Unser Song für Xavier: Überraschung! Xavier Naidoo tritt beim #ESC2016 an

Wir schreiben den 19.11.2015. Es ist früh morgens, ich wache um 07:00 Uhr auf, beginne meinen Tag und schalte - wie jeden Tag - beim Frühstücken mein Tablet an. Und siehe da: ich werde überrollt von Schlagzeilen: "Xavier für den ESC 2016", "Xavier steht als Lena-Nachfolger fest", "ARD wählt intern Xavier Nadioo" und und und... plötzlich war der normalerweise verschlafene Lenny hellwach. Und so schrieb ich an Freunde, diskutierte mit ihnen und schaffte es sogar in meiner Mittagspause, in Foren reinzulesen und die üblichen Medien abzuchecken. Und gegen Nachmittag zeichnete sich ein zweiter ESC-Shitstorm ab, vielleicht nicht ganz so schlimm wie bei Andreas Kümmert 2015, aber ziemlich nah dran. Da ist von Rechtsextremen, Verschwörungstheorien und Hypokritiker die Rede. Alle stürtzen sich auf Fehler, Äußerungen und kramen, wie üblich, in seinem Leben rum. Abends fragte ich mich dann, was das ganze Theater nun soll. Ich dachte es geht hier um den ESC?

Ich möchte nicht bestreiten, dass viele der Dinge, die Xavier angekreidet werden, zumindest sehr kritisch gesehen werden können. Und ja, viele der Dinge, die man so nachlesen kann, sind wirklich nicht schön. Aber muss man deswegen sofort ein Fass aufmachen? Viele der Dinge liegen mehrere Jahre zurück und haben sich (teilweise) auch schon geklärt. Manche nicht und genau das wird dem Sänger nun vorgeworfen. Ich möchte mir nicht anmaßen, Dinge zu beschönigen oder sie gutzureden, sie sogar zu verteidigen. Im Gegenteil. Ich persönlich frage mich auch, wie ich zu den Anschuldigungen stehe und inwiefern diese Meinung meinen Blickwinkel auch verändern. Klar ist mir allerdings, dass es vorderrangig nicht um die Person geht - sondern um den Sänger und seine Stücke. Und ich möchte mir deshalb auch nicht meine Vorfreude an dem neuen Konzept vermiesen lassen - auf welches in den Medien nur minimal bzw. eher GAR NICHT eingegangen wird.

01. Das Konzept
Eigentlich ganz einfach: der Sänger steht fest, weshalb wir uns also keine Gedanken um andere Teilnehmer machen müssen. Das finde ich gut. Ich habe schon mehrmals geschrieben, dass ich einen Vorentscheid ähnlich wie 2011 für sehr empfehlenswert halte. Damals stellte Lena zwölf Lieder vor, aus welchen die Zuschauer entscheiden konnten, welcher Song uns beim ESC vertritt. Genau das selbe passiert jetzt mit Xavier Naidoo. Und warum halte ich das für gut? Weil man sich auf die Songs konzentriert und darauf, wie man jeden einzelnen gut verkaufen kann. Wie man ihn auf der Bühne umsetzt. Welche Lichter man verwendet. Oder was der Sänger überhaupt macht... oder eben nicht macht. Die Vorentscheide der letzten Jahre haben gezeigt, dass es für den ARD nicht möglich ist, verschiedene Künstler gut dastehen zu lassen. Wenn diese beeindrucken konnten (Blitzkids mvt., MarieMarie oder LAING), dann war das, weil sie aus eigener Kraft ein tolles Bühnenbild bzw. eine tolle Performance erarbeiten konnten. Deshalb ist es natürlich für sie leichter, wenn man sich "nur" auf einen Künstler konzentrieren kann. Und hier kommt auch ein weiterer, neuer Aspekt des Vorentscheids zum Tragen: die ARD veranstaltet einen Wettbewerb unter Film- und Designstudenten, die an einem Bühnenkonzept arbeiten sollen - und das für jeden einzelnen Song! Das ist doch großartig und eine total gute Idee! Viele Beiträge der letzten Jahre überzeugten nicht nur durch ihren Song sondern v. a. auch durch ihre Aufmachung ("Euphoria" von Loreen und so ungefähr jeder Beitrag aus diesem Jahr). Das der ARD bzw. NDR diesen Aspekt herausgegriffen und erarbeiten will, ist doch schon mal ein toller Schritt. Und auch Xavier Naidoo hat als Sänger durchaus seine Vorteile.

02. Der Sänger Xavier Naidoo
All die negative Kritik bei Seite gelegt, was die Person angeht: Xavier kann singen. Und das sogar ziemlich gut. Zwar bin ich nicht der größte Fan von ihm (ich habe keine einzige Platte und kenne eigentlich nur seine Singles), glaube aber durchaus, dass mit einem richtigen Song, Chancen vorhanden sind. Gleichzeitig ist Xavier total vielseitig: Deutsch, Englisch, Rock, Pop, Soul, R'n'B, Herzmschmerz, Uptempo,... so ziemlich alles wäre möglich und würde passen. Es wäre schön zu sehen, wenn man auf diesen Vorteil eingehen würde und eine Bandbreite an Songs präsentiert. Ich fände einen ausdrucksstarken, eher langsamen und dennoch eingängigen, deutschen Song klasse, wäre aber auch offen für eine richtig gute Uptempo-Nummer. Aber vornehmlich die eingängige Ballade bitte. Ich muss sagen, dass ich sehr gespannt bin auf die Show. Ich empfand die letzten Vorentscheide als gut, allerings als nicht wirklich gut durchdachtes System (diese komischen Votingphasen haben einfach gestört). Hier weiß man, auf was man sich einlässt und kann deshalb gespannt sein, was einem als Zuschauer geboten wird - vom Sänger und von den Performances.


Den Punkt, den ich mit diesem Beitrag ansprechen möchte, ist der: ich möchte mir nicht mehr die ESC-Zeit verderben lassen mit irgendwelchen Skandalen, Geschichten und Kritikern. Ich bilde mir meine Meinung für mich, muss diese nicht teilen und finde es auch schade, wenn wirklich JEDER auf den Zug springt, wie schrecklich dumm es doch ist, Xavier zu nominieren. Der Mann hat Fehler gemacht, es kann diskutiert werden, aber bitte versaut es nicht denjenigen, die einfach einen schönen ESC plus Vorentscheid erleben möchten. Das ist nicht fair, weder dem Sänger noch den Fans gegenüber. Ich persönlich freue mich über den Modus und bin total gespannt, was man sich so alles einfallen lassen wird - und so soll es auch sein: man soll sich freuen und positiv bleiben. Denn nur Positives kann Negatives ausradieren.

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