Album-Rezension: Dido - "Girl Who Got Away (deluxe Edition)"

Wie schon vor einigen Wochen berichtet ist sie wieder da: Dido, vielen bekannt durch ihre zwei Alben "No Angel" und "Life for Rent", den Meisten aber durch ihre Single "White Flag", meldete sich vor einigen Wochen (zumindest in ihrem Heimatland England) zurück und steht nun mit ihrem 4. Studioalbum "Girl Who Got Awa" in den Startlöchern. Ich war zwar immer begeistert von Didos Singles und auch ihre Alben konnten mich durchaus überzeugen (wobei "Safe Trip Home" völlig an mir vorbeiging und ich mir das Album UNBEDINGT nachkaufen muss), schaffte es allerdings nie dauerhaft sich bei mir durchzusetzen. Einzig das oben genannte Stück "White Flag" begleitet mich noch heute und auch die (nur in England veröffentlichte) Lead-Single "Let Us Move On" konnte mich durchaus überzeugen. Ob "Girl Who Got Away" auch "einfach so an mir vorbeigeht" oder einen bleibenden Eindruck hinterlässt, erfahrt ihr hier.


1. Die Songs:

1.1. No Freedom 5/5
Die erste internationale Single eröffnet auch gleichzeitig das Album. Mir gefällt "No Freedom" aufgrund der Schlichtheit und Melancholie, die dem Song zugrunde liegt. Wie schon bei der Single-Rezension von "Let Us Move On" beschrieben, löst auch "No Freedom" dieses einzigartige "Dido-Gefühl" aus. Starker Auftakt eines hoffentlich guten Albums!

1.2. Girl Who Got Away 3/5
Der Namensgeber des Albums ist etwas elektronischer und ruhiger als "No Freedom" und mir persönlich etwas zu ruhig. Zwar wird das, je länger man sich den Song anhört, besser, allerdings wird einem auch schnell langweilig. Daher nur 3/5 Punkte.

1.3. Let Us Move On (feat. Kendrick Lamar) 5/5
Für mich einer der stärksten, wenn nicht sogar DER stärkste Track des Albums. Mir persönlich gefällt der Rap-Part von Kendrick Lamar, viele Kritiker bemängeln ja gerade diesen. Alles ist hier stimmig: Melodie, Gesang, Text, Aufbau... Dido überzeugt wie schon bei "Life for Rent", ihrem 2. Studioalbum. Top!

1.4. Blackbird 3/5
Ich weiß nicht, aber dieser Song gefällt mir auch nicht wirklich. Wie schon bei "Girl Who Got Away" finde ich keinen Anschluss und bin ziemlich schnell gelangweilt. Zwar ist der Refrain sehr eingängig, das reißt es dann aber auch nicht mehr heraus. In einer Kategorie mit "Girl Who Got Away" also.

1.5. End of Night 4/5
Wie mittlerweile bekannt wurde die insgesamt 3. Singleauskopplung des Albums. "End of Night" ist wieder sehr elektronisch und mehr Mainstream als die Songs, die man von Dido gewohnt ist. Hier gefällt mir allerdings genau dieser Einfluss, der zeigt: Dido kann nicht nur melancholische Nummern abliefern. Guter Track, der vielen gefallen könnte.

1.6. Sitting On the Roof of the World 5/5
Und hier ist wieder die "alte" Dido: Schlicht, natürlich und kein großes "drumherum". "Sitting On the Roof of the World" besticht durch seine sehr leichte und schlichte Art und dem sehr starkem Refrain. Der Song lädt zum Träumen ein und löst bei mir wieder das "Dido-Gefühl" aus.

1.7. Love to Blame 1/5
HipHop-Beats meets Dido-Sound und düstere Rock-Klänge. Der Song ist für mich gar nichts und ich bin ein bisschen entsetzt, dass das hier wirklich auf dem Album einen Platz gefunden hat. Für mich der bisher schwächste Song der LP.

1.8. Go Dreaming 2/5
Schlecht geht es leider auch weiter: "Go Dreaming" ist für mich vom Stil her ähnlich wie der Vorgänger "Love to Blame", lediglich ein leichter Dubstep-Einfluss macht den Unterschied aus. Auch der Refrain ist hier stärker, kann allerdings trotzdem nicht überzeugen. Nichts für mich!

1.9. Happy New Year 2/5
Düster geht es auch weiter mit Song Nr. 9. Dieser ist wieder sehr ruhig und sehr in sich gekehrt, allerdings meine ich das hier eher negativ als positiv. Der Song wird schnell langweilig und ich musste mich wirklich zusammenreißen um ihn ganz anzuhören. Wirklich schwach und ich bin etwas schockiert, dass es gleich drei Songs auf dem Album gibt ("Love to Blame", "Go Dreaming" und dieser hier), die mich gar nicht überzeugen können.

1.10. Loveless Hearts 3/5
Besser wird es wieder mit "Loveless Hearts". Der Song hört sich etwas positiver an und wirkt wieder sehr schlicht. Zwar ist es kein Überflieger auf dem Album, wie dies z. B. bei "No Freedom" oder "Sitting On the Roof of the World" der Fall ist, gehört allerdings wieder zum guten Mittelmaß.

1.11. Day Before We Went to War 5/5
Zum Ende wieder eine Nummer á la "Sitting On the Roof of the World". Also eine wunderschöne Ballade zum Schluss der Standard-Edition, die wieder durch die schlichte Melancholie von Dido überzeugen kann. Die Nummer zeigt, dass Dido nur das bracht: Schlichtheit ohne irgendwelche HipHop-Beats oder Dubstep-Einflüsse.

1.12. No Freedom (Benny Benassi Remix)
Für alle iTunes-Liebhaber gibt es noch einen Remix der internationalen Single "No Freedom". Ich bin ja nicht so der Remix-Fan, daher kann mich auch dieser Remix nicht wirklich überzeugen. Für wahre Fans wahrscheinlich total toll, für mich allerdings nicht notwendig.

1.13. Deluxe Edition bonus tracks
Auf der deluxe Edition des Albums taucht noch einmal "Let Us Move On" auf, hier in einer leicht veränderten Version. Diese ist wirklich nur LEICHT verändert, weshalb ich es nicht verstehe warum man ihn überhaupt auf die Edition gepackt hat. Außerdem gibt es noch einen Remix von Everything to Lose, offizieller Song zum Soundtrack von "Sex and the City 2", welcher ganz gut ist, mich allerdings nicht wirklich begeistert (wie schon gesagt: ich mag keine Remixe, zumindest sehr wenige).
Schön ist: Es gibt ebenfalls vier neue Songs auf der deluxe Edition, was ich immer sehr wichtig finde, denn eine deluxe Edition ist nur sinnvoll, wenn es auch zusätzliche, neue Songs gibt. Diese heißen "All I See", "Just Say Yes", "Let's Runaway" und "Lost". Dabei überzeugen v. a. die letzten drei Songs der vorangegangenen Aufzählung total! Mein persönlicher Favorit hier ist "Let's Runaway", den ich mir eher auf der Standard-Edition gewünscht hätte als auf der deluxe Variante.
Ob die deluxe Edition zu empfehlen ist? Ja, da mir hier die zusätzlichen Songs teilweise besser gefallen als manche Tracks auf dem regulären Album.

2. Persönliches Fazit:
Dido war für mich IMMER ein Album-Künstler. Also eine Sängerin, bei der es mehr um die LP geht als um den Erfolg der Singles oder anders gesagt: das Packet des Albums war entscheidend, die Geschichte, die dieses erzählt. "Girl Who Got Away" schafft das bei mir nur teilweise. Auf der einen Seite fallen Songs wie "No Freedom, "Let Us Move On", "End of Night", "Sitting On the Roof of the World", "Day Before We Went to War" und "Let's Runaway", positiv auf, auf der anderen Seite kann mich der Rest des Albums nicht wirklich überzeugen und sind für mich eher Lückfüller vor bzw. nach den guten Tracks.
Dido konnte mich einst mit "Life for Rent" begeistern und schaffte es, mich mit einem Stück über zehn Jahre zu begleiten. Ich bezweifle, dass das "Girl Who Got Away" auch schafft, dafür ist das Album zu mittelmäßig. Ich bin etwas enttäuscht, freue mich allerdings trotzdem, dass Dido zurück ist, da mir immerhin einige Songs doch ganz gut gefallen. Für das Album vergebe ich nur 3/5 Punkte und hoffe, dass das nächste Album wieder den alten Charme von Dido versprüht - hoffentlich müssen wir auf dieses Werk nicht wieder fünf Jahre warten.

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