Album-Rezension: Little Mix - "Get Weird"

Ich hab's wirklich mit Girlgroups. Und diese hier ist mir besonders ans Herz gewachsen. Seit ihren Anfängen bei der UK-Version von X Factor verfolge ich Little Mix und liebe jedes ihrer Alben unwahrscheinlich! Die Mädels liefern ab, haben Spaß, können aber auch ernst und geben ihren Fans ein tolles Album nach dem andern. Ihr Debüt-Album "DNA" war für mich eines der Highlights in den Jahren 2012/2013, der Nachfolger "Salute" konnte mich mit seinen Singles überzeugen und glänzte durch erwachsene R&B-Sounds, mit denen die vier Damen kräftig experimentierten. Und im Mai diesen Jahres gab es den nächsten Release: "Black Magic", die erste Single aus dem neuen Album "Get Weird", stand an und avancierte zu einem internationalen Hit. Nur in Deutschland scheinen die Mädchen keinen Fuß zu fassen. Weshalb es umso wichtig ist, ihr neues Album vorzustellen.

Kommen wir erstmal zu den (bekannten) Singles: "Black Magic" erschien als Vorabsingle und wurde nicht nur in UK und US zum Top100-Hit. Little Mix präsentierte sich nach dem eher ernsteren Material auf "Salute" fröhlich, jung und frisch, wie bereits bei einigen Songs auf "DNA". Dabei klingt der Song wie eine rießige Pop-Hymne, die wohl zu den besten Songs einer Girlgroup zählt. Mir gefiel der Track von Anfang an und ich hörte bzw. höre ihn mir rauf und runter an. Er macht gleich gute Laune und ist irgendwie ein positiver Ohrwurm, den man den ganzen Tag vor sich hinsummt und ihn Abends trotzdem noch einmal anhört - besser konnte es also nicht sein!


Als zweite Single veröffentlichte die Band "Love Me Like You", ein Mix aus Midtempo-Nummer und Ballade, dabei singen die vier ganz anders, als bisher: sehr hoch, sehr grell und total aus ihrer Komfortzone heraus. Mir gefiel es beim ersten Hören gar nicht, mittlerweile habe ich mich an den Song gewöhnt, aber trotzdem muss ich sagen: "Love Me Like You" ist für mich ihre schwächste Single von allen. Jeder vorher veröffentlichte Song war ein Hit, dieser hier ist für mich ein klarer Album-Track, der als Experiment eventuell durchgeht, aber nix für die Charts ist... das sehe ich zumindest ich so.

Man sieht also: ein Song, der mir TOTAL gefiel und ein Song, der mir gar nicht zusagte. An dieser Stelle war ich mir echt unsicher ob ich mir das Album beschaffen soll. Doch die Mädels waren schlau und sahen vielleicht auch die Gefahr, dass viele Fans "Love Me Like You" nicht so mögen würden wie "Black Magic" und veröffentlichten eine Reihe an Promosongs. "Hair", eine flippige, sehr schrille und bunte Nummer folgte da als erstes und was soll ich sagen: der Song konnte mich sowas von überzeugen und passte total zum Albumtitel "Get Weird". Und auch, nachdem ich das Album durchgehört habe, muss ich sagen, dass der Song zu meinen Favoriten zählt. Eingängig, schnell und mit viel Spaß überzeugt der Song und passt perfekt zu der Band. "Weird People", wahrscheinlich Inspiration für den Albumtitel, wird diesem gerecht und bleibt total in den Hörgängen hängen - besonders den Refrain wird man nicht so schnell los. Die letzte Promosingle, "Grown", erinnert an die Arbeit auf "Salute" und kann als eine Art Weiterführung gesehen werden, allerdings mit Einbezug aktueller Sounds. Mir gefällt die Nummer total gut, allerdings ist sie mit 2:36 Minuten VIEL zu kurz.

Meine Favoriten auf dem Album sind sehr klar und das obwohl mir das gesamte Album echt gut gefällt: mein absolutes Highlight, sogar noch besser als "Black Magic" und "Hair", ist "Secret Love Song" mit Gastauftritt von Jason Derulo. Der Song ist SO emotional, so toll gesungen und erzählt eine solch traurige Geschichte, ich habe ihn mir bestimmt schon 1000 Mal angehört - dabei ist das Album gerade mal eine Woche draußen. Für mich passt an dem Song wirklich alles und ich wünsche ihn mir UNBEDINGT als 3. Singleauskopplung. UNBEDINGT REINHÖREN.
Ebenfalls sehr gut sind die Songs "OMG", "A.D.I.D.A.S." und "Love Me or Leave Me". Ersterer hat diesen Club-Dance-Sound, den man eventuell von Britney Spears' Single "Pretty Girls" kennt, den Little Mix ja mitgeschrieben haben. Während ich "Pretty Girls" echt nicht gut fand, mag ich "OMG" umso mehr. "A.D.I.D.A.S." ist wohl der Song, der am meisten heraussticht. Dance-Sound gepaart mit 50s/60s-Sounds, was sehr Retro und trotzdem aktuell wirkt und total Spaß macht. Auch diese Nummer wäre ein Single-Kandidat. Wer es genauso emotional mag wie bei "Secret Love Song", der wird "Love Me or Leave Me" lieben - dabei sticht besonders Jane sehr positiv hervor und packt eine Menge Emotionen oben drauf.


Wer jetzt denkt: "So, jetzt waren die Favoriten dran, jetzt kommen die schwächeren Songs" hat weit gefehlt: auf "Get Weird" gibt es keinen einzigen schwachen Track. Die bis jetzt beschriebenen Songs waren eher die offensichtlichen Hits (na gut, bis auf "Love Me Like You", der trifft halt nicht meinen Geschmack, ist aber nicht schlecht). Es gibt aber nicht nur Hits, das wäre ja zu langweilig, jetzt folgen eher die Songs, die einfach herausstechen, weil sie so anders sind. "I Love You" klingt wie eine Ballade, der man ein wenig Tempo verliehen hat und die es trotzdem schafft, ihre Emotionalität zu behalten. "Lightning" erinnert, wie "Grown", an "Salute" und genau das gefällt mir an dem Track. Es zeigt, dass die Mädels diese Ära nicht ganz vergessen haben und sie auf keinen Fall bereuen. Klar, er ist kein Single-Material, aber er überzeugt auf dem Album mit seinen freaky Refrain und einer total krassen Instrumentalisierung... allein deshalb muss man ihn sich anhören. Der Abschluss-Track der Standard-Edition "The End" ist eine soulige Nummer, die so ganz anders ist wie der Rest des Albums. Es wirkt so, als ob die Mädels zum Schluss nochmal zeigen wollten: wir können nicht nur Dance, Pop, Gute Laune und Balladen, wir können noch viel mehr! Das schaffen sie mit "The End" total, weshalb dieser auch zu meinen Favoriten gehört.

Für hartgesottene Fans ist hier natürlich nicht Schluss: es gibt NATÜRLICH Deluxe-Edition mit 4 zusätzlichen Songs. Dabei bekommen wir eine Fortsetzung meines Lieblingssongs: "Secret Love Song Part II" setzt die Geschichte des Album-Tracks fort, diesmal aber ohne Begleitung von Jason Derulo. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welchen Song ich nun besser finde. "I Won't", der die Deluxe Edition eröffnet, erinnert an die Arbeit auf "DNA" und hat ein einfaches Rezept: Dance-Beats und die Stimmen der vier Mädels. So einfach kann es manchmal sein. "Clued Up", mitgeschrieben von Jessie J, passt sehr gut zu den Mädels und klingt gleichzeitig total nach der Mitschreiberin. Ich als Jessie J-Fan mag das natürlich total ;-) Der Schlusstrack der Edition, "The Beginning" (lustig, ein Album mit diesem Track zu beenden) hat einen sehr urbanen Sound, der fast nur A Capella performt wird bis auf ein paar Schnippser im Hintergrund. Mir gefällt auch dieser total, allerdings ist auch hier der Song viel zu kurz (oder er kommt mir nur so kurz vor, weil er mir so gut gefällt :D).

Ihr seht schon: ich bin total begeistert von dem Album. Ehrlich gesagt ging "Salute" etwas an mir vorbei, einzig die Singles kenne ich wirklich aus der Platte. Dafür liebe ich heute noch "DNA" und ich hatte wieder Lust auf eine Art Forsetzung ihres Debüts. Auf "Salute" waren sie mir vielleicht doch etwas zu ernst... ich weiß es nicht, auf jeden Fall liefert "Get Weird" genau das, was ich mir gewünscht habe: Uptempo, gute Laune, vier tolle Stimmen und das Hit-Potenzial von "DNA". Dabei überzeugen mich die Mädels entweder dann, wenn sie total ausrasten oder ganz konzentriert und emotional Balladen performen. "Secret Love Song" wird wohl noch einige Mal durchlaufen und auch das dazugehörige Album gehört wohl jetzt schon zu meinen Herbst-Favoriten. Wer es also noch nicht kennt oder dem die Band noch nichts sagt: HALLO??!!! Aufwachen, anhören und abfeiern  - oder mit den Mädels mitweinen. Das alles kann man nämlich mit Little Mix... und sogar noch viel mehr!



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