Album-Rezension: Loreen - Heal

Das Cover zu "Heal"
Seit Lena ist wohl jeder im ESC-Fieber, denn nur so lässt sich ein Sieg dieser Dame erklären. Wo vorher Schlager und Balladen ganz groß im Rennen waren, sind jetzt moderne Stücke im Vordergrund. Der Sieg von Loreen 2012 ist wohl da der letzte Beweiß, dass das Publikum des Eurovision Song Contests eindeutig jünger geworden ist.
Und jetzt, am Ende ihrer Siegerjahres, kommt sie mit ihrem europaweiten Debüt-Album daher. "Heal" heißt das Ganze und bietet allerhand, was für manchen vielleicht alles wie "Euphoria" klingt, ist für andere DIE Entdeckung des Jahres. Doch was ist es für mich?




1. Songs:

1.1. In My Head 4/5
Starke Anfangs-Nummer, der durch starke Beats und Loreens durchdringender Stimme dominiert wird. Trotzdem: Irgendwie fehlt mir der Höhepunkt des Songs, man wartet immer ein bisschen das es losgeht - geht's dann auch, aber ich hätte mir da mehr erhofft. Der Refrain kann allerdings auf ganzer Strecke überzeugen.

1.2. My Heart Is Refusing Me 5/5
Der zweite Song des Longplayers ist einer meiner Liebsten! Tolles Arrangement, tolle Lyrics und starke Stimme. Die Nummer hat wohl das gleiche Potential wie "Euphoria", allerdings ist das Thema ein ganz anderes. Super!

1.3. Everytime 4/5
Experimente dürfen auf einem guten Debüt-Album auch nicht fehlen und hier ist das Erste. Das Arrangement ist hier total schlicht gehalten, die Stimme steht im Vordergrund, dabei ist der Song sehr "relaxed", trotz der Spannung die man hat, wenn man sich mal mit der Geschichte beschäftigt, die Loreen erzählt. Übrigens, liebe Kritiker: Der Song klingt z. B. gar nicht nach Euphoria ;)

1.5. Euphoria 5/5
Dazu brauche ich wohl nichts mehr sagen, der Song gehört für mich als Evergreen auf jeden Mp3-Player.

1.6. Crying Out Your Name 5/5
Die vierte, nur in Schweden veröffentlichte, Single des Albums. Gefällt mir total gut, das "dunkle" gefällt mir, als auch die schnelleren Parts. Gehört definitiv zu meinen Favoriten!

1.7.  Do We Even Matter 4/5
Eine Ballade und Loreen? Was sich erstmal unwahrscheinlich anhört, funktioniert in der Realität total gut. Zwar ist der Song "Do We Even Matter" sehr speziell und man muss erstmal reinkommen, wenn man das allerdings geschafft hat, kann er auf ganzer Linie überzeugen.

1.8. Sidewalk 4/5
Eine Midtempo-Nummer mit einem "Army-Rhythmus". Hört sich total komisch an, aber irgendwie mag ich genau das an dem Song. "Sidewalk" ist wie schon der letzte Track sehr "dunkel" und "schwer", weiß aber einfach durch seinen Text zu überzeugen. Auch die Verzerrungen gefallen mir total gut und heben ihn nochmal vom Rest ab.

1.9. Sober 4/5
Die Single bevor Loreen mit "Euphoria" Europa eroberte: Ein Dance-Track der etwas langsameren Sorte. Auch der kann mich überzeugen, warum? Ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht so richtig. Denn man sollte meinen, man sei total gelangweilt von diesem Computer-Sound, aber der Gegenteil ist der Fall: Nach jedem Song frage ich mich: Wie wohl der Nächste klingt? Besser als dieser? Ist das überhaupt möglich?

1.10. If She's the One 4/5
Experiment Nr. 2. 80er-Beat, Violinen und Loreens Stimme. Total komische Mischung, aber es funktioniert. Lyrics sind wiedermal RICHTIG gut.

1.11. Breaking Robot 3/5
Der Song ist der Einzige auf dem Album, der für mich eher mittelmäßig ist. Der Text ist zwar gut, aber den Sound finde ich überhaupt nicht gelungen.

1.12. See You Again 5/5
Mit "My Heart Is Refusing Me" mein Lieblingssong auf dem Album! Gute Laune, starke Stimme und Sommer-Feeling, irgendwie genau das Richtige um mal vom Herbst/Winter zu flüchten (:

1.13. Heal (feat. Blanks) 4/5
Langsamer Song zum Schluss, der das Album noch ein schönes Ende gibt. Super!

2. Persönliches Fazit:
Also ehrlich: Am Anfang dachte ich mir: Oh Gott, jetzt kommt ein Album, auf dem sich jeder Song anhört wie "Euphoria". Mit dieser Aussage war ich wohl nicht allein, denn viele dachten wohl das Gleiche. Doch eigentlich ist es ganz anders: Natürlich hört sich im ersten Moment alles gleich an, beim zweiten Hören stellt man allerdings fest: Der Sound ist bei jedem Song anders, der Text manchmal VIEL tiefsinniger und die "Atmosphäre", die alle anderen Songs schaffen, ist eine ganz andere.
Was mir außerdem an Loreen total gut gefällt: Es ist nicht irgendein sinnloser Party-Beat mit einem sinnlosen Text, sondern eine Party-Hymne mit tiefgründigen Lyrics - diese Kombination gibt es selten, wenn überhaupt!
Eigentlich sollte man jetzt meinen, ich vergebe 5/5 Punkte und gut ist, aber eine Sache hält mich davon ab. Das Album ist zwar gut, aber irgendwie fehlt mir ein bisschen der Ohrwurm. "Euphoria" ist das zwar, aber das Stück ist ja auch schon ein halbes Jahr alt. Einzig "My Heart Is Refusing Me" und "See You Again" können da mithalten.
Insgesamt kann ich also nur sagen: Für mich ist "Heal" ein sehr starkes Debüt einer vielversprechenden Musikerin. Damit vergebe ich 4/5 Punkte und kann nur noch sagen: Loreen, ich freu mich auf dein 2. Werk (:

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