Rezension: Sia - "1000 Forms of Fear"

Eigentlich wollte ich gar keine Rezensionen über Alben aus 2014 schreiben, allerdings habe ich bemerkt, dass ich doch den Drang verspüre, über meine Lieblingsalben aus dem letzten Jahr zu berichten. Entweder, weil ich sie einfach so herausragend fand, dass ich darüber reden möchte oder, weil ich das Gefühle habe, dass sie in Deutschland irgendwie noch nicht so ganz ihren Durchbruch erlebt haben, den sie allerdings zu tausend Prozent verdient hätten. Damit starte ich jetzt dieses Projekt, was kein festes Projekt ist... ich schreibe einfach immer dann, wenn ich gerade Lust dazu habe (:

Somit also zu dem 1. Album, was ich mir 2014 nur aus einem Grund gekauft habe: es gab eine 3 für 2 Aktion bei einem Elektrogeschäft und ich hatte schon zwei Dinge und brauchte nun also ein drittes. Und weil ich nichts anderes gefunden hatte, nahm ich "1000 Forms of Fear" von Sia mit - und bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe. Wer Sia nicht kennt (der muss wohl auf dem Mond leben, aber egal), sie ist die Songschreiberin hinter unendlich vielen Hits wie z. B. "Titanium" von David Guetta, "Wild Ones" von Flo Rida, "Pretty Hurts" von Beyoncé und wohl ihr bekanntestes Werk, "Diamonds" von Rihanna. Außerdem ist sie schon seit Jahren in ihrem Heimatland Australien mit ihren Solo-Alben erfolgreich. Allerdings machte sie eine Pause, um eben für andere Künstler zu schreiben, aber auch um eine Pause aus der Öffentlichkeit zu bekommen. Letztes Jahr meldete sie sich dann als Sängerin zurück und hatte den Mega-Erfolg mit der Single "Chandelier". Dabei promotete sie die Single und das Album ohne ihr Gesicht - sie will es nämlich im Fernsehen nicht zeigen. Dafür hat sie die 12-jährige Tänzerin Maddie Ziegler, die auf der Bühne zu ihren Stücken tanzt, während Sia mit dem Rücken zum Publikum im Hintergrund singt. Und selbst ohne Gesicht schaffte es der Song in die Top10-Charts weltweit und ist ein heißer Anwärter für die Grammys 2015.

In Deutschland hat es einige Zeit gedauert bis der Song seine Beachtung fand, konnte sich nach Wochen gerade mal so auf Platz 10 hangeln. Einzig das Video scheint einer breiten Masse bekannt zu sein. Sonst aber nichts. Die wenigsten wissen, dass es ein dazugehöriges Album gibt. Zumindest scheint das so, denn "1000 Forms of Fear" platzierte sich nur auf Platz 30 der deutschen Album-Charts. Und als ich das heute gelesen habe, musste ich mich einfach schnell hinsetzen und über das Album berichten - denn es ist alles, was man sich von einem Pop-Album wünscht und näher an Kusnt als irgendeine andere LP. Durchzogen mit viel Gefühl, manchmal still und manchmal laut, laute Beats oder leise Töne, mal etwas rockiger und mal etwas mehr in die Midtempo-Richtung - Sia schafft es das Beste in sich hervorzubringen und sogar Hits wie "Diamonds" zu übertrumpfen. Und wer jetzt denkt: "Das kann doch gar nicht sein", der hat sich schwer getäuscht. Denn Sia ist in Höchstform - das hört man.

Nach dem Einstieg in die LP mit dem erfolgreichen "Chandelier", nimmt die Geschwindigkeit nicht ab: "Big Girls Cry", "Burn the Pages", "Eye of the Needle" und "Hostage" sind allesamt gefühlvolle und ernste Lieder, die allerdings die Geschwindigkeit von "Chandlier" beibehalten und dabei gleichzeitig andere Facetten zeigen. Besonders "Hostage" kommt sehr rockig daher, einen Einfluss, den ich jetzt so von Sia nicht erwartet hätte. Doch er hat es wirklich in sich und wäre für mich ein würdiger Single-Kandidat. "Burn the Pages" ist übrigens ein Lied, was mich total an den Sommer erinnert, warum auch immer. Die Beats im Hintergrund, der lockere Gesang im Refrain und die trotz dieser Tatsachen sehr eindringlichen Lyrics vermitteln mir einfach dieses Gefühl.

Anschließend wird das Album etwas nachdenklicher: "Straight for the Knife" ist die erste emotionale Nummer des Albums, die durch ihre Geschichte besticht, aber auch durch Sias Gesang - allerdings überzeugt sie da bei jedem Song. "Fair Game" bleibt dieser Stimmung treu, allerdings ist hier auf die Instrumentalisierung zu achten, diese ist nämlich total rafiniert. "Elastic Heart" kennen manche vielleicht als Duett aus dem Soundtrack von "Die Tribute von Panem - Catching Fire", auf dem Album liegt er allerdings in der Solo-Version vor. Diese wurde dann auch Anfang des Jahres als Single veröffentlicht, ebenfalls mit der Tänzerin Maddie Ziegler und dem Schauspieler Shia LaBouf. Der Song nimmt wieder etwas an Fahrt auf, hat allerdings auch eine sehr emotionale Gesichte. Eine perfekte Mischform aus den bisherigen Songs des Albums und gleichzeitig ein guter Abschluss für das zweite Drittel.

Screenshot aus dem Musikvideo zu "Elastic Heart"

Genau, denn das letzte Drittel besteht aus viel experimentelleren Songs. Versteht mich nicht falsch, jeder Song von Sia hebt sich von der Masse ab, aber diese Songs sind einfach noch einmal was anderes, gleichzeitig sind sie so passend, dass man sie genau deshalb liebt. "Free the Animal", "Cellophane" und "Dressed in Black" stechen durch ihre Art sehr hervor und unterscheiden sich allesamt vom Rest des Albums auf ihre individuelle Weise - schwer zu erklären, wenn man die Songs nicht kennt. Dabei gefällt mir allerdings der Song "Fire Meet Gasoline" am besten. Beim Hören des Songs, verschwindet man einfach komplett in die Welt von Sia und vergisst alles um sich herum - absoluter Lieblingstrack auf dem Album, allerdings könnte ich das zu den meisten Songs schreiben.

Wer also das Album noch nicht kennt, sollte echt zuschlagen, denn hier schrieb Sie Popgeschichte - und garantiert eines der besten Alben überhaupt veröffentlicht ;-)

Werbecover für "Big Girls Cry"

Werbecover für "Eye of the Needle"

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