Album-Rezension: Medina - "Forever 2.0"

Medina konnte mich schon mit ihrem Debüt-Album "Welcome to Medina" total begeistern und ist für mich DIE Elektro/Dance-Künstlerin unserer Zeit. Sie verbindet hartklingende Beats mit emotionalen Texten und tollen Mash-Ups. Tracks wie "You and I",  "Lonely", "Addiction" und "The One" höre ich mir immer noch sehr gerne an und auch ihre 1. LP läuft ab und zu beim Autofahren.
Mit "Forever 2. 0" folgt nun ihr 2. Studioalbum, welches eigentlich nur "Forever" heißt, was allerdings re-released wurde eben mit der Anmerkung "2. 0" und auf welcher fünf neue Tracks vorzufinden sind. Da mir auch die gleichnamige Vorab-Single "Forever" gut gefallen hat, habe ich mich nach langem Überlegen für den Kauf des Albums entschieden. Wie ich die einzelnen Songs finde erfahrt ihr hier.


1. Die Songs:

1.1. Fool (I Feel Bad For You) 3/5
Den Anfang macht der Track "Fool (I Feel Bad For You). Insgesamt eine eher mittelmäßige Nummer, die zwar tolle Beats aufweist, dafür sind die Lyrics aber einfach nicht stark genung. Außerdem wird der Song nach mehrmaligem Hören ein bisschen langweilig und läuft halt so "nebenbei".

1.2. Forever 5/5
Wie schon gesagt: "Forever" konnte mich schon vor dem Album-Release überzeugen und ist eine super Uptempo-Nummer á la "You and I". Der Song besticht eher durch seinen Text begleitet mit den relativ weichen Beats und Synthesizer-Einsätzen. Ebenfalls eine tolle Überraschung: Der Track sampelt Medinas Single "The One" aus ihrem Debüt-Album, was man daran hört, dass einige Zeilen des Songs die Bridge von "Forever" bilden! Finde ich persönlich total gut und auch Fans dürfte das freuen.

1.3. Butterflies 4/5
Der erste richtige "Party-Track" des Albums folgt mit Song Nr. 3! "Butterflies" ist schnell, beatlastig und total tanzbar - alles Dinge, die man vielleicht mit Medina verbindet. Mir gefällt der Song total gut und er passt von der Stimmung total in den Sommer und der kommt ja jetzt ;)

1.4. Scars 3/5
Sehr elektronisch geht es mit "Scars" weiter. Der Song ist okay, passt zu Medinas Stimme, aber ist für mich ähnlich mittelmäßig wie "Fool (I Feel Bad For You)". Schön zum "zwischendurch" hören, aber doch nicht catchy genug.

1.5. I'm Waiting 3/5
Dieser Song schließt sogleich an "Scars" an. Genauso elektronisch, genauso produziert und genauso mittelmäßig - Medina schafft es bis jetzt nicht an "Forever" und "Butterflies" anzuknüpfen.

1.6. Happening 4/5
Nach zwei wirklich total mittelmäßigen Songs kommt endlich wieder ein starker Song: "Happening" überzeugt vor allem im Refrain und hat (als erster Song überhaupt seit "Forever") einen total Ohrwurmcharakter.

1.7. Boring (It's Too Late) 5/5
Und ein Volltreffer folgt! "Boring" ist ganz anders als "Forever", trotzdem aber mindestens genauso gut. Die Strophen als auch der Refrain reisen mit und versprühen eine ganz einzigartige Stimmung. Hier ist ein Song, der sowohl gut klingt als auch eine SUPER Story aufweist.

1.8. Hotels 5/5
Ruhiger und sehr schön geht es weiter: für Medina-Verhältnisse ist "Hotels" ein sehr ruhiger Song, der etwas nachdenklichere Töne anschlägt und auch vom Text her passt das. Ein Star, der immer nur in Hotels wohnt und feststellt: ein Hotel ist auch kein Zuhause und obwohl Medina ihre Fans und ihren Job liebt vermisst sie eben ihre Lieben - tolle Lyrics, die sehr authentisch und glaubhaft sind.

1.9. Good to You 4/5
Ich habe das Gefühl, das Album nimmt langsam Fahrt auf! "Good to You" ist ein toller Midtempo-Song, der besonders im Refrain überzeugen kann. Vom Sound her erinnert er mich ein bisschen an den von "Welcome to Medina", was positiv gemeint ist. Ein toller Song, der wieder zum Tanzen und Spaß haben einlädt.

1.10. Junkie (feat. Svenstrup & Vendelboe) 4/5
Kantiger, eckiger und elektronischer - "Junkie" hebt sich aufgrund dieses Sounds total ab und gefällt mir deshalb auch total gut. Auf den Text habe ich bei dem ersten Hören gar nicht so geachtet, da mich die Instrumentalisierung so abgelenkt hat, nach mehrmaligem Hören gefällt mir dieser aber auch und ich kann nur sagen, dass mir von allen "eckigen" Songs des Albums, "Junkie" am Besten gefällt.

1.11. Close to Nothing 4/5
Der nächste Song gefällt mir in den Strophen eigentlich gar nicht SO gut, allerdings ist der Refrain so stark, dass ich einfach 4/5 Punkte vergeben muss! Dieser ist nämlich so dancing, macht so viel Spaß und versprüht so viel Stärke, dass man einfach tanzen muss. Auch die Bridge ist super gut und überzeugt durch tolle Club-Beats und eine starke Instrumentalisierung.

1.12. Keep Me Hangin' 4/5
Große Club-Beats verspricht dagegen "Keep Me Hangin'". Dieser geht vielleicht nicht sofort ins Ohr, hat jedoch alles um das nach mehrmaligem Hören zu schaffen: eingängiger Text, tolle Beats und einen großartigen Mix. Ähnelt ein bisschen "Butterflies", zumindest löst es bei mir die gleichen Gefühle aus. Guter Albumtrack, der gut zum Sommer passt.

1.13. Black Lights 4/5
Ähnlich geht es auch weiter: "Black Lights" ist etwas mainstreamiger als "Keep Me Hangin'" und somit vielleicht etwas radiotauglicher. Schön finde ich außerdem, dass Medinas Stimme (trotz der ganzen Beats und Mash-Ups im Hintergrund) immer im Mittelpunkt steht und somit gut zur Geltung kommt - so soll's sein!

1.14. Waiting for Love 4/5
Dieser Song verbindet für mich die "eckigeren und kantigen" Songs mit den "großen Club-Beats mit Sommer-Flair", was mir total gefällt und worauf ich eigentlich die ganze Zeit gewartet habe. "Waiting for Love" hat eine tolle Beat-Struktur, einen eingängigen Text und passt perfekt zu Medinas Stimme. Top!

1.15. Like You Hurt Me 4/5
Ruhiger, emotionaler und v. a. persönlicher präsentiert sich Medina mit "Like You Hurt Me". Dabei passiert zwar ganz viel im Hintergrund, trotzdem bleibt man vielmehr an dem Text hängen und macht sich darüber Gedanken. Bei Medina finde ich gerade so klasse, dass sie emotionale Texte mit Club-Beats paart, das hat sie schon bei ihrem 1. Album "Welcome to Medina" mit "Execute Me" gemacht und ich fand's super! So ist es auch mit "Like You Hurt Me" - emotionale, aber trotzdem mit Beats, super.

1.16. Threesome 3/5
"Threesome" soll wohl sexy und dunkel daherkommen, kann für mich aber mit den starken Songs des Albums nicht anmelden. Dafür ist mir persönlich die Instrumentalisierung zu wenig und die Lyrics zu schwach - sorry, aber gar nicht meins.

1.17. Perfect Drug 5/5
Hier zeigt Medina ihr stimmliches Können und verzichtet auf große Beats wie bei den Vorgängern. Mir gefällt es total gut und es zeigt eine andere Seite der Künstlerin. Und hier sieht man auch: Medina braucht sich nicht hinter großen Beats verstecken. "Perfect Drug" sticht für mich total hervor und gehört zu meinen Lieblingen.

1.18. Happening (feat. Lloyd) 5/5
"Happening" hat mir ja schon als Solo-Stück von Medina gut gefallen, mit Lloyd bekommt der Song aber nochmal eine neue Seite, die ihm definitiv gut tut! Für mich toppt diese Version sogar das Original und ich höre sie mir öfter an als die Solo-Version. Starkes Ende eines guten Albums.


2. Persönliches Fazit:
Ich mag ja Medina. Diese Mischung aus Gefühlen und Club-Beats kann mich einfach überzeugen und ist für mich einzigartig auf dem Musikmarkt. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich in Stimmung sein muss um diese Art von Musik zu hören. Doch besonders im Sommer hörte ich mir "Welcome to Medina" sehr gerne an und dazu gesellt sich jetzt auch "Forever 2.0". Besonders positiv in Erinnerung werden mir Songs wie "Forever", "Butterflies", "Hotels", "Like You Hurt Me", "Perfect Drug" und "Happening (feat. Lloyd)" bleiben, die ich mir bestimmt noch die nächsten Wochen öfter anhören werde.
Ob eine Entwicklung zu ihrem letzten Studioalbum zu erkennen ist? Ja und nein. Einerseits hören sich die Songs zwar anders an, es gibt andere Einflüsse und auch die Themen gehen nochmal tiefer, allerdings denkt man sich am Ende dann doch wieder: ja, das ist Medina. Viele kritisieren genau das, weil man ja mit dem 2. Studioalbum "auf ein anderes Level" kommen muss. Sehe ich nicht wirklich so. Als ich mir das Album gekauft habe, tat ich das ja auch mit der Erwartung, ein Dance/Elektro-Album zu bekommen wie es schon "Welcome to Medina" war. Ich wäre viel enttäuschter wenn es jetzt plötzlich ein Dubstep-Album oder Pop-Album wäre, die man ja zu tausenden schon kaufen kann.
Somit finde ich Medinas 2. englischsprachiges Werk "Forever 2.0" gut und habe genau das bekommen, was ich auch wollte: eine gute LP, die alles bietet, was ich mir gewünscht habe. Daher gibt es von mir 4/5 Punkte und ein Kompliment an Medina, dass man doch so gleich bleiben, jedoch gleichzeitig sich auch so verändern kann.

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