Hidden Treasure: Bastille - "Bad Blood (The Extended Cut)"

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass das Inselkönigreich nur noch Sänger, Sängerinnen und Bands exportiert. Dafür gibt es schon einige Beweiße, man muss sich z. B. nur mal meine "Hidden Treasures"-Kategorie angucken und stellt dann schnell fest, dass die meisten Künstler dort aus England stammen. Und zu dieser Runde gesellt sich auch der nächste Act, den ich euch gerne vorstellen möchte: Bastille mit ihrem Debüt-Album "Bad Blood".
Die Band konnte sich mit ihrer Single "Pompeii" eine Top3-Platzierung sichern und starten im Moment sowohl in England als auch in ganz Europa total durch. Leider konnte sich die Band mit dem Album in Deutschland nur auf #98 platzieren und das muss schnellstmöglich geändert werden, denn "Bad Blood" hat alles, was ein Newcomer braucht.


1. Die Songs:

1.1. Pompeii 5/5
Die (wie oben schon geschrieben) erfolgreichste Single des Albums bis jetzt. Eine Uptempo-Nummer, die sowohl mit ihrer Instrumentalisierung als auch vom Sound und der Stimme des Sängers überzeugen kann. Außerdem wippt und summt sofort mit und bekommt irgendwie sofort ein "frühlinghaftes" Gefühl (so geht es zumindest mir). Mir gefällt der Song und gehört für mich zu den Besten des Albums.

1.2. Things We Lost in the Fire 5/5
In den Strophen (v. a. am Anfang) ruhiger und der Refrain wieder schnell - das Zusammenspiel der Dynamik dieser zwei Teile macht total Spaß beim Zuhören und auch der Inhalt kann - sogar mehr als "Pompeii" - überzeugen. Diesen Song wünsche ich mir als Single!

1.3. Bad Blood 4/5
Mehr mystisch und etwas dunkler geht es weiter. Den Namensgeber des Albums höre ich mir gerne in den Abendstunden an, bei Sonnenuntergang, wenn man vielleicht etwas nachdenklicher ist. V. a. die Bridge kann mich außerdem überzeugen und lässt mich den Song immer wieder anschalten.

1.4. Overjoyed 3/5
Der erste Song, den ich jetzt nicht so gelungen finde. Schön finde ich, dass er etwas ruhiger ist und besonders die Strophen gefallen mir total gut. Minuspunkte gibt es allerdings auch: so gefällt mir die Bridge nicht, der Refrain ist nicht meins und auch das Ende finde ich enttäuschend. Mittelmäßiger Song, der allerdings nicht mit den Vorherigen mithalten kann.

1.5. These Streets 4/5
An diesem Song gefallen mir die Details, die Töne und Sounds, die man vielleicht nicht gleich beim ersten Mal hört, die aber nach mehrmaligen Hören ausschlaggebend sind, dass einem der Song gefällt. Er wirkt ein bisschen fröhlicher als die restlichen Songs des Albums und könnte eine Show gut eröffnen. Super Track, der durchaus Ohrwurmcharakter hat.

1.6. The Weight of Living, Part II 5/5
Der Refrain ist sehr catchy und hat etwas sehr Einzigartiges, aber auch die Strophen sind super! Von der Stimmung gehört der Song eher zu "These Streets", gefällt mir allerdings nochmal besser als dieser.

1.7. Icarus 5/5
Der Song ist ein Mix aus den beiden Stimmungen, die wir bis jetzt kennenlernen duften (also der etwas dunkleren Stimmung von "Pompeii", "Things We Lost in the Fire", "Bad Blood" und "Overjoyed" und der fröhlicheren Stimmung von "These Streets" und "Thei Weight of Living, Part II").
Hierbei steht v. a. der Beat im Mittelpunkt und reißt erst richtig mit. Gut vorstellbar als Single.

1.8. Oblivion 5/5
Wie jedes gute Album hat auch "Bad Blood" eine wunderschöne Ballade vorzuweißen. "Oblivion" gefällt mir v. a. durch die zu hörenden Geigen und den superschönen Sound, die diese dem Song verleiht. Auch der Inhalt ist so rührend, dass man sich einfach verlieben muss!

1.9. Flaws 4/5
Etwas elektronischer geht es weiter: "Flaws" lebt allerdings durch die Stimme des Leadsängers und kommt dadurch erst in Fahrt. Außerdem geht es hier v. a. um den Inhalt, die Aussage, die der Song treffen möchte. Der Song steht daher im Kontrast zu den anderen Tracks und hebt sich mehr ab, was allerdings nichts Schlechtes sein soll - ganz im Gegenteil!

1.10. Daniel in the Den 5/5
Der nächste Song, der schon wieder voll Punktzahl bekommt! "Daniel in the Den" ist eine Mischung aus Ballade und Midtempo-Nummer, der besonders im Refrain überzeugen kann und zum typisch deutschen Mitschaukeln einlädt. Das Klavier im Hintergrund ist außerdem auch wunderschön und hört sich im Zusammenspiel mit dem Schlagzeug super an.

1.11. Laura Palmer 5/5
Wieder etwas dunkler geht es mit "Laura Palmer" weiter. Der Song ist gut und sehr tiefgründig und passt sehr zum ersten Teil des Albums mit seiner düsteren Stimmung, die v. a. in den Strophen sehr präsent ist und sich im Refrain fast schon auflöst und zu einem fröhlichen Beat wechselt. Wie schon berichtet wurde ist "Laura Palmer" wahrscheinlich die nächste Single des Albums und kann mit "Pompeii" durchaus mithalten.

1.12. Get Home // The Weight of Living, Part I 4/5
Zwei tolle Songs, die einen schönen Abschluss der Standard Edition darstellen. Während "Get Home" eher ruhig ist und durch seine Einfachheit besticht, ist "The Weight of Living, Part I" wieder sehr fröhlich, leicht und mehr "uptempo" als der "The Weight of Living, Part II".

1.13. "The Extended Cut" - Deluxe Edition
Auf der Deluxe Edition finden sich zwei neue Songs ("The Silence" und "Laughter Lines"), die beide gut sind und nochmal anders als die Tracks auf der "normalen" Edition. Außerdem lässt sich noch eine Klavierversion des Songs "Bad Blood" finden sowie zwei "Abbey Road Session"-Versionen der Songs "Things We Lost in the Fire" und "Laura Palmer", die sich ebenfalls ganz anders anhören als die Original-Version.
Insgesamt lohnt sich die Deluxe Edition für mich allemal, besonders aufgrund zwei so starker Songs wie "The Silence" und "Laughter Lines". Aber auch die zusätzlichen Versionen zu manchen Songs aus der Standard Edition gefallen mir gut.
Lasst mich es so ausdrücken: Die Deluxe Edition muss nicht sein, kann aber durchaus Spaß machen :D

2. Persönliches Fazit:
Wie man schon feststellen kann: ich bin leicht begeistert :-) Ich bin auf Bastille total zufällig gestoßen, schlicht und ergreifend einfach nur durch Werbung im Fernsehen. "Pompeii" hat mir dann so gut gefallen, dass ich mir einige Live-Aufnahmen angeschaut habe und mir daraufhin sofort das Album besorgt habe, denn die Jungs konnten mich von der ersten Minute an überzeugen! "Bad Blood" führt das weiter, was "Pompeii" angefangen hat: ein frischer, neuer Sound gepaart mit einer Schippe voll Gefühle und eindringlichen Beats, die einem zum wippen und mitsingen anregen. Dabei kann ich gar nicht sagen, welcher Song mir am Besten gefällt, denn jeder trägt seinen Teil zum Album bei und es scheint so als hätte jeder seine Berechtigung auf dem Album. Selbst "Overjoyed", der Song, der mich nicht so überzeugen konnte, ist auf dem Album wichtig, da er einfach zum nächsten überleitet und eine etwas andere Seite des Albums zeigt.
Ich habe mir ja sehr viel Zeit gelassen beim Hören, was ich eigentlich nur mache, wenn ich nicht will, dass meine Begeisterung meine Rezension zu sehr beeinflusst, damit ich noch eine einigermaßen gut begründete Rezension verfassen kann. In diesem Fall hat es allerdings so lange gedauert, weil ich mir einfach die ganze Zeit das Album angehört habe und nicht Schreiben wollte, eben weil mir die LP so gut gefallen hat. Und das mag wirklich was heißen.
Daher kann es nur 5/5 Punkte geben und den dringenden Rat: REINHÖREN! KAUFEN! GENIEßEN!!!

P. S. Die Band erhält außerdem einen Platz an der "Wall of Glory" und den Titel "Beste Newcomerband".

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