Unser Lied für Stockholm: Der Kandidatencheck - Keoma - "Protected"


Herzlich Willkommen zum nunmehr 2. Kandidatencheck!
Das Cover ihres Debütalbums
Ein völliger Newcomer im Teilnehmerfeld, von dem wohl wirklich die wenigsten jemals gehört haben dürften, ist die Band Keoma. Diese besteht aus Kat Frankie, einer australischen Musikerin und dem Kölner Chris Klopfer. Das Duo veröffentlicht sein, nach dem Bandnamen benanntes, Debütalbum am 29. Januar 2016 und präsentieren zuvor die erste Single "Protected". Verkauft werden die Songs als melancholischer Synth-Pop, der von den Sängern selbst geschrieben wird. Kat verriet in einem Interview, dass "Protected" sich von der Platte unterscheidet, da sie mal ausnahmsweise singt, sonst würde Chris 60-70 % der Stücke singen. Außerdem sei der Song ganz leicht an einem Abend entstanden und fühlte sich deshalb so gut an. Man merkt ihr an, dass sie Bock auf Stockholm hat und versuchen wird, alles rauszuholen.


Die kurze Geschichte der Außenseiter:
Die beiden lernten sich nach einem Konzert von Kat in Köln kennen und merkten ziemlich schnell: das passt! Seitdem tingeln sie zwischen Berlin (Kats Wahlheimat) und Köln und senden sich per Dropbox-Link gegenseitig Ideen. Dabei stammen die Ideen und Texte meist von Chris, Kat produziert diese aus und fügt ihre elektronischen Klänge hinzu. Die Band lässt sich außerdem von Filmen inspirieren und arbeitet auch an Solo-Projekten.
Das war's dann auch schon. Die Band gibt es gar nicht so lange, weshalb die Bandgeschichte dementsprechend kurz ausfällt - egal, dann hat man mehr Zeit zur Besprechung der Inszenierung ;-)

"Protected" - ein Song, der polarisieren wird
Ehrlich: der Song bringt nicht wirklich viel mit sich. Er wirkt sehr filigran, in sich zurückgekehrt und eher monoton - wenn nicht sogar langweilig. Ich würde mir den Song privat nicht wirklich anhören, dafür ist er mir zu schwer und zu nichtssagend.  Allerdings erinnert er mich an ein Stück aus dem letzten Jahr: als Lettland sich für "Love Injected" von Aminata entschied, mochte ich den Song wirklich überhaupt nicht. Er war mir viel zu extrem und viel zu eigenartig. Als er dann in Wien auf der Bühne performt wurde, verliebte ich mich sofort in die Inszenierung und das Stück. Der Song war ebenfalls sehr sperrig und gab nicht viel her, aber perfekt insziniert funktionierte er (siehe dazu das Video unten). Genau das könnte auch bei "Protected" der Fall sein. Wenn man es schafft, den Song so darzustellen, dass er eine Geschichte erzählt und den Zuschauer fesselt, könnte das was werden. In den Promo-Fotos sieht man die zwei in einem Auto sitzen. Dieses Element könnte man übernehmen, indem z. B. als Background ein fahrendes Auto zeigt. Oder man arbeitet wie beim Album-Cover mit Wasser - all das sehr dunkel und mystisch inszeniert, gleichzeitig eine sehr "nahe" Kameraführung, die sich auf die Sängerin konzentriert, die in einem langen Abendkleid auf der Bühne steht.


Allerdings habe ich schon die ersten Bedenken, dass es wirklich zu solch einer Inszenierung kommt: in einem Interview mit eurovision.de verriet die Australierin, das Duo würde mit Band auftreten - ein erstes Indiz, dass es zu einer 0815-Inszenierung kommt? Wir werden es sehen. Bis dahin kann man sich das Video zum Song ansehen - vielleicht wird ja auch die Geschichte des Videos auf der Bühne erzählt?



Die Chancen des melancholischen Synth-Pop
Ehrlich: ich bin kein Fan von der Nummer. Sie ist mir zu sperrig und geht überhaupt nicht ins Ohr. Jedes Mal höre ich mir sie an und nach 5 Minuten könnte ich keine einzige Stelle mehr wiedergeben - kein gutes Zeichen, wenn man bedenkt, dass man am 25. Februar noch neun weitere Tracks hört, von denen manche wohl besser im Kopf hängen bleiben. Ganz zu schweigen vom eigentlichen ESC-Event, bei dem wir wahrscheinlich 29 weitere Beiträge zu hören bekommen werden. Die einzige minimale Chance, die ich der Nummer geben, läuft über die Inszenierung und da habe ich dann wirklich bedenken. Entweder man schafft etwas Einzigartiges oder es floppt. Und genau das ist das Problem: entweder die Nummer überrascht (sowohl beim Vorentscheid als auch beim ESC) oder sie geht gnadenlos unter. Ein Risko was nach den 0 Punkten letztes Jahr ziemlich groß scheint - andererseits hat man nichts zu verlieren, oder?
Ich bin kein Fan davon, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Bis dahin werde ich der Nummer allerdings keine große Beachtung schenken, weshalb ich der Meinung bin
"No Way!" wird das der deutsche Kandidat beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm.


P. S.: Ich möchte diesen Act überhaupt nicht schlecht machen, ich persönlich mag den Song einfach nicht so. Andererseits bin ich wirklich total gespannt, wie damit gearbeitet und wie er dann anschließend präsentiert wird. Ich finde, dass die Band bestimmt etwas zum Vorentscheid beitragen werden und ich bin sehr froh, dass sie dabei sind. Nicht, weil ich totaler Fan bin, sondern weil ich es positiv sehe, dass der NDR mal was wagt und eine Nummer mitaufgenommen hat, die eben kein klassischer Pop-Song ist sondern etwas Außergewöhnliches - und genau das hat mir an den letztjährigen Vorentscheiden gefehlt! Deswegen: Respekt und Daumen drücken, dass der Song gut inszeniert wird - denn der gutgläubige ESC-Fan in mir will einfach das es was Besonderes wird :D


Hier kommt ihr zu den anderen Kandidatenchecks:



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Hier kommt ihr zu meinen  Beiträgen zum deutschen Vorentscheid 2016:





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