Hidden Treasure: Gabrielle Aplin - "English Rain (Deluxe Edition)"

Es wird wieder Zeit für ein Hidden Treasure und (mal wieder) ist es eine Künstlerin aus dem Inselkönigreich England. Ich spreche von Gabrielle Aplin, die in ihrem Heimatland mit dem Cover von "The Power of Love" von Frankie Goes to Hollywood an Weihnachten 2012 DEN Hit des Winters landete und dort prompt auf Platz 1 der Single Charts schoss. Zuvor veröffentlichte Aplin drei EPs, die sich alle in den Charts platzieren konnten, obwohl sie noch keinen Plattenvertrag hatte.
Nach der starken Debüt-Single veröffentlichte sie im Februar 2013 die 2. Single "Please Don't Say You Love Me", für mich mein erster Frühlingssong überhaupt, und im Mai die dritte Single "Panic Cord", die beide die Top10 bzw. Top20 erreichten.
Am 13. Mai 2013 veröffentlichte Aplin dann ihr Debüt-Album "English Rain", welches wahrlich eines DER Singer/Songwriter-Alben 2013 ist.  Warum sich das Album allerdings von allen anderen abhebt, erfahrt ihr, natürlich, hier.

1. Die Songs:

1.1. Panic Cord 5/5
Eröffnet wird die LP von dem wunderschönen Folk-Pop-Song "Panic Cord", der begleitet durch viele Gitarren und leichten Drums, wirklich zum Träumen einlädt, sich aber auch sehr süß mit einem Beziehungsende beschäftigt. "Panic Cord" ist für mich ein Song, der zwar eigentlich sehr traurig, allerdings gleichzeitig sehr hoffnungsvoll ist. Toller Song, der zurecht die 3. Singleauskopplung war.

1.2. Keep on Walking 4/5
Etwas rockiger, allerdings genauso musikalisch geht es auch weiter. "Keep on Walking" ist schnell, hat einen sehr leichten Sound, ist dabei trotzdem noch sehr emotional und kommt live bestimmt sehr gut an, man kann nämlich perfekt mitklatschen, mitsingen und mitwippen - alles Dinge, die man bei einem Konzert machen will :-D

1.3. Please Don't Say You Love Me 5/5
Wie schon in der Einleitung gesagt, ist dieser Song die 2. Single des Albums, welche ich bereits hier rezensiert und als Hidden Treasure vorgestellt habe. "Please Don't Say You Love Me" ist ein Song, den man sich anhören möchte, wenn man glücklich ist, Spaß haben oder einfach nur entspannen will - perfekt also für den Frühling oder auch vorzugsweise den Sommer - reinhören lohnt sich also.

1.4. How Do You Feel Today? 5/5
Kommen wir nun zur bisher emotionalsten Nummer der Platte. "How Do You Feel Today?" ist sehr akustisch und konzentriert sich mehr auf die Geschichte des Songs und lässt dabei Raum für die feine, dennoch starke Stimme von Gabrielle Aplin. Ich habe noch nie jemanden so ehrlich fragen hören, wie man sich fühlt - wunderschön!

1.5. Home 5/5
Ruhig und gefühlvoll geht es mit "Home", der vierten Single des Albums, weiter. "Home" ist besonders im Refrain sehr stark, wirkt aufgrund dem Schlagzeug- und Violinen-Einsatz sehr "groß" und hat etwas von Spätsommer-Hymne. Dabei ist der Text sehr tiefgründig und geht nicht um das "Zuhause", welches wir vielleicht im Sinn gehabt hätten. Toller Song, der zurecht als Single ausgekoppelt wurde!

1.6. Salvation 5/5
Mit "Salvation" folgt ein Liebessong, der tiefer nicht gehen könnte. Dabei steht wieder Aplins Stimme im Vordergrund und wird im Hintergrund fast durchgängig nur von einem Klavier begleitet. Der Song ist eine Mischung aus Hymne und Ballade, überzeugt durch seine Eingängigkeit und gehört für mich damit zu den besten Songs des Albums.

1.7. Ready to Question 5/5
Track Nr. 7 handelt vom Wachsen, sich selber finden und von Erfahrungen lernen. Gabrielle Aplin setzt dabei wieder auf einen guten Mitsingcharakter im Song und liefert mal wieder einen Song ab, der live richtig gut ankommen muss. "Ready to Question" überzeugt v. a. im Refrain und zeigt, was für eine begnadete Songwriterin Aplin doch ist.

1.8. The Power of Love 5/5
Dieser Song dürfte den meisten bekannt sein, allerdings dann in der Fassung von Frankie Goes to Hollywood. Gabrielle Aplin coverte im Jahr 2012 den Song, der u. a. auch in der Weihnachts-Werbung von John Lewis in England verwendet wurde, wodurch er ein großes Publikum erreichen konnte. "The Power of Love" ist ein Song, der perfekt zu dem Sound von "English Rain" passt und der völlig anders klingt als das Original - woran man erkennt, dass die Neuinterpretation gelungen ist.

1.9. Alive 4/5
Weiter geht es mit dem Song "Alive", der wieder an Geschwindigkeit zunimmt und von der Instrumentalisierung wieder mehr bietet als "The Power of Love", dabei aber (typisch für Gabrielle Aplin, wie man vielleicht schon gemerkt hat) immer noch sehr emotional ist. "Alive" vereint vom Sound her wirklich alles, was wir bereits aus den vorherigen Songs kannten: Emotionen, Mitsing-Charakter, große Instrumentalisierung und eine tolle Stimme!

1.10. Human 4/5
"Human" hebt sich von den vorherigen Songs total ab, einfach weil er einen schnelleren Beat aufweist und etwas "dunkler" wirkt als der Rest des Albums. Außerdem ist er auch nicht ganz so emotional wie seine Vorgänger, was durchaus positiv gemeint ist, denn zu gefühlvoll und sentimental sollte ein Album auch nicht sein. Bis jetzt war das Album voll von Midtempo-Songs und einigen Balladen, mit "Human" kommt jetzt ein erster wirklicher Uptempo-Song, der etwas aggressiver wirkt als alle anderen Songs (jetzt nicht total schockierend aggressiv, sondern einfach anders als alle anderen Songs).

1.11. November 4/5
Und das etwas schnellere Tempo nimmt nicht ab: "November" ist nicht der beste Song auf dem Album, macht allerdings Spaß beim zuhören und fasst den Inhalt des Albums wunderbar zusammen. Ich muss sagen, dass mir die sehr weiche Stimme von Gabrielle Aplin besonders in schnelleren Instrumentalisierungen gefällt, weil ich da den Kontrast so schön finde und "November" liefert diesen Kontrast definitiv ab.

1.12. Start of Time 3/5
Zum Schluss lässt Gabrielle Aplin leider etwas nach und liefert mit "Start of Time" ein eher mittelmäßiges Ende ab. "Start of Time" ist etwas rockiger und kantiger als die anderen Songs auf "English Rain", schafft es allerdings nicht mit ihnen zu harmonieren und "verdeckt" die Stimme Aplins total. Für mich leider nicht so gut.

1.13. iTunes bonus track: 4/5
Für alle, die sich das Album auf iTunes gedownloadet haben, gibt es jetzt noch den Song "Take Me Away", der wieder sehr zur restlichen EP passt und die Stimme Aplins sehr gut darstellt. Insgesamt hätte ich mir den Song anstelle von "Start of Time" gewünscht, da er einen schönen Abschluss eines tollen Albums dargestellt hätte. So kann sich nur der iTunes-Liebhaber über ein schönes Ende des Longplayers freuen.

1.14. Deluxe Edition bonus tracks:
Wer mit dem Gedanken spielt sich die Deluxe Edition des Albums zu kaufen, sich aber noch nicht sicher ist, dem soll so viel verraten sein: auf dieser befinden sich zwei komplett neue Songs, der eine mit dem Namen "Evaporate", der wieder etwas anders klingt als die Songs auf der Standard Edition, allerdings trotzdem dazu passt und zum anderen den Song "Wake Up With Me", der wieder etwas langsamer, dennoch sehr süß vom Inhalt ist und sehr akustisch daherkommt. Außerdem gibt es vier Songs der Standard Edition in einer Live-Version, nämlich "Alive", "Please Don't Say You Love Me", "Home" und "How Do You Feel Today?", die allesamt in den so genannten RAK Sessions aufgenommen wurden.
Wenn man mich fragt ist die Deluxe Edition kein Muss, da es "nur" zwei neue Songs gibt, allerdings werden eingefleischte Fans von dem Zusatzmaterial begeistert sein - und daher auch mein Tipp: wenn bereits Fan, dann auf alle Fälle, wenn gerade "neu dabei", dann reicht die Standard Edition definitiv aus ;-)

2. Persönliches Fazit:
Wie man schon an der Punktevergabe erkennen konnte: ich bin definitiv Fan von Gabrielle Aplin! Ich habe mich vorher mit Singer/Songwritern nicht wirklich beschäftigt und erst durch sie bin ich auf diese "Sparte" getroffen und überhaupt auf sie aufmerksam geworden. "The Power of Love" hat mich im letzten Winter umgehauen, "Please Don't Say You Love Me" war mein absoluter Favorit im Frühling und nun halte ich "English Rain" in meinen Händen und bin schon wieder total überwältigt von dem Talent der Sängerin. Sie schafft es nämlich wirklich in jedem einzelnen Song, dass man eintaucht in ihre Geschichten, sofort mitsingen will und sie am liebsten sofort live spielen hören möchte. Besonders "Panic Cord", "Please Don't Say You Love Me", "How Do You Feel Today?", "Home", "Salvation", "Ready to Question" und "The Power of Love" machen das Album hörenswert und begeistern vom ersten Moment an.
Was mir beim Hören aufgefallen ist: das Album wäre für mich eher ein Herbst/Winter-Album und keine wirklich Sommer-LP, hätte ich mir vielleicht beim Namen "English Rain" jetzt auch denken können, allerdings dachte ich auch mehr in die Richtung von "Please Don't Say You Love Me". Daher vielleicht mein Tipp: wenn man mal nicht so gut drauf ist oder der Herbst 2013 vor der Tür steht, dann schnappt euch "English Rain", kuschelt euch in eine warme Decke, trinkt einen heißen Tee und hört die wunderschönen Geschichten der Gabrielle Aplin an - einen schöneren Abend kann man zu der Jahreszeit wirklich nicht verbringen.
Von mir gibt es daher wohl verdiente 4/5 Punkte und damit ist "English Rain" wahrlich ein Hidden Treasure.

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