Rezension: Alexa Feser - "Gold von Morgen"

Ja, ich wollte unparteiisch bleiben. Ja, ich wollte wirklich warten, bis alle Songs veröffentlicht sind und dann erst die einzelnen Songs durchgehen. Ja, ich wollte fair sein. Aber natürlich konnte ich nicht. Die Rede ist von den Beiträgen zu der ESC-Vorentscheidungsshow "Unser Song für Österreich". Die Sendung ist ja nun allseits bekannt, schließlich gibt es das Konzept dieser Vorentscheidung schon seit 2013 - nachdem es dann 2014 geupdatet worden war ;-)
Und dieses Jahr hatte ich in einem Sunday-VLOG davon berichtet, wer denn nun alles zum Vorentscheid antritt: Mrs. Greenbird, FAUN, Andreas Kümmert, Alexa Feser, LAING, Fahrenhaidt und Noize Generation konnten sich alle für das Finale qualifizieren. Allerdings stehen die Songs nur bei einigen wenigen fest: Mrs. Greenbird verriet z. B. das sie ihren Song "Shine Shine Shine" performen werden, LAING geht auf jeden Fall mit "Zeig deine Muskeln" an den Start, Fahrenhaidt mit "Frozen Silence" und ja... Alexa Feser mit "Glück" und "Mehr als ein Lied". Und da passierte es dann schon: ich schaute mir auf YouTube Akustik-Videos ihrer Songs an und war auf einmal gefangen in ihrer magischen Welt voller leidenschaftlicher Texte und bezaubernden Klavier-Begleitungen. Deshalb war es wirklich ungünstig, dass ich am nächsten Tag in der Stadt war und in einem CD-Laden über ihre Platte gestoßen bin - und sie mir sofort kaufen musste.


"Gold von Morgen" heißt nun das Werk und ich war wirklich gespannt, wie sich die Songs produziert anhören, schließlich klingen sie dann ja auch genauso auf der Eurovision-Bühne. Und direkt nach dem ersten Hören der CD verliebte ich mich in Alexa umso mehr. Das Album fängt dabei direkt mit den zwei Songs an, mit denen es auch beim ESC klappen soll: "Mehr als ein Lied", eine sehr ehrliche und wunderschöne Ballade, die im Refrain trotzdem noch mal so richtig Gas gibt und "Glück", der durch einen stapfenden Beat und tolle Instrumentalisierung hervorsticht. Die beiden Songs gefallen mir wirklich sehr gut. Besonders geeignet halte ich "Glück" für den ESC - in meinem Kopf spielt sich da immer die Performance ab: Alexa an einem großen Flügel, Kerzen auf der Bühne, Nebel auf dem Boden. Sie fängt mit dem Singen an, dabei kommen zwei Tänzer hervor und bewegen sich zu dem Track - hört sich total kitschig an, ist mir aber total egal. ich finde die Vorstellung ja SO schön und hoffe, dass es zu einer ähnlichen Umsetzung kommen wird.

© Warner Music Group Germany
Das Level fällt aber anschließend nicht ab: die erste Single "Wir sind hier" ist ein toller Midtempo-Song, der nicht nur durch seinen Inhalt sondern eben auch durch den Sound überzeugt. Auch "Dezemberkind" (einer meiner Favoriten) und "Peter Pan" schließen sich dieser Kombination an und entführen den Hörer in eine Welt, die man so gar nicht beschreiben kann, aus der man aber nie raus möchte.
Songs wie "Vom Suchen und Finden", "Ich bleibe", "Weiß" und "Held" sind zwar musikalisch gut, bestechen aber besonders durch ihre Geschichte und zeigen einen sehr würdevollen Umgang mit Situationen, die manchmal eben doch nicht ganz so einfach zu bewältigen sind. Und genau das ist es, was mich an Alexa so fasziniert: sie schafft es wunde Punkte zu treffen, richtig emotional zu sein und einen vollkommen in diese Welt mitzunehmen, gleichzeitig ist aber keine Spur von Aufgeben oder "am Boden zerstört daliegen" zu finden.Es zeigt sich eine starke Frau, die weiß, wie sie mit sich umzugehen hat, auch wenn sie manchmal rastlos und verwirrt ist - wer ist das nicht?

Zwei Songs will ich aber nicht vergessen: "Stadt ohne Skyline" und "Das Gold von morgen" sind Songs, die ebenfalls eine Geschichte erzählen, allerdings sind sie so raffiniert aufgebaut, dass man allein beim Zusammenspiel der Instrumente träumt und sich erstmal gar nicht auf den Text konzentrieren kann - weil man so in der Musik drin ist. Sowas erlebt man echt selten, dabei höre ich wirklich viel Musik und bräuchte das wirklich VIEL öfter.
Nach den elf Songs gibt es übrigens Akustik Piano-Versionen der Lieder "Wir sind hier", "Mehr als ein Lied", "Dezemberkind" und "Das Gold von morgen", die das ganze einmal auf die Stimme und das Piano reduzieren und die Songs noch authentischer daherkommen lässt.

Insgesamt ist die CD wirklich das Beste, was ich mir seit langem anhören durfte. So viel Emotionen, so viel tolle Rhythmen, eine tolle Stimme, authentische Präsentation und wirkliches Talent - wenn sowas beim Eurovision Song Contest keine Chancen hat, dann weiß ich auch nicht. Ich würde mich jedenfalls wirklich top repräsentiert fühlen, wenn Frau Feser dorthin geht - egal mit welchem Lied.

© Warner Music Group Germany
P. S.: Trotzdem freue ich mich natürlich auf alle anderen Songs beim Vorentscheid, so finde ich z. B. "Frozen Silence" von Fahrenhaidt sehr interessant und bin gespannt auf die Umsetzung - darüber aber mehr, wenn es so weit ist (:

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