Album-Rezension: will.i.am - "#willpower (deluxe Edition)"

Nach langem Warten war es am 19. April 2013 so weit: will.i.am veröffentlichte sein nunmehr viertes Solo-Album "#willpower", nachdem er mit "Scream & Shout" und Britney Spears einen europaweiten Erfolg verbuchen konnte, wurde das auch wirklich mal Zeit! Denn wer will.i.am-Fan ist wartet schon seit letztem Jahr, um genauer zu sein seit der ersten Single-Auskopplung "This Is Love", auf das dazugehörige Album. Egal, jetzt ist es so weit und man sollte meinen, dass nun wirklich jeder zufrieden ist. Doch nach der Veröffentlichung des Albums folgte Ernüchterung: die Kritiken zu "#willpower" fielen wirklich eher mittelmäßig aus, viele kritisierten, dass es zu "ausgelutscht" und "Mainstream" sei. Stimmt das? Oder waren die Erwartungen nach "Scream & Shout" einfach zu groß? Das muss wohl jeder für sich entscheiden, meine Meinung erfahrt ihr deshalb hier.


1. Die Songs:

1.1. Good Morning 3/5
Die Eröffnungsnummer passt zwar inhaltlich super, allerdings passiert nicht wirklich was in der Instrumentalisierung. Als Opener okay, allerdings hätte ich doch was Positiveres erwartet.

1.2. Hello 4/5
Dieser Song hätte für mich der Opener sein sollen! "Hello" ist eine Party-Hymne vom Feinsten, diesmal überzeugt will.i.am allerdings alleine, ohne irgendein Feautre. Dabei wird der Track etwas düsterer in den Strophen, was mir total gut gefällt. Insgesamt ein starker Song, der besonders Live bestimmt gut ankommt!

1.3. This Is Love (feat. Eva Simons) 5/5
Wie oben schon gesagt, die erste Single des Albums. Mit "This Is Love" wurde ich erst wirklich aufmerksam auf will.i.am als Solo-Künstler, sonst hatte ich ihn immer nur als Bestandteil von The Black Eyed Peas gesehen. Der Track ist (wie soll es anders sein) eine Party-Hymne vom Feinsten, die besonders durch die Stellen von Eva Simons etwas weicher daherkommt als vielleicht der Mega-Hit "Scream & Shout". Gute Laune-Song für den Sommer - check!

1.4. Scream & Shout (feat. Britney Spears) (4/5)
Von diesem Track war ich ja anfangs total geschockt, weil er mir so GAR NICHT gefallen wollte. Dann war ich allerdings in einem Club und musste zugeben: hier passt er wie die Faust aufs Auge. Danach habe ich mich immer wieder dabei ertappt wie ich ihn im Radio mitgesungen habe und eigentlich immer froh war, als ich ihn hören konnte. Zwar finde ich ihn nicht so gut wie "This Is Love", aber 4/5 Punkte hat er wirklich verdient.

1.5. Let's Go (feat. Chris Brown) (3/5)
Bei diesem Song weiß ich nicht so recht, wie ich ihn finden soll. Einmal gefällt er mich und einmal nicht. Mir gefallen die Strophen total gut, allerdings finde ich ihn im Refrain eher so mittelmäßig. Obwohl er ja trotzdem sehr leicht im Kopf hängen bleibt. Im Vergleich zu der Konkurrenz auf dem Album ist er aber her schwächer.

1.6. Gettin' Dumb (feat. apl.de.ap and 2NE1) 3/5
Der Song ist zwar im Refrain sehr stark, die weibliche Stimme und der Rap-Part gefallen mir wirklich gut, allerdings hat der Song irgendwas, was mich nervt. Außerdem ist er etwas eintönig. Im Vergleich zu anderen Songs (wie "This Is Love" oder "Scream & Shout") einfach nicht gut genug.

1.7. Geekin' 3/5
Und ein weiterer mittelmäßiger Song folgt: "Geekin'" hat einen super Rhythmus, allerdings fehlt mir das Besondere an dem Song. Natürlich, er lässt sich anhören und passt stilistisch sehr gut auf die LP, geht allerdings etwas unter.

1.8. Freshy (feat. Juicy J) 3/5
Langsam bin ich etwas enttäuscht von dem Album: es gibt besser Rapper als will.i.am und v. a. auch bessere HipHop-Songs als "Freshy". Eintönig und langweilig nach nur 1, 5 Minuten, das nenne ich schwach, obwohl ich eigentlich auf diese Art von Musik stehe...

1.9. #thatPOWER 4/5
Zur dritten Single muss ich wohl auch nichts sagen: "#thatPOWER" ist großartig und der erste Justin Bieber-Song, der mir tatsächlich gefällt! Solche Songs würde ich mir vermehrt auf "#willpower" wünschen, hoffen wir, dass diese noch kommen.

1.10. Great Times Are Coming 4/5
Dieser Song ist zwar sehr ungewöhnlich, allerdings gefällt er mir wirklich gut und mir fehlt (trotz der Abwesenheit eines anderen Sängers) nichts. Der Song ist nach "Hello" wohl der Erste, mit dem mich will.i.am ganz alleine überzeugen kann. Besonders die Bridge macht Lust zum Tanzen, aber auch der Refrain ist cool!

1.11. The World Is Crazy (feat. Dante Santiago) 3/5
Bei diesem Song konnte ich mich nicht entscheiden ob ich ihm 3 oder 4 Punkte geben, denn den Refrain finde ich zwar gut, allerdings finde ich die Strophen nur teilweise gut. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen "nur" 3 Punkte zu vergeben, da ich ihn mir im nachhinein gar nicht SO oft angehört habe.

1.12. Fall Down (feat. Miley Cyrus) 4/5
"Fall Down" soll die vierte Single des Albums werden und das auch wirklich zu Recht, denn er ist einfach großartig! Die Stimmen von will.i.am und Miley Cyrus harmonieren wunderbar und der Track klingt sehr nach Sommer und guter Laune. Von Miley Cyrus bin ich ja eh ein großer Fan und jetzt bin ich es sogar noch mehr!

1.13. Love Bullets (feat. Skylar Grey) 4/5
Und auch dieser Song kann überzeugen! "Love Bullets" ist besonders im Refrain sehr stark, aber auch die Strophen sind toll und gewinnen mit der Zeit an Sympathie. Besonders die Stimme von Skylar Grey machen den Song aus und verleihen ihm erst das Einzigartige.

1.14. Far Away from Home (feat. Nicole Scherzinger) 4/5
Gegen Ende der Standard-Edition gibt es nochmal einen richtig Hit! Zusammen mit Nicole Scherzinger gelingt will.i.am mit "Far Away from Home" eine tolle Midtempo-Nummer, die sich aufgrund der vergleichsweisen ruhigen Stimmung vom Rest des Albums abhebt und dadurch besonders auffällt. Falls es eine fünfte Single geben sollte, wünsche ich mir diesen Song!

1.15. Ghetto Ghetto (feat. Baby Kaely) 5/5
Diese Qualität hätte ich mir am Anfang und besonders im Mittelteil des Albums gewünscht! "Ghetto Ghetto" ist total gut, hat eine Message und geht wirklich tief. Das ist wirklich einer meiner Lieblingstracks auf dem Album, wenn nicht sogar mein Liebster.

1.16. Deluxe Edition bonus tracks:
Auf der Deluxe Edition gibt es noch einmal drei neue Songs: "Reach for the Stars" mit Lil John, "Smile Mona Lisa" und "Bang Bang". Dabei gefällt mir "Reach for the Stars" besser als z. B. "Let's Go", "Gettin' Dumb" oder "Geekin'", weshalb ich gar nicht verstehe, warum man ihn "nur" auf die deluxe Edition gepackt hat. Für mich wäre das eine gute Single gewesen, aber nun gut, man muss ja auch diese Edition interessant machen, sodass sie die Fans kaufen. "Smile Mona Lisa" und "Bang Bang" sind auch okay, allerdings finde ich nicht, dass sich die deluxe Edition aufgrund dieser Songs lohnt. Warum sie dann auf dieser zu finden sind? Weil sie stilistisch einfach nicht in die Standard Edition gepasst hätten, sich aber wohl als Bonus-Tracks gut machen... so sollte es zumindest sein. Mich kann lediglich "Reach for the Stars" umhauen.

2. Persönliches Fazit:
Ob es daran liegt, dass ich zu viel erwartet habe oder daran, dass ich aufgrund der Wartezeit auf ein Meisterwerk gehofft habe? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mich will.i.am mit seinen vierten Studioalbum "#willpower" nicht wirklich überzeugen kann. Ich finde zwar nicht, dass der Stil "ausgelutscht ist", allerdings fehlt mir einfach das gewisse Etwas.
Songs wie "This Is Love", "Scream & Shout" und "#thatPOWER" sind natürlich gut, allerdings kenne ich diese ja schon. Jetzt erhofft man sich ja, dass auf der LP genau SOLCHE Songs zu finden sind. Und genau das ist nicht wirklich der Fall. Lediglich "Fall Down", "Love Bullets" und "Far Away from Home" können wirklich mithalten. Der Rest wirkt wie schnell produzierte Dance-Musik um einfach das sehnlich erwartete Album zu füllen - damit hätte ich nicht gerechnet.
Fast ein Jahr habe ich auf das Album gewartet und jetzt das: Sechs Songs sind gut, den Rest hätte ich mir wirklich sparen können. Ich habe mir wirklich viel Zeit genommen um mir das Album anzuhören, habe es wirken lassen und dem Album Zeit gegeben mich zu überzeugen - leider umsonst.
An alle, die sich also das Album noch nicht angeschafft haben, hier ein Tipp von mir: die Singles würde ich mir besorgen, denn die sind wirklich herausragend, auf das Album kann man allerdings getrost verzichten, denn das ist wirklich Mittelmaß und bekommt daher auch nur 3/5 Punkte.

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