Album-Rezension: Jessie J - "Who You Are (Platinum Edition)" #JessieJSpecial

Mit diesem Album wurde Jessie J berühmt: "Who You Are" stellt Jessies Debüt dar und schlug wie eine Bombe ein! Ganz Europa, ach, die ganze Welt war beeindruckt von diesem bunten, frechen Mädchen, was irgendwie wie eine Comic-Figur wirkt und gleichzeitig MEGA emotionale Texte raushaut. Diese Kombination überraschte und überzeugte gleichzeitig auch. Und deshalb will ich auch alle Alben vorstellen - denn in Deutschland scheinen die etwas unter gegangen zu sein: Mit ihren drei Studioalben positionierte sich Jessie J auf die Plätze 18, 35 und 25 - nicht wirklich das Gelbe vom Ei, wenn man mal ehrlich ist. Dagegen muss also was getan werden.
Ich muss gleich sagen: "Who You Are" ist für mich ein Single-Album, sprich: die Singles dominieren den Longplayer, die Album-Tracks sind für mich (größtenteils) eher mittelmäßig. Aber das Gute ist: es gibt eine ganze Menge Singles, was heißt, dass das Album einfach richtig gut sein MUSS.

Kommen wir erstmal zu den Album-Tracks: "Abracadabra"  und "L.O.V.E." sind Midtempo-Pop-Songs, die Spaß machen und als Songs auf dem Album auch eine neue Seite der Sängerin zeigen. Gleiches gilt für "Stand Up" - schöner Text, cooler Rhythmus, allerdings irgendwie nicht mehr. Den Songs fehlt es einfach an Single-Charakter, was normalerweise nicht schlimmes darstellt, aber wenn ein Album aus mega vielen, guten Singles besteht, dann haben es Album-Tracks einfach mega schwer und leiden an ihren harten Konkurrenten. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich nicht das Gefühl habe, dass das Album eine Einheit ist. Vielmehr hat man das Gefühl, man hört bei jedem Song eine neue Künstlerin - das kann einem gefallen oder eben nicht.


Aber nicht alle Album-Tracks versagen gegen die Singles: "Big White Room", "Casualty of Love" und "Rainbow" sind mega emotional und bestechen durch einen großartigen Live-Charakter ("Big White Room" ist ein Live-Mitschnitt) oder durch ihren eingängigen Sound ("Rainbow"). "Casualty of Love" ist für mich so ein typischer Herbst/Winter-Song - man fühlt sich wohl und kuschelt sich gerne an eine geliebte Person. Auch "Mama Knows Best" ist ein cooler Song, der sehr an die 50s erinnert und total gut zu Jessie Js Sound auf diesem Album passt. Diese Songs sind Album-Tracks, die neben den Singles wirklich glänzen können - weil sie anders sind und man die Songwriterin durchblitzen sieht. Das fehlt mir bei den oben genannten Songs.


Zu den Singles braucht man nicht viel sagen: "Price Tag", "Do It Like a Dude" und "Nobody's Perfect" dürften bekannte Songs sein, die einfach MEGA gut sind - entweder weil sie frech und eingängig sind oder emotional vorgetragen werden. Die UK-Singles "Who's Laughing Now" und "Who You Are" sind dabei weitere Highlights. "Who's Laughing Now" dürfte allen gefallen, die selber schon mal Erfahrungen mit Mobbing gemacht haben und "Who You Are" ist einfach die emotionalste Nummer auf der Platte - mit großem Abstand und das obwohl wirklich viele Titel sehr emotional vorgetragen wurden ("Big White Room", "Casualty of Love").

Wer die Platinum oder Deluxe Edition des Albums hat, darf sich auf drei weitere Songs freuen: "LaserLight" wurde in England als Single veröffentlicht und wurde von David Guetta geschrieben. Das hört man, gleichzeitig merkt man aber auch Jessie Js Stempel auf diesem Song. Mir gefällt es total gut und ich feiere ihn jedes Mal wenn ich ihn irgendwo höre. Der bekannteste Track der Deluxe Edition dürfte "Domino" sein - klar, er war ja auch der zweite internationale Hit von Jessie und konnte sogar Platz 6 in den USA erreichen. Ich mag den Track und höre ihn heute noch gerne. Ein wahrer, total versteckter Rohdiamant ist der letzte Track "My Shadow" - emotional, eingängig und für mich der beste Midtempo-Song (mit "Nobody's Perfect"). Diese Tracks hätten mir auch auf dem Standard-Werk gefallen.

Man kann also durchaus sagen: "Who You Are" ist ein gutes Album, es fehlt ihm lediglich die Zusammengehörigkeit. Man hat an manchen Stellen wirklich das Gefühl, dass man verschiedene Künstler anhört. Es gibt keinen eindeutigen roten Faden. Trotzdem kann man sich an dem Album nicht satt hören, weil es wirklich aus ganz, ganz vielen tollen, eingängigen und total unterschiedlichen Hits besteht. Deshalb muss man es auch immer wieder durchhören, zumindest ging es mir so. Und ich bin mir sicher, dass ihr mir zustimmen werdet, wenn ihr mal reinhört - was ihr definitiv tun solltet wenn ihr das nicht eh schon gemacht habt!


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