Sunday-VLOG: Unser Song für Österreich - die ersten 7 Acts

Ich kann es noch gar nicht fassen, dass der ESC 2014 schon wieder über ein halbes Jahr her ist und das in knapp zwei Monaten der nächste Vorentscheid auf uns wartet. Es kommt mir vor wie gestern, dass ich mir Unser Song für Dänemark angeschaut habe, eifrig für Madeline Juno oder Elaiza gezittert und mich MEGA für Elaiza gefreut habe, als sie mit "Is It Right" gewonnen haben. Dann sah allerdings der eigentliche Song Contest nicht so gut aus: mit einem eher schlechten Platz 18 mussten wir uns zufrieden geben. Doch das hat meine Begeisterung über den Song nicht gestört: trotzdem ist und bleibt er für mich mein Lieblingssong 2014, den ich mir heute noch SEHR gerne anhöre und auch das dazugehörige Album "Gallery" kommt immer wieder zum Zug bei langen Autofahrten. Sogar ein Konzert ihrer "Gallery-Tour" habe ich von Elaiza besucht - eine Sache, die ich wirklich nur mache, wenn ich vom Interpreten überzeugt bin.

Moderatorin von "Unser Song für Österreich"
Deshalb ist es für den Nachfolger (was mich angeht) besonders schwer, denn er hat hohe Erwartungen zu erfüllen. Kommen wir erstmal zu dem Organisatorischem: der ESC-Vorentscheid ist wieder aufgebaut wie im Vorjahr. Es findet ein Club-Konzert am 19. Februar in Hamburg statt. Dafür konnte man sich bis zum 12. Januar noch bewerben, in dem man ein Video auf YouTube hochgeladen hat. Die Veranstalter suchen sich hier dann die zehn besten Acts aus, die dann um eine so genannte Wildcard kämpfen - wer diese gewinnt, darf als Newcomer beim richtigen Vorentscheid teilnehmen, eben so wie Elaiza es vorbildlich vorgemacht haben. Anschließend folgt am 05. März der richtige Vorentscheid. Hier werden alle Acts zunächst einmal einen Song performen. Die Zuschauer entscheiden sich dann für die besten vier, diese dürfen einen zweiten Song zeigen. Anschließend entscheiden sich die Zuschauer wieder für die besten zwei und für das Lied, welches sie bei dem jeweiligen Act am besten fanden. Diese Lieder werden dann von beiden Künstlern noch einmal performt, bis dann der Gewinner per Telefonvoting bestimmt wird. Moderieren wird übrigens wieder Barbara Schöneberger, die es wirklich toll gemacht hat im letzten Jahr. Der Prozess zieht sich etwas, ist aber definitiv besser, als der Vorentscheidsmodus beim Vorentscheid 2013. Trotz all der Kritik, finde ich die Show übrigens toll und freue mich auf die Ausstrahlung.

Doch kommen wir nun zu den oben genannten sieben Kandidaten, die jetzt schon feststehen. Eine Jury (die aus verschiedenen Labels und Musikexperten bestand) hatte nämlich die Wahl, zwischen Künstlern, die von ihren Plattenlabeln eingeschickt worden waren. Und diese sind nämlich diesen Mittwoch bekannt gegeben worden - und sofort gab es die üblichen Diskussionen.

Darfs mal wieder Deutsch sein?
Die erste Künstlerin, die um den Platz beim ESC kämpfen will, ist Alexa Feser. Sie singt eher akustisch-gehaltene Songs, die sehr reduziert sind und sich auf die Stimme und den Text konzentrieren. Mir persönlich sagt sie nur insofern was, dass ich mal eine Werbung für ihr Album "Gold von Morgen" gesehen habe und ich positiv überrascht war von ihrer Stimme. Auch beim Reinhören in den Longplayer konnte sich diese Begeisterung erhalten (wer mehr wissen will, der klickt einfach auf den oberen link beim Albumtitel) und ich persönlich würde mich sowieso sehr über einen deutschsprachigen Act beim ESC freuen. Die Songs, mit denen sie antreten wird, heißen "Glück" und "Mehr als ein Lied" (das gab sie auf ihrer Facebook-Seite bekannt)."Glück" ist ein Mix aus ihren reduzierten Klavier-Melodien und stampfenden Beats im Refrain. "Mehr als ein Lied"  schließt sich dem an, kommt trotzdem etwas ruhiger daher. Beide halte ich für großes Kino, wobei mir "Glück" fast noch besser gefällt. Es sind keine Ohrwürmer im typischen Sinne, allerdings kommen die Songs von Herzen, was ein großer Pluspunkt sein kann und deshalb hängen bleibt. Jetzt kommt es also nur auf die Darstellung auf der Bühne an. Und ich wäre da stark für den Einbezug zweier Ausdruckstänzer bei dem Lied "Glück", ähnlich wie beim Sias "Chandelier"-Video. Die ARD soll sich also mal was einfallen lassen ;-)

The Common Linnets 2.0?
Als nächster Act kommt Mrs. Greenbird. Diese waren ja die Gewinner der letzten Staffel X Factor und landeten mit ihrem Album in den Top10 der Charts. Nachdem man nun längere Zeit nichts mehr gehört hatte, trotz der Veröffentlichung ihres nächsten Albums "Postcards", melden sie sich also mit der Teilnahme an "Unser Song für Österreich zurück". Generell finde ich die Teilnahme klasse, allerdings habe ich die Befürchtung, dass sie zu sehr an den Zweitplatzierten im letzten Jahr erinnern: The Common Linnets. Diese waren ja mit ihrem Song "Calm After the Storm" super erfolgreich (noch erfolgreicher als der Gewinner-Song "Rise Like a Phoenix") und da ist die Gefahr einfach sehr groß, dass man Mrs. Greenbird nur als Nachmache empfindet - obwohl es die Konstellation schon länger gibt als die niederländische Band. Dadrin sehe ich leider die Gefahr. Wie auf ihrer Facebook-Seite bekannt gegeben, präsentieren sie ihre neue Single "Shine Shine Shine", der zweite Song wurde nicht erwähnt. Das genannte Stück ist eine Country-Pop-Nummer, die für mich etwas nach "No No Never" von Texas Lightning klingt - und damit waren wir damals auch nicht gerade die Überflieger beim Songcontest. Man muss also auf die zweite Nummer hoffen.

Reicht  nur die Stimme?
Einer, der ebenfalls durch eine Castingshow bekannt geworden ist, ist Andreas Kümmert. Der Sieger der dritten Staffel The Voice of Germany, landete mit seiner Single "Simple Man" promt auf Platz 2 der Single-Charts und auch sein Album erreichte eine Top10-Platzierung. Gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Teilnahme beim Vorentscheid und dann beim ESC. Die Stimme ist definitiv einzigartig, hat Wiedererkennungswert und sorgt bestimmt für Gänsehaut. Allerdings ist die Musik nicht wirklich mein Fall. Aber auch hier gilt: erstmal die Songs abwarten, bevor man urteilt. Und wie schon gesagt, ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese Stimme beim ESC punkten kann - sie braucht nur eine ähnliche Nummer wie "Simple Man" um das europäische Publikum zu begeistern. Deshalb sollte man ihn gut im Auge behalten. Außerdem ist er bei vielen eh schon der heimliche Favorit des Abends.

'Natur-Klänge' für Europa?
Nun zu drei Acts, die ich noch gar nicht kenne: Fahrenhaidt, Noize Generation und Faun. Erstere ist wohl eine Newcomer-Kombo, die schon als Produzenten Erfolge erzielen konnten. So produzierten sie Songs für Yvonne Catterfeld, die No Angels oder The Baseballs (die ja selber letztes Jahr am Vorentscheid teilnahmen und kläglich versagten). Mit Songs "die von der Natur inspiriert" sind (so auf der eurovision.de-Seite geschrieben) und mit der kräftigen Stimm einer jungen Sängerin sollen sie es in Wien reißen. Meine Begesiterung hält sich noch etwas in Grenzen, aber auch hier: Songs erstmal abwarten, bevor man urteilt.

Ein DJ beim ESC?
Noize Generation ist ein DJ, der es nun als Solokünstler wissen möchte. Ich hab in YouTube in einige seiner Remixe reingehört, die allerdings ohne Stimme waren - falls er wirklich nur auf der Bühne steht und auf seinem DJ-Pult die Songs mixt, wird er 100 % untergehen. Ich hoffe also, dass es Gesang geben wird, sonst sehe ich schwarz. Der Song mit dem er antreten wird, heißt übrigens "A Song For You" und soll bald seine Premiere erleben. Ich bete für Gesang :D
Faun sagt mir was im entferntesten Sinne, weil es mal eine Werbung für ihr Album gab. Mehr auch nicht. Ich habe mal auf YouTube in ihre Lieder reingehört und kann nur sagen: für mich ist das ganz und gar nichts und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass diese Art von Musik in Europa gut ankommen wird. Für mich ist der Act sowas wie Die Priester, die 2013 angetreten sind und Santiano aus dem letzten Jahr: man will das musikalische Spektrum erweitern und eben auch Alternativen bieten. Doch wie man schon in den letzten beiden Jahren gesehen hat, geht das in die Hose. Weshalb ich Faun nicht wirklich Chancen einräume.


Eine wahre Alternative für den ESC?
Minimal-Dance trifft ESC?
Warum nicht? ;-)
Und weil man einen Beitrag immer mit etwas positiven abschließen soll (wenn man das kann), komme ich nun zu dem Act, der mich am meisten überrascht, aber eben auch gefreut heut. Die Band Laing tritt nämlich ebenfalls in den Kampfring um das Ticket nach Wien an. Diese könnte bekannt sein aus dem Bundesvision Song Contest, der von Stefan Raab jährlich veranstaltet wird. Dort traten sie nämlich mit "Morgens Immer Müde" auf und erreichten Platz 2. Auch ihre Alben schafften es in die Top20, allerdings schafften sie nie wirklich den Durchbruch. Überraschend, denn ihre Stimmen sind wirklich sehr gut und gemischt mit modernen Minimal-Dance-Pop und ironisch-gehaltenen Texten ist das wirklich eine gute Mischung. Die Single "Safari" konnte mich schon im letzte Jahr überzeugen, weshalb ich hoffe, dass sie gespielt werden darf. Problem ist, dass sie, glaube ich, zu früh veröffentlicht wurde. Die Lieder dürfen nämlich frühestens am 1. September des vorherigen Jahres erschienen sein, "Safari" wurde aber am 29. August 2014 veröffentlicht. Ich drücke also die Daumen, dass die EBU da eine Ausnahme macht. Wenn nicht, fände ich vom neuen Album die Songs "Wechselt die Beleuchtung", "Karneval der Gefühle" (obwohl dieser SEHR experimentell daher kommt) oder "Zeig deine Muskeln" würdige Vertreter - und die einzigen Songs, die einer breiten Masse gefallen könnten. Dabei haben Laing schon bei der eurovison.de-Seite leicht angedeutet, dass sie "Muskeln zeigen werden" (klare Andeutung an den oben genannten Song).Wie auch immer, ich bin sehr gespannt wie Deutschland auf den Act reagiert, schließlich ist die Band nicht "everybodys cup of tea", wie die Engländer sagen würden und ihre Songs sind eben nicht alle so wie "Morgens immer müde".

Abschließend kann ich nur sagen: ich bin froh, dass die Künstler sich von den Künstlern aus den letzten Jahren unterscheiden und besonders froh bin ich darüber, dass es zwei deutschsprachige Acts gibt - Alexa Feser und Laing - die außerdem auch (ohne, dass die Songs von Laing feststehen) bis jetzt meine Favoriten sind. Aber, man sollte ja nicht zu früh urteilen: jeder der Acts hat die Chance zu überzeugen, es kommt ja am meisten auf den jeweiligen Song an.
Trotzdem habe ich andererseits manche Acts für mich schon aussortiert: Fahrenhaidt, Faun und Noize Generation klingen für mich, allein von den Beschreibungen, einfach nicht nach Eurovision-Material. Und diese Bilanz ist ganz schön schockierend, es fällt ja für mich quasi schon knapp die Hälfte aus dem Rennen... aber, sehen wir es optimistisch: der Vorentscheid war schon immer für eine Überraschung gut ;-)
Außerdem: Zu den sieben Acts gesellt sich ja noch die Wildcard, die, wie wir von Elaiza wissen, noch einmal alle Favoriten verdrängen kann. Freuen wir uns also auf eine tolle und hoffentlich erfolgreiche Suche nach dem richtigen Interpreten, der Deutschland beim Eurovision Song Contest 2015 in Wien vertreten darf!

Bewerbervideos kann man sich auf eurovision.de anschauen!



Übrigens: für mich geht es beim ESC gar nicht mehr unbedingt um den Contest und welche Platzierung wir erreichen. Ich LIEBE es einfach neue Künstler kennenzulernen. So wie es letztes Jahr mit Elaiza war. Sie schnitten vielleicht beim Contest eher schlecht ab, ich war aber trotzdem begeistert von ihrem Album, ihren Songs und den Auftritten. Was ich damit sagen will: der Eurovision ist eben nicht alles.Und an die ganzen Leute, die schon - bevor sie irgendwelche Songs gehört haben - meckern: wartet doch lieber mal ab, bevor man die Künstler zerreist. Kein Wunder, dass niemand Lust hat Deutschland zu repräsentieren. Außerdem ist es ja ein SONG Contest, da kommt es auf die Songs an - und beim Anhören der bereits bekannten Songs, habe ich persönlich z. B. schon zwei deutliche Favoriten - mehr dazu erfahrt ihr, wenn alles offiziell bestätigt ist ;-)
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Hier zu den Kandidaten des Clubkonzerts:

The 100 Day #EurovisionChallenge                            UsfÖ: die Wildcard-Kandidaten

Und hier kommt ihr zu meinen aktuellen Beiträgen:

            Kelly Clarkson - "Heartbeat Song"                   Robbie Williams - "Under the Radar Volume I"         

Madonna - "True Blue"                                "Fifty Shades of Grey" - Soundtrack

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