ESC-Special 2013: 1. Halbfinale am 14. Mai 2013

Und heute geht es so richtig los! Das tut es (natürlich) mit dem Beitrag zum 1. Halbfinale am 14.05.2013 um 21:00 Uhr bei "einsfestival". Nun kurz noch zum Ablauf dieser Posts: Ich werde jeden einzelnen Song kurz vorstellen, meine Meinung darstellen und ihn anschließend bepunkten (wie gewohnt kann ein Song 1-5 Punkte erhalten). Die Kriterien für die Punkte unterscheiden sich allerdings von jenen, die ich normalerweise vergebe, nämlich insofern, dass sie nicht unbedingt aussagen, wie gut oder schlecht ich einen Song finde, sondern ob er für den ESC gut ist oder nicht. Würde ich nämlich die selben Anforderungen wie bei meinen "normalen" Rezensionen stellen, dann würde (fast) jeder Song einen Punkt bekommen - ESC-Songs halten sich bei mir nämlich nicht lange und geraten nach dem Contest relativ schnell in der Versenkung, was nicht heißt, dass sie mir vor und während des Wettbewerbs keinen Spaß gemacht haben. Mann kennt das bestimmt, wenn man den Eurovision selber verfolgt: es gibt Songs, die sind "typisch ESC" (was meistens nichts Gutes heißt), dann gibt es die mittelmäßigen Nummern und die sehr, sehr guten Nummern, die sich halten (eher selten der Fall; war z. B. bei Lena "Satellite" und Loreens "Euphoria" der Fall).
Das alles nur zum Verständnis, nicht das es heißt: "Warum bekommt der Song fünf Punkte? Sonst bist du doch viel strenger,..." :-) Jetzt wo das geklärt ist, dürft ihr euch mit mir auf den Eurovision Song Contest 2013 freuen und euch mit dem Lesen dieses Beitrags "in Stimmung bringen" - viel Spaß!

An der Entscheidung, wer von diesen 16 Kandidaten ins Finale kommt, können wir leider nicht teilnehmen, das dürfen "nur" Italien, Schweden und das Vereinigte Königreich, trotzdem kann man sich ja die Konkurrenz schon mal angucken ;-)


1. Die Kandidaten

1.1. Österreich: Natália Kelly - "Shine" 4/5
Die erste Pop-Ballade in diesem Jahr! Nach "Wocki mit dem Popo" 2012, welches ja nicht so berauschend abschloss, schickt Österreich eine Power-Stimme in den Contest. Natália Kelly ist süß, jung und hat eine große Stimme - das zeigt sie mit ihrer Single "Shine". Der Song baut in den Strophen auf und kommt im Refrain zum vermeintlichen Höhepunkt, die Bridge toppt allerdings nochmal alles! "Shine" ist ein toller ESC-Song, der visuell bestimmt super umsetzbar ist. Daher bekommt er von mir auch 4/5 Punkte und gehört für mich ins Finale. (Anmerkung: Das meine ich mit "andere Kriterien": "Shine" würde in einer wirklichen Single-Rezension nicht so gut abschneiden, weil er zu 0815 wäre, im ESC glaube ich allerdings an der Erfolg des Songs).

1.2. Estland: Birgit - "Et uus saaks alguse" 2/5
Als nächstes folgt wieder eine Ballade, die (zumindest vom Stil) etwas an "Shine" aus Österreich erinnert. Allerdings fehlt dem Song ein wirklicher Höhepunkt und dadurch bleibt er im immer gleichen Fluss, wird dadurch schnell langweilig. Schön für zwischendurch, allerdings nichts fürs Finale und schon gleich gar nichts für den Sieg. "Neuer Anfang" heißt übrigens die Übersetzung des Songs. Das schafft Birgit wahrscheinlich nicht.

1.3. Slowenien: Hannah - "Straight Into Love" 4/5
Der erste Dance-Track lässt nicht lange auf sich warten! Hannah aus Slowenien will mit stumpfen Beats und Hall in Malmö überzeugen. Die Instrumentalisierung dieses Songs gefällt mir TOTAL gut und kann mich wirklich überzeugen. Leider gefällt mir die Stimme der Sängerin nicht ganz so gut, weshalb er kein sehr guter Song für mich ist. Trotzdem: Fürs Finale (und sogar einer guten Platzierung dort) wird es reichen.

1.4. Kroatien: Klapa s Mora - "Mizerja" 1/5
Den Song finde ich total verstörend, fast so wie Die Priester und Mojca Erdmann beim Vorentscheid. Ein sehr ruhiger Song, der wohl traditionell daher kommen möchte und die Stimmen der Männer in den Vordergrund stellt. Die Melodie ist daher ganz simpel und eigentlich nur ein Hintergrundgeräusch. Mir gefällt's nicht und ich glaube auch nicht, dass Kroatien mit diesem Act weiterkommt.

1.5. Dänemark: Emmelie de Forest - "Only Teardrops" 5/5
Der Favorit dieses Jahr: Emmelie de Forest wird in den Wettbüros als Sieger gehandelt und dem kann ich nur zustimmen: tolle Uptempo-Nummer, die aufgrund ihrer Zusammensetzung, Instrumentalisierung und Stimmung für sich einnimmt. Auch die Performance gefällt mir hier gut.Für mich gehört Dänemark mindestens in die Top5.

1.6. Russland: Dina Garipova - "What If" 5/5
Mein nächster Favorit! Russland sendet nach den Omas im letzten Jahr, eine großartige Stimme ins Rennen: Dina Garipova will mit ihrem Song, der über Frieden und Einigkeit singt, den Sieg nach Russland holen. Die Chancen stehen ziemlich gut, da dieser Track zu den guten Balladen in diesem Jahr gehört. Ich würde mir den Song im Finale wünschen, da er sowohl von der Instrumentalisierung als auch von den Lyrics her, sehr positiv auffällt.

1.7. Ukraine: Zlata Ognevich - "Gravity" 1/5
Eine Midtempo-Nummer schickt die Ukraine zum Grand Prix! Der Song erinnert mich ein bisschen an die früheren Disney-Songs... nur kommt die Qualität von "Gravity" nicht an die von Disney heran. Der Song hat eine komische Instrumentalisierung (ich kann es nicht anders beschreiben) und der Text ist auch verwirrend. Falls es das geben würde, würde ich 0 Punkte vergeben... das gibt es aber nicht, also bekommt er einen Punkt.

1.8. Niederlande: Anouk - Birds 2/5
Vielen gefällt der Song, weil er mal von einer Singer/Songwriterin stammt und "echte Musik" darstellt... mir gefällt der Song nicht wirklich da hilft es auch nicht, dass Anouk den Text selber geschrieben hat. Mich erinnert er ein bisschen an den 50s-Sound mit ein bisschen Musical-Flair hier und da.. das Finale sollte (bei der schwachen Konkurrenz) drin sein.

1.9. Montenegro: Who See & Nina Zizic - "Igranka" 1/5
Ich dachte, dass mir nach "Birds" nichts mehr NOCH schlechter gefallen kann, doch Who See und Nina Zizic schaffen das: "Igranka" ist ein Elektro-Pop-Rap-Song, der zwar total detailliert in der Instrumentalisierung ist, allerdings gefällt mir weder der Rap noch der Gesang. Leider nichts!

1.10. Litauen: Andrius Pojavis - "Something" 2/5
Schlecht geht es auch weiter: Litauen schickt Rock-Pop an den Start, mit einer sehr tiefen Stimme und dem Titel "Something". So würde ich auch den Song beschreiben: irgendwas halt. Fällt nicht negativ auch, sticht aber auch nicht positiv hervor. Für eine Teilnehme am Finale könnte es allerdings sogar reichen.

1.11. Weißrussland: Aljona Lanskaja - "Solayoh" 3/5
Balkan-Pop, wie man ihn schon von vergangenen ESCs kennt. Mir gefällt der, wenn er gut ist, "Solayoh" ist allerdings eher mittelmäßig. Die Stimme der Sängerin klingt in der Studio-Version super, ich befürchte allerdings, dass sie live nicht ganz so klingt. Trotzdem: Im Vergleich zu den Kandidaten, die Weißrussland sonst schickt, ist Aljona Lanskaja das Beste seit Langem. Fände ich schön fürs Finale.

1.12. Moldawien: Aliona Moon - "O Mie" 5/5
Nach dem vielen Schlechten und Mittelmäßigem kommt jetzt endlich wieder ein Highlight! Aliona Moon kann mit ihrer wunderschönen Ballade "O Mie" punkten und ist für mich das Beste, was Moldawien jemals geschickt hat! Vielleicht liegt das auch daran, dass ich Rumänisch verstehen/spreche und daher nicht mehr wirklich objektiv urteilen kann, aber ich glaube, auch wenn man den Text nicht versteht, kann der Song gefallen (bei der Stimme)! Finalreif ist er allemal.

1.13. Irland: Ryan Dolan - "Only Love Survives" 4/5
Nachdem es mit Jedward beim zweiten Anlauf nicht wirklich geklappt hat, versucht Ryan Dolan nun für Irland sein Glück. Besser gefällt mir dieser Act definitiv. "Only Love Survives" ist zwar eine 0815-Pop-Dance-Nummer, bleibt dadurch aber gut im Kopf und gehört (im Vergleich zu den anderen Beiträgen im 1. Halbfinale) zu den besseren Acts.

1.14. Zypern: Despina Olympiou - "An Me Thimasai" 1/5
Zypern gibt uns dieses Jahr weder Fisch noch Fleisch, will heißen: der Song kann sich nicht entscheiden, ob er eine Ballade ist oder eine Midtempo-Nummer. Dabei finde ich die Stimme der Sängerin auch nicht wirklich besonders, da gibt es schon größere Stimmen im Wettbewerb. Also eher nichts!

1.15. Belgien: Roberto Bellarosa - "Love Kills" 3/5
Also wenn ich ehrlich bin, hätte ich von Belgien mehr erwartet. Der Text ist sehr flach und auch das Arrangement ist nichts Besonderes (die "dubstep"-Beats machen das nicht besser). Trotzdem ist der Song relativ gut und die Stimme des Sängers ist angenehm. Für das Finale vorstellbar, allerdings rechne ich ihm dort keine Chancen aus.

1.16. Serbien: Moje 3 - "Ljubav Je Svuda" 2/5
Was mich bei diesem Act freut: es ist eine (Girl-)Band! Irgendwie kam das in den letzte Jahren VIEL zu kurz, was ich als Fan von Girlgroups sehr schade finde. Moje 3 heißt diese und möchte mit ihrem Song "Ljubav je svuda" (übersetzt so viel wie "Liebe ist überall") ins Finale einziehen. Der Song gefällt mir in den Strophen recht gut, allerdings enttäuscht mich der Refrain.


2. Persönliches Fazit:
Ich muss schon vorwegnehmen: die Kandidaten dieses Jahr sind eher schlecht als Recht. Es gibt hier und da ganz gute Songs, die meisten Teilnehmer gefallen mir aber eher weniger bis gar nicht, wobei das 1. Halbfinale (meiner Meinung nach) stärker ist als das 2. Semi.
Schön finde ich, dass es viele moderne Stücke gibt und versucht wurde, etwas Frisches zu präsentieren. Das dies dann unbedingt mit Dance-Einflüssen geschieht wundert mich nicht, ist ja schließlich immer so: man orientiert sich halt an dem Vorjahressieger.
Was mich auch etwas verwundert: eigentlich sollt es ja so sein, dass in meinen Top10 die Künstler vertreten sind, die ich total gut finde und mir im Finale wünsche... nun wünsche ich mir meine ersten fünf Künstler ins Finale, die restlichen Platzierungen sind eher Lückenfüller, weil ich mich halt für zehn Kandidaten entscheiden MUSSTE :-D


1. Dänemark: Emmelie de Forest - "Only Teardrops"
2. Moldawien: Aliona Moon - "O Mie"
3. Russland: Dina Garipowa - "What If"
4. Österreich: Natália Kelly - "Shine"
5. Slowenien: Hannah - "Straight Into Love"
6. Irland: Ryan Dolan - "Only Love Survives"
7. Belgien: Roberto Bellarosa - "Love Kills"
8. Weißrussland: Aljona Lanskaja - "Solayoh"
9. Niederlande: Anouk - "Birds"
10. Serbien: Moje 3 - "Ljubav Je Suvda"

So sieht also meine ganz persönliche Top10 aus, wobei wie schon gesagt, eigentlich müsste es meine persönliche Top5 heißen, weil ich diesen Acts auch wirklich eine gute Position im Finale zutraue (wenn nicht gar den Sieg, aber dazu komme ich zu einem späteren Zeitpunkt ;-)).
Damit freue ich mich auf heute Abend und bin gespannt, wie viele von "meinen" Acts es tatsächlich ins Finale schaffen! Falls ihr auch zuschaut, viel Spaß bei der Eröffnung des 58. Eurovision Song Contests in Malmö und nicht vergessen: We Are One!

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