geahnt, dass es so kommt! Der Lead-Sänger Tobias Sammet verriet in einem Interview, dass die Band weniger auf Inszenierungen und mehr auf die Band setzen würde. Wie kann man bei so einem Song NICHT auf die große Inszenierung setzen? Mit der Begründung "Beethoven hatte auch keine Pyrotechnik" schmetterte er es einfach ab. Naja... du bist aber halt auch nicht Beethoven. Insgesamt wirkt das auf mich sehr aufgesetzt und total kindlich. Trotzdem will ich jetzt noch nicht völlig ausrasten, AVANTASIA veröffentlichten vor kurzem das offizielle Video von "Mystery of a Blood Red Rose" und da wird ebenfalls inszeniert bis zum geht nicht mehr - hoffen wir einfach, dass auch die Live-Performance in so eine Richtung geht :D

HIER gelangt ihr zur dreiminütigen Version von "MoaBRR"

Liest man das Interview komplett, wird einem schnell klar: da nutzt jemand den Vorentscheid um auf seinen Song aufmerksam zu machen und nicht, weil er Bock auf den ESC hat. Damit hat es sich die Band echt bei mir verscherzt. Tobias wirkt sehr unsympathisch und so, als ob er völlig über dem Vorentscheid und dem ESC steht, als wäre er was viel besseres. Bleibt dieser Eindruck auch beim Vorentscheidsabend bestehen, sind sie für mich raus - egal wie die Performance ist!

Neulich entdeckt:

Da läuft man nichtsahnend zur Universität und stolppert über dieses Plakat:


Die Band bzw. ihre Fans (ihr Fanclub?) geben sich wie es aussieht alle Mühe um Stimmen für den 25. Februar 2016 zu generieren. Mein schlechtes Bild nach dem oben genannten Interview hat sich ein wenig sensibilisiert. Ich finde es nämlich richtig gut, dass der Act bzw. seine Fans für die Band wirbt und alles tut, um zu gewinnen. Hier kann man sehen, dass es der Band eben schon nahe liegt, den Vorentscheid zu gewinnen um anschließend nach Stockholm fahren zu dürfen. 
Coole Aktion, die jeder Act durchführen sollte - auf welche Art auch immer!

Hier kommt ihr zu den anderen Kandidatenchecks:



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Hier kommt ihr zu den Beiträgen zum deutschen Vorentscheid 2016:






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Single-#Update im Januar                              Silbermond - "Leichtes Gepäck"

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