Album-Rezension: Leona Lewis - "Glassheart" (deluxe Edition)

Cover der Standard-Edition
Wie schon gesagt ist 2012 das Jahr des Comebacks oder auch der Rückkehr von Künstlern, die einfach lange nichts mehr veröffentlicht haben - Letzteres trifft wohl auf Leona Lewis zu. Vor ein paar Wochen habe ich ihre neue Single "Trouble" rezensiert, die mich durchaus überzeugen konnte.
 Fans durften allerdings auf das Album fast zwei Jahre warten, nachdem die Veröffentlichung eigentlich für November 2011 geplant war, nachdem Lewis jedoch mehr "kreative Zeit" brauchte, wurde die Veröffentlichung auf November 2012 verschoben. Jetzt ist natürlich die Frage: Hat sich das Warten auf das Werk gelohnt oder ist es nur ein 0815-Pop-Album geworden?


1. Die Songs:

1.1. Trouble 4/5
Für den Song, siehe Single-Rezension: Leona Lewis - "Trouble".

1.2. Un Love Me 3/5
Der Song gefällt mir zwar, trotzdem ist er mir irgendwie "zu schwer", sowohl die Lyrics als auch (und wahrscheinlich v. a.) die Instrumentalisierung. Auch der Refrain hebt sich nicht wirklich von den Strophen ab. Eher mittelmäßig.

1.3. Lovebird 5/5
Mein Lieblingssong auf dem Album. Das Thema ist sehr ernst, aber trotzdem gut verpackt. Die Geschichte des Songs weiß einfach zu überzeugen. Auch der eingängige Part "dum dum diddy" gefällt mir und dadurch bleibt der Song auch im Kopf.

1.4. Come Alive 3/5
Am Anfang dachte ich mir: Ne, das ist gar nichts. Aber irgendwie bleibt der Song im Kopf und hat dann doch was. Ich kann's mir nicht erklären, aber schlecht ist er nicht - aber halt auch nicht gut. Gehört für mich in eine Kategorie mit "Un Love Me"

1.5. Fireflies 3/5
Eine Ballade, wie man sie von Leona Lewis gewohnt ist - deshalb wohl auch 2. Single des Albums. Wenn ich das aber mit anderen Balladen aus ihren älteren Alben vergleiche, ist dieser Song echt Mitelmaß - wie schon "Un Love Me" und "Come Alive".

1.6. I to You 4/5
Auch dieser Song ist sehr dunkel und erinnert anfänglich vielleicht ein bisschen an "Un Love Me", ist aber VIEL besser als dieser. Der Refrain ist sehr stark, die Stimme von Lewis hat genügend Platz um sich zu entfalten.

1.7. Shake You Up 4/5
Etwas mehr Mainstream, ein paar Beats drunter gepackt und schon hat man einen Album-Song. So oder so ähnlich waren wohl die Zutaten für diesen Song. Aber er ist gut und zeigt mal eine andere Seite der Sängerin. Ist jetzt nicht der Hit, aber er kann überzeugen und hebt sich von dem vielen Mittelmaß bisher ab.

1.8. Stop The Clocks 4/5
Mischung aus Ballade und Dance-Pop. Gefällt mir gut und sogar besser als "Shake You Up". Die Lyrics und der Beat sind sehr eingängig, der Song fällt auf und ist für mich definitiv eine Single-Möglichkeit.

1.9. Favorite Scar 4/5
Die Stimme der Künstlerin ist ganz anders als bei den anderen Songs und das ist wirklich positiv gemeint. Die Lyrics sind hier gar nicht so wichtig, der Song weiß einfach durch seinen Klang zu überzeugen. Guter Song.

1.10. When It Hurts 5/5
Der nächste Favorit folgt zugleich. Ballade meets Dance-Pop meets (ein bisschen) dubstep. Gefällt mir gut und ist für mich auf jeden Fall Single-Kandidat.

1.11. Glassheart 4/5
Ich hätte echt nie gedacht, dass die Wörter "Leona Lewis" und "dubstep" mal in einem Satz vorkommen. Aber doch: Der Song ist von diesem Genre inspiriert und ich muss sagen: Ja, das ist mal gut. Leonas Stimme geht zwar ein bisschen unter, aber der Song ist einfach an sich stimmig.

1.12. Fingerprint 5/5
Wunderschöne Ballade, die sehr einfache Instrumentalisierung gefällt mir. Das ganze Album ist sehr elektronisch, es fehlen die natürlichen Instrumente. Hier ist das anders: "Fingerprint" weiß mit seiner Einfachheit zu überzeugen. Darum gehört er auch zu meinen Favoriten und neben "Lovebird" zu meinen Lieblingen.

1.14. Trouble (feat. Childish Gambino)
--> siehe 1.1. :-D

Cover der Deluxe-Edition
1.15. Deluxe Edition Songs
Die Wertung spare ich mir hier, denn: Es sind drei Akustik-Versionen zu finden, die von "Trouble", "Come Alive" und "Glassheart". Insgesamt gefallen mir die, aber für mich müssen, wenn man schon eine "Deluxe Edition" des Albums veröffentlicht, neue Songs auf dieser vorhanden sein. Dies ist hier nur teilweiße der Fall, denn der Song "Coloblind" stammt von der "The Hurt-EP" aus dem Jahr 2011. "Sugar" ist somit er einzige Song, der "neu" ist und warum der es nicht auf das Album geschafft hat, frage ich mich wirklich. Er hätte Songs wie z. B. "Fireflies" oder "Un Love Me" ersetzen können. Außerdem ist noch ein Remix von "Collide" auf der "Deluxe Edition" , die erste Single des Albums aus dem Jahr 2011.

2. Persönliches Fazit:
Für mich ist es hier sehr schwierig zu einem Urteil zu kommen: Einerseits kann mich Leona Lewis überzeugen, andererseits bin ich auch ein wenig enttäuscht, denn wenn man sich fast zwei Jahre Zeit nimmt für ein Album, dann sollte das auch wirklich gut sein. Ich finde jetzt nicht, dass man die zwei-jährige Produktion bemerkt. Außerdem finde ich es auch hier eine Frechheit, eine "Deluxe Edition" zu veröffentlichen, der nur einen neuen Song enthält. Vielleicht geht es nur mir so, aber ich finde auf eine "Deluxe Edition" gehören einfach neue Songs. Ich sage ja nichts gegen ein oder zwei Akustik-Versionen, aber das man die Deluxe-Variante einfach mit drei Akustik-Versionen und einem Remix vollstopft und einen Song von einer bereits veröffentlichten CD nimmt und dann mal grad einen Song draufpackt, der neu ist - das geht für mich einfach nicht.
Aber kommen wir nun zum gesamten Eindruck: Umhauen tut mich die CD nicht, der Eindruck verbessert sich ab der 1. Hälfte des Albums. Ich finde auch "bloß" drei wirkliche Favoriten, der Rest ist gut, meistens eher Mittelmaß. Auch die Deluxe-Edition ist enttäuschend.
Insgesamt, hat sich das Warten auf das Album vielleicht nicht wirklich gelohnt, aber man muss sagen: Ein 0815-Pop-Album ist es nicht geworden. Man erkennt eine neue Richtung in der Musik von Leona Lewis - wie diese einem gefällt ist jedem selbst überlassen.
Mich persönlich überzeugt der neue Stil nicht wirklich und daher kann ich einfach nicht mehr als 3/5 Punkte vergeben.

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