Album-Rezension: Rihanna - "Unapologetic" (deluxe Edition)

Wie schon vor einigen Monaten angekündigt, hat Rihanna es schon wieder getan: Nach den Erfolgsalben "Loud" (2010) und "Talk That Talk" (2011), folgt nun die Veröffentlichung ihres siebten Studioalbums "Unapologetic", nicht einmal ein Jahr nach dem letzten Album-Release.
Der Vorbote "Diamonds", der schon seit dem 27. September 2012 als Download erhältlich ist, konnte sich in Deutschland, Österreich, Polen, Frankreich, Schottland und England Platz 1 der Single-Charts sichern. Es stellt sich für mich nicht wirklich die Frage ob es ein gutes oder ein schlechtes Album ist, sondern vielmehr ob die schnelle "Abfertigung" der Album-Arbeiten langsam seine Spuren hinterlassen und man diese den Songs anhört. Somit: Los geht's!


1. Die Songs:
Für mich kann das Album ganz leicht eingeteilt werden, nämlich in größtenteils zwei Kategorien: einerseits die "Dance-Tracks" und andererseits die "gefühlvollen, emotionallen Up-Tempos bzw. Balladen". Ersteres findet sich vermehrt auf der ersten Hälfte des Longplayers, letzteres eher auf der zweiten Hälfte. Natürlich gibt es auch einige Besonderheiten, das spreche ich dann bei den jeweiligen Songs an.

1.1. Phresh Out the Runway 5/5
Der Opener gehört eindeutig zu den Dance-Tracks des Albums und Rihanna lässt es hier richtig krachen. Dumpfer Beat, wiederholende Zeilen und Schlagzeug-Klänge - so kennen und lieben wir Rihanna. Dabei finde ich, dass sich der Song völlig anders anhört als die Dance-Tracks, die wir von ihr schon kennen (siehe "Only Girl (In The World)" oder "We Found Love").

1.2. Diamonds 5/5
Der Song gehört eindeutig zu den "gefühlvollen, emotionalen Up-Tempo-Nummern. Die Rezension dazu findet ihr hier =)

1.3. Numb (feat. Eminem) 3/5
Beim ersten Hören war ich total geschockt und dachte mir: Was ist denn das? Er passt gar nicht zum restlichem Album und ist daher auch nicht in meine zwei Kategorien einzuordnen.Nach mehrmaligem Hören gefällt mir der Song allerdings ganz gut. Trotzdem gibt es immer noch viel zu viele Kritikpunkte: So singt Rihanna eigentlich immer nur eine Zeile ("I'm going numb") und irgendwie gibt es nicht wirklich einen Höhepunkt bei ihrem Part. Bei Eminem ganz anders: Der Song wird für mich erst bei seinem Rap-Teil gut.

1.4. Pour It Up 5/5
Den Satz "All I see is signs, All I see is dollar signs" bekomme ich so schnell nicht mehr aus dem Kopf. Erinnert mich ein bisschen an "Cockiness (Love It)" aus dem Vorgänger "Talk That Talk" (wie schon bei "Phresh Out the Runway" übrigens). Mir gefällt dieser Elektro-Sound und der ständige Beat im Hintergrund.

1.5. Loveeeeeee Song (feat. Future) 4/5
Hier würde ich sagen: Ruhiger Song mit Dance-Beats und ein bisschen schrillen Rap-Parts von Future. Der Song ist in seiner Struktur und seinem Klang total anders und ungewohnt, passt damit gar nicht zum restlichen Album. Insgesamt gefällt er mir aber trotzdem und ist ein guter Album-Track.

1.6. Jump 5/5
Für mich DER Dance-Track auf dem Album.. Einzigartig, düster, tanzbar und Mitsing-Charakter - nicht der erste Rihanna-Song der diese drei Dinge in sich vereinigt. Total gut und definitiv ein Kandidat bei den Single-Auskopplungen des Albums.

1.7. Right Now (feat. David Guetta) 4/5
Durchdringende Beats kennt man ja von David Guetta (und auch von Rihanna). Der Song geht sofort ins Ohr, ist allerdings im ersten Moment etwas überfordernd. Trotzdem: Starker Track.

1.8. What Now 5/5
Einer meiner Lieblinge. Elektro-Ballade, bei der Rihanna mit ihrer starken Stimme überzeugt. Eine verzerrte Gitarre und eine gelungen Bridge machen den Song dann auch noch vollkommen - genau SO bitte als nächste Single, danke!

1.9. Stay (feat. Mikky Ekko) 5/5
Die SCHÖNSTE Ballade auf dem Album. Verletzlich, ehrlich und direkt - so habe ich Rihanna seit "Rated R" nicht mehr gehört. Mikky Ekko's Stimme verleiht dem Ganzem nochmal was Einzigartiges. TOP! (Hoffentlich wird das eine Single :D)

1.10. Nobody's Business (feat. Chris Brown) 3/5
Der Song sampelt das Lied "The Way You Make Me Feel" von Michael Jackson und das hört man dem Song auch an. Trotzdem: Für mich für zwischendurch mal ganz gut, mehr irgendwie nicht. Pures Mittelmaß.

1.11. Love Without Tragedy/Mother Mary 4/5
Endlich hat Rihanna verstanden, dass solche Interludes wie "Birthday Cake" auf "Talk That Talk" (Lied Nr. 6 mit nur 1:18 Minuten Spielzeit) bei Fans nicht gut ankommen und hat auf "Unapologetic" das ganze einfach auf einen "Platz" im Album gepackt. Und so gefällt es mir auch: "Love Without Tragedy" ist die Vorgeschichte von "Mother Mary" und erzählt diese kurz, bevor es mit dem Haupttitel weitergeht: "Mother Mary" ist wohl stark vom Eurodance beeinflusst und geht sofort ins Ohr. Super Album-Track, jedoch bitte nicht als Single.

1.12. Get It Over With 2/5
Netter Song, dessen Lyrics auch wirklich gut sind, allerdings fragt man sich die ganze Zeit: Wann fängt der Song den richtig an? Die Spannung wird die ganze Zeit aufgebaut, dann wieder abgebaut, usw. Richtig zum Höhepunkt kommt es leider nicht. Für mich, der schlechteste Song auf dem Album.

1.13. No Love Allowed 4/5
Was wäre ein Rihanna-Album ohne eine Raggea-Nummer? Irgendwie nicht ein Rihanna-Album ^^ "No Love Allowed" ist eine sehr entspannte, langsame Nummer, die durch seine Geschichte besticht und mich daher ein bisschen an "Man Down" von "Loud" erinnert. Der Sound ist allerdings nicht der Gleiche.

1.14. Lost in Paradise 5/5
Ein Highlight zum Schluss! Der Song vereint für mich Ballade, Rock und Elektro, was mir total gut gefällt. Außerdem ist er visuell sehr gut umsetzbar. Wäre für mich eine Single.

1.15. Deluxe-Edition-Songs
Leider bietet die Deluxe-Edition was das Musikalische angeht, nicht viel: Der Track "Half of Me" geschrieben von Adele und Emeli Sandé, ist zwar SUPER gut, die Remixe von "Diamonds" können mich allerdings nicht wirklich begeistern. Mein schon oft angesprochenes Problem kommt da wieder: Für mich gehören Remixe NICHT auf eine deluxe Edition. Die zugehörige DVD fließt nicht in die Bewertung ein, da das ja schließlich eine Album-Rezension ist und ich da auch die Musik bewerten will und nicht einen Film.

2. Persönliches Fazit:
Kommen wir erstmal zum eigentlichen Album: Mir gefällt "Unapologetic". Es ist eine Weiterentwicklung zu "Talk That Talk" und v. a. ist es für mich VIEL persönlicher, wenn nicht sogar die persönlichste Arbeit seit "Rated R", als ihre Vorgänger "Loud" und "TTT". Nach dem Fokus auf Dance-Tracks letztes Jahr, sehen wir nun eine Rihanna, die sich ein bisschen zurücknimmt, nachdenklich ist und verschiedene Situationen mit einigen Songs verarbeitet. Und genau das ist es, was mir daran gefällt: Nichts ist aufgesetzt, es geht nicht darum den Superstar RIHANNA in den Mittelpunkt zu stellen, sondern eine Künstlerin, die einfach etwas erzählen möchte mit Hilfe ihrer Songs - und das kaufe ich ihr wirklich ab.
Songs wie "Diamonds", "What Now", "Stay", "Lost in Paradise" und "Half of Me" habe ich mir schon längere Zeit von ihr gewünscht, Songs die durch ihre Einfachheit bestechen und ihrer Stimme "schmeicheln". Aber auch für gute Laune wird durch Songs wie "Phress Out the Runway", "Pour It Up", "Jump" oder "Right Now" gesorgt.
Trotzdem gibt es für mich auch ein Paar negative Aspekte: Wie schon gesagt, eine deluxe Edition mit eigentlich nur einem Song und zwei Remixen, kann ich selbst einem Weltstar wie Rihanna nicht verzeihen. "Half of Me" hätte man genauso gut auf die Standard-Edition packen können und damit wäre die Sache gegessen. Der Trend eine deluxe Edition zu veröffentlichen sollte langsam wirklich abnehmen.
Außerdem stört mich an dem Album auch, dass versucht wurde Klischees zu bedienen, nach dem Motto "Wenn ein David Guetta als Gast da ist, dann kaufen sich das Album auch mehrere und ein Duett mit Chris Brown wird die Leute schockieren und  interessieren, das steigert die Verkaufszahlen auch noch". Warum eine Rihanna solche Taktiken braucht, weiß ich auch nicht wirklich, sie sollte es aber definitiv lassen.
Insgesamt kann ich allerdings sagen: Das Album ist gut und man hört nicht heraus, dass es so schnell produziert wurde. Eins muss man Rihanna lassen: Sie liefert ab, selbst in kurzer Zeit. Deshalb kann es von mir hier nur 4/5 Punkte (nach einem Punkt Abzug, wegen der oben genannten Gründe) geben und das Statement: Rihanna rocks! - auch nach 3 Jahren in Folge ;)

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