Album-Rezension: Rachel Platten - "Wildfire"

Diese Künstlerin erinnert mich von der Erfolgsgeschichte etwas an Meghan Trainor, allerdings ist sie musikalisch Welten von dieser entfernt: Rachel Platten ging im letzten Jahr durch die amerikanische Decke, denn ihr Hit "Fight Song" konnte sich bis auf Platz 6 der Billboard Charts hoch kämpfen und katapultierte Rachel zu DEN Newcomern 2015. Obwohl diese schon zwei Alben vorher veröffentlichte (allerdings ohne großes Label), konnte sich der Erfolg bis "Fight Song" nicht wirklich einstellen. Und plötzlich ging es ganz schnell: Top10-Single, Top20-EP und Promotion-Tours zum Abwinken. Daraufhin musste einfach ein Album folgen, welches wir nun mit "Wildfire" erhalten haben. Das Album wurde am 01. Januar 2016 digital veröffentlicht, ab diesem Freitag gibt es die Platte dann auch physisch zu kaufen. In Deutschland schaffte es ihre Single übrigens nur auf Platz 76, weshalb ich das Gefühl habe, sie richtig vorstellen zu müssen (:

Das Album beginnt mit der 2. US-Single "Stand by You" und ist einer meiner Lieblinge: dieser ist mindestens genauso hoffnungsvoll wie "Fight Song", allerdings irgendwie romantischer und verspielter. Der Song überzeugt durch seine süßen Lyrics und die sehr schöne Melodie. Selbes gilt für den Song "Beating Me Up" - dieser muss aufgrund seiner Ohrwurmqualität und den tollen Beats einfach als 3. Single ausgekoppelt werden. Ebenfalls Singlematerial: "Lone Ranger", die B-Seite der 1. Hitsingle, könnte genausogut eine richtige Single sein. Durch den leichten Sprechgesang unterscheidet er sich etwas vom Album-Sound, überzeugt dadurch aber umso mehr und geht einfach perfekt rein. Der Refrain kommt einem nach dem ersten Hören sogar so vor, als würde man ihn schon Jahre lang kennen.



Ein Track der mindestens genauso viel Spaß macht, ist "Hey Hey Hallelujah", das einzige Duett auf dem Album. Rachel lässt die mutigen und hoffnungsvollen Sounds hinter sich und hat einfach mal Spaß - und wir dürfen als Zuschauer mitmachen. Der Gastrapper Andy Grammer erfüllt dabei seine Rolle äußerst professionell und bringt seinen Part auf den Punkt. Einen ganz anderen Sound hat dagegen "Speechless". Dieser ist ein toller Midtempo-Track, der im Refrain besonders stark daherkommt und einfach runtergeht. Ich liebe es.

Ebenfalls gute Nummern, die vielleicht keine Single werden, aber auf dem Album total überzeugen sind "You Don't Know My Heart", "Angels in Chelsea" und "Austronauts". Sie alle geben den Sound der LP wieder und zeigen eine andere Seite der Sängerin. Besonders ersterer hat einen sehr eingängigen Refrain. Ein Song der TOTAL heraussticht ist "Congratulations". Dieser hat einen urbanen Sound, der eigentlich nur aus Beats und Schnippsern besteht und trotzdem überzeugt. Die Lyrics sind sehr emotional und der Sound einfach einzigartig. Damit zeigt Rachel, dass sie keine 0815-Interpretin ist. Einziger Track der da nicht mithalten kann ist "Superman". Dieser ist ganz süß, aber einfach nicht auf dem Level der anderen Tracks - was dem wirklich sehr hohen Niveau der restlichen Tracks geschuldet ist.

Ihr seht: "Wildfire" ist total gut und ein MEGA Debüt einer US-Sängerin, die wahrscheinlich bald die ganze Welt erobern wird. Nicht nur ihre Singles sind hörenswert, sondern auch das Album sollte man mal angehört haben. Auch hier scheint mir wieder eine Parallele zu Meghan Trainor. Rachel überzeugt durch ihren Singer-Songwriter-Sound und macht dabei eins richtig: sie hält bei vielen Songs an den Klängen von "Fight Song" fest, arbeitet allerdings andere Facetten heraus und traut sich an manchen Albumtracks wirklich Neues auszuprobieren - das gefällt und zeigt, was für ein Potential in diesen steckt. Wer Rachel Platten also noch nicht kennt, der sollte definitiv mal reinhören und eine neuen Künstlerin eine Chance geben - ihr werdet es nicht bereuen, versprochen!


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