Album-Rezension: Lena - "Crystal Sky"

Dieses Album ist wohl das Album, nach welchem ich am meisten geschrien habe - nachdem 2012 "Stardust" in die Läden kam, Lena drei Singles daraus veröffentlichte und auf Tour ging wurde es wirklich ruhig um unsere ESC-Prinzessin. Immer wieder postete sie auf Instagram Fotos aus dem Studio, mal in London, mal in L.A. oder auch gerne mal aus Schweden - Lena kommt rum und nahm die Arbeit an ihrem 4. Studioalbum richtig ernst. Dann war es so weit: Ende 2014 gab sie den Titel "Crystal Sky" bekannt, im März 2015 offenbarte sie, dass die erste Single "Traffic Lights" heißen würde, woraufhin ein Promo-Marathon anstandt. Auch die beiden Cover wurden präsentiert und dann ging es richtig los: "Traffic Lights" und das dazugehörige Video wurden veröffentlicht, Lena kündigte an, dass es Limited Fan Editions als auch Vinyl Editions des Albums geben wird - und ich bestellte mir natürlich ersteres SOFORT vor.

Und am 15. Mai war es dann so weit: die Fanbox kam bei mir an und ich rastete dezent aus, denn ich hatte mich schon seit EWIGKEITEN darauf gefreut. Außerdem fand ich die Single "Traffic Lights" so mega gut, dass ich einfach wissen wollte, wie sich der neue Sound auf Albumlänge bezahlt macht - und hörte mich dann in den nächsten zwei Wochen seitdem in das Album rein. Zunächst einmal: ja, das Album ist eine totale Veränderung von den vorherigen Longplayern. Gar kein Vergleich mehr zu "My Cassette Player" oder "Good News", auch "Stardust" hört sich im Vergleich total anders an - obwohl auf "Crystal Sky" einige Songs eine Art Erweiterung von "Stardust" sind, doch dazu später. Lena wird deshalb auch mit ihrem neuen Sound definitiv einige Fans wohl verlieren, allerdings dafür neue dazugewinnen. Das Album wirkt sehr natürlich,gar nicht herausgezwängt oder auf Kommerz getrimmt - man merkt, dass Lena Spaß bei der Produktion hatte, sich trotzdem ernsthaft mit sich und ihren Erlebnissen auseinandersetzt und künstlerisch frei arbeiten darf.

Kommen wir nun zu den Songs: das Album fängt an mit Songs, die durchaus als Single vorstellbar wären! "The Girl", "Keep on Living", "All Kinds of Crazy" und "Beat to My Melody" könnten allesamt als 2. Single dienen, sie überzeugen durch eingänge Lyrics und fettige Beats, die Lenas neue Stimmfarbe in den Mittelpunkt stellen und bei mir persönlich schon Eindrücke für ein mögliches Video hinterlassen. Ich finde irgendwie, dass "The Girl" ein Pop-Song ist, der, wenn er nicht so elektronisch, sondern mit echten Instrumenten gespielt werden würde, zum Vorgänger "Stardust" passen würde - mit diesem verbinde ich nämlich Freiheit, Leichtsinn und Lebensfreude, was der Song definitiv ebenfalls ausstrahlt. Dabei ist "Traffic Lights" unter den ersten fünf Songs definitiv DER Hit schlechthin, der ja auch so langsam in die Wahrnehmung der Massen gerät - spätestens seit dem Auftritt bei der ESC-Pre-Party. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass er sich noch mehr zum Hit entwickelt - eine Höchstposition 14 ist wohl nicht das Non-Plus-Ultra einer Lena.



Das Album geht anschließend mit einer Mischung der verschiedensten Einflüsse weiter, durchgezogen werden aber die elektronischen Klänge vom Anfang. "Sleep Now" besticht besonders durch Lenas glasklare Stimme, die sehr gefühlvoll daherkommt und deshalb auch vom restlichen Album hervorsticht. Diese Art Gefühl kann nur noch der Schlusssong "Home" toppen, bei dem Lena so richtig aus sich rausgeht, emotional noch einmal ne Schippe draufpackt und für Gänsehaut sorgt - insgesamt ist das mein LIEBLINGSSONG auf dem gesamten Album.

"Lifeline", "4 Sleeps", "We Roam" und "Catapult" sind dann die Songs, die wirklich Spaß machen beim zuhören, sie gehen schnell ins Ohr und sind für mich auch die Höhepunkte auf dem Album, weswegen ich sie immer und immer und immer wieder anhöre. Besonders "Catapult" klingt sehr nach britischer Musikszene, die ich ja sowieso tierisch liebe. Dabei gefällt mir besonders die Rapperin Little Simz, die ich dank Lena entdecken durfte ;-)

Die letzten Songs mit den Namen "Crystal Sky", "Invisible" und "In the Light" sind ebenfalls gute Songs, die allerdings nicht sofort zu begeistern wissen. Sie passen zwar als Akzente auf die Platte, stechen aber nicht so hervor wie der Rest. Manche mögen sie, andere finden sie nur okay. Mir persönlich gefallen sie, allerdings hauen sie mich nicht so um wie die anderen Songs. Besonders "In the Light" fand ich anfangs viel zu 0815, bevor ich mich mit ihm angefreundet habe. "Crystal Sky" wurde mit der Zeit zu einem richtigen Ohrwurm, dabei hatte mir der Song anfangs gar nicht SO zugesagt.

Zu der Fanbox: neben  dem Album bekommt man hier noch eine DVD mit drei Musikvideos. "Traffic Lights", dessen Video ja schon rauf und runter gespielt wird und Videos zu den Songs "Catapult" und "Home", die zwar sehr einfach gehalten sind, allerdings trotzdem sehr modern daherkommen und auf ihre Weise überzeugen. Sie zeigen Lena von einer erwachseneren Seite und machen Lust auf mehr. Außerdem gibt es dann noch einen Aufnäher mit dem Crystal Sky-Embleme und einen Sticker. Zusätzlich ein Notizbuch mit den handgeschriebenen Lyrics zum Album. Einzig eine Danksagung fehlt sowohl im Booklet als auch im Notizbuch - dabei mag ich diese paar Zeilen sehr gerne, da man hier ja auch sieht, wem der Künstler alles dankbar ist... aber gut, das kann ich gerade so entbähren.

Insgesamt kann ich wohl wirklich aus vollster Überzeugung sagen: "Crystal Sky" ist mein bisheriges Lieblingsalbum von Lena. Die Melodien, die Texte, die Gefühle, ja, der komplette Aufbau des Albums weiß zu überzeugen und zeigt, dass Lena einen weiten Weg gegangen ist, vom ESC-Kücken zur etablierten Künstlerin. Manche mögen es als Mainstream bezeichnen, ich sehe es als hohe Kunst sich einem Genre zu bedienen, dass in den letzten Jahre zu Genüge ausgereizt wurde und trotzdem sein eigenes Ding daraus zu machen - und das hat Lena wirklich allemal geschafft ;-)


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