Eurovision 2015: Clubkonzert-Teilnehmer stehen fest! #USfÖ

Und die nächsten News zum deutschen Vorentscheid "Unser Song für Österreich" wurden veröffentlicht: nachdem im Januar die sieben Kandidaten bekannt gegeben wurden, die direkt für den Vorentscheid gesetzt sind, folgte nun die Bekanntgabe der Teilnehmer des Clubkonzerts, die einzige Vorrunde unseres Auswahlsystems. Für alle die es nicht kennen: bis Anfang Januar konnte man sich mit einem Video per YouTube bewerben - dabei war es egal, ob man ein Cover sang oder mit eigenem Song antrat. Insgesamt wurden ca. 1300 Beiträge hochgeladen aus denen eine 10-köpfige Expertengruppe entscheid, welche zehn Künstler eine Chance auf die Wildcard haben - so wie es Elaiza letztes Jahr vormachten. Der Gewinner darf sich dann zu den anderen sieben "bekannten" Acts dazugesellen um für das Ticket nach Wien zu kämpfen. Im Vorfeld gab es recht viel Diskussion um die Bewerbungen: so bewarben sich z. B. Daniel Schuhmacher (Gewinner von DSDS) mit einem Beitrag als auch Bahar, ehemaliges Mitglied der erfolgreichsten Girl-Group Deutschlands Monrose, mit ihren Songs "Gossip Bitch" und "Love Bullet". Viele Eurovision-Fans fanden die Beiträge klasse und erhofften sich deren Teilnahme am Clubkonzert. Heute dann die enttäuschende Nachricht: beide wurden nicht ausgewählt. Großer Aufschrei. Große Enttäuschung. Mir macht das eher weniger aus, ich fand die Songs nicht unbedingt herausragend.

Überhaupt habe ich mir vorher kein einziges Bewerbungsvideo angeschaut. Ich wollte nicht enttäuscht werden - war wohl der richtige Weg. Dafür freue ich mich jetzt aber umso mehr über die zehn Kandidaten, die nun ihre Chance nutzen können und um die Wildcard kämpfen. Und da es auch einen Beitrag zu den 7 feststehenden Kandidaten gab, dachte ich mir nun: checken wir doch mal die Vorrunden-Kandidaten um dann ein gesamtes Bild zu erhalten und auch wirklich richtig beurteilen zu können, wer für mich der beste Kandidat oder die beste Kandidatin ist.

Die Acts:

1. Aden
Dieser junge Mann bewarb sich mit einem Cover von Outkast und ihrem Song "Hey Ya". Das YouTube-Video ist allerdings nur ca. 90 Sekunden lang und gibt nicht wirklich viel her, außer: die Stimme von Aden ist gut, besticht durch ihre etwas raue und trotzdem gefühlvolle Art. Ich finde es immer schwierig wenn sich ein Kandidat mit einem Cover bewirbt, schließlich geht es ja letztendlich um den SONG. Alle Kandidaten haben eine gute Stimme (sonst würden sie sich ja nicht bewerben), allerdings nützt das nichts, wenn der Song nicht gut ist. Deshalb reagiere ich hier sehr verhalten und sag mal so: wenn der Song stimmt, dann kann ich mir das gut vorstellen, wenn nicht, dann nützt die tolle Stimme auch nichts.

2. Alisson Bonnefoy - "Burning Down"
Ja, die erste Kandidaten, die sich mit eigenem Song bewirbt. "Burning Down" ist eine gefühlvolle Ballade, die von Alisson wunderbar gesungen wird und die am Ende noch einmal so richtig ausbricht und die wirklich tolle Stimme der Frau zeigt. Insgesamt gefällt mir der Song wirklich gut, allerdings zieht er sich für mich etwas. Das ist aber nicht schlimm, die Audio-Version auf YouTube dauert nämlich 4:07 Minuten - beim ESC darf ein Lied bekanntlich nur maximal 3:06 Minuten lang sein - gekürzt werden, muss es also allemal wenn das für uns nach Wien fahren soll. Außerdem würde ich mir noch eine weitere Produzierung des Songs wünschen, nur mit Piano mag es nämlich ein wenig eintönig klingen. Aber ob Alisson auch mit diesem Lied antreten wird, steht eh noch in den Sternen, sie hat sich ja letztendlich NUR damit beworben. Ob es dieser dann auch sein soll, wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist sie im Auge zu behalten.

3. Ann Sophie - "Get Over Yourself"
Ann Sophie war schon bei ihrer Bewerbung einer der Favoriten bei den ESC-Fans, die sich für das Clubkonzert intressieren - was übrigens eine sehr geringe Zahl ist, denn letztendlich schauen sich alle eher "Unser Song für Österreich" an als die Vorrunde, traurig, aber wahr. Ann Sophie war auf jeden Fall bei den Personen, die sich dafür interessieren, heimlicher Favorit. Und ich muss zu geben: der Song "Get Over Yourself" ist wirklich sehr gelungen - besonders das dazugehörige Video zeigt, dass Ann wirklich das Talent hat zu entertainen. Beim Eurovision könnte das nicht schaden. Allerdings wird es wohl mit einem anderen Song sein müssen, denn "Get Over Yourself" wurde bereits 2012 auf YouTube veröffentlicht - leider VIEL zu alt für die EBU-Regeln (da darf ein Song nicht früher als am 01. September des vorherigen Jahres, also in diesem Fall, 2014, veröffentlicht worden sein). Man muss also die anderen Songs abwarten bzw. den anderen Song, den sich beim Clubkonzert performen wird. Trotzdem: eine sehr spannende Kandidatin.

4. Ason - "Hey You"
Auch dieser Act wurde von den Fans im Vorhinein schon gelobt und als Favorit gesehen für den Kandidatenkreis des Clubkonzerts. Und schlussendlich hat es sich bewahrheitet. Ason sind vier Schwester, alle zwischen 12 und 20 Jahren, die zusammen Musik schreibe. Ihre Mutter kommt aus Schweden, quasi DEM Eurovision-Land schlechthin. Deshalb wollen auch sie zum ESC und bewerben sich mit ihrem eigenen Song "Hey You". Der Song und auch die Band ist sehr süß, allerdings einfach GAR nicht meins. Für mich schwappt er so dahin und er ist nett zum Anhören - mehr allerdings auch nicht. Leider. Ich finde die vier wirklich sympathisch und ich bin mir sicher, dass sie Talent haben, leider treffen sie einfach nicht meinen Geschmack. 

5. Klangpoet - "4 U"
Multikulti-Musik von vier völlig unterschiedlichen Charakteren. Klangpoet kombiniert musikalisch sowie textlich alle möglichen Klänge, Stimmen, Länder und Sprachen, die man so kennt - und das ist durchaus positiv gemeint. Das Lied wird in Englisch, Deutsch und Türkisch performt und versprüht einen leichten, sehr frischen Klang, der wirklich im Ohr bleibt und einen besonders im Refrain überzeugen kann. Besonders die weibliche Stimme kann mich übrigens wirklich mitreißen, vielleicht gerade deshalb, weil sie auf Deutsch singt und ich mir ja irgendwie doch einen deutschsprachigen Act wünsche. Hier wäre auch eine tolle Performance möglich, die bestimmt eine breite Masse ansprechen könnte - und für den Sommer ist die Nummer ein klarer Hit mit Ohrwurmqualität.

6. Lars Pinkwart - "Tornado"
Nun zu dem Song und Interpreten, die mich SOFORT überzeugen konnten. Gleich beim ersten Hören. Und die ab dem Zeitpunkt irgendwie sofort meine Favoriten waren. "Tornado" ist eine wunderschöne und besonders toll gesungene Ballade, die in den Strophen sehr nachdenklich daherkommt und im Refrain dann total abgeht - und das im positivsten Sinne überhaupt. Und nicht nur der Song an sich ist super: Lars hat eine unglaublich reife, ausdrucksstarke und einzigartige Stimme - die, so meine Meinung, definitiv Europa überzeugen könnte. Und auch die Produktion des Songs passt wie die Faust aufs Auge: Ruhig in den Strophen, laut im Refrain. Für meine eine perfekte Mischung und definitiv mein Favorit - schon jetzt!

7. Lou
Diese Kandidatin hat sich mit einem Cover von Birdys "Not About Angels" beworben und überzeugt durch ihre sehr gefühlvolle und sehr sehr starke Stimme auf ganzer Linie. Aber auch hier habe ich wieder das Problem: ich kann den Act nicht wirklich bewerten, dazu müsste ich einfach einen Song hören. Klar, die Stimme von Lou ist super und ich bin mir sicher, dass sie vieles sehr gut singen kann. Allerdings heißt es ja "Unser SONG für Österreich", da wäre ein Song nicht ganz verkehrt. Das wäre wirklich eine Kritik an dem Konzept der Vorrunde: wenn schon Wildcard-Runden, dann bitte als Voraussetzung für eine Bewerbung, dass man mit eigenem Song auftreten muss.

8. Moonjos
Diese Jungs sind (ohne Witz!) die ältesten in der Vorrunde - mit 29 und 30 Jahren ziemlich krass wie ich finde. Aber egal, kommen wir zum eigentlichen Act: Moonjos besteht aus zwei Jungs, die anscheinend schon etwas Erfahrungen haben: ihr Cover von "Am I Wrong" (im Orginalen: Nico & Vinz) klingt total anders und eigen interpretiert und hebt sich von dem im Orginalen eher poppigen Lied sehr stark ab. Das ist aber total positiv, ich finde die Version sogar noch ein bisschen besser als das Original - und das muss man erstmal schaffen! Sonst habe ich auch wieder das Problem: wo ist der eigene Song? Die zwei hätten es doch bestimmt drauf, einen eigenen Song zu performen - trotzdem, ich würde sie für das Clubkonzert auf jeden Fall im Auge behalten.

9. Sendi Hoxha
Bodenständige Musik, starke stimme und akkustikreicher Klang - Sendi bewirbt sich mit ihrem Song "Battlefield" und ich muss sagen: mir gefällt die Version schon in der Akkustik-Version total, wenn ich mir jetzt überlegen, wie der Song produziert klingt, dann schmelze ich dahin. Ich glaube nämlich, dass mit einer guten Instrumentalisierung dieser Song wirklich hervorstechen und uns einen guten Platz beim ESC bescheren könnte. Hinzukommt, dass Sendi super aussieht und etwas sehr junges ausstrahlt. Neben Lars Pinkwart ist dies definitiv ein weiterer Favorit für das Clubkonzert, der sich auch gegen die "etablierten" Acts durchsetzen und es somit Elaiza gleichtun könnte.

10. Sophie - 'Imperfection"
Am Anfang dachte ich mir: Oh ja, endlich eine tolle Soul-Pop-Nummer, die sich etwas vom Einheitsbrei beim ESC absetzt. Und dann waren diese 30 Sekunden auch schon wieder vorbei und es folgten Beats und Klänge, die einem so vorkamen, als sei einfach alle Sounds der letzten Jahre zusammengesetzt worden und in diesem Song verarbeitet worden. Leider GAR NICHT mein Fall. Der Song hat keine Substanz, man vergisst ihn sehr schnell wieder und er erinnert einen an irgendeinen ehemaligen ESC-Kandidat aus dem Balkan. Sorry, aber das geht gar nicht!

Mein Fazit:
Tja ja. Als die Acts bekannt gegeben wurden gab es, wie oben schon erwähnt, große Diskussionen und mal wieder die üblichen "Das kann nichts werden"-Beiträge, die man ja schon aus jedem Jahr kennt. Besonders kritisiert wurde das Alter vieler Clubkonzert-Teilnehmer, das wohl durchschnittlich unter 18 Jahren liegt - was mich aber nicht stört, schließlich kommt es auf den Song an und nicht auf das Alter des Interpreten - oder sehe ich da was falsch?
Aber kommen wir zurück zu den Songs: Wirklich überzeugen konnten mich die Songs von Lars Pinkwart ("Tornado") und Alisson Bonnefoy ("Burning Down"). Aber auch "Battlefield" von Sendi Hoxha kann ich mir auf der ESC-Bühne vorstellen (sofern der Song RICHTIG produziert wird). Sonst finde ich "Get Over Yourself" von Ann Sophie und "4 U" von Klangpoet gut, aber "Get Over Yourself" kommt (wie oben geschrieben), ja gar nicht in Frage. Außerdem weiß ich nicht ob diese Art von Stil wirklich beim ESC-Publikum ankommt... ich bezweifle es nämlich etwas, denn so ähnliche Stile gab es schon mit mehr oder weniger gutem Erfolg. Irgendwie kennt man so einen Stil und er hat nichts wirklich Neues und Frisches - obwohl Ann Sophie wirklich SUPER performen kann.
Bei einigen Songs kommt es einfach auf den Song an: Aden, Lou und die Moonjos müssen einfach zeigen, in welche Richtung sie mit ihren Titeln gehen, dann kann man da auch ein richtiges Urteil fällen. Ja, und Sophie fällt für mich, wie schon gesagt, völlig heraus. Ebenso wie die Mädchenband Ason, da mir der Song einfach nicht zusagt.
Meine Platzierung bis jetzt würde sich wie folgt zusammensetzen:

1. Lars Pinkwart
2. Alisson Bonnefoy
3. Sendi Hoxha
4. Klangpoet
5. Ann Sophie
6. Aden
7. Moonjos
8. Lou
9. Ason
10. Sophie

Insgesamt bin ich also nicht so negativ wie die meisten Fans, schließlich kommt es ja auf den Song, die Performance und die Umstände an - und wer weiß, vielleicht überrascht uns ein Kandidat völlig. Bis jetzt halte ich allerdings von Lars Pinkwart am meisten und hoffe wirklich inständig, dass er das Ding rockt und das er genauso gut performt wie auf der Audio-Version von "Tornado".

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Zu den ESC-Beiträgen 2015:

                  The 100 Day #EurovisionChallenge                                USFÖ - die ersten 7 Acts

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