Album-Rezension: Glasperlenspiel - "Tag X"

Diese Band kenne ich seit ihren Anfängen beim BuViSoCo (Bundesvision Song Contest) und ab diesem Zeitpunkt durfte ich mich so gut alle zwei Jahre auf ein MEGA Deutsch-Pop-Dance-Album freuen, dass ich mir anschließend immer für sehr lange Zeit anhöre und lange meine Freude damit habe. So ging es mir bei "Beweg dich mit mir", auf dem Songs wie "Echt", "Freundschaft", "Ich bin ich" oder der Titel-Track besonders hervorstachen und eine sehr vielversprechende Karriere andeuteten. Weiter ging es mit "Grenzenlos", der weitere Hits im Gepäck hatte ("Nie vergessen", "Grenzenlos") und auch einige Album-Track-Perlen ("Zuhause", "Was du nicht weißt" oder "Wie ich nicht sein will") lieferte. Das Album war so erfolgreich, das es sogar wiederveröffentlicht wurde mit dem Namen "Grenzenlos in diesem Moment" und der Single "Moment" - auch diese besorgte ich mir und genoss die zwar deutlich andersartigen, aber trotzdem großartigen Songs. Und dann erlebte ich Glasperlenspiel zum ersten Mal live: bei Helene Fischer und ihrer "Farbenspiel"-Stadion-Tournee als Vorband und was soll ich sagen? Ich verliebte mich sofort in die neuen Songs - weshalb ich mir beim Merch-Stand gleich das Album zulegte.

Wer ab und zu Radio hört oder auf YouTube unterwegs ist, der kennt vielleicht auch die erste Single des Albums: "Paris". Den Track empfand ich anfangs als eher nicht so gut und ich musste mich wirklich reinhören bevor er mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. Zwar schwächer als seine Vorgänger "Echt" und "Nie vergessen", aber mit mindestens genauso viel Spaß präsentieren Glasperlenspiel einen etwas leichteren, sommerlichen Song, der durchaus Züge eines Ohrwurms hat. Auf dem Album macht sich der Song dann bewährt, da er nunmal der einzige ist, den man vorher eventuell kannte, was ihn positiv hervorhebt. Vorher, als ersten Track gibt's den starken Song "Wölfe" der besonders durch seinen Text und die Ohrwurm-Qualitäten des Refrains besticht. Anschließend gibts ein Interlude, wo ein bisschen experimentiert wird. Eröffnet wird das Album übrigens mit einer Rede und den treffenden Worten
"Nichts auf der Welt, was sich zu haben lohnt, fällt einem einfach so in den Schoß" 
- dieser Satz wird dann auch im Interlude zwischen "Wölfe" und "Paris" besungen.



Weitere starke Songs des Albums sind "Beginner für immer", eine typische Glasperlenspiel-Nummer, die so auch auf dem ersten Album sein könnte, allerdings zeigt sie dann doch die Weiterentwicklung des Duos. "Für nichts" klingt erstmal nach einem Dance-Track, dieser beschäftigt sich aber mit einem sehr nachdenklichen Thema und zeigt eine sehr erwachsene Sängerin, die neben all der Party doch sehr reflektiert rüber kommt - diese Kombination macht es irgendwie. Auch die Songs "X", "Erinnerungen", "Auftrieb" und "Unser letztes Lied" sind sehr starke Tracks, die entweder aufgrund ihres Textes oder ihrer Produktion auffallen. Das wahre Highlight der Platte ist dann aber "Geiles Leben" für mich und das dazugehörige Interlude mit Kitty Kat. Dieser ist der erste wirkliche Ohrwurm des Albums, der sich sofort in die Ohrgänge verpflanzt und dann NIE WIEDER rausgeht. Mit diesem Song treten sie übrigens auch beim 10. BuViSoCo am 29. August auf - die Aussichten auf den Gewinn dürften damit ganz gut sein ;-)

"Phönix" ist ein gutes Lied, welches aber nicht ganz so überzeugen mag, zumindest nicht am Anfang. Selbes gilt irgendwie für "Mädchen". Beim ersten Mal Hören passt irgendwie irgendwas nicht. Man kann es gar nicht erklären. Nach mehrmaligem Hören gewöhnt man sich daran, aber so ganz wohl fühlt man sich dann irgendwie nie wirklich. Der Titel-Track "Tag X" ist auch ganz nett, allerdings empfinde ich ihn als schwächsten Track der CD.



Insgesamt gefällt mir die Platte allerdings ganz gut. Zwar ist sie bei langem nicht so stark wie das 2. Werk "Grenzenlos", dennoch überzeugt sie durch ihren sehr gut produzierten Sound und den sehr intelligenten, doch deswegen nicht weniger emotionalen Tracks. Besonders "Beginner für immer", "Für nichts", "Geiles Leben" und "X" haben es mir hier angetan. Anfangs dachte ich mir noch, dass es für Glasperlenspiel schwierig werden wird, mich dauerhaft zu überzeugen, schließlich hört man sich Dance-Alben immer recht schnell satt. Allerdings schaffen sie es immer wieder neuen Wind in ihre Songschreiberei mit einzubringen. Schon bei "Grenzenlos" konnte man erkennen, dass es in eine andere Richtung geht und "Tag X" ist jetzt einfach viel frischer, leichtfüßiger und sommerlicher als die beiden Longplayer davor. Ich erwische mich echt ganz oft, wie ich im Auto die CD reinschiebe und sie mir bei runtergelassenen Fenstern immer wieder anhöre - einfach aufgrund ihrer Guten-Laune-Tracks und den toll klingenden Sounds.

Mich hat das Album übrigens sogar so überzeugt, dass ich im März 2016 definitiv zur Tour gehen werde. Als Vorband bei Helene Fischer war das Duo nämlich wirklich gnadenlos gut - wenn ihr auf ein Tour-VLOG oder so Lust habt, dan schreibt das einfach in die Kommentare (:

___________________________________
Ihr möchtet keine News rund um die Musikwelt 2015 verpassen? Dann klickt "Gefällt mir" auf Facebook und ihr verpasst keinen Posts oder folgt meinem Blog und klickt auf "Folgen".

Hier kommt ihr außerdem zu meinen aktuellen Beiträgen:

Conchita Wurst - "Conchita"                              Lena - "Crystal Sky"


Sarah Connor - "Muttersprache"                            Olly Murs - "Never Been Better" 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen