Album-Rezension: Ben Haenow - "Ben Haenow"

Zur Zeit werden ganz viele Alben veröffentlicht - Justin Bieber, One Direction, Adele, Ellie Goulding, alle hauen ihre Longplayer raus. Bei all diesen etablierten Stars, wird man irgendwie nicht wirklich gepusht, neue Sänger kennenzulernen. Dabei gibt es die natürlich wie Sand am Meer und um einen soll es hier und heute gehen: Ben Haenow gewann letztes Jahr die elfte Staffel The X Factor in England unter der Mentorenschaft des Hitgiganten Simon Cowell und gelang mit seinem Cover "Something I Need" von One Republic auf Platz 1 der UK-Singles-Charts. Ben präsentierte sich cool, sehr männlich und mit viel Rock während der Show und lieferte wirklich jede Woche ab. Ich verfolge X Factor jedes Jahr seit einigen Jahren und bin jedes Mal begeistert von der Show, da sie wirklich Talent hervorbringt und sich jedes Jahr aufs neue verändert.


Doch zurück zu Haenow: wie schon gesagt, "Something I Need" wurde zum Nr. 1-Hit (totla verdient, da die Version des Sängers total männlich und viel akustischer klingt als das Original) und knapp ein Jahr später erscheint nun auch das dazugehörige Debütalbum, dass er nach sich selbst benannt hat. Als Vorgeschmack gab es seinen eigenen Song "Second Hand Heart", den er zusammen mit Kelly Clarkson performt und den ich schon in meinem Single-#Update vorgestellt habe. Der Song ist mega schön komponiert, hat gut Geschwindigkeit und ist ein rustikaler, warmherziger und nach Spätsommer klingender Track. Mir gefiel die Nummer von Anfang an, da ich Ben's Stimme einfach toll finde und Kelly Clarkson eh immer begeistert.

Doch wie sieht es nun mit dem Album aus? Kann auch dies in voller Länge überzeugen? "Ben Haenow" ist im Prinzip eine Ansammlung an Balladen und einigen Midtempo- und Uptempo-Akzenten. Der generelle Ton ist deshalb eher langsam, in sich gekehrt und auf die Texte konzentriert. Es scheint, als ob Ben wollen würde, dass man genau hinhört und sich in die Geschichte reinfindet. So gibt es "Slamming Doors" und "All Yours", die ich jetzt mal "Weihnachtsballaden" nenne, die sehr wohlig klingen und bei denen man sich einfach total heimisch fühlt. Man kann sich richtig vorstellen, wie diese Titel an Weihnachten im Hintergrund mitlaufen (wenn man dann genug von den Christmashits hat :D). Sie gehören zu meinen Favoriten auf dem Album bzw. zu meinen persönlichen Single-Kandidaten, ebenso wie "Lions", der durch seine Backingvocals und den indianischen Beats total besonders ist und in den ich mich wirklich verliebt habt. Als letzte Ballade bietet uns Ben "Make It Back to Me", die sehr emotional ist und bei der ich besonders die raue Stimme und den männlichen Sound mag. Normalerweise sind Alben, die größtenteils aus Balladen bestehen, eher langweilig und überzeugen irgendwie nicht wirklich. Ben liefert diese aber auf so einem hohen Niveau, dass man sie einfach lieben MUSS.

Wer es aber schneller mag, für den gibt es auch passende Songs: "Testify" nimmt nämlich an Tempo zu, was der Platte total gut tut, davor wird man nämlich von Balladen erschlagen. Da freut man sich dann über Abwechslung. Der Song impliziert ein schönes Video, irgendwo in Nashville mit Sonnenuntergängen und Cowboy-Hüten - hört sich vielleicht nicht so geil an, wäre aber bestimmt super! Ebenfalls schneller und mit einem kleinen HipHop-Einfluss ist "Way Back When", der total hängen bleibt. Bis hier hin war die Platte sehr "save", Ben ging kein großes Risiko ein mit seinen Balladen und Midtempo-Zeugs. "Way Back When" zeigt, dass Ben auch Innovation betreiben und etwas bieten kann, das man so noch nicht kennt. Das sollte, gerade auf einem ersten Album, herauszuhören sein. Übrigens ist "Start Again" für mich der einzige Skip-Track, also ein Song, den ich total überhöre und der nicht wirklich hängen bleibt.

Und jetzt zu meinem absoluten Lieblingssong, bei dem ich echt platzte vor Freude, einfach, weil er ein solcher Hit ist. "Brother" ist mitreißend, schnell, voller Energie und total eingängig. Der Song handelt vom Bruder (nein, wirklich?!) und das Ben immer für ihn da sein wird. Der Text scheint jetzt etwas sehr schnulzig, aber ist total passend verpackt und hat eine solche Eingängigkeit, dass ich mir wirklich sehnlichst wünsche, dass Ben ihn als Single veröffentlicht. Ich kann ihn mir gut im Frühling vorstellen, bis dahin kann man sehr gerne "Lions", "Slamming Doors" oder "All Yours" als 2. Single veröffentlichen oder "Second Hand Heart" in Europa promoten - je nachdem :D

Zur Klarstellung: viel schneller als die beiden oben beschriebenen Tracks ("Testify" und "Way Back When") wird es auf dem Standard-Werk nämlich nicht. Wer allerdings mal in die Deluxe Edition reinhört, dem wird auffallen, dass sowohl "One Night" als auch "Ready for You" und "Greatest Mistake" schnelle Uptempo-Nummern sind, die ich im Pop-Rock Genre einordnen würde und die wirklich großartig sind. Besonders ersterer hebt sich ab und zeigt eine neue Seite. Auf eben dieser Edition gibt es auch die Akustik-Midtempo-Nummer "Every Tear You Cry", der die Deluxe Edition perfekt beendet und das heimische Gefühl vom Anfang des Albums aufgreift.

Ihr seht schon: ich mag das Album total gerne. Es mag kein Album sein, was in die Musikgeschichte eingeht als bestes Album ever, welches total innovativ und einzigartig ist. Es ist aber ein Longplayer, der gefällt und besonders in den ruhigen Momenten überzeugt. Für jeden der Rock-Pop mag, der Kelly Clarkson oder P!nk hört und der Robbie Williams sexy findet, für den ist Ben Haenow die perfekte Kombination von beiden Aspekten! Man sollte ihm definitiv eine Chance geben und mal genauer hinhören - und für die Castingshow-Macher in Deutschland: guckt doch mal wie in England Shows produziert werden und was für Gewinner daraus entstehen... und lernt :D

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