Album-Rezension: Ellie Goulding - "Delirium"

Auf diese LP habe ich schon lange gewartet! Ellie Goulding konnte mich besonders mit ihrem 2. Studioalbum "Halcyon" überzeugen und stürmte dann weltweit die Charts mit ihren Hits "Burn" und "Love Me Like You Do" - seither kennt sie jeder und gefühlt jeder wartete nun auf ihr nächstes Album. Dies folgte dann letzten Freitag, da veröffentlichte Ellie ihr 3. Studioalbum mit dem Namen "Delirium". Dies ist der Nachfolger des höchsterfolgreichen UK-Albums "Halcyon", durch dessen Re-Release sie internationale Anerkennung erfahren konnte. Ich kenne Ellie seit ihren Anfängen und war von beiden Alben begeistert - das Debütalbum "Lights" hatte was sehr Revolutionäres, weil es solche Klänge einfach zu diesem Zeitpunkt im Musikmarkt nicht gab und "Halcyon" war einfach nochmal eine Schippe oben drauf. Da hatte es "Delirium" von Anfang an schwer...

Ellie kündigte an, das Album wäre der Versuch ihres ersten vollständigen Pop-Albums. Dies war einleuchtend, immerhin war sie mit "Burn" MEGA erfolgreich und das weltweit und auch "Love Me Like You Do" als Bestandteil des Fifty Shades of Grey-Soundtracks mauserte sich zu DER Ballade 2015. Um den neuen Fans gerecht zu werden, MUSSTE natürlich ein vollständiges Pop-Album folgen, nachdem Pop-Songs eher auf den Re-Releases ihrer Albums vertreten waren.

Und nun zu den Songs, die ihr vielleicht schon kennt: "On My Mind" wurde als erste Single Mitte September veröffentlicht und schlug als weltweiter Hit ein: eingängig, einzigartig und mit total viel Spaß lieferte Ellie Goulding einen Club-Banger, der so ganz anders ist als "Lights" oder "Burn" und trotzdem von den Massen gefeiert werden kann. Der Hit wurde ein Spät-Zünder in Deutschland, erst vor einigen Tagen gelangte der Song in die Top10 der iTunes-Singles-Charts. Naja, besser später als nie, nicht war.

Doch weg von der Single, hin zum Herzen des ganzen: "Delirium" ist wirklich das angekündigte Pop-Album, welches sich perfekt in die letzten Jahre der Musikszene einreihen kann. Tanzbar, viel Hall, viel Elektro, einige Dubstep-Einflüsse und immer wieder die Bemühungen, eingängige Lyrics zu erschaffen. Dies gelingt auch in einigen Songs total gut: "Aftertaste" und "Keep On Dancin'" zählen zu meinen Favoriten der LP, weil sie eben eingängig sind und wie ein Übergang zwischen "Halcyon" und "Delirium" erscheinen - sie machen den Sound mainstreaming, behalten aber eine gewisse Einzigartigkeit bei. Dann gibt es aber auch die Songs, die das Mainstreamige überstrapazieren: "Something in the Way You Move" geht rein, nervt aber im Refrain total, weil Ellie einfach nur den Songtitel singt. Gleiches gilt für "Around U", "Don't Need Nobody" oder "Don't Panic" - nette Geschichten, aber viel zu langweilig um wirklich hängen zu bleiben. Deshalb spielen die Songs durch, aber man merkt es eigentlich nicht wirklich. So unauffällig und nichtssagend sind sie.


Gleichzeitig gibt es dann aber auch die Momente, in denen man einfach nur genießt, weil die Songs so wunderschön sind: "Holding On For Life", ein tanzbarer Song, der einfach nur Spaß macht, "Army" und "Lost Then Found", die emotional sind und trotzdem eingängig sind, "Devotion" und "Codes", Songs, die ich mir genau SO für das neue Album vorgestellt habe oder das wunderschöne "Scream It Out" als Schlusslicht der Standard-Edition - das sind Songs, die einzigartig und MEGA emotional sind und einfach zeigen, was für eine gute Songwriterin Ellie ist. Der Song "We Can't Move This" sticht aufgrund seiner indianischen Sounds völlig heraus, was aber total positiv ist: es tut gut nach elf Songs, die sich alle im selben Gefielde bewegen, eine neue Richtung zu hören.

Für die richtigen Fans ist jetzt natürlich nicht Schluss: Ellie veröffentlicht eine Deluxe Edition mit sechs Bonus-Tracks und auch die habe ich mir angehört: dabei war für mich klar, dass die Deluxe-Tracks fast besser sind als die auf dem Standardalbum: "I Do What I Love" ist so edgy, so anders und so genial mit seinem Mix aus HipHop, Elektro und orientalischen Klängen, dass er mein persönlicher Lieblingstrack auf dem Album ist. "The Greatest" hat totalen Charme-Faktor, er klingt total anders, was nach dem Album einfach nur positiv auffällt und auch bei "Paradise", "Winner" und "Heal" fragt man sich, warum genau diese Songs auf der Deluxe Edition sind und nicht auf dem Regelwerk - diese hätten LOCKER "Around U", "Something in the Way You Move" oder "Don't Panic" ersetzen können. Außerdem gibt es noch ein kleines Schmankerl: "Outside", der Track mit Calvin Harris bildet nämlich den Schluss für die Deluxe-Variante der LP - mir gefällt der Song sogar jetzt noch, obwohl er nun auch schon fast ein Jahr alt ist, was defnitiv was zu heißen hat.

Mein insgesamter Eindruck von "Delirium" ist gemischt: einerseits gibt es wirklich einige Tracks, die mir total gut gefallen und bestimmt sehr erfolgreiche Singles werden, andererseits bietet das Album für mich viel zu viele Füll-Tracks, die einfach da sind, weil sie für die Masse geschrieben worden sind und sich wahrscheinlich gut verkaufen lassen. Ich habe genau wegen diesem Zustand ein total komisches Gefühl: Ellie Goulding konnte mich bis jetzt immer mit ihren Alben überzeugen, "Delirium" ist das erste, das nicht ganz so bei mir ankommt. Klar, ich werde mir das Album bestimmt doch noch einige Male anhören, ganz einfach, weil es ganz viele Tracks gibt, die mir gefallen ("Aftertaste", "On My Mind", "Army", "Lost Then Found" oder "I Do What I Love"), jedoch werde ich es nie vollständig durchspielen, sondern nur die Tracks, die mich begeistern können. Viele sagen jetzt: das liegt bestimmt daran, dass das Album so Mainstream ist, deswegen gefällt es dir nicht so. Aber daran liegt es nicht. Ich liebe Mainstream-Musik. Ich höre fast ausschließlich Charts. Stören tut mich eigentlich nur die Tatsache, dass Ellie in manchen Songs ihre Einzigartigkeit abgelegt hat, die sie eigentlich so besonders machte. Ich erinnere mich an das erste Hören von "Halcyon", nachdem war ich total geflasht und war so begeistert wie sonst eigentlich nur sehr selten, eben weil das Album so klang wie kein anderes zu dieser Zeit. Das kann man von "Delirium" nicht behaupten. Es verarbeitet einige Ströme in der jetzigen Musikszene, erfindet aber nicht gerade das Rad neu. Und vielleicht ist genau das, das Enttäuschende.





P. S.: Außerdem bin ich ernsthaft am Überlegen ob ich mir das Album KAUFE. Bis jetzt höre ich mir "Delirium" nur über Spotify an. Es kann ja sein, dass Ellie das Album in einem Jahr wiederveröffentlicht... man lernt schließlich aus der Vergangenheit ;-)
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Kommentare:

  1. Hi :D Ich bin ein großer Fan von Ellie und konnte dir in fast allen Punkten zustimmen, aber Don't Panic ist mein erster Lieblingstrack auf dem Album. Geschmack halt.
    Ich denke außerdem dass nicht mehr an Halcyon rankommen kann was sie rausbringt aber die 17,99€ für Delirium waren es mir wert :D
    Sehr tolles Blog übrigens, ich lese mir gerne die anderen Meinungen zu Musik durch :D
    LG Jacques

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    1. Hey (: Danke für dein liebes Feedback (:
      Stimmt, Geschmäcker sind unterschiedlich, außerdem ist "Delirium" für mich wahrscheinlich einfach nur ein Album, was ich mir öfters anhören muss um es richtig gut zu finden :D
      "Halcyon Days" kann man bei ebay noch erhalten - zumindest habe ich das so gemacht, als ich meine ursprüngliche CD nicht mehr finden konnte.

      Darfst dich gerne noch umschauen und ein "Gefällt mir" bei Facebook hinterlassen (:

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